Frage von rotesand, 54

Was machen bei Unklarheit eines Autos aus Erbmasse?

Guten Abend!

In meinem Bekanntenkreis ist ein (verwitweter) Mann gestorben, der einen 19 Jahre alten Audi A6 C4 mit rund 250.000 Km hinterlassen hat.. ein ziemlich verwittertes & nicht gerade gepflegtes Auto, eher eine Art Winterauto mit ich glaube einem halben Jahr TÜV und so.. Das sorgt trotzdem für Stress unter den Hinterbliebenen.

Der Sohn des Verstorbenen will den A6 nämlich günstig an einen seiner Kumpels der Interesse hätte (Winterauto) loswerden, sein Schwager aber möchte den Audi im Netz versteigern.. und man ist aus diesem Grund total zerstritten. Der Sohn der den A6 preiswert verkaufen will ist mein Kollege & klagte mir heute sein Leid, keiner weiß was man machen soll.

Der Schwager will das Auto teuer verkaufen & Geld damit machen, der Sohn des Mannes der den A6 fuhr möchte das nicht und hat das Auto schon seinem Kumpel so gut wie versprochen. Die beiden Parteien werden sich nicht einig, die Frauen stehen dazwischen & halten sich raus. Mein Kollege ist total fertig.

Was kann man hier machen? Es belastet meinen Kollegen total & er fragte mich um Rat, aber ich konnte ihm aus'm Stegreif auch nicht wirklich helfen.. was habt ihr an Ratschlägen?

Wäre klasse, vielen Dank & 'nen schönen Abend noch :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von holgerholger, 54

Die erste Frage wäre doch: Wer hat das Ding geerbt? Der kann es verwerten. Gibt es mehrere Erben, dann müssen sie sich einigen. Also vermutlöich der Sohn des Verstorbenen und seine Schwester. Der Schwager hat nichts zu bestimmen. Und nebenbei: Waswill er denn von einem 19 Jahre alten Auto mit 250000 Km an Schätzen rausholen? 500 € wäre doch schon viel. 

Kommentar von rotesand ,

Danke für den sinnvollen Kommentar :)

Das Auto haben rechtmäßig neben dem anderen Besitz des alten Herrn Sohn und Tochter (also die Frau des Schwagers) geerbt. Die Tochter erhebt auf den Audi keinen Anspruch bzw. ihr ist es egal, der Sohn möchte ihn dem Kumpel verkaufen.

Kommentar von rotesand ,

Der Audi sollte für 600 Euro an den Kumpel gehen, der hat soviel geboten nach Besichtigung.. und das wäre für meinen Kollegen vollkommen okay. Der Schwager meint, mindestens das Doppelte will er aber schon haben, so sagte es zumindest mein Kollege.. das Argument: Es ist ja 'nen Sechszylinder der mal 60000 Mark kostete ;)

Kommentar von IRENEBOA ,

Der Schwager scheint einen ausgezeichneten Sinn für Humor zu haben ... der Kommentar ist ja wirklich witzig.
Er möchte sich doch bitte mal bei einschlägigen Plattformen umschauen - mobile.de, autscout24 usw. DORT werden Audi A6 mit ca. 160.000 km Laufleistung angeboten für (Trommelwirbel...) ...  200 Euro!

Kommentar von rotesand ,

Das muss ein ziemlich unfähiger "Labbeduddel" sein.. ich habe das schon immer wieder von meinem Kollegen erfahren, was der Schwager für Zeug losgelassen hat.

Ich halte das "Argument" mit dem Sechszylinder & dem Neupreis auch für Quatsch.. mein Mercedes kostete vor rund 20 Jahren auch an die 50000 Mark & ist heute reell vllt. 1500 Euro wert --------> und dafür muss man erstmal 'nen Käufer finden ;)

Kommentar von holgerholger ,

@rotesand: Der Schwager hat aber in dieser Beziehung nichts zu sagen. Er ist ja nicht der Erbe. Die Schwester muss das entscheiden. Und der Schwager sollte mal auf mobile.de gehen: Die 600 € sind schon ein ordentlicher Preis. Bei aussergewöhnlich gutem Zustand wäre ein wenig mehr drin, den hat das auto aber nicht. Eine abgerockte Schüssel mit dem BAujahr und der LAufleistung gibts auch schon für 200 €. Der Neupreis ist nur ein Indiz dafür, wieviel der Neuwagenkäufer hinlegen wollte, um seine Nachbarn zu beeindrucken.

