Frage von Harline, 143

Was muss beachtet werden, damit der KGV die Kosten für Pflichtstunden erhöhen kann?

Ich habe einen Kleingarten, den ich im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen nur unregelmäßig bewirtschaften konnte. Für Arbeitsstunden hatte ich somit erst recht keine Zeit.
Nun soll ich sie bezahlen. Das ist auch okay. Es waren immer 7 Stunden zu 15EUR wenn nicht abgeleistet wurde.
Jetzt bekam ich eine Rechnung über 200 EUR (nicht aufgeschlüsselt, es steht nur "nicht abgeleistete Arbeitsstuden 2015"). Reicht es, wenn diese Erhöhung pro Arbeitsstunde über den Schaukasten mitgeteilt wird? Ich habe nämlich keine Kenntnis über eine Erhöhung der Kosten.
Vielen Dank für eure Hilfe.

Antwort
von findesciecle, 84

Umsatzsteuergesetz? KGV sind eben gemeinnützige Vereine.

Die Rechnungen an Vereinsmitglieder brauchen also nicht den Standard für Rechnungen von Gewerben oder Freiberuflern erfüllen! Jedermann kann jedermann sogar formlos eine Rechnung schreiben! Ob sich daraus ein einklagbarer Titel ergibt, entscheidet sich zuerst am Amtsgericht! 

Dennoch müssen Forderungen nachvollziehbar sein. Wenn das Schreiben des KGV nicht die Zahl der Fehlstunden und den Satz benennt, ist das ein Fehler derer! Dennoch bist Du damit nicht raus aus der Sache - der KGV kann seine Forderungen später mit diesen fehlenden Infos nachqualifizieren.

Meiner Rechtsauffassung nach kann es durchaus rechtsgültig sein, Änderungen der Satzungen in einem Schaukasten für alle zu veröffentlichen , wenn es die Satzung so vorsieht!, ohne jedes Vereinmitglied z.B. per Post separat zu informieren! Das ist in vielen anderen Bereichen auch Usus!

Kommentar von Harline ,

Wie gesagt, leider steht in der Satzung nicht, in welcher Form Mitglieder über eine Satzungsänderung informiert werden müssen. Ich kenne mich in diesem Thema nicht aus. Deshalb weiß ich nun nicht, was ich tun soll.
Ich habe einen Brief geschrieben mit der Bitte, die Position mit den Pflichtstunden ordentlich und für mich verständlich aufzuschlüsseln.
Ich denke, ich werde wahrscheinlich als Mitglied in der Pflicht sein, mir alle Informationen selbst zu beschaffen. Aber ich weiß nicht, wie logisch das in dieser Situation ist.
Ich könnte zwar zu jeder Mitgliederversammlung gehen, aber Zeit ist dafür nicht ständig, da ich noch anderes zutun habe, als mich ständig mit diesem Verein zu befassen. Nur wird das vielleicht niemanden interessieren.
Wenn es um ein- zwei Euro gehen würde, würde ich nichts sagen. Aber statt 15 jetzt 25 Euro pro Stunde zu verlangen und noch eine drauf zu schlagen, ist für mich einfach unverständlich.

Antwort
von Dea2010, 112

Lach...

Zu kaufmännischen Rechnungen gibt es bestimmte Regeln. Dazu gehört, dass die Rechnung nachvollziehbar aufgeschlüsselt sein muss!

Nachzulesen im § 14 Umsatzsteuergesetz!

Rechnung wieder eintüten und mit entsprechendem Kommentar zurückschicken.

Schau auch mal hier:

http://www.akademie.de/wissen/business-basics-professionelle-rechnungen/pflichta...

Erst wenn dir eine korrekte Rechnung vorliegt, gehört die andere Frage geklärt.

Kommentar von Dea2010 ,

Nachsatz: Auch eine Satzungsänderung ist an gewissen Formvorschriften gebunden. Nachzulesen hier:

http://verein-im-verein.de/satzungsaenderung-im-verein

Hat euer KGV das nicht beachtet, dann kannst du eine korrekte Rechnung mit Hinweis auf diese Pflichtvorgaben zurückweisen.

Kommentar von Harline ,

Ich werde das auf jeden Fall machen, denn wenn ich das so lese, ist die Rechnung keinesfalls kaufmännisch in Ordnung.
Außerdem hab ich nochmal die Satzung des KGV durchgelesen. Da steht nichts dazu, wie die Mitglieder über satzungsänderungen in Kenntnis gesetzt werden müssen.

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