Frage von LeDreamer, 66

was meint man mit "Richtiger Stimmsitz" beim singen?

hallo^^ ich singe sehr gerne (belte) und habe dabei ein problem. ich verklemme bei zunehmender höhe irgendwie immer meinen hals, sodass der gesungene ton immer so verklemmt und eng anhört. ich habe so eine ähnliche frage schonmal gestellt und da haben die leute dann geschrieben dass ich einen falschen stimmsitz habe. kann mir jemand erklären was das ist und wie ich verhindern kann, das meine stimme sich so eng anhört? danke schonmal^^

Antwort
von MissMarplesGown, 46

"Die Leute", die Dir bereits vor Wochen von einem ungünstigen Stimmsitz schrieben, schrieben Dir dazu auch, dass hier auf GF und schriftlich KEINE Anleitung zu besserem und gesünderem Singen möglich ist.

Man lernt auch auf einem nassen Waschlappen oder über eine "Anleitungsbroschüre" niemals Schwimmen. Weil Schwimmen eine zutiefst praktische Sache ist. Und richtig Singen lernen ist eine Sache der guten und praktischen, unmittelbaren Anleitung.

Technik muss Dir GEZEIGT, unmittelbar und live VORGEMACHT und bei Dir dann anhand Deiner Übungen direkt KORRIGIERT werden. Erinnerst Du Dich? ;-)

Warum geht das per GF-Erklärung nicht? Dies sollte Dir längst klar sein: Weil niemand bei Deinen Selbstversuchen dabei ist, weil niemand Dich hört, weil niemand Deine Fehler bemerken und sie KORRIGIEREN könnte. Gutes Singen lernt man NICHT per schriftlicher Anleitung und auch nicht über YT-Videos. Weil auch hier jede Korrektur fehlt.

Ein guter Stimmsitz hat mit guter Technik zu tun, beides bedingt einander. Um einen guten Sitz zu haben, muss man Grundtechnik beherrschen. Und ein guter Stimmsitz ist Voraussetzung für die weitere Arbeit an noch mehr und besserer Technik.

Dir wurde nicht nur erklärt, dass ein guter Stimmsitz wichtig ist, sondern auch, dass Du diesen mit einem Gesangspädagogen erarbeitest. Du scheinst das nicht glauben zu wollen?

Dass Du bei höheren Tönen zumachst und das Problem aber nicht überwinden kannst, liegt daran, dass Du Dich an niemanden wendest, der davon wirklich etwas versteht und daran IN DER PRAXIS mit Dir über längere Zeit arbeitet. Du bist ein Chirurg, der nicht einsieht, dass er sich den eigenen Blinddarm nicht allein operieren kann.

Auch wenn Du Deine Fragen zu technischen Anliegen hier in den nächsten Wochen weiterhin stellst, wird die Antwort keine andere sein.

Du solltest auf Leute hören, die Singen im professionellen Gesangsunterricht gelernt haben - und ich meine hier keine Teenager, die seit einigen Monaten einmal pro Woche "singen lernen" und Dir irgendwelche "Tips und "Tricks" vermitteln wollen, weil sie selbst immer noch daran glauben, dass man gutes und gesundes Singen über die Anwendung von Tricks lernt. Singen lernen ist ein Zusammenspiel von geistigen, emotionalen und körperlichen Prozessen - und diese brauchen viel Zeit und Geduld, Aufmerksamkeit und Fleiß - unter vernünftiger und kontinuierlicher Anleitung und Führung, denn dieser Entwicklungsprozess muss begleitet werden. Sonst endet man genau da, wo Du mittlerweile angekommen bist.

Dass Du verkrampft singst, darfst Du als ein Signal auffassen: Dass es nun höchste Zeit ist, Dir fachliche Anleitung zu organisieren. Bevor Du Dir noch mehr Falsches angewöhnst bzw. Deine Stimme Schaden nimmt. Am Dichtmachen, Pressen, Quetschen sind mehrere Komponenten und Aspekte beteiligt, dies muss genau angesehen bzw. angehört und behutsam unter Anleitung aufgelöst und umgelernt werden, sonst wird das nix.Diese Dinge hängen nicht am Verstehen eines "Tricks", und dann klappt es auf einmal, sondern sie sind eine vielschichtige und sensible Sache, bei der auch viel schief gehen kann - gerade auch, wenn man bereits schiebend und quetschend an den Höhen herummurkst.

Du forderst nicht nur immer wieder Antworten zum selben Thema ab, sondern ignorierst auch, was man Dir dazu schreibt. Meine Antwort auf Deine andere, neuere Gesangsfrage darfst Du ruhig einmal zur Kenntnis nehmen, sie ist für Dich formuliert worden. Auch Registerfragen und -Probleme klärst Du mit einem Gesangspädagogen, denn er / sie muss sich anhören und ansehen, was Du da überhaupt machst und wie. Jede andere Antwort wäre hier unprofessionell und unseriös.

Wenn Du wirklich Singen lernen willst und nicht nur herumträumst, solltest Du solche Hinweise ernster nehmen, auch wenn Du sie womöglich nicht hören willst, da sie Dich vor mindestens zwei Probleme stellen. Du scheinst zu denken, dass Du, wenn Du nur hartnäckig genug weiter fragst, auf den User triffst, der Dir Deine erwünschten "schriftlichen Tips" doch noch gibt?

Gesangstechniken sind eine komplexe Sache, sie sind nicht mal eben schriftlich zu vermitteln. Wer meint, das dies nicht nur geht, sondern man nach diesen "Anleitungen" dann auch noch im eigenen Kämmerlein die Sache auf eigene Faust reproduzieren kann, weiß nicht Bescheid.

Du KANNST Dich nicht allein und selbst in Bereichen korrigieren, die Dir ganz offenbar nicht einmal selbst bewusst sind. Es geht nicht nur darum, hier über guten Stimmsitz zu schreiben und worauf es dabei generell ankäme, sondern man muss sich auch darum kümmern, wo bei Dir die Handicaps bestehen, denn es gibt verschiedene Ursachen für die Anspannung. Die liegen bei jedem Menschen anders - und exakt hiermit wird ein Gesangspädagoge umgehen. Probleme, die im Detail unbekannt sind, können nicht behoben werden. Und erst Recht nicht schriftlich und aus der Distanz.


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