Frage von PadiPadi, 52

Was macht für euch einen guten Thriller aus und wie lange sollte man in die Charaktere einführen?

Hey:) Ich bin 14 Jahre alt und schreibe gerade an einem Thriller und habe bis jetzt 120 Seiten. Bin allerdings noch ganz am Anfang der Handlung und nach meiner momentanen "Planung" und "Berechnung" könnte es auch am Ende auf 1000 Seiten hinauslaufen. Ich führe sehr lange in die Charaktere ein, aber das heißt nicht, dass es langweilig ist. Ich arbeite mit Perspektiv und Zeitwechsel, was am Anfang schon einige Fragen aufwirft - es ist also trotzdem von Anfang an spannend. Die Handlung hat einen tieferen Hintergrund und ich glaube, dass diese Geschichte einige Menschen zum Nachdenken anregen wird und sie auch, wenn sie das Buch zuklappen noch darüber nachdenken. Also ich gehe einfach mal von meinen Verwandten und Freunden als erste Leser aus. Mich würde einfach nur mal interessieren, was für euch persönlich einen guten und vor allem fesselnden und mitnehmenden Thriller ausmacht und vielleicht auch Ideen zur Umsetzung:) Ich schreibe diese Geschichte natürlich nicht für andere Leute, ich hätte nur gerne ein wenig inspiration. Danke im Vorraus:D

Antwort
von Lesemaus2, 12

Erst mal: voll cool dass du einen Thriller schreibst! Respekt!

Für mich sollte ein Thriller den Leser ständig in die Irre führen. Am besten sollte man bis zur letzten Sekunde gespannt sein. Alles auflösen sollte sich erst am Schluss. Und falls es einen Mörder in der Geschichte gibt finde ich Passagen interessant, die seine Denkweise darstellen.

Grundsätzlich find ich Thriller packender, die im Präsens verfasst sind. Und na ja...ewig lange sollte es nicht dauern, bis man zur Hauptstory kommt

Aber das ist ja alles nur meine Meinung. 

Ich wünsch dir mega viel Glück und gute Gedanken für deine story

Kommentar von PadiPadi ,

Dankeschön:) Ich habe das "Problem" mit der Charaktereinführung glaube ich ganz gut gelöst... Denn auf der einen Seite möchte ich, dass der Leser die zwei Protagonisten kennenlernt um dann mit ihnen zu fiebern und zu leiden, auf der anderen Seite möchte ich aber auch, dass nicht nur die Handlung irreführend ist, sondern auch einige Eigenschaften und Vergangenheiten der Hauptpersonen. Ich habe meinen Perspektiv-Wechsel jetzt dafür genutzt um einerseits Spannung zu erzeugen und gleichzeitig die Charaktere "vorzustellen". Während es mit der ersten Seite direkt mit einer verwirrenden Flucht des Opfers losgeht, wird nebenbei ganz entspannt das Leben eines jungen, höchst motivierten Polizisten vorgestellt. Das Opfer lernt man langsam mit seinen Gedanken kennen und erfährt verwirrende Bruchstücke über eine verstörende Vergangenheit. So habe ich es glaube ich ganz gut gelöst:) Falls ich mein Buch in ein paar Jahren mal veröffentlichen sollte, schreibe ich den Titel mal als Antwort unter deinen Kommentar:)

Kommentar von Lesemaus2 ,

Wow das ist eine tolle Idee! Und so wird man dann auch immer auf die Folter gespannt als Leser, weil man wieder auf die nächste Phase der Sichtweise hofft, die man als liebstes mag! :) Daumen hoch :)

Ja, das musst du unbedingt machen, würde mich freuen!

Ich versuche übrigens auch gerade mein Buch zu veröffentlichen! Mal schauen, ob das bei mir was wird... 

Ganz liebe Grüße, 

Lesemaus2

Kommentar von PadiPadi ,

Wow okay, viel Erfolg! :)
Kannst dann gerne den Namen deines Buches hier in den Kommentar schreiben - würde mich mal interessieren und ich habe im Moment eh kein Buch zum Lesen... ;)

Antwort
von choppydee, 3

Charakterzeichnung kann und sollte in der Tat eine spannende Sache sein und natürlich müssen die wichtigsten Figuren deiner Handlung eingangs etabliert werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten aber da ich nicht weiß aus welcher Erzählperspektive du deinen Thriller schreibst, kann man ich da keine konkreteren Angaben machen. 

Ich persönliche halte es nicht für sinnvoll sich zu Beginn ausschließlich auf die Charaktere zu fixieren. Stephen King (man möge von im halten was man will) ist meiner Meinung nach gut darin Figuren und Schauplätze sehr ausführlich zu etablieren. Das kann allerdings auch ziemlich schnell langweilig werden. Dabei kommt es, wie bereits erwähnt, wie du vorhast zu arbeiten. Du kannst den Erzähler viel beschreiben/kommentieren lassen, oder die Figuren aus der Innensicht sprechen lassen. Handlungen und Dialoge sind auch sehr wichtig. Gustave Flaubert beispielsweise hat selbst seine Erzähler selbst sehr wenig kommentieren lassen und die Charaktere fast ausschließlich über ihre Handlungen und Dialoge gezeichnet. (auch Auftreten, Kleidung etc.)

Beispielsweise wird ein gesellschaftlicher Anlass beschrieben und direkt hat man ein präzises Bild der wichtigsten Personen. Kannst ja mal Madame Bovary oder so anlesen. Als kleine "Warnung": Das Buch ist über 150 Jahre alt.

Ich hoffe ich konnte helfen.

Kommentar von PadiPadi ,

Vielen Dank für die Antwort:) Ja ich denke du konntest helfen... Ich werde mir das Buch demnächst mal kaufen.
Ich schreibe mein Buch in drei Perspektiven (Jede aber trotzdem aus der Erzähler-Perspektive)
1. Das Opfer (Ein Kind)
2. Der Ermittelnde Kommissar
3. Ein Polizist vom BKA, der allerdings erst etwas später große Bedeutung bekommt

Für jeden dieser drei Menschen habe ich eine Vergangenheit erstellt, eine ausführliche Charakter-Beschreibung geschrieben, das Aussehen skizziert, usw.
Meiner Meinung nach habe ich da drei sehr interessante und spezielle Menschen erschaffen, die im Laufe des Buches alle drei auf ihre Weise eine extreme psychische Entwicklung durchleben.
Diese Eigenschaften versuche ich dann in Laufe der Geschichte mit ein zu bringen, da auch einige Erfahrungen aus der Vergangenheit der Grund für das Handeln aus der Gegenwart sind.
Unter der ersten Antwort habe ich auch nochmal geschrieben, wie genau ich in die Charaktere eingeführt habe... An diesem Grundkonzept habe ich zwar wieder ein wenig verändert, aber nicht besonders viel.

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