Frage von nationalsozial, 134

Was machten Menschen vor 2000 Jahren in Deutschland, wenn sie im Dorf aufs Klo mussten?

Antwort
von Andrastor, 45

Sie haben irgendwo hin gemacht.

Früher war das Exkrementieren nichts verruchtes oder gesellschaftlich ungehöriges. Die Römer hatten öffentliche Toiletten, wo man nebeneinander (ohne Trennwand) sein Geschäft verrichtete und die meisten anderen Völker kannten weder Latrinen noch Toiletten.

Es wurde einfach dort das Geschäft verrichtet wo man sich gerade befand. Neben dem Haus, mitten auf dem Feld, im Wald, egal wer zugeschaut hat. Es war so natürlich wie Essen und Atmen.

Das setzte sich teilweise bis ins Mittelalter durch. Noch zu Zeiten der Habsburger und des Sonnenkönigs Ludwig des 14. War es alltäglich sogar inmitten eines Flures im Palast an die Wand zu pinkeln oder auf die Straße zu kacken.

Erst als man herausfand das man die Pest mit Hygiene bekämpfen konnte, fand ein Umdenken statt und das öffentliche Geschäft geriet in Verruf.

Kommentar von Jerne79 ,

Da hast du aber ein bißchen was falsch aufgeschnappt...

Die Zustände bei Ludwig dem 14. sind alles andere als repräsentativ.

Im Mittelalter kennt man durchaus Latrinen, vor allem aber kennt man Nachttöpfe, es war keineswegs üblich, sein Geschäft auf der Straße zu verrichten.

Erst als man herausfand das man die Pest mit Hygiene bekämpfen konnte,
fand ein Umdenken statt und das öffentliche Geschäft geriet in Verruf.

Da kommen dir die Zusammenhänge aus, schon weil die meisten, die die richtigen Denkansätze für die Ursachen der Pest hatten, nicht ernstgenommen wurden. Es ist auch bis heute nicht klar, warum die großen Pestepidemien des Mittelalters zum Erliegen kamen. Im Übrigen war die Körperhygiene im Mittelalter deutlich besser als in der frühen Neuzeit, als man aus Angst vor Seuchen Badhäuser schloss bzw. sich deren Funktion deutlich zu medizinischen Zwecken hin veränderte.

Antwort
von MarkusKapunkt, 42

Man darf nicht vergessen, dass menschliche Exkremente in jener Zeit noch wervolle Rohstoffe waren - sowohl bei Römern und Germanen. Kot wurde zum Beispiel als Dünger verwendet, Urin konnte man zu Reinigungsmittel verarbeiten oder man brauchte es zum Gerben von Leder oder auch zum Herstellen von Farbstoffen. Es gab sogar Menschen, die mit Urin handelten oder ein Geschäft betrieben! 

Man verwendete natürlich nicht alle Ausscheidungen, die anfielen, für solche Zwecke (bevor hier wieder irgendwelche Besserwisser alles was ich schreibe mit ihren selbstdarstellerischen Konmentaren zerreißen). Die Römer hatten bereits in den Städten (auch auf deutschem Boden, wie Köln oder Trier) öffentliche Toiletten und ausgeklügelte Abwassersysteme installiert. Bei den Germanen gab es diese allerdings nicht, da verrichtete man sein Geschäft wohl eher einfach dort, wo es niemanden störte. Allerdings wurde damals weitaus weniger intimer mit dem Umstand umgegangen, dass die Natur auch einmal ihr Recht verlangt.

Antwort
von Jerne79, 22

Letztlich kann man bei diesem Thema nur spekulieren. Aus archäologischer Sicht wüsste ich keinen Beleg für latrinenähnliche Einrichtungen in vorgeschichtlicher Zeit. Gruben dienten v.a. der Vorratshaltung, Hinweise auf Exkremente in Abfallgruben wären mir unbekannt. Falls da ein Kollege mehr weiß, fände ich das aber hochinteressant!

Es ist also eher davon auszugehen, dass man sich seiner Notdurft obertägig entledigt hat. Als Nachttöpfe dienende Gefäße fehlen (diese lassen sich sehr leicht am Urinstein identifizieren) im Fundbild. Denkbar wäre die Verwendung von Holzgefäßen, die nur in Ausnahmesituationen erhalten bleiben oder eben schlicht die Entsorgung ohne Zwischenbehältnis.

Hier über vorhandene oder nicht vorhandene Schamgefühle zu spekulieren ist müßig in Anbetracht von Kulturen ohne eigene Schriftquellen und des zeitlichen Abstandes zu besser dokumentierten Gedankenwelten.

