Frage von Cosinera, 166

Was muss ich für eine Ausserordentliche Kündigung tun?

Mein Chef lässt mich trotz Kündigung meinerseits nicht gehen und beruht sich auf die längere Kündigungsfrist (Vertraglich festgelegt). Ich war ja bereit die nächsten 3 Monate noch zwecks eine neue Person einlernen da zu bleiben jedoch auf keinen Fall 5 Monte. Auch ein Aufhebungsvertrag lehnt er hab. Ich seh das als reine Schickane von ihm und ich möchte auf keinen Fall länger dort bleiben. Jetzt wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben wie mich kündigen zu lassen. Jedoch denk ich wird er das auch das nicht machen sondern er wird auch da wieder was finden um mich nicht gehen zu lassen. Meine Frage an euch ist nun, was kann ich tun um wirklich ganz sicher gekündigt zu werden ohne das er mit Urlaub nehmen kommt, Gehaltskürzung etc. !!! Ich will da weg und er kapiert nicht ,dass man Reisende nicht aufhalten soll. Es kann doch nicht sein das ich gegen meinen Willen dort weiter machen muß. Wo bleiben den die tollen Gesetze für den AN wenn man sie braucht. Was würdet ihr tun ?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Cosinera,

Schau mal bitte hier:
Recht Arbeitsrecht

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 98

Hast Du schon einen neuen Job dass Du dort selbst kündigst oder ist Dir eine Sperre des ALG egal?

Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben als die Kündigungsfrist einzuhalten.

Wie Dir ja bekannt ist, muss der AG einem Aufhebungsvertrag zustimmen. Wenn Du jetzt "silberne Löffel klaust" und damit eine fristlose Kündigung erhältst, kannst Du Dir ein gutes Arbeitszeugnis abschminken und ein "krummes" Kündigungsdatum hängt Dir nach.

So wie ein AN das Recht auf Kündigungsschutzklage hat, kann auch ein AG klagen wenn Du die Kündigungsfrist nicht einhältst. Ob er das tut, kann ich Dir nicht sagen.

Gibt es im Arbeitsvertrag eine Vereinbarung über eine Vertragsstrafe bei Vertragsbruch?

Hier mal was zum nachlesen und nachdenken. Danach kannst Du entscheiden wie Du Dich verhältst. Von einem Verhalten das die fristlose Kündigung nach sich zieht, rate ich Dir auf alle Fälle ab. Das holt Dich evtl. irgendwann ein.

https://www.haufe.de/recht/arbeits-sozialrecht/wenn-arbeitnehmer-die-kuendigungs...

Kommentar von Cosinera ,

Also ich werd dann wohl um einen Anwalt nicht herum kommen. Ich muß da unbedingt raus, bleib da keinen Tag länger. Irgendwas muss es doch geben........................... Wenn mein AG ein Hintertürchen gefunden hat, dann gibt es für mich sicherlich auch irgendwo eins

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, wo siehst Du ein Hintertürchen des Arbeitgebers?

der beruff sich auf die Kündigungsfristen lt. Arbeitsvertrag, sonst nix ....

Kommentar von Hexle2 ,

Also ich werd dann wohl um einen Anwalt nicht herum kommen

Das kannst Du tun.

Ich bezweifle allerdings, dass der Anwalt ein "Hintertürchen" findet. Der AG braucht und hat, wie @wurzelsepp668 schon richtig angemerkt hat, kein "Hintertürchen".

Wo bleiben den die tollen Gesetze für den AN wenn man sie braucht

.Die Gesetze gelten eben nicht nur für eine Seite. So wie ein AG seinen Verpflichtungen nachkommen muss, muss das auch der AN.

Man kann nicht nur auf die Gesetze pochen wenn der AG sich nicht daran hält und wenn das Gesetz für den AN nicht "passt" diese umgehen wollen. Deine Möglichkeiten habe ich Dir ja schon aufgezeigt.

 Falls der Anwalt ein "Hintertürchen" findet, lass es mich wissen. Ich lerne gerne noch dazu.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

@hexele: der Satz mit den tollen Gesetzen sollte wohl ironisch gemeint sein ...... (habe ich zumindest so verstanden ...)

Kommentar von Hexle2 ,

Die "tollen" Gesetze habe ich auch als Ironie gewertet. Auf die wird dann verwiesen, wenn sie nicht in den Kram passen. Ich persönlich bin froh über unsere Arbeitsgesetze wenn ich mir anschaue was in anderen Ländern für die AG so einfach möglich ist.

