Frage von VerbundenMitGF, 154

Was liegt vor, Betrug?

Hallo!

Mir ist eine ganz kuriose Sache passiert. Es dreht sich um einen Versicherungsvertrag, den ich bereits seit Jahren habe. Vor ein paar Tagen bekam ich Post von der Versicherung. In dem Umschlag war ein Nachtrag zum Versicherungsschein.

Dem neuen Versicherungsschein konnte man diverse Vertragsänderungen entnehmen. So wurden die Zahlungsweise umgestellt, die Leistungen geändert und die Vertragslaufzeit wurde um drei weitere Jahre verlängert.

Das ganze wurde OHNE MEINE EINWILLIGUNG umgesetzt. Nach Rückfrage meinerseits bei der Versicherungsgesellschaft, konnte oder wollte man mir keine Auskunft darüber geben wie dies geschehen konnte.

Also kontaktierte ich meinen Versicherungsmakler, den ich seit kurzem habe. Auch er nahm Kontakt zu der Versicherungsgesellschaft auf. Diese teilte ihm mit, dass der bisherige Vermittler der BALSER-Versicherung eine Vertragsänderung durchgeführt hatte.

Ich war, bzw. bin immer noch sehr erbost über dieses Vorgehen des Basler-Vermittlers. Mein Makler konnte zwischenzeitlich wieder denn alten Vertragstand herstellen lassen.

Ich fragte meinen Versicherungsmakler, weshalb der Basler-Vermittler den Vertrag umgestellt hatte. Daraufhin meinte mein Makler, vermutlich hatte er es wegen einer Vertrags-Verlängerungs-Provision gemacht.

Jetzt zu meiner Frage, was ist hier rechtlich passiert? Und wie kann ich mich dagegen wehren? Ich möchte dem Typen das Handwerk legen!

Kurz und knapp gesagt, wollte sich eine Person ohne meine Einwilligung auf meine Kosten bereichern.

Vielen Dank für eure Mithilfe.

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von DerHans, Community-Experte für Recht, 67

Manche Verträge können auch durch ein schriftliches Angebot verlängert werden, wenn du dieser Veränderung dann nicht widersprichst.

Das Widerspruchsrecht steht dir auf jeden Fall zu

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Was heißt durch ein  schriftliches Angebot verlängert werden

Antwort
von Lottl07, 84

Genau so ist es. Diese Masche hat schon oft die Runde gemacht aber jemanden deswegen festnageln ist schwer. Da musst du viele Vers.-Nehmer finden mit denen das Gleiche gemacht wurde.

Eine andere Möglichkeit wäre sich mit "AKTE" auf Sat 1 in Verbindung zu setzen um das Publik zu machen. Vielleicht melden sich darauf hin entsprechende Personen.

Da kannst du froh sein einen so "Ehrlichen" Vers.-Makler zu haben.

Viel Glück

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Ich bin kein Einzelfall.

Meinem Makler liegen mittlerweile circa. 25 Fälle vor. Allesamt von dem gleichen Vermittler der Balser.

Immer die gleiche Mache! 

Kommentar von VerbundenMitGF ,

*Masche 

Kommentar von Lottl07 ,

25 Fälle? Ich kann nur nochmals raten, schreib an Sat1 Akte.

Antwort
von ThommyHilfiger, 73

So isses!  Der Versicherungsmakler hat alles elektronisch weitergemeldet. Also fand auch keine Unterschriftenprüfung statt. Wenn du in kenier Weise deine Einverständnis gegeben hast und demzufolge auch keinerlei Unterschrift geleistet hast, so ist das schlicht und einfach Betrug.

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Nicht mein Makler.
Der Basler-Vermittler. 

Antwort
von hankey, 78

Ich kann Dir nicht helfen, da ich aber selbst bei der Versicherung bin, bin ich auch mal auf Antworten gespannt.

