Frage von Dennastian, 64

Was müsste man tun, um in Deutschland den Ritterstand erneut einzuführen?

Denken wir mal "out of the box":

Der Ritterstand- Nicht nur eine Lebenseinstellung, sondern auch ein Symbol für Gerechtigkeit und Gleichgewicht. Er steht für gerechte Taten, seinen eigenen Tod unter der ehrenhaften Lebensaufgabe stellend, es für das gute einzusetzen, wo auch immer solche Taten gebraucht werden.

Laut Wikipedia seit wurden 1919 die Vorzugsrechte des Adels und damit der Ritterstand (so hab ich das verstanden) verabschiedet.

Was müsst man also tun, welche Gesetze erlassen, wie auch immer um den Titel des Ritters erneut in Deutschland einzuführen? Also ähnlich wie in England (und Frankreich?) Natürlich sollen diese nicht bevorzugt behandelt werden, damit das alles nochmal anfängt. Es geht nur um das Sir vor dem Namen und die zeremonielle Stellung, stets versucht Gutes zu tun?

Wenn mir da einer helfen kann, bin ich sehr dankbar :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DaMenzel, 33

Da einige Rechte des Ritterstandes wohl gegen dass Grundgesetz (z.B. - in der Theorie - jeder ist vor dem Gesetz gleich) gerichtet wären, würde gar kein Gesetz erlassen werden können ohne die Verfassung zu ändern.

Wenn es nur um einen öffentlich anerkannten Titel geht ("Sir" gab es bei uns in Deutschland meines Erachtens nicht) dann wäre dies relativ einfach zu handhaben, da es nur eine Berechtigungsgrundlage bräuchte mit der man diesen erwerben kann - ähnlich einem Doktortitel. 

Ich mag jedoch bezweifeln dass der Ritterstand selbst für "Gerechtigkeit und Gleichgewicht" stand. Es gab ja auch "Raubritter" und allein die Tatsache dass jemand durch ein Geburtsrecht gesellschaftlich höher gestellt ist als andere Menschen widerspricht zumindest meinem Empfinden von Gerechtigkeit. Ebenso haben "Ritter" wohl eher selten zu einem gesellschaftlichen Gleichgewicht beigetragen (siehe die vielen kriegerischen Auseinandersetzungen im Mittelalter).

Kommentar von Dennastian ,

Ja das stimmt, doch um Raubritter zu sein, gab es mehrere Möglichkeiten. Entweder dieser eine hat ihn sich selber verabreicht, oder er war ein Ritter und ist in Ungnade gefallen (Exil, zum Gesetzlosen erklärt, etc.) Dass früher die Ritter einem höheren Militärschwerpunkt hatten und ein höheres Ansehen als ein Soldat genossen und bevorzugt waren, ist mir durchaus bekannt. Doch es ging mir um etwas vergleichbares aus England hier in Deutschland in der moderne. So eine Medaille alleine ist mir etwas zu wenig. Das kann man doch schön umkleiden finde ich mit einer Zeremonie oder so. Danke für deine umfangreiche Antwort, den ersten teil wusste ich nicht, sehr lehrreich ich werde nachhaken und weiter recherchieren, danke nochmals! Lg

Antwort
von GanMar, 31

Gibt es doch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden\_der\_Bundesrepublik\_Deutschland

Allerdings ist die Zeremonie eher bescheiden und ein "Sir" gibt es auch nicht dazu. Wobei ich auch den "Sir" nicht brauche - mich redet sowieso fast jeder mit dem Vornamen an, ohne es dabei an Respekt mangeln zu lassen.

Im Grunde sollten wir eigentlich alle Ritter sein und stets versuchen, Gutes zu tun. Leider gelingt es nicht jedem.


Kommentar von Dennastian ,

Das Bundesverdienstkreuz ist mir bekannt, ja. Doch ich finde die Gestik wie der Rittertitel übergeben wird so toll. Kann man da nix machen? So ne Medaile alleine hat weniger Wirkung wie ich finde. Eine Ehrung stelle ich mir besser vor.

Kommentar von GanMar ,

Nun: Ein "wahrer Ritter" ist man nicht aufgrund einer Ehrung, sondern weil man es sein will. Die Taten machen den Ritter, nicht der Ritterschlag.

Antwort
von voayager, 12

In welcher Welt lebst du eigentlich, welches verquaste und archaische Weltbild hast du im Kopp? Ist dier denn nicht klar, dass derlei antiquierte, rückwärtsgerichtete Vorstellungen und Träume haarscharf an der Rwlitätr vorbeigehen. die Rittereien haben längst ausgedient, lediglich die Romantiker waren so närrisch und lehnten sich an diese Zeit an, gleiches galt für die SS, die ebenso für das Rittertum schwärmten. Ritter waren entweder unmittelbare Gefolgsleute des Adels oder selbst niederer Adel und in dieser Eigenschaft Bedränger und Auspresser der Bauern und der Städte, sofern sie von denen abhängig waren. War dies nicht der Fall, wurden etliche Städte von Rittern überfallen und dann bei Sieg tüchtig ausgeplündert.

Als die Zeit desRittertums vorbei war, also zu Beginn der Neuzeit, mutierten sie oftmals zu bloßen Raubrittern.

In der Schweiz wurden sie erstmals von einem Bürgerheer m.W. in Morgarten besiegt.

Während der Kreuzzüge begingen Ritter in Jerusalem ein fürchterliches Blutbad an den Arabern, dessen Erinnerungen bis heute nicht verblasst sind.

Kommentar von Dennastian ,

Du hast meine Frage leider nicht verstanden, schade!

Kommentar von voayager ,

Und du verstehst offeensichtlich nicht, dass es auch indirekte Antworten gibt - schade!

Antwort
von atzef, 15

Schon mal was von Leibeigenschaft und Raubrittertum gehört? Die ideologische Selbstbeweihräucherung einer mittelalterlichen Schmarotzergruppe solltest du nicht unkritisch für bare Münze nehmen. :-)

Niemand muss erst ein "Ritter" werden, um Gutes zu tun. :-)

Kommentar von Dennastian ,

Schon klar, das streite ich auch nicht ab- recht hast du! Allerdings dachte ich mir, wäre es in den zeiten keine so schlechte Idee, eine Tradition ins Leben zu rufen, die Gute Taten belohnt :)

Kommentar von atzef ,

Die haben wir wiederum mit dem Bundesverdienstkreuz.

Antwort
von Maerzkatze, 39

geh doch bitte mit deiner Frage in einer Chatroom

Kommentar von Dennastian ,

Wie meinst du das? Ich denke nicht, dass diese Frage "Fehl am Platz" ist

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