Antwort
von IRENEBOA, 49

Ich würde mich zu einem Beratungsgespräch bei einem auf Erbsachen spezialisierten Anwalt begeben - und dort zuerst einmal ganz die Erbfolge erfragen. Ich würde annehmen, dass der Sohn des Verstorbenen Vorrang vor dem Schwager hat. Es wäre auch generell in diesem Fall nicht schlecht, zu wissen, wer hier zuerst „das Sagen“ hat, denn andernfalls verkauft der Schwager schlimmstenfalls lustig auf eigene Faust und in die eigene Tasche. Überhaupt wird doch in der Regel abgewartet, was das Testament besagt bzw. wie das Erbe mit Pflichtteilen usw. verteilt wird, oder irre ich mich da? Er soll sich da nicht unter Druck setzen lassen; im Prinzip weiß er jetzt, wo er mit dem Schwager dran ist, auch wenn das nun eine unerfreuliche Situation ist.

Kommentar von rotesand ,

Lieben Dank :)

Das Auto haben wiegesagt rechtmäßig Sohn und Tochter (also die Frau des Schwagers) geerbt. Die Tochter erhebt auf den Audi keinen Anspruch bzw. ihr ist es egal, der Sohn möchte ihn dem Kumpel verkaufen. Der Schwager will ihn ins EBay setzen bzw. anderswo inserieren.. und das sorgt ordentlich für Zündstoff.

Danke für den Tipp mit dem Anwalt..! Ich habe dem Kollegen schon geraten vllt. einen Fachanwalt oder die Rechtsberatungsstelle aufzusuchen, aber das schlägt er vorerst aus, weil er dafür weder die Kraft hat (der Vater ist vor zwei Wochen gestorben) noch Lust hat, sich mit dem Schwager komplett zu zerstreiten.

Kommentar von IRENEBOA ,

... noch Lust hast, sich mit dem Schwager komplett zu zerstreiten.

Naja, der Zug ist abgefahren, denn Aktionen wie die des Schwagers hinterlassen Narben und können nicht einfach mit einer halbherzigen Entschuldigung vergessen gemacht werden. Das ist immer wieder bitter, aber nun weiß er auch, wie der Wind weht.

Kommentar von rotesand ,

Das stimmt auch wieder.

Die beiden hatten wohl noch nie (ich kenne den Schwager nicht persönlich, habe den nur 1-2mal gesehen) ein inniges Verhältnis.. sowie ich erfahren habe, da gab's in den letzten Jahren immer wieder mal Zoff, es ging meist um nichtige Kleinigkeiten.

Viel ist da nicht mehr zu machen aber mein Kollege meinte heute so zu mir, er will mit denen zumindest noch reden können selbst wenn man nicht gut miteinander ist.. wenn man sich ganz zerstreitet wäre ihm das noch schlimmer. Er ist ein relativ weicher Charakter, was der Schwager gnadenlos ausnutzt.

Das mit dem ollen Audi ist nur die "Krone" des Ganzen.

Antwort
von Interessierter7, 13

sich wegen dieser alten möhre zu verstreiten ist das lette. das zeigt nur, wie wenig zusammenhalt in dieser fa,ilie herrscht. Streit ums geld , wie erbärmlich ! Würd mich raushalten, dein kumpel soll es auch tun. Es geht gegen die würde des verstprbenen. Einfach peinlich.

Kommentar von rotesand ,

Sehe ich exakt so wie du.. ist schon traurig, sich wegen 600 Euro so zu kabbeln & zeigt, wie sehr die Gier nach einem bisschen Geld manchmal die Leute aufhetzen kann. Ohne großmütig zu klingen wären mir persönlich dieser Betrag schlicht keinen Streit wert..! Da lohnt es sich doch nicht.

Antwort
von DeathMagicDoom, 26

Wenn beide Geschwister gemeinsam geerbt haben, gehört ihnen der Wagen gemeinsam und auch ein Erlös ist zu teilen. Wie der Wagen zu veräußern ist, müssen sie sich einigen.