Denkbar wäre durchaus eine weitergehende Nutzung der meschlichen Ausscheidungen, aber auch hier fehlt es uns an Belegen.

Antwort
von Achwasweissich, 58

das Herzhausen besuchen bzw. das entsprechende stille Örtchen.

Fast jeder hatte wohl eine Miste hinterm Haus und zu vermutlich jeder Zeit hat man irgendwo ein möglichst tiefes Loch gegraben und...aufgefüllt. Zwischendurch sicher auch mal mit Sand, Erde, Kalk oder Ähnlichem bedeckt um den Geruch abzumildern und wenns voll war wo anders ein neues Loch gegraben und das Häuschen wieder darüber gerückt.

Kommentar von nationalsozial ,

und wenn die menschen im wald leben?

Kommentar von Achwasweissich ,

dann haben sie halt da ein Loch gegraben...vor 2000 Jahren waren die Menschen gar nicht so anders als heute, nur halt weniger gebildet und ohne moderne Technik ;)

Davon abgesehen haben nur eher spezielle Gruppen (Köhler, Schweinehiren, Gesetzlose...) im Wald gelebt, "anständige" Leute wohnten im Dorf oder Weiler und in den wenigen, kleinen Städten. Der Wald bietet einfach eine mieserable Lebensgrundlage für Menschen die es gewohnt sind vor allem von Brot zu leben.

Kommentar von Jerne79 ,

Dir ist schon klar, dass du da in erster Linie mittelalterliche Verhältnisse beschreibst, während hier nach der Zeitenwende gefragt wird, oder?

Kommentar von Achwasweissich ,

Wie anders mag es da schon gewesen sein?^^ Die Viehhaltung war bekannt und verbreitet, Ackerbau ebenfalls. Die Wälder waren vermutlich kaum nahrhafter und sicher hat auch unser lieber Vorfahr lieber beim Kacken ein Dach überm Kopf gehabt wenns grad regnet ;) Wenn ich könnte würd ich Mäuschen spielen, geht aber nicht und deshalb ist fast nichts über die Epoche bekannt was abseits vor sich ging...und hier war nicht unbedingt der nabel der Welt. Eher das Gegenteil.

Kommentar von Jerne79 ,

Davon abgesehen haben nur eher spezielle Gruppen (Köhler, Schweinehiren,
Gesetzlose...) im Wald gelebt, "anständige" Leute wohnten im Dorf oder
Weiler und in den wenigen, kleinen Städten. Der Wald bietet einfach eine
mieserable Lebensgrundlage für Menschen die es gewohnt sind vor allem
von Brot zu leben.

Dieser Abschnitt hat überhaupt keine Grundlage, insbesondere was das Leben spezieller sozialer Gruppen im Wald betrifft. Du bemühst mittelalterliche Zustände und Klischees für einen Zeitabschnitt, der von der stabilen Quellenlage im Mittelalter weiter weg ist als wir heute.

Wir haben um die Zeitenwende zwar schon eine gewisse Arbeitsteilung, aber wie weit die geht, ist fraglich. Von "anständigen Leuten" und Gesetzlosen zu reden, schießt noch mehr über das Ziel hinaus. Um die von dir aufgezählten Arbeiten im Wald zu verrichten, ist es auch nicht zwingend nötig, IM Wald zu leben.

Der Wald war im Übrigen ein wichtiger Faktor in vorgeschichtlicher Zeit, v.a. weil Laubfütterung in der Viehhaltung einen großen Anteil hatte.

Antwort
von Spectral03, 55

Damals entledigte sich ganz Europa in Löcher oder in Eimer.

Löcher wurden zugeschüttet, Eimer in den Fluss geleert.

Antwort
von DonkeyDerby, 58

Nun, damals gab es sicher genügend Misthaufen. Schließlich betrieben auch die alten Germanen schon Viehzucht.

Antwort
von JBEZorg, 8

Donnerbalken donnern lassen.

Antwort
von Ruenbezahl, 19

Im Dorf hat man Gruben gehabt, in die auch Abfall geworfen wurde, eine interessante Informationsquelle für Archäologen. In den Städtern gab es schon Kanalisation.

Antwort
von alexxxflash, 55

Naja donnerbalken würde ich sagen

Antwort
von martinzuhause, 43

da gab es deutschland noch nicht

Kommentar von MarcelBerling ,

Ja auf deutschem Boden

Kommentar von martinzuhause ,

genau. auf den jetzt deutschen boden

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