Frage von NeueWO, 41

Was muss ein Bioprodukt erfüllen, um als Genannte bezeichnet und verkauft werden zu können?

Auf gut Deutsch: Wie viel Gift ist tragbar, um als Bioprodukt durchzugehen und wie groß ist der Unterschied der Belastung zu Nicht-Bioprodukten ? :-)

Antwort
von Agronom, 11

Suche doch einfach mal nach Biosiegeln und deren Bedingungen, da wirst du sicher etwas finden. Hier z.B.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Siegel#Vergleich_der_Biosiegel (auch wenn dort der Punkt mit den verbotenen synthetischen Pflanzenschutzmittel eigentlich nicht ganz korrekt ist, dazu steht noch etwas in meinem letzten Absatz)

Deine weitere Frage ist eigentlich sehr komplex, denn dabei kommt es ganz genau darauf an, welche Pflanzen/Tiere du betrachtest.

Vorweg, der Nährwert der Produkte ist unabhängig von der Anbaumethode eigentlich immer ungefähr gleich.

Der Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln ist natürlich bei konventionellen Produkten tendentiell höher, dazu hat "agrabin" auch einen Link gegeben. Aber ein gefährdendes Niveau wird eigentlich nie erreicht und nur weil ein Mittel chemisch-sysnthetisch Hergestellt wurde, heißt dies noch lange nicht, dass es "schlechter" als eine biologische Alternative ist.

Der Pflanzenschutz sieht im Bio-Anbau einfach anders aus, die meisten Mittel aus dem konventionellen Anbau sind verboten, dafür haben sie eigene Zulassungen von nicht unbedingt weniger schädlichen Mitteln/Wirkstoffen. Dort sind z.B. Pyrethrine, Bt-Toxine oder diverse Kupferverbindungen zugelassen und werden auch eingestzt.

Antwort
von agrabin, 17

Ob Lebensmittel mit der Kennzeichnung "Bio" oder was auch immer, in den Handel kommen, hängt allein vom Anbau, bzw. der Tierhaltung ab. Da gibt es Kriterien, die erfüllt werden müssen.

Die tatsächliche Belastung mit Umweltgiften kann variieren. Nicht jedes Lebensmittel, was in den Handel kommt, wird untersucht.

Es gibt zahlreiche Studien zum Unterschied von  Bio- und konventionellen Lebensmitteln.

Hier z.B. :

https://www.test.de/Qualitaet-von-Lebensmitteln-Bio-gegen-konventionell-4439536-...

Gegen eine Kontamination mit E. coli, im Extremfall EHEC, gibt es auch bei Bioprodukten  keinen Schutz. Herausgefunden wird das i.d.R.  erst, wenn die Menschen krank werden.

Antwort
von juergenkrosta, 3

Hallo,

das Produkt muss den in der EU-Bioverordnung vorgegebenen Richtlinien entsprechen. Hier ist u.a. geregelt, welche Dünger, Pflanzenschutzmittel und Zusatzstoffe eingesetzt werden dürfen beim Anbau und der Produktion von Lebensmitteln.

In der Praxis wird dies kontrolliert und man muss seinen Betrieb und seine Produkte bei einer Bio-Kontrollstelle anmelden. Erst dann darf man das Bio-Siegel als Kennzeichnung der jeweiligen Bio-Produkte verwenden. Das gilt immer nur für ein Jahr und man muss sich einer jährlichen Kontrolle unterziehen. Erst danach wird das Bio-Siegel wieder für ein weiteres Jahr vergeben.

Darüber hinaus gibt es Bio-Anbauverbände, wie z.B. Demeter, Bioland, Naturland usw., die sich selber noch  weitergehende Richtlinien auferlegen, nach denen angebaut, verarbeit und produziert wird. Demeter-Anbau wird z.B. in einem eigenen Kreislaufsystem unter Beachtung wichtiger Mikroorganismen betrieben. Die so produzierten Lebensmittel haben eine sehr hohe Wertigkeit und die Umwelt wird geschützt.

Bio-Anbau und Produktion ist eine "Philosophie", bei der es nicht nur um gesündere Produkte geht, sondern auch um den Schutz der Umwelt und der des Menschen. Es ist durchaus eine ernst zu nehmende und deutlich bessere Alternative zur herkömmlichen konventionellen Produktion und Verarbeitung, die von chemischen Düngern, Mixturen und künstlichen Aromen bestimmt wird.

Das beste aktuelle Beispiel ist die Verwendung von Glyphosat, einem vermutlich krebserregenden Stoff, der in Unkrautvernichtungsmitteln wie "Roundup" enthalten ist. Unsere schlauen (und rücksichtslosen, von der Chemieindustrie gesteuerten) Bäuerlein spritzen Glyphosat eine Woche vor der Getreideernte, damit das Getreide und die Grünanteile absterben und so eine gleichmäßige (äußere) Qualität sichergestellt ist.

Dieses Getreide wird dann von uns in Form von Brötchen, Brot und Gebäck jeden Tag konsumiert. Nach neuesten Untersuchungen der Uni Leipzig gibt es vermutlich keinen Menschen mehr in Deutschland, der kein Glyphosat im Körper hat.Glyphosat ist im Bio-Anbau nicht erlaubt, wie auch viele andere bekannte Gift-Coctails.

Dass Bio-Produkte nicht völlig frei von Giften sein können, liegt auf der Hand. Es ist aber der bessere Weg. :-)

LG Jürgen

Antwort
von Matzeee12345, 20

Wer sagt denn das nicht Bio Produkte giftig sind ?

Kommentar von NeueWO ,

Wenn eine Schnellstraße direkt neben einem Salatfeld vorbeiführt, oder Flugzeuge drüber fliegen,.... kann ich mir beim Besten Willen nicht vorstellen, dass Beispielsweise dieser Salat gut für den Körper und die Gesundheit sind.  Da sind die Direktverfahren wie Schädlingsbekämpfungsmittel & co noch gar nicht mit einbezogen.

Kommentar von Agronom ,

Der Standort eines Ackers hat erstmal rein gar nichts mit einer ökologischen oder konventionellen Bewirtschaftung zu tun, mach dir da nichts vor.

Kommentar von Matzeee12345 ,

Achso aber der Bio Salat sn der schnell Straße ist gesund 😂

Kommentar von Matzeee12345 ,

Danke agronom

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