Frage von SamsungGalaxy97, 53

Was meint ihr - werden die Medikamente offiziell abgesetzt?

Hallo,

ich habe seit Jahren psychische Probleme, also hatte mich jahrelang leicht geritzt was ich bereue und versucht mich umzubringen was ich auch bereue, da dass Leben einfach zu wertvoll ist um es wegzuschmeißen.

Hatte zwar ein dreiviertel Jahr lang Therapien stationär, aber eben nur so normale, also keine Verhaltenstherapie oder so, sondern eigentlich nur Sport, Musik, Kunst und Beschäftigung und Kochen.

Ich habe mir selber Methoden überlegt wie ich mein Leben meister.

Da es mir eine zeit lang körperlich gar nicht gut ging ( also Übelkeit und es ja nichts bringt, wenn man Frühs die Tabletten nimmt und sich direkt danach übergeben muss ), habe ich die halt schon vorzeitig ganz abgesetzt schleichend.

Hatte keine Entzugserscheinungen. Das sag ich natürlich niemanden.

Klar es gibt Momente da will man seine Ruhe und es geht einem nicht gut, aber mich selbst zu verletzen oder gar versuchen umzubringen, das gibt es bei mir selbst ohne Tabletten nicht mehr und die nehme ich seit fast 4 Monaten nicht mehr.

Es ist eben so, dass es in den letzten Monaten sehr viel Probleme gab, also Trennung, wurde aus einem Praktikum rausgemobbt und eben körperlich ging es mir immer schlechter, Ursache wurde nie gefunden von Ärzten, aber jetzt ist es eigentlich wieder weg.

Dann war ich eine zeit lang unmotiviert zu allem, das hab ich jetzt mit meinen TO DO Listen in den Griff bekommen.

Zudem schreib ich am Ende des Tages auf, wie motiviert ich an diesem tag war, wie es mir ging, wenn ich stolz auf mich bin so viel geschafft zu haben und dass ich mal keine Langweile hatte. So am Ende des Tages mal richtig nachdenken.

Bin wieder ein sehr fröhlicher Mensch, außer eben wenn es mir körperlich schlecht geht und ich wieder ins Krankenhaus muss, was häufig ist, aber ich habe Ärzte die mich verstehen und mich dann auch wieder aufheitern können, da die sich sehr viel zeit nehmen und alles erklären, wenn man mal was wissen möchte. Solche Ärzte sollte es öfter mal geben.

Eigentlich lache ich den ganzen Tag, wenn ich mal traurig bin, dann hält es nur für ein paar Stunden an, also ich liebe mein leben so wie es ist, klar man will Dinge verändern, aber im Grunde ist mein Leben gut so.

Meint ihr können die Tabletten offiziell abgesetzt werden wenn ich mit meinen Problemen klar komme auch jetzt ohne Tabletten?

PS: Sorry für den Roman, aber ich selbst kann das nicht so gut einschätzen alles und es hieß ja eigentlich dass man die bald absetzen kann ab Ende März, wenn es mir gut geht. Will eben mal eure Meinung so wissen :)

Antwort
von BellaBoo, 31

Rede mit deinem Arzt und beschreib die letzten Monate ohne, dann wird er das tun.

Super, das du das so in den Griff bekommen hast. Sei stolz auf dich und genieß es !

Kommentar von SamsungGalaxy97 ,

Ja Gottseidank, so steht einer Ausbildung zur Erzieherin nichts mehr im Weg.

Eins muss ich unbedingt noch ändern: mehr zeit für Freunde investieren, habe da echt, wo es mir gar nicht gut ging, habe ich monatelang keinen Kontakt mehr zu Freunden gehabt, weder per Handy noch so treffen. Ab jetzt wird wieder mehr mit Freunden unternommen, die sind auch froh darüber, aber jetzt weiß ich wenigstens dass es echte Freunde sind, wenn die so viel Geduld mit mir hatten.

Kommentar von BellaBoo ,

Und das wirst du auch schaffen.

Du bist stärker als du dir selbst zugetraut hast !

Ich kenne das, ich hatte danach nur noch wenige Freunde, aber die halten jetzt seit Jahren (mist, ich bin alt, zum Teil sind es schon Jahrzehnte, oh gott ;-) ) zu mir. Wenige gute Freunde sind wichtiger als hundert Bekannte.

Kommentar von SamsungGalaxy97 ,

Ja, wenn ich die Stelle bekomm, da sich so viel beworben haben und die nur 48 Schüler aufnehmen können, bin schon gespannt auf Anfang April ob eine Zusage kommt oder eine Absage, aber ich bin zuversichtlich, denn das kann man ja mit Hauptschulabschluss lernen und ich habe mittlere Reife und meine beste Freundin wurde auch angenommen mit einem Hauptschulabschluss von 3,0, zudem ist meine Bewerbung und mein Lebenslauf sehr überzeugend, da ich auch die Hobbys aufschrieb und ich bin ein sehr kreativer Mensch.

Ich hab eigentlich nur 4 Freunde, eine seit der 1. Klasse, eine andere seit der 5. Klasse, eine noch andere seit der 10. Klasse und einen anderen seit 1-2 Jahren.

Wenn ich meine Zeichnungen so anschaue, sind die schon um einiges fröhlicher geworden, auch wenn ich als letztes Spiderman gemalt habe in 3D xD

Vor allem finde ich es gut dass ich am Ende des Tages aufschreib wie es mir ging und wenn es mal Probleme gibt, wird nachgedacht wie ich das lösen kann.

