Frage von NadasbinICH, 134

Schloss kaputt: Muss der Vermieter das Schloss ersetzen?

Vergangenen Sonntag um ca 3:25 kam ich nach Hause, freute mich einfach nur schlafen zu gehen. Stecke den schlüssel ins Schloss, möchte die Türe auf sperren und habe nur noch einen Teil meines Schlüssels in der Hand. Was macht man um die Uhrzeit? -> Schlüsseldienst rufen. Der Nette Herr vom schlüsseldienst hat mehrere Dinge probiert um die Türe so zu öffnen. versuchte mit einem Schrauben Dreher das schloss drehen zu können, funktionierte nicht. Er versuchte es mit einer öffnungskarte. Weil er hoffte, dass ich den schlüssel noch so weit drehen konnte um das schloss zu öffnen aber nicht mehr die Türe. Ging nicht. Der Riegel stand immer noch offen. Also blieb nichts anderes übrig und er holte den Zylinder raus. Versuchte dann im einsteckschloss die Türe zu öffnen. Dies gelang irgendwann.

Zuerst holte er einen neuen Zylinder, setzte diesen sein. Die Türe ließ sich mit dem neuen zylinder abschließen aber nicht auf schließen.

Schlussfolgerung: Das Einsteckschloss ist kaputt. Also neues einsteckschloss eingesetzt. Und siehe da. Die Türe lässt sich super einfach öffnen&schließen. Wurde aber darauf hingewiesen mit einem Paragraphen, dass es kein eigenverschulden war, sondern wegen des einsteckschlosses. Das schrieb er mir auch auf die Rechnung, damit ich diese meinem Vermieter einreiche.

Ebenfalls ließ er mir den Zylinder& Einsteckschloss hier um nachweisen zu können, dass es defekt ist. Und seine Rufnummer, falls ich ein Bericht über den Vorfall bräuchte.

Jetzt stellt sich mir die Frage, nachdem mein Vermieter mir vorwirft dass ein Schlüssel nicht einfach so abbricht (ist es mir bisher auch noch nie! Und Kraft bei 45 Kilo habe ich glaube ich auch nicht genug um Morgens früh mutwillig einen Schlüssel aus Spaß an der Freude ab zu brechen). Und dass ich an eine komische Firma geraten sei wegen den hohen kosten. Klar sowas kann immer mal passieren. Aber aus dem Grund wurde ich gebeten beim Verbraucherschutz an zu rufen. Dies habe ich getan. Die Dame am Telefon sagte, dass man die Rechnung prüfen kann. Allerdings bei den ausgetauscht teilen, und sonstige angefallenen kosten ihr das im " erlaubten" Bereich läge. Sie hat mich dann aber mit der Stelle für Mietrecht verbunden um zu klären ob ich diesen Schlüsseldienst nun Zahlen muss oder meiner Vermieterin vorlegen kann. Auch an dieser Stelle sagte man mir, dass es gut ist, dass der Herr vom Dienst auf die Rechnung geschrieben hat: Schlüssel abgebrochen, da einsteckschloss defekt ist. Es sich somit nicht um eigenverschulden handelt. Im Laufe des Gespräches sagte ich, dass er mir die Teile auch extra da gelassen hat. Sie freute sich und sagte, dass ich dieses schloss, wenn es hart auf hart kommen sollte als "Beweismittel" nutzen kann. Meinen Vermieter über die Tatsache Informiert, was mir gesagt wurde. Jetzt möchte man vorbei kommen, die Rechnung haben und das Schloss mit nehmen um selber danach zu gucken.

Was mache ich jetzt am besten?

Wo geht man da hin? Anwalt?!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MissRatlos1988, 70

Ja Anwalt. Meistens hilft es schon, wenn der Anwalt nur ein Schreiben hin schickt. Dann geben die meisten schon klein bei.
Viel Erfolg!

Kommentar von schelm1 ,

Kassiert so ein Vermeiter nicht über Jahre hinweg vom Mieter  Kaltmiete, aus der er dann ausgiebig kostenträchtig gegen den Mieter prozessiseren kann?

Kommentar von Genesis82 ,

Nein, die Miete kassiert er, um die Kosten der Wohnung zu decken und einen kleinen Profit zu haben. Man legt sein Geld ja auch nicht auf einem Sparkonto an, um dann von den Zinsen gegen die Bank zu prozessieren.

Antwort
von Genesis82, 50

Hier sollte vielleicht erstmal geklärt werden, warum das Schloss kaputt ist! Ist es einfach im Laufe der Jahre verschlissen? Dann ist es eindeutig Vermietersache. Oder ist es z.B. bei einer durch den Mieter durchgeführten Renovierung verstaubt und wurde hinterher nicht gereinigt bzw. gefettet/mit Graphit behandelt? Oder ist gar Farbe ins Schloss gelaufen?

Wenn dieser Fall bei mir auftauchen würde und mein Mieter mir die Rechnung von 600 Euro präsentieren würde, würde ich auch nicht ohne weiteres zahlen sondern erstmal gründlich prüfen, ob das alles so gerechtfertigt ist. Das muss nicht gleich mit einem Anwalt sein, aber einen Fachmann würde ich schon zur Hilfe nehmen.

Kommentar von NadasbinICH ,

Meine Antwort kommt sehr spät. 

War länger nicht in diesem Forum.

Trotzdem mag ich dazu noch eine Antwort geben, falls es auch jemanden mal passieren sollte. 