Du hast natürlich recht, einer solchen Vertragsänderung bedarf es natürlich 2 übereinstimmender Willenserklärungen, zumindest sollte Dir ein Widerrufsrecht gewährt werden. Natürlich müssen Vertragsänderungen auch ausdrücklich hervorgehoben werden, was, wie ich Dich verstehe, hier nicht der Fall ist. Na ich bin mal gespannt

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Wir haben bereits Kontakt zu Ihrem Vorstand aufgenommen. Leider ohne jede Reaktion ! 

Weiter haben wir Kontakt zum Datenschutzbeauftragen aufgenommen. Auch hier, keine Reaktion!

Wir haben den Ombudsmann angeschrieben, dieser Teilte uns mit das er nicht zuständig ist ! 

Kennen Sie eine Abteilung in Ihrem Haus, die für " unseriöse Vermittler " zuständig ist ?

Antwort
von Menuett, 68

Das ist kein Betrug, diese Vorgehensweise ist durch die AGB gedeckt.

Mal abgesehen davon, dass man ein Widerspruchsrecht hat.

Und meistens sind die Versicherungsbedingungen besser und billiger als vorher.

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Was schreiben Sie denn hier für einen Quatsch?
Ohne Worte !

Hier ist zweifelsohne etwas falsch gelaufen!
Ich hoffe, dass Sie kein Versicherungsvermittler sind.    

Kommentar von Menuett ,

Nö, ich jahrelang in Versicherungen gearbeitet. Aber nicht als Vermittler/Makler.

Einfach mal alle Verträge und die AGBs durchlesen, das ist garantiert abgesichert.

Und immer noch gibt es ein Widerspruchsrecht.

Ist nur die Frage, ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist oder nicht.

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Nochmals, hier wurde gegen meinen Willen gehandelt!

Die Frage, ob die Änderungen Sinnvoll waren stellt sich doch überhaupt nicht.

Es kann doch nicht jeder tun und lassen was er möchte und im
Nachhinein sagen: „ Wenn es Ihnen nicht gefällt was ich OHNE IHRE ZUSTIMMUMG gemacht habe, können Sie es nach Kenntnisnahme innerhalb der Widerrufsfrist,
widerrufen …

Ähm,… Ich dachte wir leben in einem Rechtsstaat ?!?

Kommentar von Menuett ,

Da wirst Du hart dran arbeiten müssen, in unserem Rechtsstaat muß man nämlich tatsächlich einen Betrug zumindest planen.

Lies Deine Verträge durch, da steht bestimmt eine Klausel mit drin, die so ein Verhalten berechtigt.


§ 263
Betrug


(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen

rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines
anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder
durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum
erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
mit Geldstrafe bestraft.


(2) Der Versuch ist strafbar.


(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von
sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in
der Regel vor, wenn der Täter



1. gewerbsmäßig oder
als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung
von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust
großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die
fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die
Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger mißbraucht oder
5. einen Versicherungsfall
vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von
bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder
teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht
hat.

(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.


(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder
schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren
wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur
fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.


(6) Das Gericht kann Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs. 1).



Kommentar von VerbundenMitGF ,

Ich kenne den Paragraphen.

Leider bin ich kein Jurist und kann nicht mit Gewissheit sagen, dass Betrug zutrifft.

Nach meinem persönlichen Rechtsempfinden, ja. Doch dies hat nichts zu sagen, deshalb benötige ich eine Einschätzung.   

Kommentar von Menuett ,

Ganz einfach: Siehst Du hier den Versuch, Dein Vermögen zu beschädigen?

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Nein ! Aber  unter §263 Abs. 1 steht auch:


Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen 
rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Aus meiner Brille wollte er sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil verschaffen.
Oder wie nennen Sie sein Verhalten ? 

Kommentar von Menuett ,

Welcher rechtswidrige Vermögensvorteil soll hier zustande gekommen sein?

Kommentar von VerbundenMitGF ,

Der Vermittler bekommt die Verlängerungsprovision.  

Des Weiteren bindet der Vermittler mich gegen meinen Willen für weitere 3 Jahre an des Unternehmen um sich die Bestandspflegeprovision zu sichern.

Am Donnerstag (morgen) habe ich einen Beratungstermin bei einem Anwalt. Ich werde berichten... 

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