Frage von pysty, 86

Was macht man nach dem Krankengeldbezug am besten?

Moin.

  • mein Krankengeld läuft am 19.05.2016 aus. Bereits von der KK mitgeteilt.

Zum Glück hat das Auszahlen des KG bisher immer reibungslos geklappt ( um hier auch mal was Positives über die Krankenkassen zu berichten )!

  • ich bin auch weiterhin krank, und das wird auch so bleiben ( Krebserkrankung ).

  • jetzt habe ich gehört, dass mich mein Arbeitgeber betriebsbedingt zum 30.04.2016 kündigt, und ich gehe auch davon aus, dass es stimmt.

  • die Kündigung geht mir in den nächsten 2 Wochen zu ( alles termingerecht ),

Nach Erhalt der Kündigung gehe ich sofort zum Arbeitsamt, das ist klar. Aber was beantrage ich dort?

  • wonach berechnet sich das Arbeitslosen- Geld, das ich von der Agentur für Arbeit erhalte?

  • was kommt von Seiten der Agentur noch auf mich zu ( ärztliche Untersuchungen?? ),

  • welche Anträge muss ich stellen ( Rente oder so? )

  • habe ich noch was vergessen? Weiterversicherung bei der KK oder so?

Achja: ich überlege in einen Sozialverband einzutreten. Sinnvoll?

Danke schon jetzt für hilfreiche Antworten!

.

Antwort
von toomuchtrouble, 86

Ich habe mit dem Sozialverband Deutschland (Monatsbeitrag 5 Euro)

www.sovd.de

sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Beratungen sind kompetent und bei aktiver Mitarbeit findet man/frau schnell Leute mit ähnlichen Ausgangsbedingungen.

Selbst einigermaßen reduzierte Antworten auf Deine Fragen sind kaum möglich. Habe einen vermutlich identischen Weg bis zur EU-Rente hinter mir und kann Dir nur Stichpunkte nennen:

  • Antrag auf Schwerbehinderung stellen (noch heute!), geht in vielen Bundesländern inzwischen Online. Sonst formloser Antrag und gut....
  • Termin bei der Rentenversicherung machen (dauert in der Regel mehrere Wochen), dieser ist erst einmal unverbindlich und dient auch der Abklärung evtl. Ausfallzeiten.
  • Lasse die Kündigung idealerweise am selben Tag von einem Anwalt oder einem Rechtssekretär der Gewerkschaft prüfen. Evtl. macht es Sinn, dass Du Deine Arbeitskraft anbietest. Lass dir von irgendeinem Doc ein mögliches Modell für eine Wiedereingliederung nach Hamburger Modell verschreiben, selbst wenn aktuell die Kündigung im Raum steht oder Du meinst, dass du das wegen der Erkrankung eh' nicht packst. Wichtig ist das Angebot an Deinen Arbeitgeber. Das wird alles Deine mögliche Abfindung beeinflussen.
  • In jedem Fall überlegen und prüfen lassen, ob Du noch 15 Stunden pro Woche arbeiten kannst. Das wird der begutachtende Arzt der Arbeitsagentur nach Aktenlage entscheiden.
  • In jedem Fall erst einmal Arbeitslos melden, selbst wenn du kein ALG1 bekommst, bist Du nach Antragstellung krankenversichert, im schlimmsten Fall wirst Du an das Jobcenter durchgereicht und dann läuft das Spielchen zwischen den Behörden. Krankenversicherungs-technisch spielt das ab Antragstellung keine Rolle, dass kaspern die Behörden untereinander ab.
Kommentar von toomuchtrouble ,

P.S.

Hier kannst du die Höhe Deines möglichen ALG1 selbst berechnen. 60% des letzten Nettoeinkommens für Alleinstehende ist ein grober Richtwert...

http://www.pub.arbeitsagentur.de/selbst.php?jahr=2016

Antwort
von eulig, 71

du solltest du Arbeitsamt gehen und nicht das "normale" ALG1 beantragen, sondern das ALG1 nach der Nahtlosigkeitsregelung. das ist für die, die aus dem Krankengeld ausgesteuert sind und weiterhin (mindestens 6 Monate) arbeitsunfähig sind.

Kommentar von pysty ,

ALG1 nach der Nahtlosigkeitsregelung....., da werde ich mich mal reinlesen, habe ich noch nicht gehört. Danke!!

Kommentar von turnmami ,

Das ALG 1 mit Nahtlosigkeit funktioniert aber nur, wenn umgehend ein Rentenantrag gestellt wird. Ansonsten wird die Zahlung abgelehnt

Kommentar von eulig ,

das bezweifle ich. mein Bruder war in dieser Situation. er wurde von der Agentur für Arbeit zu einem Gutachter geschickt. der hat festgestellt, dass er für die nächsten sechs Monate gar nicht bis weniger als 3 Stunden täglich arbeitsfähig ist. er bekam das ALG1 für 8 Monate, danach war er wieder arbeitsfähig.

ein Rentenantrag musste nicht gestellt werden. es lag auch eine Prognose des Gutachters vor, dass die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden kann.

nur wenn der Gutachter sagt, dass man überhaupt nicht mehr arbeitsfähig wird, dann wird man in Richtung Rentenantrag gestupst.

Antwort
von pysty, 42

Nachtrag: ich habe mich gestern beim Sozialverband Deutschland angemeldet. Termin zwar erst zu Mitte April, aber die 6,- € monatlich machen mich nicht ärmer. Die Mitarbeiter dort machten aber einen kompetenten Eindruck.