Ich würde ehrlich gesagt den schnelleren Weg gehen und das Auto direkt vor Ort an jemand verkaufen, den man kennt. Was man im Netz dafür erzielt und was man dann für Typen vor der Haustür stehn hat, weiß man nicht

Kommentar von rotesand ,

Exakt diese Lösung fände mein Kollege auch am besten. Gerade aus diesem Grund; ich hab' leider in meinem Umfeld so einiges mit alten Autos erlebt.. Spitze des Eisbergs war 'nen Opel-Kadett bei dem der Käufer beim Verkäufer nach einem halben Jahr mit angeblichen Defekten ankam die gar nicht stimmten nur (was später rauskam) weil er seine Arbeit verlor & Geld machen wollte.. er forderte damals den Kaufpreis des Kadett (500 Euro glaube ich) zurück. Und als ich meinen Audi 100 verkaufen wollte, waren auch lauter schräge Typen da, die nur am Preis drehen wollten, genauso beim Verkauf des Audi 80 meines Bruders oder bei einem Freund, der einen 15 Jahre alten 3er BMW verkaufen wollte. Da könnte man drüber lachen wenn's nicht so dreist als gewesen wäre ;)

Aber zurück zu meinem Kollegen: Seiner Schwester ist der Verbleib des Audi wiegesagt total "Banane" & ihr Mann, also dieser Schwager, meint stattdessen ihn versilbern zu müssen. Er tritt sozusagen als Pseudo-Interessenvertreter ein bzw. versucht ihre Stelle einzunehmen.

Kommentar von DeathMagicDoom ,

Hab jetzt deine anderen Kommentare durchgelesen. Nimm einen guten Rat von einer schon etwas in die Jahre gekommenen Dame an, die etwas Weisheit und Erfahrung im Leben sammeln konnte:

Stell den "kostbaren" Wagen dem "geliebten" Schwager vor die Tür (notfalls abschleppen). Wegen 600 Euro lohnt nicht, sich zu streiten!

Und dann kann der "nette" Herr sehen, wie der den Kram loswird. Der Kumpel wird für 600 Euro ein anderes Winterauto finden! Der wird das verstehen, wenn man ihm erklärt, daß aufgrund Familienstreitigkeiten der Wagen nicht mehr zur Verfügung steht.

Also ich würde es so machen. Soll er das Vehikel haben und damit glücklich werden! Und stell dir mal sein Gesicht vor, wenn ihr ihm den alten Audi direkt vor die Garageneinfahrt stellt, ihm Schlüssel und Papiere übergebt und hoch erhobenen Hauptes wieder abrauscht.

DAS kann er euch dann den Rest seines Lebens nicht mehr vorwerfen...

Übrigens seid ihr mit oder ohne die 600 Euro nicht reicher und nicht ärmer als vorher (so sehe ich das immer), aber habt eure Ruhe und das ist viiieel wert.

Kommentar von rotesand ,

Das mit den 600 Euro sehe ich ähnlich..! Das ist ein "Kleckerlesbetrag", für den es sich nicht lohnt zu streiten!

Der Audi ist im Grunde wertlos.. und den Schwager mit dieser Rostlaube zu besuchen & ihm die Papiere und Schlüssel zu geben wäre schon was -------> der Gesichtsausdruck des Mannes wäre Gold wert & er müsste diesen Schrott dann auch noch verkaufen..! Er meint ja im Ebay würde man viel Geld bekommen oder bei Mobile.. weil angeblich das ein beliebtes Auto sei :)

DANKE für deinen super guten Rat :)

Antwort
von derhandkuss, 43

Leider (!) haben Streitigkeiten unter Erben schon sehr viele Gerichte und sehr viele Anwälte beschäftigt. Letztere verdienen damit sogar gutes Geld. Hier aber einen Rat zu erteilen, der beiden Parteien gerecht wird, sollte schwierig werden.

Kommentar von rotesand ,

Trotzdem herzlichen Dank :)

Schönen Abend noch..!

Antwort
von Rockuser, 24

Ganz einfach. Die sollen das Auto Versteigern und dann wird man doch sehen, ob die 600€ , die der Kumpel dann bietet überstiegen werden. Wenn ja, kann der Kumpel ja mehr bieten. Leider sind in fast jeder Familie Querulanten, die nur Mucken und keine Ahnung haben

PS. Mein Schwager ist auch so ein Penner. Da kann man nichts machen. ;(

Kommentar von rotesand ,

Danke für den Hinweis/Kommentar --------> absolut legitim :)

Mein Kollege würde es dem Schwager jedoch NIE erlauben, den A6 zu versteigern.. weil es ihm ums Prinzip geht & der Schwager seiner Ansicht nach nix zu melden hat.. von daher wird das nicht passieren. Eine sehr gute Lösung wäre dein Vorschlag aber!