Antwort
von peterobm, 95

Wo bleiben den die tollen Gesetze für den AN wenn man sie braucht.

laufende Verträge sind von beiden Seiten einzuhalten. 

Kommentar von wurzlsepp668 ,

fällt mir auch immer mehr auf ......

wenn der Arbeitgeber quer schießt .... auweia ....

aber wenn der Arbeitnehmer früher raus will und der Arbeitgeber sagt nein ist trotzdem der Arbeitgebe der Depp ...

Kommentar von peterobm ,

mmmmhhhhh, Sie hat doch gewusst was Sie im Arbeitsvertrag unterschrieben hat .....

Antwort
von Nordseefan, 103

Dann lass die halt kündigen. Aber Geld gibt es dann auch nicht.  Weder vom ihm noch vom Staat. Und du wirst es eventuell schwer haben einen neuen Job zu finden, denn wenn du gekündigt werden willst musst du dich schon "mies verhalten". Und das kommt ins Arbeitszeugnis.

Kommentar von Cosinera ,

Bin schon soweit das mir das Geld egal wäre und nen neuen Job hab ich auch schon gefunden. müsste Geldtechnisch als nicht lange dursten

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, für den Arbeitgeber gelten die gleichen Kündigungsfristen wie für den Arbeitnehmer .......

was soll eine Kündigung des Arbeitgebers bringen?

Antwort
von bronkhorst, 51

Eine arbeitgeberseitige fristlose Kündigung ist eine ziemlich schwere Keule, die in der Regel die eigene "Papierform" schädigt. Selbst wenn Du jetzt einen neuen Job hast - bei der Bewerbung um den übernächsten Job kann Dir das dann wirklich im Wege stehen.

Wenn der Arbeitgeber glaubhaft machen kann, dass ihm durch Deinen Vertragsbruch ein messbarer Schaden entstanden ist, könne auch eine Schadenersatzforderung folgen.

Wenn Du bereit bist, diese Risiken in Kauf zu nehmen und den Arbeitgeber dazu provozieren willst, kannst Du das entweder aktiv gestalten, so dass Deine weitere Anwesenheit dort nicht mehr tragbar ist - oder Du brichst Deinen Vertrag und gehst unentschuldigt und ohne Krankschreibung nicht mehr hin.

Schlauer wäre es wahrscheinlich, ordentlich zu kündigen und dem Arbeitnehmer zwar keinen Grund zur fristlosen Kündigung zu geben, aber durchaus klar zu machen, dass er an einer künstlichen Verlängerung der Zusammenarbeit nicht wirklich glücklich wird. Je kleiner das Unternehmen, desto größer die Freude immer, wenn man sich z.B. plötzlich für einen Betriebsrat engagiert...

Insgesamt besteht in Deutschland kein Mangel an "tollen Gesetzen  für den AN" - je länger man irgendwo angestellt ist, desto schwieriger wird es, einen ARbeitnehmer gegen dessen Willen loszuwerden.

Antwort
von meini77, 7

Wo bleiben den die tollen Gesetze für den AN wenn man sie braucht

Nicht die tollen Gesetze sind das Problem, sondern der Arbeitsvertrag, den Du unterschrieben hast.

Ist dort eine Kündigungsfrist von 6 Monaten (oder was auch immer) vereinbart, dann gilt diese.

Verträge sind dazu da, daß sie eingehalten werden (Pacta sunt servanda) - und zwar von beiden Vertragspartnern.

Kommentar von Cosinera ,

Das ist mit schon klar, jedoch steht in meinem Vertrag : 6 Wochen zum Quartalsende und dann wird auf die verlängerten Kündigungsfristen gemäß § 622 hingewiesen und das wenn solch eine verlängerte zur Anwendung kommt sie für beide gilt. Bin ehrlich gesagt von den 6 Wochen zum Quartal ausgegangen und ich bin ja auch bereit ordnungsgemäß und pflichtbewußt bis dahin zu arbeiten ( sind ja noch fast 3 Monate) aber nicht drüber raus bis ende September. Das kann und will ich nicht und wenn mein AG sich weiter weigert mir zum 30.06. einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben dann muss ich mir sozusagen was einfallen lassen. Reisende sollte man nicht aushalten und zum arbeiten zwingen kann einem auch niemand. Außerdem erzählt mein Chef jetzt hinter meinem Rücken an meine Kollegen die tollsten und zum Teil echt übelsten Geschichten über mich. Fühl mich echt gemobbt, muß da raus

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 28

Was muss ich für eine Ausserordentliche Kündigung tun?

Du erwartest auf diese Frage doch hoffentlich keine brauchbare Antwort?

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