Frage von Jusgirl01, 115

Was muss ich bei Hufrehe beachten machen....?

Hey ich bin am überlegen ob ich mir demnächst (als guter Zweck) ein Rehepferd zulege. Zu ihr sie ist ein 22 jährige Haflingerstute 1,44m groß. Was muss ich machen , worauf muss ich achten......

Expertenantwort
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 74

Hallo, 

find´s schön, dass du dich für ein älteres und krankes Pferd interessierst! :) 

Allerdings wirst du damit nicht viel Freude haben. Grade bei Rehe, da kannste kaum noch was mit dem Pferd machen. Das sollte dir klar sein. Was und wie viel du arbeiten kannst, solltest du dann mit Tierarzt und HO abklären. 
Da sollte auf jeden Fall ein guter Huforthopäde von der DHG oder Difho ran. 

Das Pferd sollte keine zuckerhaltigen Sachen und keine Wiese bzw. (je nachdem) nur sehr magere Wiese und nur für kurze Zeit fressen. Allgemein nur sehr magere Kost fressen. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von Boxerfrau ,

Das mit der Mageren Wiese ist nicht wirklich richtig. Eine abgefressene, kurze Wiese ist sehr gefährlich bei Rehepferd

Kommentar von VanyVeggie ,

Ich meinte keine kurzen Wiesen, sondern nährstoffarme Wiesen. Ob die gefährlich sind oder nicht, kommt auf die Rehe an. Das sollte man dann mit dem Tierarzt abklären. 

Kommentar von ponyfliege ,

vany veggie meint auenwiese, trockenrasen und magerrasen.

das hat mit einfach nur abgefressener oder gemähter wiese nichts zu tun, sondern mit der planzenkonstellation.

diese drei landschaftsarten enthalten nährstoffarme futterpflanzen - übrigens meist kaum gras. und wenn gras, dann sauergräser.

auf diesen landschaftsformen benötigt man pro pferd als weidefläche MINDESTENS drei hektar - und muss häufig umweiden.

Antwort
von sukueh, 25

Ich schließe mich Ponyflieges Frage an: Wo soll da "der gute Zweck" sein ? Außer, dem Vorbesitzer ein krankes Pferd und damit seine Verantwortung (und den finanziellen Aufwand natürlich) abzunehmen ?

Ich würde mir niemals ein erkranktes Pferd "zulegen", wenn ich nicht etwas genauer über die Dinge Bescheid wüsste, die ich bei der entsprechenden Krankheit beachten muss.

Dass du dich erkundigst, worauf du achten und was du machen musst, ist ja ganz schön, aber bist du dir sicher, dass du, wenn das Pferd dann da ist, auch wirklich ALLE Symptome (auch einer möglichen Verschlechterung des Krankheitsbildes) erkennen kannst ?

Es ist etwas anderes, wenn das eigene, langjährig gehaltene Pferd erkrankt, dann kümmert man sich selbstverständlich darum, so gut es geht; aber ein krankes Pferd aufzunehmen, welches möglicherweise ja auch noch mit verharmlosenden Beschreibungen seines Zustandes abgegeben wird, würde ich mir schon sehr genau überlegen. Das Pferd dürfte vermutlich sehr billig abgegeben werden; dir muss aber schon klar sein, dass du mit erhöhten Unterhaltskosten rechnen muss.

Außerdem würde ich mir auch vor Augen halten, dass du zu dem Tier eine Bindung aufbauen wirst, die unter Umständen sehr schnell zu Ende gehen kann und wahrscheinlich auch die Entscheidung treffen musst, wann es zu Ende geht. Diese Verantwortung und Trauer würde ich mir nicht unbedingt "ohne Not" antun....

Es gibt mit Sicherheit auch andere Möglichkeiten, "einem guten Zweck" zu dienen. 

Antwort
von FelixFoxx, 27

Futter ohne Getreide und Melasse füttern, wenn überhaupt, dann nur auf Fruktanarmes Gras stellen, selten Lekkerlis (wenn überhaupt, dann gelegentlich mal einen Apfel), so gut wie keine Möhren füttern, kein Brot und keine Bananen. Bewegung ist gesund, außer im Reheschub, dann am besten in die Matsche stellen. Eventuell auch auf ECS (Cushing) testen lassen. Das Pferd sollte schlank, aber nicht unterernährt sein. Bei einem Schub sofort den Tierarzt rufen, das ist ein absoluter Notfall. Falls nicht bekannt, per Röntgen überprüfen, ob eine Rotation oder Senkung des Hufbeins vorliegt. Wenn ja, muss das der Schmied oder Huforthopäde wissen und berücksichtigen.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 25

worauf du achten musst?

