Bernhard63 am 18.06.2009 um 13:43 Uhr
Menschen verändern sich ihr ganzen Leben lang, aber was ist das Wesentliche an ihnen, bzw. woran kann man das fest machen? Wie kann man diese Konstanten beschreiben, die in jeder Lebensphase gegenwärtig sind und jeden Mensch einzigartig machen?

jeder Mensch ist doch einzigartig... doch am besten wäre es das Sie sich in einer Sache alle gleichen sollten" IN DER EHRLICHKEIT"""
Ich glaube Menschen verändern sich nicht, sondern reifen.

Ich glaube Konstanten sind Tendenzen zu:
- Introvertiert / Extrovertiert
- Rechtsbewusstsein / Moral
- Optimismus / Pessimismus

ich bezeichne das leben gerne als sinuskurve, und den charakter als tangente...
Mondin am 18. Juni 2009 14:00 schön gesagt
Bernhard63 am 18. Juni 2009 14:55 Ist der Charakter also das Wesenentliche? Und besteht dann das Wesen eines jeden Menschens aus einer Tangente, also bei allen gleich?
Mondin am 18. Juni 2009 16:26 Du fragst echt gute Fragen! Da muss ich erstmal drüber nachdenken!!!

sein charakter bzw seine persönlichkeit,aussehen finde ich an zweiter stelle,wenn er oder sie nix im kopf hat bringt das beste aussehen nix ;] finde ich

also jetzt versuche ich nochmal eine Antwort, weil ich durch dieses Forum etwas schlauer geworden bin :-) also das Wesen setzt sich zusammen aus einem momentanten Gemütszustand und Trieben, einer erlernten Grundeinstellung und Sichtweise auf die Welt und einer Basis, die konstant ist für eine Lebensspanne, und die ich jetzt Seele bezeichne. Diese Basis kann man weder exakt fühlen, noch logisch erklären. Das beste Model für mich, was es annähernd beschreibt ist ein weisser Lichtpunkt und ein Gefühl der Ruhe,Leichtigkeit und des SEINS. Ich habe aber die Theorie das Seelen grösse oder kleiner sein können, und dass sie sich unetrschiedlich ausdehnen. Ein Mensch mit Austrahlung hat eine mehr ausgeweitete Seele.
Bernhard63 am 19. Juni 2009 00:48 Wenn das Wesen auch in Abhängigkeit von Gemütszuständen, Trieben und erlernter Grundeinstellungen steht, dann ist es veränderbar. Wie kann das das Wesen veränderbar und gleichzeitig konstant sein? Wie ein Licht das immer leuchtet, das wäre konstant. Die Intensität oder die Farbe des Lichtes könnte trotzdem unterschiedlich sein, das wäre das Veränderbare. Somit konstant und veränderbar gleichzeitig. Hast du es so gemeint? Damit lässt sich auch deine Theorie erklären. Aber wie viele Wesen gibt es dann? So viele wie es Menschen gibt?
Mondin am 19. Juni 2009 01:51 Ich meine: Das Wesen ist veränderbar. Es ist eine Potenzmenge aus Gemüt gesteuert durch Hormone, Trieben, unsere Welteinstellung, aber es enthält eine Konstante: die Seele. ( Ich glaube aber das sich die Seele nach dem Tod des Körpers verändert, sie reift. Es ist wie mit der Gravitationskonstante oder dem plankschen wirkungsquantum- vielleicht sind sie keine konstanten, sie gelten nur als konstant innerhalb einer Lebensdauer unseres Universium. Es kommt doch immer auf den zeitlichen Blickwinkel an, ob etwas konstant ist oder nicht? Z.B. Glas, ist es fest? Nein es fliesst! in 200 jahren alten Kirchenfenstern sieht man die Tropfenform, Glas fliesst sehr schnell im Zeitraum von 3Millionen Jahren, aber für ein Menschenleben ist es fest, wie eine Konstante. Die zweite Frage, wieviele Wesen gibt es dann: bei manchen Menschen mehrere, da sich durch die unterschiedlichen Kombinationen eine andere Potenzmenge ergibt. Ein Mensch hat nur 1 Seele, aber mehrere Wesen. Als ich in Argentinien gelebt habe, hatte ich ein völlig anderes Wesen-ich war viel emotionaler, melancholischer und die einsamen Weiten der pampa haben mich sehr verändert.. und als ich in Italien gelebt habe, wurde ich anders, viel extrovertierter und hektischer. Ich finde wenn man eine andere Sprache spricht und denkt- nimmt man irgendwie die Mentalität des Landes ein wenig mit an- und dies verändert das Wesen- bei mir jedenfalls enorm! Die Weltanschauung ändert sich, Moralbegriffe usw. Jetzt lebe ich in Norwegen und ich bin viel klarer, ruhiger und wieder introvertierter- ist doch ein klarer Beweis. Meine Freunde und selbst meine Mutter meinte, dass ich mich sehr stark verändert hätte. Ich glaube man kann viele Facetten in sich finden und die Umwelt in der man lebt, beeinflusst einen sehr stark. So ist das Wesen eines Menschen veränderbar, der innere kern aber, die Seele- die ist konstant über ca. 100 jahre :-)

