Frage von Jojolui, 111

Was mache ich falsch (Reiten)?

Hey, Ich reite seit ca 4 Jahren (auf Schulpferden), aber in letzter Zeit schaffe ich gar nichts mehr. Letztens bin ich ein Pferd geritten, dass ziemlich stark an den anderen Pferden "klebt". Jedenfalls bin ich damit immer mehr oder weniger okay klar gekommen, aber in letzter Zeit reagiert das Pferd kein bisschen mehr auf meine Hilfen, wendet nicht ab und trabt nicht an. Wenn es nicht klappt, verfalle ich nach einer kleinen Weile in dieses typische Anfängermuster (Beine an den Bauch klopfen, an den Zügeln ziehen und im Sattel sehr energisch "rumwackeln"). Ich Versuch immer, wenn ich es merke, mich sofort zu korrigieren und in der Hand lockerer zu werden, die Beine sanft ans Pferd anlegen und die Gewichtshilfe sinnvoll einzusetzen, aber es klappt dennoch nicht. Das ist nicht nur bei diesem Pferd so.. Ein anderes, eigentlich total braves Pony habe ich ebenfalls nicht in den Trab oder Galopp bekommen. Mache ich da irgendwas falsch? Oder setz ich mich nur zu wenig durch?

Ich habe das Gefühl, Ich mache nur noch Rück- statt Fortschritte. :\ Tipps, wie ich das Pferd zum abwenden und antraben/galoppieren bewegen kann oder Vorschläge Was ich verändern kann wären echt super :) Danke schonmal im Vorraus

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 41

Dass es mal 3 schritte vor und 2 zurück geht, ist normal. Es gibt immer Phasen, in denen man nicht so gut drauf ist - selber  merkt man es kaum, die Pferde dagegen schon...

Sich selbst unter Leistungsdruck zu setzten und enttäuscht zu sein, dass es grade nicht so klappt: ist Gift für Leichtigkeit und Harmonie.

Denk Dir einfach: reiten macht spaß, und wenn ich nicht zur Olympiade will, ist s doch egal, ob ich mich nun super durchsetzen kann. Lach mal über dich selber, wenn der Zirkel ein Ei wird die nd ließ Thellwells Reitlehre... Nur nichts so verbissen sehen! 😃

Wenn Du schulpferde reitest, bekommst Du doch sicher Unterricht? Wichtig isz, das pferd zwischen den Hilfen " einzuspannen" und nicht einseitig zu agieren. Zum Beispiel beim Abwenden auf der anderen .Seite gegendruck zu behalten, und nicht den Kopf rum zu ziehen. Das Pferd kann nämlich, wie du sicher schon merkst, auch mit krumm gezogenem Hals gradeaus weiterlaufen. ..

Kopf hoch und immer schön fröhlich bleiben - das wird schon!😄

Antwort
von beglo1705, 31

Ich glaube weniger, dass es an dir liegt. Eher tut sich mir der Verdacht auf, dass die Schulpferde abgestumpft sind und nicht ordentlich Korrekturgeritten werden was keine Seltenheit ist in Schulbetrieben, welche die Stunde für 20€ und mit 10- 15 Pferden pro Einheit anbieten.

Deiner Beschreibung nach klingt es, als ob die Pferde halt ihre Runden drehen mit Hoffnung, dass der Tag möglichst bald rum ist... 

Wenn Pferd nicht mag, weil es eben mittlerweile verritten ist, kannst du dich nicht durchsetzen, da müsste ein Bereiter ran, der das Pferd wieder durchlässig und rittig motiviert zum Weiterarbeiten.

hast du evtl. die Möglichkeit, mal auf einem anderen Hof/Schulbetrieb zu reiten, wo die Pferde anders/besser ausgebildet und gefördert sind? Das kann sehr aufschlussreich für dich sein, wenn man mal was anderes sieht und fühlt. Danach kann man dann entscheiden, ob der Betrieb Hit oder eben doch S*it ist und ob man nicht ggf. wechselt.

--------------------

Ich hab meine ersten "guten" Reitstunden damals auch auf einem (heute ehemaligen) Gestüt genommen, hier konnte ich bis zu einem gewissen Grad vieles an reiterlichen Können mitnehmen, aber irgendwann hab ich auch gemerkt, dass die Pferde zwar mitmachen, aber von Motivation waren alle weit entfernt. Das hat mich (Jahre später) veranlasst, andere Betriebe zu besuchen und Reitstunden zu nehmen und kam zu dem Schluß: dass jeder, der motiviert reiten (lernen) möchte, irgendwann an die Grenze des machbaren stößt bei solchen Betrieben, sofern man keine Vergleichsmöglichkeiten hat und auch selbst abwägen kann, ob das nun "das höchste der Gefühle ist" oder ob es irgend wo noch etwas anderes gibt.

