Frage von einfachichseinn, 129

Was macht einen Menschen eigentlich sozial?

Ich werfe von meiner Familie, Freunden, Lehrern und Co eigentlich als sehr sozial wahrgenommen.

Ich selber denke allerdings sehr oft, dass ich eigentlich ein richtiges A.loch bin.

Die Menschen, die meinen ich sei sozial denken so, weil ich sozial engagiert bin (ehrenamtliche Jugendarbeit, Engagement in der SchülerVertretung, freiwilliger Dienst im Altenheim, das war ein soziales Praktikum der Schule).

Ich denke, dass ich ein A.loch bin, weil ich Menschen oft überhaupt nicht ausstehen kann. Wenn mir Menschen unsympathisch sind gehen sie mir oft ganz schnell auf die Nerven und ich versuche ihnen aus dem Weg zu gehen, soweit es möglich ist. Ein Beispiel : auf einer jugendfreizeit war ein Mädchen, das ich überhaupt nicht leiden konnte. Sie hat mir dann angeboten den Tischdienst mit mir zu machen, weil mein Partner zu dem Zeitpunkt ausfiel. Ich habe es um meinte Willen vehement abgelehnt. Ohne der Person zu sagen, wieso.

Was mich ein bisschen zweifeln lässt ist, dass ich mit der besagten Person auch schon in die Stadt gefahren bin, weil sie mich darum gebeten hat. Ich habe es gemacht und mein Unbehagen ihr gegenüber runterschlucken können. Das ist so dieses typische "gute Miene zum bösen Spiel", wobei ich natürlich keine Hintergedanken habe, die irgendwem Schaden würden.

Im Grunde genommen könnte ich wohl auch sagen, dass ich denke ich sei ein A.loch, weil ich Menschen gegenüber vorgebe freundlich zu sein und meine, ich sage mal negativen Gedanken, runterschlucke.

Das fühlt sich häufig ziemlich verlogen an.

Allerdings frage ich mich grade, ob nicht genau das etwas ist, dass einen sozialen Menschen ausmacht. Ich bin sehr tolerant und akzeptiere andere Menschen, so wie sie sind. Auch wenn ich mit meinen Gedanken ein sehr negatives Bild forme.

Ich bin grade irgendwie verwirrt.

Sagt mal, was ihr davon haltet und was macht eurer Meinung nach einen sozialen Menschen aus.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo einfachichseinn,

Schau mal bitte hier:
Psychologie Menschen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MirG7, 67

Ich verstehe nicht, was daran so asozial sein soll. Man kann nicht jeden mögen, aber solange du trotzdem nicht unverschämt wirst und du deine Gedanken Gedanken sein lässt ist doch alles ok

Kommentar von einfachichseinn ,

Danke. Manchmal denke ich, dass ich ein ziemlich falscher Mensch bin, weil ich Menschen gegenüber freundlich und nett begne und eigentlich denke, dass ich dieser Person am liebsten an den Kopf klatschen würde, wie wenig ich von ihr halte. Es ist eben das Gefühl "gute Miene zum bösen Spiel", was ich eben als sehr unsozial ansehe.

Kommentar von MirG7 ,

Und jetzt stell dir mal vor, du würdest dann jeder Person, die du nicht sofort magst sagen, dass du ihr den Kopf abreißen willst. Solange du mit der Person nicht längere Zeiten "befreundet" bist, ist es ok.

Kommentar von einfachichseinn ,

Danke!

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 53

Hallo!

Du musst nicht verwirrt sein ------> "sozial" ist ein Mensch für mich dann, wenn er weiß wie man sich in der Gegenwart anderer benimmt, was in Ordnung ist & was geschmacklos, wenn er in der Lage ist eine freundliche und beiderseitige Gesprächskultur zu führen & wenn er sich auf andere Menschen sowie auf Situationen einstellen kann.

