Was machen, wenn Vorgesetzter einen vorführt?

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5 Antworten

Hallo Physalis990 !

Ich habe mir erneuet den Fragetext durchgelesen. Außerdem habe ich die Kommentare durchgesehen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass wir hier alle aneinander vorbeireden. Der einzige, der sagen kann, um was es wirklich geht, ist der Fragesteller. 

Die Frage hieß: "Was soll ich machen, wenn der Vorgesetzter mich vorführt?" Wenn sich jemand vorgeführt fühlt und das Gefühl hat, dass er "klein gehalten" wird, dann hat das für mich etwas mit Mobbing zu tun. Denn "Mobbing-Handlungen" sind feindliche Angriffe gegen eine oder mehrere Personen, die systematisch und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden, mit dem Ziel, die Betroffenen zu demütigen oder auszugrenzen." 

Weil ich annahm, dass der Fragesteller solche Gefühle hat, habe ich mich zu diesem Thema geäußert. Allerdings scheinen die beiden anderen Beantworter der Meinung zu sein, dass es sich nicht um Mobbing handelt, sondern sie geben Physalis990 die "Schuld" an der für ihn unangenehmen Arbeitsatmosphäre.

Da wir alle weder den Fragesteller noch seine Arbeitsplatzumgebung wirklich kennen, sollten wir auch keine bewertenden Bemerkungen machen. Fest steht doch: Physalis990 fühlt sich nicht wohl. Seelische Gefühle sind unmittelbare Wahrnehmungen. Sie sind summarische Resultate eines geistigen Abtastens der Wirklichkeit... oder dessen, was man für Wirklichkeit hält. 

" Man hat meine Gefühle verletzt. " Das ist eine Redensart, die man oft zu hören bekommt. Hier wird ein Begriff zur Zustandsbeschreibung materieller Strukturen, nämlich biologischer Körper, auf seelische Befindlichkeiten übertragen. Der Begriffff Verletzung beschreibt eine Abweichung von einem definierbaren Sollzustand. 

Illusion und Wirklichkeit

Keiner von uns hat das Recht ein Gefühl eines anderen Menschen zu bewerten. Gefühle informieren deren Fühlenden darüber wie er seine Lage einschätzt. Er hält sie für

  • beängstigend
  • bedrohlich 
  • verheißungsvoll 
  • begeisternd 
  • bedauerlich 
  • besorgniserregend 
  • ärgerlich 
  • verzweifelt 
  • demütigend 
  • schändlich  oder
  • erheiternd.  

Es sind nicht die Impulse, die unsere Gefühle machen

Gefühle sind innerseelische Erscheinungen. Sie entstehen im Inneren und werden dort erkennbar. Nicht jeder will jedes Gefühl aber als eigenes Produkt erkennen: entweder, weil es ihm unannehmbar erscheint oder weil er die Verantwortung nicht dafür übernehmen will. 

Gefühle lenken die Aufmerksamkeit im Grundsatz nach innen. Dadurch erhöhen sie das Selbstbewusstsein.

Achtsam durchlebte Gefühle steigern in der Folge die Selbstsicherheit. 

Das

Potenzial der Gefühle zur Transformation seelischer Grundmuster

kommt aber nur dann ungestört zum Zuge, wenn man sie bewusst durchlebt. Und du solltest akzeptieren, dass

Gefühle nur von dir selbst ab hängen

. Es sind nicht die Impulse, die unsere Gefühle machen, sondern unsere Gefühle entstehen dadurch, wie wir auf diese Impulse reagieren.

Ich habe versucht, dir

Physialis990

zu sagen, dass du dich

nicht als Opfer

sehen solltest, sondern als jemanden, der seine Gefühle zu analysieren versucht und dann besser kommunizieren kann. Zum Schluss noch ein paar Kommunikationstipps:

1.Bereite dich gut vor: Mache dir deine Ziele klar und bereite dich inhaltlich vor. Überlege dir auch eine Gesprächsstrategie und einen dir möglichen Verhandlungsrahmen. 

2. Behalte deine Ziele im Auge : Hast du deine Ziele auch während des Gesprächs im Auge, kannst du dich auf das Wesentliche konzentrieren und eingreifen, wenn das Gespräch abschweift.

3. Bemühe dich um eine partnerschaftliche Einstellung : Sie dein Gegenüber als gleichberechtigten Partner, der genauso viel wert ist wie du, der genauso ein Recht auf seine eigene Meinung hat, der genauso seine Stärken und Schwächen hat. Sieh ihn einfach als Menschen. 

4. Erst verstehen, dann verstanden werden : Höre dem anderen wirklich aktiv zu und denke dich in seine Situation hinein. Denn wenn er das Gefühl hat, verstanden zu werden, dann wird er auch er dir eher zuhören. 

5. Lass dich nicht „zuschütten“ : Mache deutlich, wenn dein Partner zu viel spricht. Stoppe ihn freundlich, z.B. so: „Warten Sie bitte mal kurz! Ehe ich es vergesse... Dazu fällt mir Folgendes ein…" Alternativ signalisiere Langeweile. 

