Frage von nordengruen, 52

Was muss ich beachten, wenn ich auf dem Flohmarkt und online Kunstobjekte verkaufe?

Hej.

Ich möchte auf dem Flohmarkt und online Kunst verkaufen. Handbedruckte Notizhefte, Lesezeichen und Postkarten. Alles in kleiner Auflage (je so 20-25 Stk.) und durch die Machart Unikate. Ich habe keine sonstigen nennenswerte Nebeneinnahmen (Job auf 400€ Basis, da Student) und werde wohl auch kein Vermögen verdienen. Dennoch ist die Frage, ob ich irgendwelche Regelungen zu beachten habe, wenn ich das tue. Ein Gewerbeschein wird dafür ja wohl kaum nötig sein, oder? Dennoch mache ich ja quasi selbstständige Einnahmen. Muss ich das dann z.B. versteuern?

Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand der sich auskennt oder selbst etwas vergleichbares macht eine Zusammenfassung dazu geben würde, oder mir sagen kann, wo ich mich diesbezüglich genauer informieren kann. Bin nämlich durch Internetrecherche selbst nicht auf annehmbare Antworten gestoßen ("Auf dem Flohmarkt darf man eigentlich alles." reicht mir nicht).

Vielen Dank!

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Antwort
von DerSchopenhauer, 12

Das ist nicht ganz so einfach zu beurteilen; es kann sich um eine gewerbliche oder um eine selbständige Tätigkeit handeln oder man übt sogar parallel beide Tätigkeiten aus.

Es kommt auf den Einzelfall und auf Kleinigkeiten an - daher sollte das Finanzamt die Einschätzung vornehmen.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Bei meiner Betrachtung bin ich davon ausgegangen, daß DU diese Exponate auch selbst herstellst bzw. kreierst.

Solltest Du damit nur handeln, dann ist das eine gewerbliche Tätigkeit und Du brauchst einen Gewerbeschein, da Du die "Kunstwerke" nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkaufen möchtest.

Antwort
von Geochelone, 24

 in kleiner Auflage (je so 20-25 Stk.) und durch die Machart Unikate

Das widerspricht sich ! Entweder gibt es eine Auflage von mehreren Stück oder es sind Unikate. Unikat = einmalig !

Ein Gewerbeschein wird dafür ja wohl kaum nötig sein, oder?

Na selbstverständlich ! Wenn du deine Produkte online anbietest, bist du gewerblicher Händler und musst dies anmelden. Ob du viel, wenig oder nix verdienst, ist unerheblich. Es zählt nur die Gewinnerzielungsabsicht.

Und für die Flohmärkte brauchst du zusätzlich eine Reisegewerbekarte, weil du ja außerhalb deines Betriebssitzes Waren anbietest.

Muss ich das dann z.B. versteuern?

Als Gewerbetreibender musst du im Folgejahr eine Einkommensteuererklärung (mit Einnahme-Überschuss-Rechnung) abgeben. Wenn deine Einkünfte insgesamt über 8.652 € liegen, fällt natürlich Einkommensteuer an.

Kommentar von nordengruen ,

Zum Thema Unikate: Sie sind handbedruckt, also nicht durch den Drucker gegangen (Druckplatten schneiden, einpinseln, Papier auflegen und abreiben -> jeder Druck sieht dem anderen am Ende ähnlich, aber ist niemals gleich) Meinst du das sind dann keine Unikate mehr? (Also ehrlich, oder siehst den Widerspruch nur zwischen den Worten Unikat und Auflage?)

Ja, ich habe Gewinnerzielungsabsicht, demnach wird das wohl stimmen, aber gibt es nicht Sonderregelungen für Künstler? Ich meine da irgendwas gelesen zu haben, besonders was Steuern angeht.

Kommentar von Geochelone ,

aber gibt es nicht Sonderregelungen für Künstler?

Sorry, aber das gilt nicht als Kunst, höchstens als Kunsthandwerk.  So ähnlich wie Schmuckherstellung. Und das ist alles Gewerbe... Also brauchst du Gewerbeschein (für den Shop) und Reisegewerbekarte (für die Märkte).

Und Gewerberecht (Verbraucher- und Konkurrentenschutz) hat mit Steuern überhaupt nichts zu tun.

Antwort
von derhandkuss, 35

Bei Flohmärkte gibt es regelmäßig einen Veranstalter. Der nimmt in der Regel von jedem Standbetreiber Gebühren. Wobei bereits an dieser Stelle meist zwischen gewerblich und privat unterschieden wird (Höhe der Gebühren).

Sieht nun der Veranstalter, dass Du ausschließlich gleichartige, selbst gestaltete Artikel verkaufst, kann er sehr schnell geneigt sein, Dich bereits an dieser Stelle als gewerblich einzustufen.

Stellst Du Dich nun häufiger mit Deinen Waren auf Flohmärkte, dass auch anderen Deine "einseitige" Ware auffällt. Bist Du dann irgend jemandem ein Dorn im Auge (weil er z.B. als Gewerblicher ähnliche Ware anbietet), solltest Du vorsichtig sein.

Kommentar von nordengruen ,

Die Frage wäre jetzt aber, ob ich denn tatsächlich ein gewerblicher Verkäufer bin, nach meinen Angaben. Wenn andere sich beschweren, ich aber erklären kann, dass es anders ist und mir dem auch sicher bin dann ist es ja relativ egal ob ich ihnen ein Dorn im Auge bin (glaube ich auch nicht, weil die Produkte letztendlich auch ähnlich und nicht gleich sind), solange ich den Veranstalter "überzeuge".

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