Wenn mir jemand unsympathisch ist versuche ich auch ihn zu meiden, wo es geht. Manchmal lässt sich's nicht vermeiden, aber dafür findet sich auch stets 'nen Lösungsweg mit dem alle ruhig schlafen können. Aber das macht doch eig. jeder so, der ein gewisses "Gefühl" für Menschen hat.

Keine Sorgen :)

Antwort
von Annrobot97, 54

Ich weiss nicht was ich davon halten soll. Mir sagen auch viele ich seie sozial obwohl ich weder öffentlich engagiert bin, noch meine Meinung immer freundlich ausdrücke.
Ich sage was ich denke und bin ehrlich. Aber wenn ich merke dass irgendjemand ngerecht behandelt wird oder iwer durch lügen anderer zu schaden kommt versuche ich die sache zu richten.

Ich würde persönlich jeden als sozial bezeichnen, der versucht das zusammenleben verschiedener mitmenschen als gleichberechtigt und fair zu gestalten oder zu bessern.

Sozialität zeigst du dem mädchen gegenüber, da du sie mit dem was du tust nicht direkt verletzt, sondern soweit freundlich bleibst, wie es für beide passt.
Allerdings würde ich dir vlt raten ihr lieber die wahrheit zu sagen und ihr freundlich klar zu machen dass du sie nicht besonders magst oder einfach nicht viel zeit mit igr verbringen möchtest.
Dann macht sie sich keine hoffnungen etc & du bist ihr gegenüber sozial.

Ich glaub einfach dass viele Menschen dich aks sozial bezeichnen, weil sie den soziales Engagement sehen.
Sie könjen ja nicht in dich rein schauen.
Und soweit du diese soziaken Aktivitäten freiwillig & nicht aus irgendeinem anderen Grund machst, bist du in meinen Augen sozial.

Kommentar von einfachichseinn ,

Danke. Wenn das Mädchen mehr mit mir machen wollen würde, würde ich es auch ablehnen. Allerdings ging es bisher nur um zwei Situationen in der einen habe ich eingewilligt, um ihr zu helfen. Sie kennt sich in der Umgebung nicht so gut aus, wie ich und ich habe es ihr einmal gezeigt und ihr zu sagen, dass ich lieber alleine arbeite, als mit ihr zusammen, finde ich doch sehr unfreundlich.

Kommentar von Annrobot97 ,

Wenn sie sich in der Umgebung nicht gut auskennt & du ihr geholfen hast, obwohl du sie nicht besonders magst ist es doch sozial von dir gewesen. Die frage ist wie weit du mit Sozialität gehen willst. Wenn du sie jetzt noch öfter zu kleinen Aktivitäten begleitest obwohl du sie nicht leiden kannst, finde ich das alles andere als unfreundlich. Sie wäre eher unfreunflich so etwas von dir zu verlangen. Du solltest nur so lange sozial sein, bis es dich nicht selbst stört oder du dafür etwas tust, was du nicht selbst möchtest.

Kommentar von Annrobot97 ,

* Wenn du ihr sagst dass du sie nicht magst wäre es alles andere als unfreundlich. Du bist zwar sozial ihr gegenüber indem du ihr hilfst, bleibst aber auch dir selber treu und lügst sie nicht an, wenn du ihr sagst, dass du sie nicht besonders magst und du ihr nur hilfst, weil sie deine Hilfe wirklich braucht.

Antwort
von Kasumix, 51

Ist doch oft so...

Wie oft machen wir Dinge für andere Menschen, auf die wir eigentlich keine Lust haben... das ist eben das Sozialgefüge und eher die Angst vor Ausgrenzung und dem Alleinsein - denke ich.

Nur wer gibt, der bekommt auch... die einen mehr, die anderen weniger...

Solang man es nicht übertreibt und sich regelrecht ausnutzen lässt, ist das auch okay...

