Frage von thegodfather0, 25

Was mach man so in einer Jugendpsychiatrie?

Tach Leute, ich komme bald in einer Jugendpsychiatrie wegen schwere Depressionen, innerliche Unruhe, Schlafstörungen und Suizidgefährdung und wollte fragen wie es da so ist, und was für Leute da sind, und ob die da auch Unterricht machen und wenn ja ob man da auch mit anderen Leute Unterricht machen muss wie bei einer normalen Schule, und was für Behandlungen oder test oder so mit mir machen werden, und ob man da einen Einzelzimmer bekommt oder mit anderen einen teilen muss und wenn ja mit wen und wievielen denn???

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Benutzer97, 25

Hallo,

ich war selbst schon oft in der Jugendpsychiatrie, ich schreibe dir mal meine Erfahrungen zum Ablauf usw. auf.

Es gibt Einzel- und Doppelzimmer; ich war mal in einem Vierbettzimmer, meist sind es aber zwei oder drei Betten. Geschlechter sind immer getrennt, ansonsten kommst du auf ein Zimmer, wo gerade Platz ist; die Betreuer können aber auch Leute Zimmer wechseln lassen, wenn sie Gründe dazu haben. Dort sind generell eigentlich ganz normale Leute, nur eben, dass alle psychische Probleme oder Krankheiten haben, die behandelt werden müssen. Aber es sind alles Jugendliche wie du und ich auch, entsprechend ist auch die Atmosphäre. Mir kam es teilweise eher wie eine Art Klassenfahrt oder Jugendherberge vor; man hat zusammen gegessen, hat zusammen Zeit verbracht, hat sich miteinander unterhalten usw. Das kann da auch echt lustig und locker sein, je nach dem, was für Leute da sind. Aber letztendlich sind es alles ganz normale Menschen.

Der Tagesablauf dort ist sehr strukturiert; aufstehen, duschen, Frühstück, Schule, Mittagessen, Mittagspause, Freizeit, Zwischenmahlzeit, Freizeit, Abendessen, Freizeit, schlafen gehen. In der Freizeit kannst du vieles machen; beispielsweise in deinem Zimmer sein, dich im Tagesraum aufhalten, kickern, fernsehen (je nach Station gibt es bestimmte Zeiten dafür), Konsole spielen, was mit den anderen Jugendlichen machen, den Ausgang nutzen,... Es gibt viele Möglichkeiten. Dann gibt es noch verschiedene Therapieangebote, beispielsweise Einzeltherapie, Gruppentherapie, Kunsttherapie, Beschäftigungstherapie, Sporttherapie,... Was du wann hast, wird mit dir und deinem Therapeuten bei der Aufnahme oder im späteren Verlauf der Therapie abgeklärt.

Zur Schule wirst du auch gehen, um nicht zu viel zu verpassen. Es gibt dann eine Klinikschule, die du besuchst; dort sind kleine Klassen, oft nur 8-10 Schüler oder so. Die Schule ist nicht mit einer Regelschule zu vergleichen; der Stoff ist sehr leicht und es wird gerade so viel gemacht, dass man nicht wiederholen muss. Richtig ersetzen kann das deine Heimatschule nicht, aber wenn du dir von der Schule Material zugeschickt bekommst, kannst du in der Schule auch daran arbeiten, ansonsten gibt der Lehrer dir Aufgaben oder es wird in der Klasse zusammen gelernt. Schule ist von ungefähr 8 bis 12, jeden Tag. Ob, wann und wie oft du zur Schule gehst, wird aber auch abgeklärt.

Wenn du wegen Suizidalität dort hin gehst, kann es sein, dass die bei dir etwas strenger sind. Bei mir war es so, dass ich einen Haufen an Sicherheitsmaßnahmen bekommen habe, als ich ganz schlimm suizidal war, bei anderen habe ich das auch mitbekommen. Zum Beispiel könnte man dann in ein Beobachtungszimmer kommen, man könnte 1:1 Betreuung haben (da muss immer ein Betreuer bei dir sein) usw. Allerdings ist das nur der Fall, wenn es ganz schlimm ist und man anders nicht für deine Sicherheit garantieren kann; wenn es also nicht so schlimm ist, musst du dir da keine Sorgen machen, wenn doch, ist es ja gut, schon mal zu wissen, was sein könnte.

Kommentar von Benutzer97 ,

Danke für die hilfreichste Antwort. :)

Antwort
von Slendy, 19

Es kommt natürlich immer darauf an wo du bist, aber in der Regel wirst du dir ein Zimmer mit einer oder zwei Personen teilen müssen. Schule hast du dort auch, aber nicht so wie Zuhause, sondern in ganz geringer Form. Jedoch auch mit anderen Schülern. Du wirst wahrscheinlich ein mal in der Woche ein Gespräch mit deinem Therapeuten/ in haben und sonst vielleicht noch sportliches Angebot oder Kunst-/ Musiktherapie haben..

Wenn du schon weißt in welche du gehst, kannst du dich ja auf der Internetseite über das Konzept informieren 


Ich muss allerdings sagen, dass so etwas überhaupt nichts bringt 

Kommentar von Benutzer97 ,

Es kann sehr wohl was bringen, das ist bei jedem anders. Ich kann zum Beispiel von mir sagen, dass die Klinik mir gewissermaßen das Leben gerettet hat; ich habe dort auch viele kennen gelernt, denen es ähnlich geht. Jeder empfindet das anders, man kann nicht verallgemeinern, dass es nichts bringt, nur weil es bei dir so war. Einen Versuch ist ein Aufenthalt auf jeden Fall wert.

Antwort
von ds222, 10

Ja Dann Bekommet du erstmal Ein Parr Tabletten  Aber an deiner Stelle würd ich das nicht nehmen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community