Alle Unterlagen, die ich nun zusammen Hatte: Vom Verbraucherschutz die Bestätigung über Richtigkeit der Rechnung, das einsteckschloss ließ ich in einem Fachhandel Prüfen und darüber ein Gutachten erstellen (denn nein. Renoviert habe ich die Wohnung von meinem Vermieter bekommen.. Er hatte dies selber gemacht. Es lag einfach an der Langjährigen Nutzung. Man geht davon aus, dass während des aufschließens ein Teil im Einsteckschloss gebrochen ist und durch die Wucht, die entstanden ist der Schlüssel abgebrochen ist.. Wenn ich es so richtig verstanden habe Haha), ein Gutachten des Schlüsseldienstes erhielt ich auch. 

Trotzdem weigerte man sich. 

Alssooo nahm ich noch mal mit dem Mietrecht Kontakt auf. Dort wurde wieder ans Herz gelegt um ein gutes MietVerhältnis zu wahren die Kosten aufzuteilen. 

Dies lehnte man EBENFALLS ab. 

Daraufhin bat ich einen bekannten  (Anwalt) um Rat. Dieser ging meinen Mietvertrag durch, da in die Kleinreperaturklausel Türen, Türschlösser, Fenster und Fensterrahmen mit inbegriffen sind eingetragen sind und der vermerk: Kosten bis zu 50€ habe der Mieter zu zahlen. Alles darüber hinaus der Vermieter und sprach mir gute Chancen aus. 

Mietvertrag, Vernraucherschutz Prüfung, Gutachten des Fachhandels, Gutachten des schlüsseldienstes UND ein Schreiben von Ihm mit allen Fakten über das nicht austauschen oder Kontrollieren alter Schlösser 

Wurde mir wenige Tage später das Geld auf mein Konto überwiesen. 

Ebenfalls wurden ca. 2 weitere Wochen alle Türschlösser im Haus ausgewechselt. 

Also. Man muss nur Hartnäckig bleiben, wenn man kein eigenverschulden hat. 

Antwort
von schelm1, 57

Sie können zum Anwalt gehen und das Ganze mit ungewissem Ausgang rechtlich klären lassen. Um welche "Unsummern" handelt es sich denn da und lohnt im Hinblick auf das Anwalts- und Gerichtkostenwagnis, von dem Sie niemand hier freisprechen kann, ein Verfahren!?!

Kommentar von NadasbinICH ,

Es ist tatsächlich eine Summe von 600€

Bestehend aus Monteurkosten, Nacht-/Feiertags und Wochenendzuschlag von 100%

Einsatzpauschale jede weitere 15 min. Insgesamt war er eine knappe Stunde da. 

Dann der Zylinder und das Einsteckschloss. 

Und zu guter letzt, was mich echt aus den Socken gehauen hat und ich 3x nach gerechnet hab -> Die Mehrwertsteuer!!! 

Aber wie hier schon geantwortet wurde. Vll. reicht ein einfaches Schreiben vom Anwalt?! 

Kommentar von Georg63 ,

600 Euro???? Und diesen Wucherpreis hast du bezahlt?

Da würde es mich arg wundern, wenn der Vermieter auch nur die Hälfte davon bezahlt.

Wenn du 150 Euro bekommst, bist du gut dran.

Kommentar von Genesis82 ,

Warum hat dich die Mehrwertsteuer aus den Socken gehauen? 19% Mehrwertsteuer sind in so einem Fall immer zu zahlen, da kann der Monteur auch nichts dran ändern.

Antwort
von beangato, 38

ICH würde sofort einen Anwalt einschalten.

Ein Schlüssel kann schon mal einfach abbrechen.

Kommentar von Georg63 ,

und wer bezahlt den Anwalt?

Kommentar von NadasbinICH ,

Joa. Man hätte mein Gesicht dazu sehen müssen, als ich den Rest vom Schlüssel in der Hand hatte. 

Wusste halt nicht, ob ein Anwalt dann direkt zu viel des Guten ist. 

Antwort
von DerGriesgram, 41

Sprich noch mal mit deinem Vermieter, meiner Auffassung nach müsste er das bezahlen, weil das Schloss zur Wohnung gehört und dessen Defekt ursächlich für das Abbrechen des Schlüssels war. Außerdem ist es bei einem defekten Schloss nebensächlich ob der Schlüssel nun abgebrochen im Schließzylinder steckt oder nicht. Der Aufwand für die Türöffnung bleibt ungefähr gleich. Du darfst dem Vermieter (falls der mit "man" gemeint ist) natürlich nicht deine "Beweismittel" aushändigen. Die Sache scheint wohl auf "Anwalt" herauszulaufen.

Kommentar von NadasbinICH ,

Ich habe ja heute Mittag mit meinem Vermieter gesprochen. 

Bei dem Satz der mir beim Mietrecht gesagt wurde: es ist kein eigenverschulden... 

-> Wurde ich unterbrochen und gefragt, wessen verschulden es denn dann bitte war. 

Ich:des defekten türschlosses! 

Und ja mit "man" ist mein Vermieter gemeint. Vor allem ist er nicht vom schlüsseldienst oder ähnlichem. Und möchte sich selber über die Funktion vergewissern haha. 

(Um es dann reparieren zu lassen und mir dann zu sagen: es ist ganz?).. 

Ach. Beide stellen sowohl vom Verbraucherschutz als auch Mietrecht sagten:vll. Können Sie sich dazu bereit erklären um das ganze nicht hoch zu schaukeln wenigstens einen Teil zu bezahlen. Ansonsten dürfen Sie die Miete sofern zurück halten bis der Betrag beglichen ist. 

Aber selbst auf das Angebot sich zusammen zu setzen in wieweit man die Kosten teilen könnte will man nicht drauf eingehen. 

Antwort
von Georg63, 34

Mach dir eine Kopie der Rechnung, fotografiee das Schloss von allen Seiten und lass dir die Übergabe von beidem quittieren.

Kommentar von schelm1 ,

... und dann fließt automatisch Geld - oder wie?

Kommentar von Georg63 ,

Eins nach dem anderen ....

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