Frage von DonKingOne, 46

Was lässt uns Dinge schnell zu vergessen?

Guten Abend liebe Community,
bei mir merke ich schon, dass ich mehr Zeit habe, um etwas zu merken, sei es Texte, Vokabeln oder Sonstiges!

Wodurch wird man (schnell) vergesslich?

Und wie kann ich lernen bzw. was kann ich tun, um Sachen schnell auswendig zu lernen?

Danke im Voraus.

Antwort
von QuestLeo, 27

Wodurch man schnell vergesslich wird, kann ich dir leider nicht beantworten. Mit zunehmendem Alter würde ich auf jeden Fall vermuten.

Um Sachen schnell auswendig zu lernen, hilft es, sich diese vor dem Schlafen laut vorzulesen. Es genügt auch sie nur zu lesen, aber je mehr Sinneseindrücke du damit verbinden kannst, desto besser.

Warum genau der Zeitpunkt vor dem Schlafen so gut geeignet ist, kann dir ein Mediziner an dieser Stelle sicher besser beantworten. Ich kann nur aus Halbwissen sagen, dass unser Gehirn während des Schlafes besonders gut Synapsen herausbilden und dadurch den gelernten Stoff abspeichern kann.

Antwort
von voayager, 19

4 Dinge sind notwendig, um erfolgreich zu lernen:

  • ganz bei der Sache, also konzentriert sein
  • den Sinn des Gelernten verstehen
  • Gefühle für den Lernstoff haben, bzw. entwickeln
  • nicht angespannt, nicht zu entspannt sein, sondern leicht entspannt und dabei zuweilen auch wieder leicht angespannt, wenn es einem nämlich packt
Antwort
von Elise321, 13

Hey DonKingOne,

wie vergesslich man ist hängt sicher von vielen Sachen ab, wie Stress, Interesse an der Sache usw.. Wie man schnell lernt ist aber echt eine spannende Frage und es ist sicherlich nicht einfach DIE pefekte Lösung zu finden. Aber hier kommt mein Tipp: wiederholen, wiederholen, wiederholen. Klingt banal, aber es funktioniert. Zum Beispiel um ein Gedicht auswendig zu lernen bin ich es Zeile für Zeile durchgegangen. Erst habe ich Zeile 1 solang wiederholt, bis ich sie fehlerfrei aufsagen konnte. Dann Zeile 1 + Zeile 2 und so weiter. Sobald ich einen Fehler beim Aufsagen gemacht habe, habe ich wieder von neuem bei Zeile 1 angefangen. Wichtig ist natürlich auch, dass man den Inhalt versteht und sich beim Lernen kleine Eselsbrücken baut. Beim Vokabellernen habe ich es ähnlich gemacht.

Einen deutlichen Unterschied merke ich auch, wenn ich es laut vor mir her spreche. Ist auf Dauer zwar etwas anstrengend und man bekommt einen fussligen Mund, aber es hilft ungemein :D

Viel Erfolg noch beim Lernen!

Kommentar von akesipalisa ,

Gerade beim Lernen eines Gedichtes ist  lautes Vortragen wichtig, um ein Gefühl für den Rhythmus zu bekommen. Der Begriff "Aufsagen" gefällt mir nicht sehr. Das machen kleinere Kinder, denen es vor allem darum geht, den Text nicht durcheinander zu bringen und nichts wegzulassen. Ein Gedicht will rezitiert werden, also muss man sich auch mit der Betonung, mit Sprechpausen, Mimik und Gestik beim Vortrag beschäftigen. Beispiel: Im Gedicht "Prometheus" von Goethe betonen die meisten Menschen so: "Hier sitz ich, forme Menschen nach meinem Bilde". Goethe wollte aber seine (kritische) Haltung gegenüber Gott (Prom. gegenüber Zeus) ausdrücken. Daher würde ich so betonen: Hier sitz ich, forme Menschen nach meinem Bilde" (und was du machst, lieber Zeus, ist mir herzlich egal). Dazu passt auch die Anfangsformulierung "dem Knaben gleich", also nicht dem Handeln eines verständigen Erwachsenen.

