Frage von Jegor, 29

Was macht manche Linux-Distributionen zu Serverdistros?

Es eignen sich ja Ubuntu, Debian und manch andere hervorragend als Server Distributionen, aber warum ?

Was haben diese welche andere nicht haben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Linuxhase, Community-Experte für PC, 17

Hallo

Was macht manche Linux-Distributionen zu Serverdistros?

Es sind die Dienste die vorinstalliert und oft auch vorkonfiguriert sind.

Ein Server bietet mindestens einem anderen Clienten seine Dienste (web, ftp, ssh, samba, cloud, VoIP, mail, uvm.)

Was haben diese welche andere nicht haben.

Die vorinstallierten und (mehr oder weniger klug) vorkonfigurierten Programme

Dass erspart dem Benutzer das selbstständige heraussuchen der benötigten Programme nebst Abhängigkeiten und optionalen Erweiterungen, deren Konfiguration von Grund auf für die gängigen Szenarien, nebst öffnen benötigter Ports in der Firewall und schießen von Ports die für die anzubietenden Dienste belanglos sind.

So wie ein LKW für den Transport von größerer Ladung bzw. größeren Mengen an Ladung nebst passenden Hebevorrichtungen und Ladungsicherungs-hilfmitteln, Zurrpunkten für verschiedene Arten von Ladung ect. ausgelegt ist, hat ein Bus dagegen eine ganz andere Zielsetzung.

Linuxhase

Kommentar von Jegor ,

Weißt du zufällig wie es bei Ubuntu Server LTS aussieht ? Dort bekommt man ja nur die Shell ohne GUI.

Was ist dann dort so besonders ?

Kommentar von Linuxhase ,

@Jegor

Weißt du zufällig wie es bei Ubuntu Server LTS aussieht ? Dort bekommt man ja nur die Shell ohne GUI.

Das ist auch gut und richtig so, denn ein Server braucht keine grafische Oberfläche, keinen Monitor und keine Eingabegeräte! Außer zur ersten Installation des Systems, der Rest wird über ssh von einem ssh-Client aus getätigt.

Bei Linux kann man alle (nativen) Programme auch immer über die Shell steuern! Das gilt sogar für Video- & Bildbearbeitung (auch wenn es in dem Fall nicht immer sinnvoll erscheint)

Was ist dann dort so besonders ?

Wer sagt denn das es besonders sein soll, das Ubuntu?

Ich persönlich verabscheue Ubuntu und würde es niemals produktiv einsetzen, schon gar nicht als Server-Betriebssystem.

Linuxhase

Antwort
von DerMichl, 16

Was für einen Server wichtig ist ist insbesondere
Stabilität. Daher wird z.B. debian stable eher auf Servern verwendet,
als debian unsatble. stable hat ältere Pakete ohne die neusten Features,
die aber dafür alt eingesessen und erprobt sind.

Arch linux zum Beispiel ist immer auf dem neusten Stand, dafür können Updates mal was futsch machen.
Da ein Server lange auf einem Betriebssystem läuft wird man auch eher ein BS nehmen, das lange Updates erhält, wie die Ubuntu LTS (5 Jahre),
anstelle von den normalen, die nur 2 Jahre unterstützt werden.

Auch wichtig ist der support, den man bekommt. RHEL, oder Canonical bieten professionellen Service für Unternehmen.

Die Werkzeuge, die mitgeliefert werden sind auch für die Anwendung wichtig.
Viele Server werden nur über SSH angesprochen, brauchen daher z.B. keine gute, für Endnutzer konfigurierte, Desktopumgebung. Da kann man sich die Ressourcen sparen.

Distros mit speziellen Anwendungen sind wenig für Server geeignet. Z.B. gparted basiert auf debian und ist dafür da auf einer live-DVD zu laufen um Festplatten zu partitionieren/Daten zu retten, etc. Das kann man eher nicht als Server verwenden.

Antwort
von barnim, 5

Was haben diese welche andere nicht haben.

In der Regel drei Dinge, die andere Distros nicht haben:

  • Support Subscriptions (eine entsprechend grosse Firma steht hinter der Distro)
  • Hardware- und teilweise auch Software-Zertifizierungen
  • LTS (Long Time Service/Support) Releases

Fuer Firmen ist es wichtig, dass z.B. ein Ubuntu 14.04. nicht nach einem Jahr auf ein neues Release aktualisiert werden muss, weil sonst keine Security Patches mehr kommen koennten; dass man jemanden anrufen kann wenn der Schuh drueckt und das irgendwo auf einem Papier steht, dass Netzwerk-Karte ABC mit Distro XYZ 100% funktioniert.

cheers | barnim

Antwort
von LeonardM, 7

Nur die programme die nötig sind laufen schon nach installation ohne tolle extras zb ne oberfläche oder andere unnötige dienste. Die clientversionen sind eigentlicj erst später gekommen. Linux wurde afaik eigentlich für serverbedarf entwickelt


Expertenantwort
von guenterhalt, Community-Experte für Computer & Linux, 12

einfach dadurch, dass man alles, was für ein Desktop-System notwendig ist, entfernt.
Ein Server benötigt keine Grafik, keinen Sound, keine CD- oder DVD- Laufwerke und viele andere Software-Teile nicht.
Hier liegt im richtigen Weglassen das Geheimnis.
Warum du aber gerade Ubuntu nennst, das nicht mal einen root als Standard-Administrator  hat, verstehe ich nicht.

Kommentar von flaglich ,

hallo Günter

es gibt ein ubuntu server standard ohne grafischen Desktop, das drück ich meinen Schülern in die Hand wenn sie behaupten mit Ubuntu wär das alles einfacher. Die meisten sind dann geheilt.

Ob es das auch in einer zertifizierten Version gibt wie RedHat oder SLES weiß ich nicht.

Antwort
von flaglich, 7

Es gibt Server-Distributionen, die haben was das andere nicht haben: Red Hat Enterprise Linux und SuSE Linux Enterprise Server (und vielleicht noch andere die ich nicht kenne). Die sind für verschiedene unternehmenskritische Anwendungen zertifiziert.
Das Unternehmen muss einen Wartungsvertrag dafür abschließen. 

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