Gestern rief mich meine Krankenkasse an:

Da auf meinen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Punkt "Leistungen zur medizinischen REHA" angekreuzt ist, wollten die wissen, ob ich zur Reha möchte. Habe erstmal zugesagt. Können mir Nachteile entstehen, wenn ich nicht zur Reha möchte?  So vonwegen: "er will ja gar nicht gesund werden", oder so?

Antwort
von WosIsLos, 79

Wenn an eine Arbeitsaufnahme nicht mehr zu denken ist und du bereits 15 Beitragsjahre in der ges. Rentenversicherung vollendet hast, kannst du bei der DRV einen Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente stellen.

Kommentar von turnmami ,

Warum 15 Jahre? Für eine EMRente reichen 5 Jahre Beitragszeiten und dann noch die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen mit 36 Pflichtbeiträgen in den letzten 5 Jahren. 15 Jahr sind hier grundverkehrt!!

Antwort
von Konrad Huber, 44

Hallo pysti,

Sie schreiben:

Was macht man nach dem Krankengeldbezug am besten?

Antwort:

Wenn Sie die 78 Wochen Krankengeld voll ausgeschöpft haben, dann bleibt in der Regel nur noch das ebenfalls zeitlich und individuell befristete ALG1, daran anschließend Hartz 4 = ALG 2, sofern Sie noch über 3 Stunden belastbar und vermittelbar sind!

Leider schreiben Sie nicht, ob Sie vor dem 2.1.1961 oder nach dem 1.1.1961 geboren sind!

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

Die zeitliche Befristung des ALG 1 kann nur dann aufgehoben/ausgdehnt werden wenn ein Antragsverfahren auf Erwerbsminderungsrente in Gang ist!

Um eine Erwerbsminderungsrente bewilligt zu bekommen, müßen Sie in Ihrer eigenen Krankenakte glasklar nachweisen, warum und weshalb Ihre Leistungsfähigkeit dauerhaft auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Des weiteren müßen Sie in Ihrem DRV-Rentenkonto die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen!

Das heißt: Die Mindestwartezeit von 60 Beitragsmonaten (5 Jahre) und in den letzten 5 Jahren mindestens 36 Monate Pflichbeiträge!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

Die eigene Krankenakte laut dem Roten-Faden auf Vordermann bringen!

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

Rechtsschutzversicherung und Rechtsbeistand sicherstellen!

ich bin auch weiterhin krank, und das wird auch so bleiben ( Krebserkrankung ).

Antwort:

Sie müßen an Hand Ihrer eigenen Krankenakte glasklar und detailliert nachweisen, wie sich Ihre Krebserkrankung auf Ihre Leistungsfähigkeit auswirkt!

jetzt habe ich gehört, dass mich mein Arbeitgeber betriebsbedingt  zum 30.04.2016 kündigt, und ich gehe auch davon aus, dass es stimmt.

Antwort:

Dies hat aber dann wohl nichts mit Ihrer Erkrankung zu tun!

wonach berechnet sich das Arbeitslosen- Geld, das ich von der Agentur für Arbeit erhalte?

Antwort:

Siehe hierzu unter folgendem Link oder bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit erfragen!

http://www.alg-i.de/berechnung-und-hoehe.html

was kommt von Seiten der Agentur noch auf mich zu ( ärztliche Untersuchungen?? ),

Antwort:

Bitte direkt bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit erfragen!

welche Anträge muss ich stellen ( Rente oder so? )

Antwort:

In der Regel Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der für Sie zutsändigen DRV-Rentenanstalt, wenn Sie die versicherungs- und medizinischen Voraussetzungen erfüllen!
habe ich noch was vergessen? Weiterversicherung bei der KK oder so?

Antwort:

Bitte mit Ihrer zuständigen Krankenkasse klären!
ich überlege in einen Sozialverband einzutreten. Sinnvoll?

Antwort:

Rechtsschutzversicherung (3 Monate Wartezeit beachten) und VDK-Mitgliedschaft ist in jedem Fall sinnvoll! https://www.youtube.com/user/hubkon/videos

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit Konrad
Antwort
von auchmama, 65

Wende Dich mit all diesen Fragen an einen Sozialverband! Ich gebe Dir hier mal 2 Links wo Du nachsehen kannst, von wem sich ein Büro in Deiner Nähe befindet:

https://www.sovd.de/

http://www.vdk.de/deutschland/

Der Sozialverband ist für alle Fragen rund ums Sozialrecht der richtige Ansprechpartner und gegen eine recht geringe Mitgliedsgebühr, von ca. 5 Euro monatlich, würdest Du sogar anwaltliche Unterstützung bekommen!

Der Gang zur Arbeitsagentur ist erst einmal richtig und vielleicht wird man Dir sogar raten, einen Antrag auf EU-Rente zu stellen.

Das nur als grobe Marschrichtung vorweg. Die ganzen Details besprich bitte mit einem Sozialverband!

Ich wünsche Dir gute Besserung und alles erdenklich Gute ;-)

Antwort
von pysty, 20

ich glaube, mein Beitrag von gestern ging etwas unter...,

daher hier nochmal die Frage:

Gestern rief mich meine Krankenkasse an: 

Da auf meinen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Punkt "Leistungen zur medizinischen REHA" angekreuzt ist, wollten die wissen, ob ich zur Reha möchte.

Habe erstmal zugesagt. Können mir Nachteile entstehen, wenn ich nicht zur Reha möchte?  So vonwegen: "er will ja gar nicht gesund werden", oder so?

Einen Termin bei der DRV habe ich auch bereits, kann man ja heute
alles" online" erledigen.

Termin beim Sozialverband Deutschland steht auch.

Weil danach gefragt wurde ( unten ) : ich bin Baujahr 1963. 

Danke!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community