Z.b. heute hab ich aufgeschrieben, jetzt nur in Stichpunkte da es ein langer text ist xD :

Sehr motiviert, stolz auf mich selber, nicht schlimm wenn ich eine Aufgabe nicht geschafft habe meiner TO DO Liste, da die eh unwichtig war xD, Stimmung sehr gut, tag hat mir gut gefallen und hatte keine Langweile.

Antwort
von Cakusso, 28

Also nach vier Monaten sollten Antidepressiva die nicht eingenommen werden , keine Wirkung im Körper mehr haben. Freu dich ! Du kannst das Leben wieder in vollen Zügen genießen.

Kommentar von SamsungGalaxy97 ,

Ich würde mich niemals mehr ritzen wollen, da es totaler Schwachsinn ist, aber naja hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer und grad in der Pubertät hört man nicht auf Erwachsene, gottseidank sieht man das kaum noch. Seitdem es mir besser geht, kann ich auch endlich wieder schlafen, wenn auch zu unregelmäßigen Zeiten, aber ich kann immer einschlafen wenn ich will und immer aufwachen wenn ich will per Wecker. Konnte eine zeit lang gar nicht schlafen wegen den Tabletten, die haben mich wachgehalten.

Ich wurde sogar einmal so zu gepumpt mit Beruhigungsmittel, ich kann mich daran nicht mehr wirklich erinnern an diese eine Woche und laufen konnte ich danach auch nicht mehr gerade, habe da echt 24 Stunden am Tag geschlafen, da mir diese Tabletten in der Kinder und Jugend Psychiatrie einfach in den Mund gesteckt worden sind und mir dann auch der Mund zugehalten wurde, damit ich das ja nicht ausspucken konnte.  War echt Horror, habe da 1 Woche nichts zu essen bekommen.

Naja jetzt mag ich mein Leben so wie es ist, außer eben manche Dinge, die man aber ganz einfach ändern kann wie z.b. jetzt die Figur oder die Sportlichkeit, da arbeite ich derzeit dran.

Kommentar von Cakusso ,

Wenn ich jemanden mit Erfahrung dieses "Ritzphänomens"  schon antreffe, darf ich dich Fragen ... was deine Motivation war dich selber zu ritzen ? Wieso fügt man sich "kleinen" _körperlichen_ Schaden zu ? Diese wird abheilen, nur Narben hinterlassen. Aber warum benimmt man sich nicht wie jeder andere und geht raus an einen Parkplatz , zündet sich eine Zigarette und weint ?

Kommentar von SamsungGalaxy97 ,

Naja irgendwie liegt es ja an der Krankheit ( Borderline ), die hat einfach am Anfang die Kontrolle, man kann nicht anders, man kann seine Gedanken nicht mehr steuern und die Krankheit will, dass man sich selber schadet, weil man in nichts mehr einen Sinn sieht und das über Jahre hinweg.

Aber irgendwie denkt man dann doch, lieber nicht zu tief, sondern oberflächlich, sodass man es danach eben nicht so sehr sieht, also vom weiten sieht man wirklich gar nichts, nur bei sehr genauem hinschauen.

Man kann sich einfach nicht mehr kontrollieren und ist gezwungen auf diese sehr böse Krankheit zu hören.

Man reagiert halt stärker auf Probleme die eigentlich nicht so groß sind, die eben für gesunde Menschen kein Problem darstellen.

Ich denke das alles kam eigentlich von ganz anderen Problemen, hatte früher kaum Freunde, war sehr stark übergewichtig als Kind, wurde immer nur ausgegrenzt weil ich mich mit  jemanden angefreundet hatte, die halt jeder seit Kindergarten gehasst hat, nur ich nicht, war halt ewig Außenseiter, bis ich wirklich abgenommen hatte und Streit mit dieser Person hatte für 1 Jahr lang, da war ich dann wirklich beliebt irgendwie, aber das hörte auch wieder auf.

Dann wurde ich eben auch chronisch körperlich krank, mich hat man damals echt 2 Wochen lang glauben lassen, dass ich in weniger als 3 Monaten sterbe. Bis sich der verdacht doch nicht bestätigt hat, gottseidank, ab da an hat das leben wirklich keinen Sinn mehr gemacht damals und mir war alles egal, ritzen war halt auch eine Art Ablenkung von all diesen Problemen, wenn man krank ist, fühlt man sich eben danach befreit für ein paar Minuten, Schmerz spürte man da eh nicht mehr bei diesen Gedanken.

Hoffe ich konnte es dir ein wenig erklären wie ich gefühlt habe, denn das ist von Person zu Person denke ich mal sehr unterschiedlich.

Kommentar von Cakusso ,

Vielen Dank für deine ehrliche Antwort. Du hast mir ein bisschen die Augen geöffnet, um zu wissen wie diese "Borderliner" denken.

Kommentar von SamsungGalaxy97 ,

Kein Problem, hoffe es waren nicht allzu viele Schreibfehler drin xD

Man muss sich einfach Methoden suchen, die einen selber helfen, die man echt immer bei Problemen anwenden kann, dann klappt das schon. Man darf sich nie aufgeben und auch nie sein leben aufgeben, da es sehr wertvoll ist, man hat nämlich nur ein einziges Leben, leider, ich könnte so für IMMER weiterleben, leider geht das noch nicht.

Kommentar von Cakusso ,

Ich bin nicht jemand, der dir jetzt kurz sagt : " das wird schon". Beweis dich durch das Leben , wie jeder anderer deiner 7 Milliarden Mitmenschen !

Antwort
von Marigoldi, 7

Offiziell mag es kein Arzt wen man die Tabletten eigenmächtig absetzt. Ich habe meine Psychopharmaka auch so nach und nach ausgeschlichen und dem Arzt immer wieder gesagt was meine momentane Dosis ist. Die meisten Ärzte tolerieren das.

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