Ich weiss nicht was diese Konstante ist. Ich frage mich das auch. Mein Vater ist paranoid shizophren und wo ist diese Konstante bei ihm? Er ist ein liebevoller Vater zu mir gewesen und hat mir viele Werte vermittelt und plötzlich ist er jemand völlig anderes. Ich glaube es hat etwas damit zu tun, wie man sich innerlich entscheidet, welche Facette seiner Persönlichkeit man auslebt bzw. unterdrückt. Wenn es eine Konstante gibt, dann ist es die Seele. Ich denke es mir ungefähr so: Der Körper mit seinen Trieben ist das Auto, der Motor ist unser Geist, das Benzin sind unsere äusseren Umwelteinflüsse+Erziehung und unsere Seele(die Konstante) sitzt am Lenkrad.
Bernhard63 am 18. Juni 2009 14:21 Schöner Vergleich! Aber wenn die Konstante die Seele ist, wie kann man sie beschreiben? Treffen solche Eigenschaften wie sie Knusson beschreibt für die Seele zu?
Mondin am 18. Juni 2009 14:25 Ich kenne Knusson leider nicht. Den werde ich aber bestimmt bald lesen, wenn er darüber schreibt :-)
Bernhard63 am 18. Juni 2009 15:04 :-) den kannst gleich lesen! :-) der hat sich weiter oben zu meiner Frage geäußert: beantwortet von Knusson am 18. Juni 2009 13:47 (siehe auch meine anderen Kommentare bzw. Nachfragen zum Thema) :-)
Mondin am 18. Juni 2009 15:18 das ist ja witzig lach
Bernhard63 am 19. Juni 2009 00:48 Eine Seele aber mehrere Wesen womöglich?
Mondin am 18. Juni 2009 15:39 Hat mein Vater dann zwei seelen? Die eine seite von ihm ist sehr offen, moralisch und optimistisch- aber dann ist er pessimistisch,hat Verfolgungswahn- tut moralisch nicht gerechtfertigte Dinge und ist wenn es ausbrach, meist verschlossen in seinem Zimmer geblieben. Ich glaube aber das ein mensch nur eine seele besitzt, und das diese Eigenschaften, eher auf Motor und Benzin zu treffen (Geist und Erziehung), aber das diese sich ändern-siehe am Bsp meines Vaters