6. Lass dich nicht unterbrechen: Wenn du unterbrochen wirst, sag z.B.: „Einen Moment noch. Lassen Sie mich das kurz zu Ende bringen…“ Es lohnt sich, solche Situationen mit einer vertrauten Person zu üben.

7. Fass dich selber kurz: Die meisten Menschen schalten nach 30 Sekunden ab und hören nicht mehr zu. Fasse dich also kurz und versuche, deine Botschaften so knapp und so schnell wie möglich zu präsentieren.

8. Frag nach, wenn du etwas nicht verstanden hast : Nachfragen ist besser als am Ende das Wesentliche nicht mitbekommen zu haben, weil man es nicht getan hat. Ein guter Satz zum Nachfragen: “Eines habe ich dabei noch nicht so ganz verstanden".

9. Verwende eine klare und bildhafte Sprache : Rede in Bildern, gib viele Beispiele und rede in Metaphern. Sie transportieren eine Nachricht viel besser als eine abstrakte Erklärung. Sprich dabei trotzdem klar und deutlich und in kurzen Sätzen.

------- Die Tipps habe ich gefunden auf der Internetseite:

http://www.zeitzuleben.de/10-praxistipps-fur-erfolgreiche-gesprache/ ---------

Hoffentlich konnte ich dir ein paar Anregungen geben, damit du besser klar kommst. Übrigens kannst du unter der o.g. URL noch weitere Tipps finden.

Ich wünsche dir viel Erfolg und wünsche mir, dass du genug Energie hast, deinen Frust zu überwinden und kreativ zu werden !

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Wo Menschen auf engstem Raum arbeiten, über Jahre oder sogar Jahrzehnte, entsteht ein Reizklima. Man kann sich die Kollegen meist nicht aussuchen, lernt einander aber sehr gut kennen. Oft zu gut. In so einer Zwangsgemeinschaft wachsen auch Rivalitäten und echte Feindschaften. Bleiben offene oder schwelende Konflikte ungelöst, kann das Betriebsklima empfindlich leiden.

Kleine Frotzeleien und Spitzen sind Teil des Arbeitslebens. In manchen Unternehmen kommt es jedoch zu perfidem Tratsch, gezielt werden Gerüchte gestreut, einzelne Mitarbeiter wiederholt erniedrigt und von einer ganzen Gruppe unter Druck gesetzt - bis sie sich völlig ausgeliefert fühlen und ihren Job als Hölle empfinden. Die Folgen sind oft schwer: Dauerstress, Wut, das Einbüßen des Selbstvertrauens bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen oder Suizidgefahr.

Die Grenze zwischen Alltagskonflikten und Mobbing ist fließend. Die Definition des Mobbing-Experten Dieter Schlund lautet: "Mobbing-Handlungen sind feindliche Angriffe gegen eine oder mehrere Personen, die systematisch und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden, mit dem Ziel, die Betroffenen zu demütigen oder auszugrenzen." Das sollte niemand hinnehmen, sondern sich aus der Opferrolle lösen und Unterstützung suchen.

Bei Angriffen auf die Persönlichkeit haben Arbeitgeber viele Reaktionsmöglichkeiten. Zunächst können sie in Einzelgesprächen versuchen, die Lage zu klären, und Mobber ermahnen. Braucht es ein Gespräch zwischen allen Beteiligten, kann ein neutraler, externer Moderator oder eine Mediation sinnvoll sein.

Manchmal ist Mobbing Chefsache

Ebenso kann ein Arbeitgeber klare Regeln aufstellen, was als angemessenes Verhalten gilt, und die Belegschaft durch Schulungen und Seminare für das Thema sensibilisieren. Geht es mit dem Mobbing weiter, kommen Abmahnungen und Versetzungen in Betracht. Oder eine Kündigung, sofern sich ein Arbeitnehmer von nichts und niemandem abschrecken lässt.

Konfliktklärung zählt zweifellos zu den Führungsaufgaben. Bisweilen allerdings, in besonders üblen Unternehmen, ist Mobbing geradezu Teil der Führungskultur. Besonders schwierig ist die Situation, wenn Vorgesetzte ein Klima täglicher Herabsetzungen dulden, indem sie weghören und wegsehen. Oder wenn sie sich sogar an Attacken auf Mitarbeiter beteiligen. Ist der Chef der Aggressor, sprechen Mobbing-Experten von "Bossing", bei Angriffen von Untergebenen gegen ihren Chef von "Staffing".

Neben Beratungsstellen oder dem Betriebsrat sind Vorgesetzte die wichtigsten Ansprechpartner. Denn ein Unternehmen muss Mitarbeiter vor systematischen Anfeindungen und Verletzungen ihrer Würde schützen. Das liegt nicht nur im Eigeninteresse des Arbeitgebers, um etwa lange Ausfallzeiten zu vermeiden - es ist auch Teil seiner Fürsorgepflicht.

Rechtlich steht Mitarbeitern eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, um sich gegen Mobbing zur Wehr zu setzen. Wenn der Arbeitgeber gar nichts oder deutlich zu wenig unternimmt, um Übergriffe zu verhindern, können sie ihre Arbeitsleistung zurückbehalten und zudem Schadensersatz geltend machen, gegenüber Mobbern wie auch dem Unternehmen.