Kommentar von Rockuser ,

Noch besser. Das Erbe ist ja Prozentual. Daher sollten dann das Auto mit mindestens 600€ in die Erbmasse das Schwagers fließen. Dann ist es Schwagers Auto, und der hann machen damit, was er will. Das Auto ist zu Alt zum Streiten. Der ist fast nur noch Schrottwert. Das sind 100€.

Kommentar von Rockuser ,

Eins noch. Der Schwager hat nichts zu Melden, in dem Fall. Nicht Er ist Erbe, sondern seine Frau!!!

Antwort
von Mikkey, 39

Dem Sohn steht es frei, den Wagen zu ersteigern und seinem Kumpel zu schenken. Oder den übrigen Erben ein Angebot zu machen, etwas auf das Geld des Kumpels draufzulegen.

In einer Erbengemeinschaft kann sich niemand einfach so bei den Nachlassgegenständen bedienen. Wenn es keine Einigung gibt, muss halt verkauft (in der Regel versteigert) werden.

Kommentar von rotesand ,

Danke für diesen Kommentar.. ich glaub damit können wir was anfangen!

Aber wenn du jetzt schreibst, dass der Sohn das Auto ersteigern könnte sollte es tatsächlich zu Ebay gehen: Darf der Schwager denn überhaupt einfach so das Auto versteigern, ohne dass der Sohn des Verstorbenen zustimmt? Denn eine Einigung ist absolut nicht in Sicht.. ----------> der eine wirft dem anderen vor ein Geldgeier zu sein, der andere hingegen schießt damit zurück dass der Audi weit unter Wert (ich glaube da ginge es um 600 Euro) verkauft werden würde..

Kommentar von IRENEBOA ,

Also einen betagten und obendrein nicht gerade sehr gepflegten Audi mit 250.000 km auf dem Tacho kann man gar nicht „weit unter Wert“ verkaufen - der hat nämlich kaum mehr Wert. Der Schwager hat meiner Ansicht nach hier ohnehin nichts zu melden - und solange seine Frau, die ja wohl brav den Mund hält, nicht für unmündig erklärt worden ist oder ihm sämtliche Handlungsvollmachten in ihrem Namen übertragen hat, kann er auch nicht als „Vertreter ihrer Interessen“ aufmarschieren. Ich würde mich anwaltlich informieren; viele Anwälte bieten Beratungsgespräche an, die teils kostenlos, teils sehr günstig sind. Viel Glück und lass dir den Hering nicht vom Teller ziehen. Außerdem würde ich an deiner Stelle versuchen, herauszufinden, was denn alles noch so „zu erben“ ist - und Fotos sowie Aufzeichnungen anfertigen. Gerade Kleinkram verschwindet gerne schnell und dein Schwager scheint ja nicht gerade schüchtern zu sein.

Kommentar von rotesand ,

Danke!

Wiegesagt, der Audi ist im Grunde als eine Art Winterauto gedacht.. und die Tochter des Verstorbenen will davon nix wissen, ihr ist es total egal, was mit dem Auto passiert & auch die Haushaltsauflösung obliegt komplett meinem Kollegen.. dessen Schwester & der Schwager machen offenbar keinen Finger krumm und wollen dafür bei dem Audi abkassieren..

Ich habe dem Kollegen auch schon geraten, dass er einen Fachanwalt oder die Rechtsberatungsstelle aufsuchen sollte, aber das schlägt er vorerst aus, weil er dafür weder die Kraft hat (der Vater ist vor zwei Wochen gestorben) noch Lust hat, sich mit dem Schwager komplett zu zerstreiten. Er will den Audi einfach nur loshaben zumal die Mietgarage bis zum Ende des Monats gekündigt ist..

Kommentar von Mikkey ,

Genau genommen darf mit dem Auto gar nichts passieren, solange keine Einigung besteht.

Als Idee: Die beiden können untereinander eine Art Auktion veranstalten.

Wenn alles verteilt ist, wird das Geld geteilt.

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