Frage von BatmanZer, 73

Was muss ich beim Kauf einer Kamera beachten 1?

Die Frage sollte eigentlich anders lauten, aber mir ist nichts passendes eingefallen. Eigentlich möchte ich ein paar Grundbegriffe aus der Fotografie erklärt bekommen. Also welche unterschiedlichen Modi es gibt und was sie am Bild ändern.

Ich möchte vor allem Landschaftsaufnahmen bei Tag - aber auch bei Nacht- machen.

Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Airbus380, 28

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet. Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera. Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein Schaubild gibt es hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor#mediaviewer/Datei

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden" entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000 Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony (Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony NEX, Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier (oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst. Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will, welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen, welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden. Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche, Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel) fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von AnReRa, 28

So einfach ist das nun wirklich nicht.
Ich würde jedem Einsteiger erst mal eine (einfache) Kompaktkamera empfehlen, weil man erst mal lernen muss, wie man grundsätzlich mit einem digitalen Fotoapparat arbeiten kann. Auch mit denen ist eine gewisse Bildkomposition möglich.
Es hat in meinen Augen recht wenig Sinn, gleich mit der superteuren Bridge oder DSLR anzufangen, ohne die Grundbegriffe in der Praxis 'ausprobiert' zu haben.

Der Profi verzichtet i.d.R. auf sämtliche Automatiken, sondern macht alles nach Gefühl (und erzeugt damit individuelle Eindrücke und Stimmungen).
Das Gegenteil ist ein Schnappschuß, wo man zwar den Bildinhalt bestimmt, aber den Rest der Kamera überlässt.

'Landschaftsaufnahmen bei Nacht' ist ein sehr anspruchsvolles Thema, weil ohne Licht kann es ja kein Bild geben und Blitz ist - wegen der sehr beschränkten Ausleuchtmöglichkeiten - sowieso Unsinn.

Also: Mit einer Kompakten lernen und dann die teure Kamera speziell nach Anforderung kaufen. Und passend dazu eben auch die passenden Objektive.
Weil auch bei den Objektiven gilt: Je variabler das Objektiv, des do schlechter ist es im Detail.


Antwort
von Skinman, 32

Grundbegriffe der Fotografie werden am Besten erklärt auf http://fotolehrgang.de/

Modi sind samt und sonders überflüssig, aber man kann eh keine Kamera ohne welche kaufen.

Je größer der Sensor, desto besser.

Expertenantwort
von nextreme, Community-Experte für Kamera, 20

Für nur, Landschaft bei Tag und Nacht würde ich dir eine Kamera mit mindest APSC-Sensor empfehlen, natürlich mit Stativ und einem Weitwinkelobjektiv oder Weitwinkelzoomobjektiv. Ob DSLR oder Systemkamera ist dir überlassen bzw. was Du mit dir rumschleppen möchtest. Zum Beispiel würde sich eine A5100 mit einem Walimex/Samyang 10f2.8 hervoragend eignen, besser wäre ein Sony 10-18f4. Landschaft ist auch einer der wenigen Bereiche wo sich tatsächlich viele Megapixel lohnen. Da kann man sich im Nachinein beim Bildausschnitt so richtig austoben. Unwichtig für Landschaft ist ein schneller Autofokus, meist stellet man eh manuel scharf und lässt sich Zeit.

Antwort
von Fragentierchen, 5

Kauf dir am besten erstmal ein Buch, welches dir die Grundbegriffe erklärt.

Ja eine Kamera, da von gibt es viele aber wenn du wirklich gute Landschaftsaufnahmen machen willst, würde ich dir Spontan und anhand der wenigen Infos von deiner Seite zu einer Nikon D90 raten. Hoher Dynamikumfang und niedriges Rauschen bei hohen Iso Zahlen.

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