Auch noch empfehlenswert finde ich eine Reitbeteiligung, auf der man von mobilen Reitlehrern Einzel- oder kleinen Gruppenunterricht bekommt. Das kostet unwesentlich mehr und der Lehrer kann intensiver mit dir und dem Pferd arbeiten.

Schade, wenn ich so etwas lese. Junge Reiter die auch etwas lernen wollen und fähig sind, bekommen so eine "Freudenbremse" nur weil die Betreiber am Beritt sparen. Da kann man schon nachdenklich werden.

Kommentar von Jojolui ,

Ich habe mich schon nach einem anderem Stall umgeschaut, aber es gibt in meiner Umgebung nur 2 andere und beide sind "noch schlechter" als meiner.

Über eine Reitbeteiligung hab ich auch schon nachgedacht, aber muss man dafür nicht relativ gut Reiten können? 

Kommentar von Jojolui ,

Und ob die Pferde abgestumpft sind: Ich denke mal schon, allerdings kommen die meisten anderen Reiter sehr viel besser mit den Pferden zurecht. :\

Kommentar von beglo1705 ,

Und wie machen sie das? Treiben mehr, klopfen mehr, reißen mehr an den Zügeln und treiben mit Gerte? 

Das ist nicht das, was man unter reiten versteht. 

Kommentar von beglo1705 ,

Das kommt auf den Besitzer an, was du alles können musst mit dem Pferd. Manche sind einfach auch dankbar wenn das Tier sagen wir mal 2 mal die Woche bewegt wird. 

Kommentar von Mimi33394 ,

Es gibt auch super liebe Pferde die man als RB haben kann. Außerdem kannst du dieses Pferd dann im Reitunterricht reiten und hast endlich mal ein Pferd, das auf Hilfen reagiert und du dabei etwas lernen kannst.

Antwort
von mausnbg, 41

Ich denke eher das du dich selbst zu sehr reinstresst und dich unter Druck setzt. Das merken dann auch die Pferde. Macht es dir überhaupt noch Spaß oder machst du es nur, weil du es schon seid Jahren machst? Vielleicht bist du einfach innerlich zu aufgewühlt. Setz einfach mal paar Tage aus und danach versuchst du es einfach nochmal. Vielleicht klappt es dann besser.

Kommentar von Jojolui ,

Naja, es macht mir eigentlich schon Spaß, aber dadurch, dass in letzter Zeit alles schief läuft, wird der Spaß allerdings getrübt. :/

Das mit dem Reinstressen ist gut möglich.

Danke für die Antwort :)

Antwort
von netflixanddyl, 26

Du hast ja schon andere gute Antworten bekommen. Es kann aber auch ganz einfach am Pferd liegen. Ja, das sage ich bewusst. Manche Schulpferde laufen schon so ewig im Betrieb mit, dass sie irgendwann einfach total abgestumpft sind und auf die "normalen" Hilfen kaum noch reagieren.

Reitlehrer werden die wohl noch geritten bekommen, aber für Schüler die gerade mal 4 Jahre reiten ist dies dann schier unmöglich.

Wäre meine Theorie.

Aber hey, stress dich nicht. Wenn du nicht unbedingt in der Meisterklasse mitreiten willst, geh es ruhig an. Atme tief durch und versuche es euhig erneut.

Antwort
von DancePrinces, 41

Hay ich habe auch ein pferd und reite gut 11 Jahre ( seit 10 jahren bin ich ein paar mal im jahr auf turnier) davon 8 auf dem eigenen :) wen ich mal Probleme habe reite ich meist eine Zirkel runde entspannt im Schritt, Atme tief durch und versuche mich selbst und das Pferd natürlich auch locker zu bekommen (einfach nicht so unter Stress angespannt zu sein) Dan mach ich meist noch im Schritt etwas zulegen und einfangen eine lange Seite lang und versuche nochmal anzutraben! Oder galoppieren bzw wen ich mit meinem reit Lehrer an die Lektionen gehe versuche ich präzise auf die hilfe gebung zu achten:)
Bei Fragen einfach hier runter kommentieren da ich sonst nix sehe ganz liebe grüße und viel Glück

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten