Frage von EminemVEVO,

Was macht man so als Philosoph?

Ich kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass es Leute gibt, die das sozusagen hauptberuflich machen... in Foren schreiben die auch immer nur irgendein (für mich scheinbar) wirres Zeug mit Fachbegriffen, als wären sie IT-Nerds und dazu diese geschwollene Ausdrucksweise...

Was macht denn ein philosophischer Anthropologe? Der denkt über das Wesen Mensch nach... macht das nicht irgendwie jeder Mensch von Natur aus?

Kann mir vllt. jemand diesen "Beruf" näher bringen? Denn nur um die ganzen Fachbegriffe zu kennen, finde ich das ein bisschen mau, das zu studieren oder sonstwas, ernsthafte Überlegungen bzgl. dieser Ausübung betreffend....

Hilfreichste Antwort von DeutscherIdiot,
12 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Entweder, du schlägst eine akademische Laufbahn ein: Hier verfasst du Abhandlungen und Artikel in Fachzeitschriften, hältst Vorlesungen und bemühst dich, einen Lehrstuhl zu bekommen.

Oder du schreibst Bücher: Dann schreibst du einfach Bücher zu philosophischen Themen, möglichst solche, die sich auch verkaufen, d.h. einfach sind.

Wenn du als Philosoph einen gewissen Status hast, kannst du außerdem noch öffentlicher Intellektueller werden: Du nimmst beziehst dann Stellung zu aktuellen Themen.

Natürlichst solltest du dir auch ein Fachgebiet suchen. Philosophische Anthropologie eignet sich da nicht so gut, da sie eigentlich nicht mehr betrieben wird.

Kommentar von EminemVEVO,
Philosophische Anthropologie eignet sich da nicht so gut, da sie eigentlich nicht mehr betrieben wird.

Oh, interessant - warum nicht mehr?

Wenn du als Philosoph einen gewissen Status hast, kannst du außerdem noch öffentlicher Intellektueller werden: Du nimmst beziehst dann Stellung zu aktuellen Themen.

Naja, Precht fand ich eher peinlich bei Lanz...

Kommentar von lifefree,

Bei Lanz peinlich rüberzukommen, das kann passieren, vielleicht hast Du auch nicht verstanden, worum es ging, schliesslich fragst Du hier nach , was ein Philosoph macht. Nicht jeder Philospoph wird von Lanz eingeladen. man muss schon was zu sagen haben und irgendwie Erfolg haben, wie z.B. Precht mit seinen Büchern.

Kommentar von EminemVEVO,

Ich hatte einfach den Eindruck, dass dieser "erfolgreiche" Philosoph Precht nichts zu sagen hatte - ein Plappermaul.... vielleicht ist er auch bloß ein schlechter Repräsentant dieses Berufsbild oder er hatte halt einen schlechten Tag.. ;-)

Antwort von geschoepf,
9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Im schlimmsten Fall wird man gaga und schneidet sich ein Ohr ab oder begeht Suizid.

Kommentar von Antidevil95,

Das ist dann der Wahnsinnige, der ein Genie sein will xD

Kommentar von GentleMonk,

Oder man wird anarchistischer Shaolinhartzer. :-)

Man kann aber auch zu der wahnwitzigen Idee/Philosophie gelangen,
dass die Menschheit außerirdischer biologischer Nonsens ist. ^^

Kommentar von abibremer,

der "mit dem ohr abschneiden" war NICHT philosoph, sondern maler!!! (van gogh)

Kommentar von geschoepf,

Na, einer hat´s gemerkt. Aber viel nachgedacht (philosophiert) hat der Arme, was letztendlich zu dieser Tat führte.

Antwort von Antidevil95,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Philosophie kann immer unterschiedlich sein und doch das Gleiche. Die Einstellung, die Ideale und das ganz entscheidende Kriterium: Die Denkweise.

Man weiß, was man weiß, was man nicht weiß, was man wissen will, was man anstrebt.

Allerdings hinterfragt man auch Dinge anders.

So sehe ich z. B. im Sterben in gewisser Hinsicht das Leben, aber auch in jedem Lebewesen das Sterben. Sehe den Kreislauf als Gesamtheit der Dinge.

Philosophie ist immer verschieden von Individuum zu Individuum, denn jeder philosophiert anders daher und man muss sich vor allem eines bewusst sein. Wie man über seine Philosophie philosophiert.

Kommentar von EminemVEVO,

Die Frage ist aber nicht, was Philosophie ist, sondern was ein Philosoph macht... ;-)

Kommentar von Antidevil95,
Die Frage ist aber nicht, was Philosophie ist, sondern was ein Philosoph macht... ;-)

Sobald du meinen Blickwinkel zu 100% verstehst (in der Antwort), wirst du es wissen ^^

Kommentar von EminemVEVO,

Achso, ich dachte, hinter dem Beruf steckt mehr... ;-)

Kommentar von Antidevil95,

Tut es auch - aber es gibt für mein Empfinden zwei Arten von Philosophie - ich habe mich für die zweite Art entschieden.

Kommentar von EminemVEVO,

Was sind jetzt nochmal die zwei Arten, deiner Meinung nach?

Kommentar von Antidevil95,

Einfach gesagt: Das eine ist deine Lebenseinstellung - das andere ist ein Beruf.

