Frage von treibholzjunge, 65

Was macht ein Weihbischof?

Antwort
von Traueniemandem, 42

Ein Weihbischof ist quasi die rechte geistliche Hand des Diözesanbischofs. Aber nicht die Nummer 2 im Bistum. Das ist nämlich der Generalvikar.

Der Weihbischof hat nicht viel administratives zu tun. Er hat vor allem in der Zeit wo die Bistümr noch ohne Bahnen oder ähnlichem waren. So hat er die Recht des Bischofs stellvertretend wargenommen und war eine art Statthalter.

Hier erklärt da der Berliner Weihibschof mal ganz grob. http://www.gott-bewahre.de/gb004-portrait-weihbischof-wolfgang-weider/

Antwort
von kgsbus, 25

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihbischof

Langversion von Wikipedia

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ein Weihbischof ist ein richtiger Bischof (höchste Priesterweihstufe)

aber er leitet nicht die Diözese

der residierende Bischof weist in der Regel seinem Hilfsbischof eine Region des Bistums zu. Dort firmt er zum Beispiel, besucht Pfarren, leitet dort Konferenzen etc.

Weihbischöfe gehören dem Ortsdomkapitel an und der Gesamtbischofskonferenz.

Sie dürfen auch alle Weihen vornehmen. Sie sind also richtige Bischöfe, haben aber letzlich nicht viel zu sagen.

Sie werden auch letzlich vom Papst ausgewählt (wobei die Prozedur in einzelnen Diözesen unterschiedlich sein kann - Konkordate Staat Kirche etc.)

Oft werden sie auch später richtige Bischöfe, aber nicht immer.

Die Bläck Fööss besingen die Aufgaben recht gut:

Antwort
von KathrynJaneway, 37

Mich hat ein Weihbischof gefirmt. Also das dürfte er auf jeden Fall machen. 

Antwort
von Soeber, 23

Alles rundum den Weihbischof :
Als „Weihbischof“ bezeichnet man im deutschen Sprachraum den in vielen katholischen Diözesen üblichen „Auxiliarbischof“ (lat.: episcopus auxiliaris – Hilfsbischof). Der Weihbischof  ist dem Weihegrad nach ein Bischof, leitet jedoch keine Diözese, sondern ist einem Diözesanbischof als Helfer bei den bischöflichen Funktionen zugeordnet. Da das Bischofsamt theologisch auf die Leitung einer Teilkirche bezogen ist, wird der Auxiliarbischof auf den Titel eines untergegangenen Bistums geweiht. Er ist daher im Gegensatz zum Diözesanbischof ein Titularbischof (siehe Stichwort „Titularbistum“).

Weihbischöfe gibt es in Diözesen, die so groß sind, dass die spezifisch bischöflichen Aufgaben nicht vom Diözesanbischof allein erfüllt werden können. Der Weihbischof vertritt ihn daher vor allem in den Weihehandlungen (Kirchweihe, Priester- und Diakonenweihe) und bei der Spendung des Firmsakraments. Außerdem visitiert er die Pfarrgemeinden. Vertreter des residierenden Bischofs auf dem Gebiet der Verwaltung und Jurisdiktion ist jedoch der Generalvikar.

Weihbischöfe sind Mitglieder der regionalen Bischofskonferenz, in Deutschland also Mitglied der „Deutschen Bischofskonferenz (DBK)“. Gleich einem Diözesanbischof reicht ein Weihbischof mit Vollendung seines 75. Lebensjahres seinen Rücktritt ein, der meist angenommen wird. Im Gegensatz zum Diözesanbischof behält er jedoch auch nach seiner Emeritierung seinen Titularbischofssitz bei.

Die Anzahl der Weihbischöfe richtet sich nach der Größe und dem Bedarf der Diözese und wird durch den Diözesanbischof im Einvernehmen mit dem Apostolischen Stuhl festgelegt. Soll ein Weihbischof ernannt werden, legt in der Regel der Diözesanbischof dem Apostolischen Stuhl eine Liste von mindestens drei Personen vor. Unter Würdigung der Vorschlagsliste entscheidet sich daraufhin der Papst für einen Kandidaten. Die Amtsübernahme erfolgt durch Vorlage des päpstlichen Ernennungsschreibens beim Diözesanbischof. Ein neu ernannter Weihbischof muss innerhalb von drei Monaten nach der Ernennung geweiht werden.

Wie alle katholischen Bischöfe tragen die Weihbischöfe als Chorkleidung eine violette Soutane und eine violette Mozetta, auf dieser ein Brustkreuz und an der Hand einen Bischofsring. Gleich einem Diözesanbischof haben auch Weihbischöfe die Insignien eines Bischofs: Bischofsring, Bischofsstab, Mitra und Brustkreuz.

(Quelle : https://www.bistum-hildesheim.de/bistum/bischoefe/hintergrundwissen-weihbischoef.../)

Gruß

Kommentar von Iamiam ,

Zur Ergänzung noch eine historische Sicht: Früher waren viele Bischöfe zugleich Fürsten in Personalunion ("Fürstbischof"). Bistümer waren feudal betrachtet eben Land mit Hintersassen, welches einen Machtfaktor in der mittelalterlichen / frühneuzeitlichen Welt darstellte, um den sich Kaiser und Papst immer wieder stritten..

Da er als Geistlicher keine Ehe eingehen hätte dürfen, als Fürst aber Erben zeugen musste ( Kinder von Mätressen waren zwar Standard, aber nicht anerkannt/legal ), verfiel man auf eine Ämtertrennung: Der Fürstbischof war zwar als Fürst für die weltliche Abwicklung seiner Herrschaft (auch über Klöster und damit Äbte) zuständig, die geistlichen Aufgaben dagegen führte der Weihbischof aus: Messe, Firmung, Priesterweihe und andere Sakramente.

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