Damit gehen sie jedoch ein hohes Risiko ein. Denn solche Ansprüche rechtlich durchzusetzen, ist ausgesprochen schwierig. Systematische Schikanen müssen Arbeitnehmer dokumentieren und durch Zeugen belegen können, den Zusammenhang zu psychischen und physischen Folgen beweisen. Richter verlangen stets detaillierte Nachweise - für die Linderung menschlicher Tragödien oder die Wiederherstellung der Ehre sehen sie die Justiz eher nicht zuständig.

Wichtige Urteile und ihre Folgen -----> mehr unter der URL http://m.spiegel.de/karriere/a-1050216.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=android-app://com.google.android.googlequicksearchbox
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Kommentar von Hideaway
14.11.2016, 18:51

Eine sehr schöne und lehrreiche Ausführung.

Eine Frage stellt sich mir allerdings: Was hat das alles mit der Frage zu tun?

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Das ist doch alles ganz normal. Führungskräfte bestimmen die Strategie, setzen die Eckpunkte und machen die Vorgaben. Vorgesetzte der niedrigeren Ebene sorgen dafür, dass dieses sinnvoll und effizient umgesetzt wird; sie leiten an, koordinieren, kontrollieren und berichten nach oben. Die darunter Stehenden haben dann nach diesen Vorgaben zu arbeiten, wobei Eigenverantwortlichkeit, Initiative, Sachkenntnis, Effizienz und Tüchtigkeit erwartet werden.

Auch in wöchentlichen Routine... Vorgesetzter äußert, "da müssen wir überlegen, wie wir das anstellen.. was meinen Sie, wie würden Sie das machen"... ich wurde total nervös, da ich für solche Fragestellungen am besten alleine bin, um mir etwas zu überlegen

Bei diesen Gegebenheiten erwartest du ernsthaft, Zugang zu Besprechungen der Führungsebene zu bekommen? Dieser Kreis wird ohnehin möglichst klein gehalten und schließt üblicherweise maximal zwei Hierarchieebenen ein. Sonst wird es nämlich zu einer Betriebsversammlung.

Auch der direkte Kontakt zu Unternehmensberatern im Haus wird mir nicht gewährt (Zitat: "und wenn sprechen Sie nicht alleine mit dem Berater, da bin ich dabei")

Das wird wohl auch seine Gründe haben (auch, wenn du sie nicht verstehst).

die Arbeit jedoch, die quasi in diesen Terminen beschlossen wird ("Auftrag kommt von oben"), muss am Ende ich machen

Dafür wurdest du sicherlich auch eingestellt. Oder hast du die Position einer Führungskraft?

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Kommentar von Physalis990
14.11.2016, 18:47

Auch der direkte Kontakt zu Unternehmensberatern im Haus wird mir nicht gewährt (Zitat: "und wenn sprechen Sie nicht alleine mit dem Berater, da bin ich dabei")

Das wird wohl auch seine Gründe haben (auch, wenn du sie nicht verstehst).

Nach dem Motto ich blamiere?

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Das ist schwer.

Muß mal ganz "hinterfurzig" fragen, ob du ihn nicht mal auflaufen lassen kannst?

Darf natürlich kein Schaden für die Firma dabei rauskommen.

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Kommentar von Physalis990
14.11.2016, 18:06

und wie? Das ist immerhin der Vorgesetzte und ich ein "kleines Licht" (dagegen)

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Kommentar von Hideaway
14.11.2016, 18:48

@Ningh, aus welcher fremden Galaxie kommst du eigentlich?

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Auch in wöchentlichen Routine... Vorgesetzter äußert, "da müssen wir überlegen, wie wir das anstellen.. was meinen Sie, wie würden Sie das machen"... ich wurde total nervös, da ich für solche Fragestellungen am besten alleine bin, um mir etwas zu überlegen und fühlte mich bloßgestellt vor den anderen 7 Kollegen (auch noch aus einem anderen Fachbereich), die an der Routine teilnahmen.

Ganz ehrlich? Dein Chef bietet Dir durch die direkte Ansprache im internen JF doch eine tolle Möglichkeit Deine Kompetenz zu präsentieren. Statt diese Bühne dankbar anzunehmen fühlst Du Dich vorgeführt. Dabei gibt er Dir damit die Chance zu zeigen dass Du es drauf hast.

Solange Du es in den internen Meetings nicht schaffst hier Deine Sicht der Dinge und Deine Ideen zu präsentieren kann er Dich nicht mitnehmen in Meetings mit externen Beratern. Denn da sitzt man nicht zum Zuhören drin sondern muss aktiv teilnehmen.

Wenn Du selbst sagst Du arbeitest nur für Dich alleine gut dann beklage Dich nicht dass Du in die Meetings nicht mitgenommen wirst.

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Kommentar von Physalis990
14.11.2016, 18:18

Das Problem ist, dass er immer sagt "wir haben gemacht, wir müssen überlegen"..obwohl ich die Arbeit habe. Und mein Ergebnis stellt er dann vor und ich bin nicht dabei! Das ist doch unfair.

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