Ich bin nicht von Beruf philosophisch - hinterfrage aber verdammt gerne irgendwelche Dinge.

Antwort von Suboptimierer,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Im Prinzip denken viele Menschen über das Wesen Mensch nach.

(Philosophen gehen meistens davon aus, dass jeder Mensch sich damit beschäftigt, dass jeder Mensch vernunftbegabt ist, dass jeder Mensch nach Glück strebt usw. Das ist so, wie das jeder Jurist davon ausgeht, dass die Menschen die Gesetze kennen, jeder Arzt, dass die Menschen den Aufbau des Körpers kennen und jeder Mathematiker, dass die Menschen wenigstens rechnen können.)

Jemand, der Philosophie betreibt, versucht sich auf diese Fragen, zu denen jeder irgendwie eine Meinung hat, systematisch zu nähern, von mehreren Seiten zu beleuchten und mit Ergebnissen anderer Philosophen zu vergleichen. Fachausdrücke sind dafür da, dass man in seinem Fach überall verstanden werden kann und nicht jedes Wort erklären muss oder die Grundlagen von dem erklären muss, was man meint. Das ist aber nichts Philosophentypisches. Wie du selber schon gemerkt hast, haben Informatiker auch ihre eigene "Sprache", genauso wie Mediziner, Juristen, BWLer oder Ingenieure.

Leider ist der praktische Nutzen sehr begrenzt. Wenn man nicht gerade Buchautor werden will, in ethischen Gremien mitwirken will oder lehren will, wird es dünn. Dann kann man es noch wie zum Beispiel Rach machen: von der Mathematik und Philosophie zum Koch: perfekte Voraussetzung

Kommentar von EminemVEVO,

klingt schon irgendwo traurig (bezogen auf den praxisnutzen).... ist es also jedem philosophen eine herzensangelegenheit, der ausübung ihres berufs nachzugehen?

Kommentar von Suboptimierer,

Philosophie hat schon einen Praxisbezug, aber eben keinen "Nutzen". Philosophie lässt sich schwer zu Geld machen.

Viele Philosophen eignen sich Wissen auf mehreren Standbeinen an. Die Namen Descartes, Leibniz, Mill, usw. findet man auch in der Mathematik. Aristoteles, Platon usw. waren auch Naturforscher.

Wenn Philosophie Möglichkeiten und Grenzen und Fragen versucht aufzuzeigen, so muss der Philosoph wenigstens annähernd wissen, wie weit man heute ist.
Besonders deutlich wird das in jüngster Zeit bei der Hirnforschung.

Antwort von Sonnenwaage,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Philosophie ist an sich nicht Wissenschaft, sondern Idealwissenschaft mit der sophia, der Wahrheit und Weisheit, als Zweck. Darum heißt sie eben auch Philosophie, "Liebe zur Weisheit".

Bei Aristoteles entstanden sämtliche Wissenschaften auf der Grundlage der Philosophie.

Die Philosophie ist allerdings nicht nur Wissenschaft, sondern vor allem auch Lebensweise. Darin besteht der praktische Nutzen:

  • Zu wissen, was ich weiß.

  • Zu wissen, was ich will.

  • Zu wissen, was ich tue.

Daraus ergibt sich das Wissen darüber, was ich bin. Und genau damit beschäftigt sich auch die Philosophie als Wissenschaft, mit der folgenden Fragestellung:

"Was ist der Mensch?" - Immanuel Kant

Wissen bedeutet Macht. Zu wissen, wer ich bin, bringt die Macht über mich. Und die Selbstbeherrschung wiederum ist Grundlage aller Tugend, allen Glücks.

Antwort von Velbert2,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Bücher und Fachartikel schreiben. Auftritte in Cafés und anderen kleineren Locations. Es ist besonders von Vorteil, wenn man öffentlichkeitswirksam Thesen seiner bekannteren Kollegen in Zweifel zieht.

Kommentar von EminemVEVO,

der letzte satz klingt wort gesucht ← sarkastisch wäre doch, wenn man den text nicht wortwörtlich lesen dürfte, ohne von der aussage abzuweichen, oder nicht?

Kommentar von Velbert2,

Den Kommentar verstehe ich nicht.

Kommentar von EminemVEVO,

Deine Antwort wirkt halt, es wäre da eine Kritik an Philosophen versteckt.... aber deine Antwort sarkastisch zu nennen, trifft es nicht wirklich, oder?

Kommentar von Velbert2,

Ich würde eher sagen realistisch.

Kommentar von EminemVEVO,

Ist ja meistens das gleiche wie (wort gefunden:) zynisch. ;-)

Antwort von OldHolborn,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

...als Philosoph schreibt man einige Bücher und hofft dadurch etwas Geld zu verdienen. Ansonsten bestreitet er seinen Lebensunterhalt mit Taxi fahren oder in einem Call-Center.

Kommentar von tenebre,

...oder wird Bürgermeister einer norditalienischen Touristenstadt und wirft, wenn man zuwenig über die Bürger philosophiert hat, seinen Schreibtischsessel durch das Bürgermeisterzimmer, dankt eines Tages ab und das mit den Worten: L.M.A.A., ihr Idioten.

lG

Antwort von josef050153,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Man klopft weise Sprüche und redet mit den anderen darüber. Der Vorteil als Philosoph ist, dass man den größten Stuss für Wahrheit ausgeben kann - z.B. Marxismus.

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