dass du ein paar zehntausend euro für die notwendigen tiermedizinischen und sonstigen massnahmen in der hinterhand hast ist das wichtigste.

entschuldige bitte - aber wer ein rehepferd noch weiterverkauft, ist meiner meinung nach nicht ganz heile.

und wer es kauft, weiss nicht, worauf er sich einlässt.

der "gute zweck" ist die finanzielle entlastung des vorbesitzers.

dem tust du einen gefallen, indem du ihm den gaul abnimmst, damit er sich nicht mehr drum kümmern muss und sich wieder ein gesundes pferd zulegen kann.

du tust dem pferd nichts gutes, sondern dem vorbesitzer.

bitte lass es.

wenn du wirklich einem pferd was gutest tun willst - oder mehreren... dann kannst du lieber geld spenden - in vermittlungsorganisationen, die erstversorgungsstellen für vom vetamt beschlagnahmte pferde unterstützen.

gerade die beschlagnahmten pferde leiden NACH der beschlagnahmung oft unsäglich - entweder gehts meist zum viehhändler oder zum schlachter. dasselbe mit gepfändeten pferden.

notpflegestellen für solche pferde sind so unsäglich wichtig. leider kosten sie - und sie müssen von erfahrenen profis betrieben werden, weil es oft um medizinische oder traumatisierte sonderfälle geht. dazu genügt es nicht, eine notbox in einem reitstall anzumieten...

das wäre wirklich ein guter zweck.

Antwort
von Boxerfrau, 51

Als guter Zweck? So wirklich über die Krankheit informiert bist du nicht oder? Hast du denn ein Pferd und wie wird es gehalten bzw wie willst du das Rehepferd halten? Ein Rehepferd ist nicht so einfach zu halten, da man extrem bei der Fütterung aufpassen muss.
Da es bei unsachlicher Fütterung jederzeit wieder welche bekommen kann. Ganz gefährlich ist es im Frühjahr und im Herbst, wenn am Tag die Sonne scheint und es nachts kalt ist. Dann wächst das Fructan sammelt sich im Gras.
http://equivetinfo.de/html/weide_fruktan.html
Mal einfach so auf die Koppel stellen ist halt nicht.

Kommentar von Jusgirl01 ,

Ja wir haben einen Privat Stall. Ich würde sie halt auf ein Sand Padock | ein Padock halten wo sehr wenig Gras wächst (tagsüber) nachts halt box mit Stroh & Sägespänen oder halt offenstall  

Kommentar von Baroque ,

Ein Pferd, bei dem der Stoffwechsel eh schon nicht mehr rund läuft, nachts in die Box stellen, ist Folter. Für einen sauber laufenden Stoffwechsel braucht auch das gesunde Pferd die ständige Bewegungsmöglichkeit. Das kranke erst recht. Lass die Finger davon!

Kommentar von friesennarr ,

Eiweißgehalt im Gras, Fruktane im Gras, alle schon längst wiederlegt. Es ist und bleibt eine Stoffwechselstörung die einzig und allein im Pferd selbst entsteht.

Eine Rehe ist immer eine "Vergiftungsrehe" oder Überlastungsrehe.

Kommentar von ponyfliege ,

zuckerarten, aber auch bestimmte eiweisskombinationen sorgen für die vergiftung - entweder die stoffe selber - oder ungünstige darmbakterien, die giftstoffe abgeben, die über die darmschleimhaut in den stoffwechsel abgegeben werden.

die fütterungseinschränkung beizubehalten ist dringend sinnvoll.

zudem muss das pferd sich nach eigenem ermessen bewegen können - und es sollte irgendwo im unterstand eine glatte wand geben. ein pferd mit schwerer rehe legt sich nicht mehr hin - aber wird zum schlafen für die entlastung der beine eine ecke zum anlehnen meist gut annehmen.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 35

Das es sehr teuer wird,

das das Pferd teilweise große Schmerzen hat,

das es teilweise sich nur sehr schlecht bewegen kann,

das bei einem akuten Reheschub die Behandlung den ganzen Tag lang geht,

das der TA viel im Stall bei euch ist,

das man mit dem Pferd so gut wie nix machen kann, nicht mal Spazieren gehen,

das es unter umständen so schlimm wird, das man sie einschläfern muß,

das man 24 / 7 gucken muß was das Pferd frisst bzw nicht fressen darf.

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