Frage von bangbang1234, 33

Was meint Goethe mit dem Satz Was das Luthertum war, ist jetzt das Franztum in diesen Letzten Tagen, es drängt ruhige Bildung zurück?

Antwort
von atzef, 33

Goethe hat im Hinterkopf, dass alle Revolutionen Kulturverfall bedeuten und analogisiert in dieser Hinnsicht die Reformation mit der Französischen Revolution.

Auslöser dürfte wohl die Phase des Terreurs gewesen sein, den die Gegner der Französischen Revolution weidlich ausnutzten, was zu einem drastischen Rückgang an Sympathie in der deutschen Bevölkerung gegenüber der Franz.Rev. führte.


Kommentar von bangbang1234 ,

was bedeutet aber das ruhige Bildung zurück drängt?

Kommentar von atzef ,

Die FR stellt ja eine epochale Zäsur dar: Formale Gleichheit aller Menschen gab es in der feudalen Ständegesellschaft nicht, sondern wurde ins Jenseits verschoben, wo sie erst im Angesicht des Todes vor Gott verwirklicht wurde...

Die FR holt nun diese formale Gleichheit aus dem jenseits zurück und befördert sie ins Diesseits. Gott ersetzt sie dabei durch das Gesetz.

Damit eiher geht natürlich auch eine "hektische" Um-Bildung, die bisherige Gewissheiten ablöst und ersetzt.

"Ruhige Bildung" ist hier also ein Synonym für "Althergebrachtes", für Status Quo, für Tradition. Das alles ist bekannt, damit kennt man sich aus, das kann man "ruhig" händeln... Und jetzt kommt aber diese ganze umstürzlerische Modernität...Oh GottohGott...:-)

Antwort
von HansH41, 15

Im Gegensatz zu atzef glaube ich nicht, dass Goethe negativ gegenüber Luthers Reformation und der Französischen Revolution eingestellt war.

Er meint wohl eher, dass beides Unruhe brachte. Das bedauert er, ist aber nicht zu ändern.

Antwort
von HansH41, 21

Goethe hatte ein negatives Bild von den Franzosen. Im "Faust" lässt er diesen sprechen:

"Kein echter deutscher Mann mag einen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern."


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