Frage von Tarantula111, 19

Was muss ich beachten, wenn ich selber Fruchtwein und Met herstelle?

Wie schon in der Frage zu erkennen ist, habe ich vor, eigenen Fruchtwein, bzw. Met herzustellen. Honig bekomme ich von einem Freund und Imker. Für den Fruchtwein würde ich gerne Kirschen vom eigenen Baum verwenden. Die Hefe (Sherry) ist bestellt und ich bin schon ganz heiß darauf, loszulegen. Da der Wein nicht lange haltbar sein muss und ich schon nach kurzer Zeit das Ergebnis genießen möchte, wirds wohl eher ein Federweißer werden, als ein richtiger Wein. Ich habe bereits einmal etwas ähnliches mit Apfelsaft gemacht und war vom Ergebnis angenehm überrascht. Allerdings habe ich trotzdem noch einige Fragen, dir ihr mir hoffentlich beantworten könnt: 1.: Wein wir ja normalerweise kalt gepresst. Mit steht allerdings ein Dampfentsafter zur Verfügung, den ich auch gerne nutzen will, da der Saft beim Erhitzen sterilisiert wird und Hefe es dann leichter hat. Außerdem habe ich keinen anderen Entsafter oder eine Presse. Kann sich das Erhitzen des Kirschsaftes negativ auf den Geschmack auswirken? 2.: Bei welcher Temperatur sollte ich das ganze gären lassen? Die Hefe ist bei 37°C oder so am schnellsten, aber wie wirkt sich die Temperatur auf den Geschmack aus? 3.: Kann ich auf Hefesalze verzichten? 4.: Sollte ich den Met lieber mit Wasser oder mit Apfelsaft ansetzen? 5.: Sollte der Honig von Beginn an mitgären, oder sollte er erst später hinzugefügt werden? 6.: Nach den Kirschen sind auch noch einige andere Früchte in unserem Garten reif. Welche lassen sich besonders gut zu Wein/Federweißer verarbeiten? Wir haben Himbeeren, Johannisbeeren (rot, weiß, schwarz), Zwetschgen, Pflaumen, Birnen, Mirabellen, Schlehen und Heidelbeeren im benachbarten Wald (und Apfel natürlich) 7.: Wie kann ich den Getränken eine besondere Note verleihen? Ich hab gehört, Eichenholz soll ganz gut funktionieren. Ich hab aber auch Lust, mal andere Sachen, wie z.B. verschiedene Gewürze oder Kiefernnadeln etc. auszuprobieren. Hat damit vielleicht wer Erfahrungen?

Vielen Dank fürs geduldige durchlesen und schonmal vielen Dank im Voraus für die Antworten!

Antwort
von ettchen, 12

Du kannst aus allem, was Zucker hat, Wein herstellen. Entweder auspressen oder wenn das nicht geht, zerquetschen und Maischegärung machen. Bei zuckerarmem Obst musst du Zucker zugeben.

Hier ist das Grundrezept für Met (hat mein Mitbewohner mal aufgeschrieben), das kannst du sinngemäß auch für Fruchtwein benutzen:

Met selber machen
Rezept für zehn Liter Met
Du brauchst: 2 Gärballons je 15 Liter. Einen sehr sauberen Kunststoffeimer. Großen Trichter. Weinheber. Verschluss und Gäraufsatz.
An Rohstoffen: 3,5 kg Honig (Sorte ist egal, lass dich nicht kirre machen). Etwas Kaliumdisulfit (Messerspitze reicht). Kleinen Spritzer Zitronensaft. Hefe (egal, welche. Backhefe ist völlig okay. Reinzuchthefe ist nicht erforderlich. Lass dich da nicht verrückt machen).
Vorgang: vier Gläser Honig im sauberen Eimer mit 3 bis 4 Liter warmem Wasser verrühren, in den Gärballon geben. Die restlichen 3 Gläser Honig mit drei Liter warmem Wasser im Eimer verrühren, in den Gärballon geben. Bissl übrig lassen, so ne halbe Tasse. Dort Hefe auflösen, in den Gärballon. Spritzer Zitronensaft dazu, Mit Wasser auf 10 Liter auffüllen. Gärverschluss mit Gäraufsatz drauf, einmal am Tag etwas schütteln.
Nach einigen Tagen setzt die Gärung ein. Lange gären lassen. Vier bis sechs Wochen sind realistisch. In den letzten Tagen nicht mehr schütteln. Die Hefe setzt sich am Boden ab. Mit einem Weinheber den Jungmet von einem Gärballon in den anderen geben. (Falls du keine Ballons benutzt, sondern Gärkanister, geht das wegen der eingebauten Ablasshähne einfacher).
Nun den Met weiter gären lassen. Noch mal einige Wochen warten.
Danach entweder den Vorgang wiederholen oder auf Flaschen geben.
Ich würde beim Umfüllen empfehlen, dem jungen Met etwas Weinschwefel (Kaliumdisulfit) zuzugeben.

Kommentar von Tarantula111 ,

Danke! Bei welchen Temperaturen sollte das Gebräu denn gären? Den Apfelwein, den ich mal gemacht habe, hab ich ganz brutal eine Woche auf die Heizung gestellt und mehrmals täglich geschüttelt, danach umgefüllt und ein paar Wochen im Kühlschrank reifen lassen. Ein Winzer würde mich dafür wahrscheinlich köpfen wollen, aber entgegen aller Erwartungen war das Ergebnis erstaunlich gut

Kommentar von ettchen ,

Bei Zimmertemperatur.

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