Frage von Luksilla, 18

Was macht eine Kultur aus, wo endet die Natur und beginnt die Gesellschaft?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rosenblad, 10

Kultur ist immer die Außenseite menschliches Tuns,
Denken und Leistung – als gleichsam Verdinglichung in soloaktiven und
kollektiven bis hin zu gesamtgesellschaftlichen Formationen (das können Werte, Ideen, Normen, Narrative, Bräuche genauso so sein wie Bauwerke, Maschinen in Gänze von Menschen geschaffene Kulturlandschaften von Siedlungen, Forsten oder Deichanlagen

„Als Handlungsprodukt besitzt Kultur den Status eines transindividuellen Reservoirs von Erfahrungen und Erwartungen, kurz: eines Wissens-, Zeichen- und Symbolsystems, oder (…..)eines kollektiven Sinnsystems das den Raum und die Zeit einer Mehrzahl von Menschen strukturiert .“ (Jürgen Straub, Grundzüge, S.166)

Oder
wie es Max Weber einmal formulierte:

„Kultur' ist ein vom Standpunkt des Menschen aus mit Sinn und Bedeutung bedachter endlicher Ausschnitt aus der sinnlosen Unendlichkeit des Weltgeschehens. (....)Eine Kulturerscheinung ist die Prostitution so gut wie die Religion oder das Geld, alle drei deshalb und nur deshalb, als ihre Existenz und die Form, die sie historisch annehmen, unsre Kulturinteressen direkt oder indirekt berühren, als sie unseren Erkenntnistrieb unter Gesichtspunkten erregen, die hergeleitet sind aus den Wertideen, welche das Stück Wirklichkeit, welches in jenen Begriffen gedacht wird, für uns bedeutsam machen.“ (Max Weber „ Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“ In: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, 7. Aufl. Tübingen 1988 (zuerst 1922), S.146-214,  hier S. 180)

Die Natur endet dort wo der Mensch die Natur beginnt umzugestalten, wo er gleichsam die Natur artifiziell technisiert und ökonomisiert und damit entnaturalisiert.

Die Gesellschaft wiederum – als Ausdruck sozialer Netzwerkstrukturierungen in ebd. Vielebensystemen mit multiplen Komplexitätsformationen (Institutionen, Organisationen, einem Set von Werten, Traditionen, Normen, Regeln und weiteren Ordnungsfaktoren) – beginnen in der Bereitstellung, Anwendung und Sanktionierung von spezifischen Rahmenfaktoren wie Dispositionen,
Konventionen und Relationen in Form von Sinnbeständen, Identitätsinhalten,
(o.g.) Ordnungsinhalten, Stabilisierungs- und Sicherungsfunktionen, Vertrauens- und Orientierungsangeboten und narrativen Elementen die über Einrastpunkte (Ethnien, soziale Schichten, Ressourcen, Grenzen, Symbole, kulturelle Variablen, politische Konstanten usw. usw.) eine Kohärenz, Konsequenz und Konsistenz erhält.

Antwort
von RicVirchow, 10

Philosophie ist eine Wissenschaft der Selbsterkenntisse. Also sammle Selbsterkenntisse.

Unser philosophisches Bewusstsein wird dir auch keine gute Note liefern.

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