Ich denke:
Es gibt keine Konstanten. Dazu ist der Mensch zu vielen Sinneseindrücken unterworfen. Die Mischung aus Verstand und Emotionen lassen ihn in verschieden Richtungen konvertieren.
Eines ist jedoch gewiss:
Der Mensch ist neugierig! Sein Forscherdrang ist ungebrochen. Er will immer weiter hinaus. Hinter allem einen Sinn suchen. Hinter all dem steckt ein Bewusstsein. Der Mensch aber ist der Untergang seiner selbst!
Mondin am 18. Juni 2009 13:59 Ist das nicht unser Wachstumsbedürfnis? Also auch ein Trieb? Auch Tiere sind sehr neugierig und forschen ihre Umgebung aus? Warum ist der Mensch der Untergang seiner selbst? Das versteh ich nicht? Es gibt viele menschen, die mit ihrem Leben dazu beitragen, die menschheit zu erhalten und von ihrer Pupertätsphase in die Erwachsenenwelt zu führen.
HeymM am 18. Juni 2009 19:44 Wachstumsbedürfnis? Wachstum wohin? Wachstum um jeden Preis? Welches Recht haben wir uns ungefragt zu verbreiten und unsere Lebensgrundlage zu entziehen? Welches Recht haben wir unserer nächsten Generation solch eine unwideruflich zerstörte Welt zu hinterlassen?
Welches Recht haben wir zu töten, ob Mensch oder Tier?
Welchen Sinn hat unser Dasein gehabt? Um solch armseliges Erbe zu hinterlassen?
Die meisten Menschen werden genau so weiterleben wie sie es schon immer getan haben: Rücksichtslos, kompromisslos, egoistisch. Das hat die Erfahrung der Vergangenheit und auch der Gegenwart gelehrt. Wir sind nicht bereit Opfer zu bringen die uns einen Nachteil verschaffen könnten. Wir sind nicht bereit über uns hinaus zu wachsen, um zu sehen was passiert und was passiert ist. Hin und wieder bilden wir uns ein wir wären die herrschende Rasse auf diesem Planeten. Doch wir sind Nichts. Alle Errungenschaften in Wissenschaft und Medizin, in Soziologie und Philosophie sind bedeutungslos solange wir nicht begreifen was wir uns hier antun.
Bernhard63 am 18. Juni 2009 14:31 Nehmen wir als Beispiel das Gesicht: vergleicht man Bilder eines Menschen aus den unterschiedlichen Altersstufen: Baby, Kleinkind, Schulkind, Jugendlicher, junger Erwachsener, usw. bis ins Kreisenalter, so kann man diesen Menschen über bestimmte Formen immer wieder identifizieren, es gibt Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen trotz Veränderung. Diese Erkenntnis muss man doch auch auf den Verstand und die Emotionen eines Menschen übertragen können, oder?
Mondin am 18. Juni 2009 15:35 Ich habe meine Oma sterben sehen, als sie verstorben war-war genau der Teil weg- der sie immer verband mit den Bildern einer jungen Frau, einer Frau reiferen Alters und dieser alten Frau die vor mir lag. Seit diesem Tage glaube ich an die Seele. Aber ich denke dass sich die Seele nicht durch Charaktereigenschaften beschreiben lässt. Auch mit unserer Logik nicht, dass ist das flashce Werkzeug. Die Seele erfährt man durch Yoga und Meditation.
Bernhard63 am 19. Juni 2009 00:53 Ich finde dein Beispiel von deiner Oma sehr bewegend.
Das ist eine der Hauptfragen der Philosophie und wohl auch der Psychologie - nach dem Selbst, dem Subjekt, dem Ich, der Person usw.
Descartes meinte, es sei das Denken. "Ich denke, ich bin"
Bernhard63 am 18. Juni 2009 23:07 Am Denken erkenne ich nach Descartes dann auch das Wesen eines Menschen. Aber da wir Menschen keine Gedanken lesen können, muss es wohl das geschriebene oder gesprochene Wort sein. So nach der Bilbel: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott ...“?
Das läuft anders bei Descartes - nämlich über Täuschung. Wir können uns über alles täuschen, doch im Täuschen selbst denken wir noch. Aus dem Prozeß des Denkens können wir nicht aussteigen. Und selbst bei allen möglichen Täuschungen bleibt das aufrecht.
Gott hat er letztlich mitgedacht - z.B. in den mit Geburt mitgegegebenen Ideen, den "ideae innatae".
Bernhard63 am 23. Juni 2009 11:06 Wir merken also nicht das wir uns Täuschen, oder wie ist das gemeint? Und wie ist es dann mit einer Enttäuschung, wenn also eine Täuschung aufgedeckt wird? - Ich glaube ich lese jetzt erstmal Descartes, dann kann ich beser Fragen! :-)
jeder mensch ist gottes kind, sein leben lang und das ist auch letztlich seine unantastbare würde. wer im mitmenschen gottes kind sieht, führt keine kriege mit ihm.
Bernhard63 am 18. Juni 2009 14:38 Danke für diese weisse und gute Antwort. Die Gotteskinder sind aber nicht alle gleich, sie unterscheiden sich in Aussehen und Art, das ist mein Thema. Wie kann man die Einzigartigkeit, das Wesentliche, das was Jeden von den Anderen Menschen unterscheidet beschreiben?
HeymM am 18. Juni 2009 19:32 Gottes Kind? Unantastbare Würde? Wo lebst Du denn?
Schau mal über den Tellerrand und Du wirst sehen wie oft auf dieser schönen Welt die Unantastbarkeit bei "Gottes" Kindern einfach gebrochen wird. Wo Kinder an der Waffe ausgebildet werden um im Gottes Namen Kriege zu führen und dabei elendig verrecken.
Wo Kinderarbeit Gang und Gebe ist. Wir es aber nicht sehen, es aber mit dem Kauf von Billigprodukten unterstützen.
Die Reichen Rüstungsindustrien Waffen an die Dritte Welt verkaufen. Waffen mit denen Kinder sich gegenseitig umbringen.
Also wo um alles in der Welt werden Kinder als Gottes Kinder gesehen? Lächerlich diese Heuchelei!

Naja, da gibt es vieles, die Außenwirkung eines Menschen, die Summe seiner Taten und Untaten...
Bernhard63 am 18. Juni 2009 14:50 Also kann ich den Menschen an seinen Taten bzw. unterlassen Taten erkennen? Aber wie kann ich ihn erkennen, wenn er die gleiche Tat wie viele Andere begeht? Darum ist es dann wohl die Summe aller Taten, denn die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass ein anderer Mensch in allen Situationen genau gleich handelt, wie ein anderer. Für die Erkennung eines Menschen bedeutet das: ich muss sein ganzes leben sehen, aber die Menschen sind doch in jedem Lebensabschnitt unterscheidbar. Ich suche nach der Übertragung des äußerlichen Wesens auf das innere Wesen und dessen Beschreibbarkeit.
die seele ...ist eigentlich immer konstand ... ist sie gut dann bleibt sie es doch auch ist sie schlecht ... dann meistens auch !
Bernhard63 am 18. Juni 2009 15:00 Also ist das Wesen des Menschen entweder gut oder schlecht! Dualprinzip. Die Guten untereinander und die schlechten untereinander haben alle das gleiche Wesen und lassen sich im kern nicht weiter differenzieren?