Frage von Happiness88, 26

Was meint Ludwig Wittgenstein mit dem emotiven Modus des Sehens- als?

Hierzu hat Wittgenstein an einer Stelle geschrieben:" Es ist, wie wenn eine Vorstellung mit einem Gesichtsausdruck in Berührung käme und für eine Zeit in Berührung bliebe". Stefan Maegers Erläuterung: "Das Bild wird hier im Aspekterleben mit einem Gesicht verglichen, das den Betrachter anblicken kann, das Stimmungen und Gefühlswerte vermittelt und so deutbar ist, wie ein menschliches Gesicht".

Antwort
von berkersheim, 18

Die zentrale Frage ist, was ist ein Emotiver Modus? Es ist ein expressiver Modus, ein gefühlsvermittelnder, gefühlsbetonter Zustand des Sehens als. Hatten wir beim Aspektsehen. "Aspekt­sehen ist ein seman­tisches “Sehen-als”; ich sehe dabei etwas-als-etwas, nämlich die Strichfi­gur als Hasen resp. als Ente. Beide Bedeu­tungen sehe ich nicht “in die Strichfi­gur hinein”" sie springen mich aus der Figur heraus unmittelbar an. Der Vergleich mit dem Gesicht ist gut, weil jedes Gesicht immer einen emotionalen Eindruck auf uns vermittelt, sei es freundlich, sei es zornig, sei es verzweifelt. Schauspieler üben Gesichtsausdrucksweisen, emotive Modi, die dem Zuschauer direkt die intendierte Stimmung übertragen, obwohl sie nur gespielt sind. So vermitteln manche Bilder Stimmungen, die als Schwermut gedeutet werden (das Paar von Karl Hofer) oder als fröhliche Leichtigkeit (z.B. die Sommerbilder der Impressionisten).

Kommentar von Happiness88 ,

Einfach nur perfekt erläutert. Sie haben mir sehr weiter geholfen! 👍🏼👍🏼👍🏼 Superlieben Dank! 

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