Ich hab hier mal quer gelesen und bin im Forum öfter über den "Gutmenschen" gestolpert. Was muß man sich darunter vorstellen?

Gutmenschen sind Leute die niemanden etwas böses wollen und immer versuchen das Richtige zu machen oder auch zu vermitteln

Ein Gutmensch ist unbequem, vorbildlich, nicht fehlerfrei (aber leitet daraus keine Unterwürfigkeit ab, sondern Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung). Ein Gutmensch ist gerecht – und das ist manchmal auch (scheinbar) grausam. Ein Gutmensch ist nicht zwanghaft gut, aber in der Tat regelmäßig respektvoll, neutral, fair. Ein Gutmensch ist, um auch das aufzugreifen, tierlieb, aber eben nicht zwanghaft die Mutter Theresa aller Tierchen. Und so ist ein Gutmensch z. B. in der Lage, ein rettungslos verlorenes Tier nicht eiskalt, aber distanziert zu töten, damit es sich nicht lange herumquält - damit es eben nicht die Sentimentalität des scheinbar so gütig pflegenden Menschen im langen Siechen bedienen muss.
Ein Gutmensch ist auf den ersten Blick angenehm, gleichzeitig auf den ersten Blick befremdlich. Und dann, auf den zweiten, dritten, vierten Blick, wird er von einer größeren Zahl Menschen abgelehnt bis bekämpft, weil seine Überlegenheit einer Mehrzahl von Menschen ihre Unzulänglichkeit so massiv vor Augen führt, dass sie lieber dieses Vorbild nieder machen, statt für sich selbst etwas daraus zu lernen.
Und wenn ich mir erlauben darf, inhaltlich zu korrigieren (aber das wird vielen eine zu freie Auslegung sein): "Niemand ist vollkommen, außer einem: der Idee." Und wenn sich weniger Menschen klein machten unter Gott oder Allah, aber mit Bescheidenheit auf den Weg machten, die Idee vor Augen, dann wäre diese Welt um einiges erträglicher: Weniger rücksichtslos (allem und jedem gegenüber), und dabei trotzdem nicht erfüllt von Menschen, die aufopferungsvoll gebückt gingen - sondern aufrecht, stark und angstfrei.

Vermutlich so ziemlich das Gegenteil von mir! Also jemand der großmütig, geduldig ist! Eher mal weghört, wenn es deftig wird! Einer der nurgendwo anecken will und es am liebsten jedem irgendwie recht machen würde, ohne jetzt dabei gleich ein Kriecher zu sein! Jemand der Harmonie mag und sie auch gerne zu verbreiten versucht!

Er achtet alle anderen Lebewesen so wie er selbst behandelt werden möchte, nämlich mit Respekt.
Der Begriff Gutmensch wird heute vor allem ironisch benutzt. Zum Beispiel für Leute, die Wasser predigen und Wein trinken. Oder für solche, die ungefragt mit Ratschlägen um sich werfen, um ihr eigenes Ego zu pushen und dabei nur eine weitere Belastung sind und denen man am besten entgegnet: "Bitte nicht helfen, es ist schon schwer genug". ;-)
Der Gutmensch ist gut und macht keine Fehler, so dass er als Vorbild einem auf die Nerven geht!

Er rettet Regenwürmer vorm Vertrocknen und Fliegen unbeschadet aus der Wohnung. Gutes Tuen ist für ihn eine Art Lebensprogramm.
raubkatze am 9. Mai 2008 22:42 Du hast die Beinprothesen für die Spinnen vergessen.... ;)
hartzerroller am 9. Mai 2008 22:46 @Prowler, wieso weißt Du sooo viel über mich. Das steht doch garnicht in meinem Profil.
Jesus sagt:
"Niemand ist gut als nur einer: Gott". (Markus 10,18)

Er denkt eigenständig zum Wohl aller und überlegt auch, wie es den anderen geht. Der ganzen Welt und seinen Mitmenschen. Er tut nur das, was nach seinem Gewissen richtig ist und das immer und konsequent. Er bringt allen Lebewesen, allen Dingen Achtung und Wertschätzung entgegen und handelt in diesem Sinne. Er handelt überlegt und gewissenhaft. So stelle ich mir einen Gutmenschen vor.
Der Gutmensch will gut sein mit seinen Taten, erreicht aber häufig genau das Gegenteil davon. Er will den armen Kinderlein in Afrika helfen vor dem Verhungern, unterstützt aber mit seinen Spenden letztlich die "Bösen", die Korruption, die Kriegstreiber. Sein gutes Gewissen stellt er über alles. Der Gutmensch tut Gutes in der Regel stets auf Kosten anderer (Staat, Steuerzahler, Spender etc.), Verantwortung übernimmt der Gutmensch nie und hat generell Mühe zu entscheiden und zu handeln, weil er die Konsequenzen für Unschuldige fürchtet. Er reflektiert sein Tun und Denken selten bis nie. Hält sich für moralisch überlegen.