Wenn du nur höflich bist und deine eigene Meinung hast und sie lieber für dich behälst ist das auch okay und oftmals klug...

Solang du anderen nicht ins Gesicht lügst... das würde für mich nicht gehen.

Ich denk mir auch oft - mach mal... aber würde mich der Mensch fragen, was ich davon oder von ihm halte, kann ich genau so direkt, offen und ehrlich sein. Du auch?

Allgemein?

Mitgefühl, Respekt und Toleranz.

Kommentar von einfachichseinn ,

Danke! Ich weiß nicht, ob ich einem Menschen sagen könnte, was ich von ihm halte, da ich nie in einer solchen Situation war. Ich denke allerdings, dass es machbar wäre. blödes Beispiel, aber nehmen wir an Ich mag einen Menschen nicht, weil er dumm ist. Dann kann ich ihm auch sagen ohne ihn zu beleidigen.

Kommentar von Kasumix ,

Ich mein das nicht bei Fremden ;)

Eher bei der Familie und bei Freunden und ich denke man umgibt sich selten mit (Beispiel ...) dummen Menschen ;)

Aber man sollte ihnen schon sagen können, wenn ihr Verhalten dumm erscheint... das ist einerseits, damit sie darauf hingewiesen werden... denn manchmal ist man einfach so eingeschränkt im Denken, dass man es absolut nicht mehr objektiv betrachten kann... und dafür ist eben Freundschaft da... andererseits sollte man ihnen aber auch klar sagen können: sonst gerne, aber das mache ich gerade nicht für dich, weil es mir zu viel wird...

Also eben nicht höflich lächeln und einen Gefallen tun, obwohl man es gerade einfach nicht kann, schafft oder will...

Was glaubst du denkt sich der Großteil der Menschen? Die Welt wird doch immer rauer und ruppiger... ob im Straßenverkehr oder wenn mal der Service in einer Lokalität nicht passt... da rastem viele echt schon aus... da ist deine Variante doch durchaus die Galantere ;)

Antwort
von Menuett, 22

Manchmal kann man halt jemanden nicht leiden, oft auch ohne dass man den Grund dafür weiß.

Das Adjektiv sozial, von französisch social und lateinisch socialis, ist ein Synonym zu „gesellschaftlich“ und im erweiterten Sinn zu „gemeinnützig, hilfsbereit, barmherzig“. Copy Wiki.

Du bist in der Lage Menschen, die Du nicht leiden kannst, trotzdem höflich zu behandeln.

Das ist sozial. Du tust Deine Meinung nicht kund und lässt die Menschen leben.

Genau so gehört sich das.

Kommentar von einfachichseinn ,

merci!

Kommentar von kiniro ,

In Kurzfassung also: Klappe halten und seine Verärgerung über etwas runterschlucken?

Kommentar von Menuett ,

Jemanden nicht blöde anzumachen, weil man ihn nicht leiden kann, hat absolut nix mit runterschlucken zu tun.

Wenn Dir jemand über den Weg läuft und du ihn nicht leiden kannst - mit welcher Begründung mußt Du ihm mitteilen, dass Du ihn nicht leiden kannst?

Es gibt auch Menschen, die Dich ganz furchtbar finden.

Sollen die Dir jetzt alle mitteilen, wie entsetzlich sie dich finden? Welchen Sinn siehst Du darin?

Wir müssen auch mit Menschen zurechtkommen, die wir nicht toll finden, wenn wir keine Möglichkeit haben, da Abstand zu nehmen.

Kommentar von einfachichseinn ,

nö nur diese nicht beleidigenden vor dieser Person äußern. stell dir vor, du trinkst etwas super ekliges und hast den Drang das auszuspucken, machst du das dann direkt auf dein Gegenüber? Ich hoffe und denke nicht. Die meisten Menschen werden sich kurz zur Seite drehen und es ins Leere spucken... ähnlich ist es bei mir mit solchen Menschen. Ich lasse mich dann oft bei meiner Mutter über diese Menschen aus und läster ein bisschen. Meine Mutter kennt diese Personen nicht und somit kann das nicht wirklich Schaden anrichten.

