Frage von Soophiiiechen96, 32

Was meinte Luther mit an die Bibel und das Gewissen gebunden zu sein?

Antwort
von newcomer, 26

mal angenommen der Papst bracht finanzielle Mittel um eine Kirche wie den Petersdom zu bauen. Nun ändert er die Aussage in der Bibel dahingehend dass er behauptet dass Sünden vergeben werden wenn der Sünder einen bestimmten Betrag ihm spendet -> Peterspfennig

Dies und andere Fehlauslegungen hat Martin kritisiert und die Bibel noch mal aber korrekt übersetzt

Kommentar von newcomer ,

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Tetzel

Der Ablasshandel

Die

Tetzelsäule

an der Elbe nahe Pirna. Hier soll Tetzel gepredigt haben

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Ablasshandel streng
geregelt, nur bestimmte Sündenstrafen konnten durch Geld und keinesfalls
ohne tätige Reue erlassen werden. Tetzel übertrieb den Umfang des
Ablasses mit seinen Parolen: „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“ oder „Wenn ihr mir euer Geld gibt dann werden eure toten Verwandten auch nicht mehr in der Hölle schmoren sondern in den Himmel kommen"
soll Johann Tetzel in der Art eines Marktschreiers den Ablasshandel
eröffnet haben. In das Hochdeutsche übertragen ist jedoch heutzutage der
Ausruf „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“
der Allgemeinheit geläufiger. Die eine Hälfte der Einnahmen diente dem
Bau des Petersdoms in Rom, während die andere sich der Erzbischof Albrecht von Brandenburg und der jeweilige Ablassprediger teilten. Der Bischof benötigte die Einkünfte, um seine gegenüber den Fuggern
aufgelaufenen Schulden abzuzahlen. Um den Anteil des Bankhauses zu
sichern, begleiteten Vertreter der Fugger Tetzel und zogen bei
Verkaufsaktionen die Tilgungssummen ein. Ein Teil dieser Schulden war
durch Gebühren entstanden, die der Papst dafür verlangte, dass er
Albrecht von den Vorschriften gegen Ämterhäufung dispensiert hatte. Somit konnte Albrecht zusätzlich zu den Bischofssitzen von Magdeburg und Halberstadt den wichtigsten deutschen Erzbischofsstuhl von Mainz, lateinisch Sancta sedes (Moguntia), der mit dem Erzkanzleramt über den deutschen Teil des Reiches verbunden war, erwerben.

Tetzel wirkte zwar im Gebiet des Erzbistums Magdeburg, doch kamen zu
ihm auch die Wittenberger Bürger, um sich, statt durch echte Buße, durch
Geld von ihren Sünden zu befreien. Martin Luther, Beichtvater vieler
Wittenberger, bemerkte dies mit Bitterkeit. Er prangerte den seiner
Meinung nach schändlichen Ablasshandel an, da dieser seine Vorstellung
von einem sündigen Menschen, der sich wegen schlimmer Taten einem Leben
der Demut unterwirft, geradezu verhöhnte. Die 95 Thesen,
die er als Reaktion darauf in Wittenberg veröffentlicht haben soll,
stehen für den Ausdruck einer tiefgreifenden Enttäuschung und gelten als
Auslöser der Reformation. Kurz vor Tetzels Tod schickte Luther ihm
einen Trostbrief.

Tetzel soll seine Ablassbriefe auch in Küblingen in der dortigen Wallfahrtskirche St. Marien verkauft haben. Im nahegelegenen Elm, einem Höhenzug knapp 20 Kilometer östlich von Braunschweig, soll 1518 laut einer Sage unter dem Tetzelstein ein Ablassprediger begraben worden sein.

Antwort
von aicas771, 14

Als Christ ist man an die Bibel gebunden, denn sie ist das Wort des Gottes, an den wir Glauben (Luther: sola scriptura, sola fide, sola gratia. Als Folge aus Römerbrief, Kapitel 3).

Das Wort Gottes wiederum fordert unser Gewissen heraus, weckt es auf und schult es (Psalm 139).

http://home.germany.net/lcars/chords/morgenrt.txt

Auch Paulus sagt bemerkenswertes zur Bindung an das Gewissen (1. Kor. 10). Dabei geht es aber in erster Linie um unsere Freiheit, Rücksicht zu nehmen auf das Gewissen anderer.

Wir sind also als Christen gebunden an die Bibel, denn sie ist das Wort Gottes, die Grundlage unseres Glaubens. Dieses Wort Gottes wiederum erweckt und schult unser eigenes Gewissen und gibt uns dann auch die Freiheit, Rücksicht zu nehmen auf das Gewissen anderer (-> als Teil der Nächstenliebe).

Kommentar von Viktor1 ,
Als Christ ist man an die Bibel gebunden, denn 
sie ist das Wort des Gottes

Wohl kaum. Ein (richtiger) Christ orientiert sich an der Botschaft Jesu (in den Evangelien enthalten), der des "Neuen Bundes", wie er schon bei Jerem.31,31-34 angedacht war.
Wer sich an "Schriften" orientiert ( welche angeblich das Wort Gottes sind) tut dies außerhalb dieses neuen Bundes.
Jesus hat exklusiv für sich allein beansprucht, den Willen seines Vaters zu kennen und zu verkünden. Und dieser ist in dem "Einen Gebot" gesagt, was alles umfaßt.
Gut - da können welche sagen "papperlapapp", wen interessiert's, wir haben ja Luther mit "Sola scriptura".
Doch wenn wir anfangen an Schriften zu glauben kommen wir grausig ins Schleudern wie die unzähligen "Glaubenbekenntnisse" unzähliger "christlicher" Religionsgemeinschaften belegen, welche alle irgendwie "Schriften" und Schrifttexte aus der Bibel präsentieren, als "Gottes Wort".
Wie heißt es so schön bei Jeremia zum "Neuen Bund"

Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein.3
34 Keiner wird mehr den andern belehren,
Und dies bezieht sich auch auf die Schriften der Menschen.
Keiner ist an die Bibel gebunden.

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