Antwort
von Tichuspieler,

Die Frage ist zwar schon etwas älter, aber ich hoffe, ich kann die Frage trotzdem noch beantworten. Erstmal: Wir Menschen lernen extrem schnell. Kaum bekommen wir eine Information, schon ist sie abgespeichert und damit gelernt. Das Problem jedoch ist, diese Information ist im Gehirn sehr sehr "blaß" (ich benutze ganz gerne ein Farbbeispiel). Angenommen, nach 5 Wochen fragt jemand nach der Information, dann besteht der Hauch einer Chance, dass der kleine "Suchtrupp" im Gehirn diese tatsächlich wiederfindet, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich. Darum soll man ja immer wiederholen, um die Info "zu färben" und schließlich "auffindbar" zu machen.

Der Grund, warum wir vergessen, ist übrigens auch physiologisch bedingt: Es ist eine Art Schutzmechanismus unseres Gehirns, damit es nicht zuviel Energie aufwenden muss. Stell es Dir einmal so vor: Unser Gehirn verbraucht Energie dadurch, dass es die lebenserhalten Körperfunktionen aufrechterhält (zum Beispiel das Atmen), ohne das wir bewusst daran denken müssen. Nun gehe weiters davon aus, jemand stellt Dir eine Denksportaufgabe, an der Du grübelst. der Energieaufwand vergrößert sich. Und jetzt stell Dir vor, zusätzlich muss alles, was Du gelernt hast, in jeder Minute Deines Lebens, behalten sein, alles sofort abrufbar sein, sei es von größter Wichtigkeit oder vollkommen banal ... Ich befürchte (weiß es jedoch nicht), dass dieses zu übelsten Kopfschmerzen führen würde, uns vielleicht sogar krank machen.

Denkarbeit schlaucht. Klingt vielleicht wie ein schlechter Witz, ist aber ein Fakt. Ich hatte einmal für einen Radiosender ein Hörspiel für Kinder geschrieben. Für die knapp 20 Minuten Sendezeit habe ich sage und schreibe 2 Tage a 6 Stunden kontinuierlich am Rechner gesessen, getippt, korrigiert, umgeschrieben etc. pp.

Endergebnis: An beiden Tagen war ich fix und alle.

Viel zu wissen ist eigentlich nichts Schlimmes. Es macht nicht wirklich krank, und indirekt steckt das Wissen ja grundsätzlich in irgendwelchen Schubladen unseres Gehirns. Nur wenn wir sämtliches Wissen auf einmal abrufen könnten statt nur den einen oder anderen Fakt, dass könnte dann an die Substanz gehen.

GLG

Tichuspieler 

Antwort
von akesipalisa, 6

Zusätzlich zu den anderen Antworten: Handy, TV und Radio abschalten, nicht bis zum letzten Drücker (Abend vor der Prüfung) warten, unbedingt mitdenken, in dem zu Lernenden nach Neuem und Interessantem suchen.

Antwort
von LiloB, 4

Schnell auswendig lernen bedeutet (jedenfalls für mich),- daß ich es auch nur kurze Zeit erinnere. Wenn aber Worte, Texte, Inhalte sich mit bereits vorhandenem Wissen vermischt, also nur ein wenig Neues hinzukommt, paßt es in das vorherige Wissen und erweitert es. Das klingt gut, hat aber einen Nachteil, man speichert im Laufe seines Lebens eine Menge (-oft überflüssige)Informationen,- und vergißt sie wieder. Was leider nicht nur ein Zeichen von wachsendem Alter ist. Offenbar ist die Festplatte im Kopf schon ziemlich voll,- und leider hat man dann nicht immer Zugriff auf die verschiedenen darin gespeicherten Dateien. Also, schnell lernen heißt meistens auch schnell wieder vergessen. Wenn es Dir reicht, bis zum nächsten Referat - oder was auch immer- etwas zu wissen, - ok.- mich würde das nicht allzusehr befriedigen.

Antwort
von sven6795, 11

Hallo DonKingOne!

Das ist eine echt spannende Frage! Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass einen zu viel lernen vergesslich macht.

Schau dir mal den Kerl hier an, der hat bei mir echt nen bleibenden Eindruck hinterlassen, was dieses Thema angeht:

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