Antwort
von Attagus, 9

Soziales Verhalten stammt im Grunde von der Fähigkeit zur Empathie und Kooperationsbereitschaft. Personen, denen die Empathie fehlt und die dadurch nicht in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Gefühle und Sorgen zu verstehen und ihre Entscheidungen nachvollziehen zu können, sind unsozial. Das ist im Extremfall sogar eine Persönlichkeitsstörung.

Antwort
von precursor, 41

Ich denke, das ist alles eine relative Sache, also eine Sache der Relativität.

Das bedeutet ohne Vergleich mit anderen ist keine Aussage machbar.

Jemand der nie irgend etwas für andere macht, ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten, stattdessen aber wenn es ums nehmen geht nie nein sagt, den könnte man als nicht-sozial bezeichnen.

Im Vergleich zu Mutter Teresa sind sowieso alle anderen relativ unsozial ;-))

Kommentar von einfachichseinn ,

Danke, auch wenn ich mit der Antwort wenig anfangen kann.

Kommentar von precursor ,

Ok

Kommentar von Kasumix ,

:D

Ich stimm Pre mal zu ;)

Antwort
von kiniro, 20

Menschen sind von Geburt an sozial.

Leider verhindert Erziehung, dass die Menschen sozial bleiben.

Es kommt ja gerne von manchen das Argument, dass Kinder unbedingt wegen der Sozialkompetenz in die Schule gehen müssten.
Dabei übt sich schon ein Neugeborenes (unbewusst) darin, indem es - gemäß seinen Fähigkeiten - mit Menschen unterschiedlichsten Alters und Charakteren interagiert.

Ich denke, wir alle haben mal etwas für einen Menschen getan, den wir am liebsten auf den Mond geschossen hätten - eben, weil wir dazu erzogen wurden, dass in dem Fall ein Nein doch unhöflich sei.
Es fühlt sich nicht nur verlogen an. Es IST verlogen.

Warum also nicht "nein - keine Lust, dir einen Gefallen zu tun" sagen?
Ach so - stimmt ja: da könnte die betreffende Person sauer auf mich sein.

Übrigens legen sehr viele Menschen unserer Kultur dieses heuchlerische Verhalten an den Tag.
Meine Mutter selig nannte es "vorne trinkense mit dir Brüderschaft und hinten steckense dir des Messer innen Rücken".

Meine Ex-Schwiegermutter tat immer so, was sie angeblich alles für ihre eigenen und angeheiraten Kinder getan hat - machte einen auf sozial.
Aber ihr Verhalten war letztendlich so, wie von meiner Mutter beschrieben.

Kommentar von einfachichseinn ,

Dass Kinder sozial auf die Welt kommen ist leider auch nur eine bisher unbestätigte Theorie.

Kommentar von kiniro ,

Ich denke aber zumindest sozialer als so manche Erwachsene.

Antwort
von DerKleineRacker, 26

Sozial zu sein ist nicht das gleiche wie sozial engagiert zu sein, das sind zwei völlig unterschiedliche Kategorien.

Kommentar von einfachichseinn ,

Wow. Danke für diese bereichernde Antwort. Das war mir jetzt völlig neu.

Kommentar von DerKleineRacker ,

Klingt aber nicht so. Wenn du den Unterschied wüsstest, dann wärst du nicht so verwirrt darüber, dass dich deine Familie, Freunde, Lehrer als "sozial" einschätzen wegen deinem sozialen Engagement.

Kommentar von einfachichseinn ,

nö, ich bin verwirrt, weil ich nicht weiß, ob mein Verhalten sozial ist oder eben nicht.

Antwort
von Robert7194, 9

in einem Wort: Abhängigkeit 

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