Frage von derbas, 29

Was kommt nach der Wohlverhaltensphase?

Hallo, es heißt ja "Der Schuldner erlangt Restschuldbefreiung, wenn er in der Laufzeit seiner Abtretungserklärung den Obliegenheiten nach § 295 InsO nachkommt und die Voraussetzungen für eine Versagung nach § 297 oder § 298 InsO nicht vorliegen. "

Diese liegen bei mir nicht vor.
Meine WVP läuft demnächst ab.
Was wird danach geschehen?
Endet das Mandat des Insoverwalters auch mit diesem Tag oder habe ich noch irgendwelche Auskunftspflichten ihm gegenüber?
Muss ich nach diesem Datum noch etwas abführen?
Muss ich irgendwelche Anträge beim Gericht stellen? Fragen über Fragen 😂😂😂

Danke schon mal vorab!

Antwort
von DwarfEnt, 13

Hallo,

ja, das Ende der Insolvenz ist erstmal aufregend, weil es dann einfach endlich vorbei ist. Leider findet man aber über das Ende relativ wenig im Internet.

Das wichtigste zuerst. Die Abtretungserklärung für Deinen Arbeitgeber, dass er den pfändbaren Anteil an den Treuhänder überweist, endet automatisch, weil Sie auf genau 6 Jahre befristet war. Manche Arbeitgeber haben das aber nicht auf dem Schirm und manche Treuhänder denken nicht daran, den Arbeitgeber zu informieren.

Such also Deinen Insolvenzantrag. Dort ist eine Kopie der Abtretungserklärung. Weise den Arbeitgeber höflich darauf hin, dass die Abtretungserklärung endet. Das sieht man in der Kopie auch ganz klar. Sollte Dir der Arbeitgeber nicht glauben, dann soll der den Treuhänder fragen. Eigentlich ist es aber eindeutig.

Nach den 6 Jahren muss der Treuhänder eine Schlußabrechnung machen. Das dauert erfahrungsgemäß ein paar Wochen, manchmal auch Monate. Sollte es sehr lange dauern, müsste das Gericht die Restschuldbefreiung auch ohne Schlußrechnung aussprechen. Wir wollen aber erstmal nicht zu schlecht denken. Bei mir hat es ca. 3 Monate gedauert.

Das Gericht wird vor Erteilung der Restschuldbefreiung nochmal die Gläubiger fragen. Das bekommst Du mitgeteilt, musst aber nichts machen. Meistens ist es ein schriftliches Verfahren, mit 14 Tagen Frist. Meldet sich keiner der Gläubiger, dann kommt relativ schnell die Restschuldbefreiung.

Lange Rede - kurzer Sinn, es dauert noch ein paar Wochen, also nicht die Nerven verlieren. Alles ist gut. Im Normall musst Du nichts machen, nur brav die Briefe lesen und irgendwann hast Du plötzlich den Beschluss der Restschuldbefreiung im Briefkasten.

Einziger Punkt ist, wie oben beschrieben, aufpassen, dass der Arbeitgeber nicht weiter Geld an den Treuhänder überweist. Und solltest Du das blöde P-Konto haben, dann kannst Du es jetzt wieder umwandeln.

Ach ja, die Auskunftspflicht gegenüber dem Treuhänder endet, aber der Treuhänder muss noch abrechnen. Alles was aber Dein Leben nach den 6 Jahren betrifft, hat den Treuhänder nicht mehr zu interessieren.

Viel Glück und viel Spass zurück im richtigen Leben.

Kommentar von derbas ,

Hihi okay
Mein AG hat das die ganze Zeit nicht hingekriegt so dass ich in Absprache mit der Treuhänderin den Pfändungsbetrag immer selbst überwiesen habe 😂

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community