In technischen Bereichen oder im Bereich des Internet/Web 2.0 ist der immer größer werdende Einfluss der englischen Sprache vielleicht noch verständlich/nachvollziehbar, aber englischsprachige Wörter werden ja bei uns mittlerweile in fast allen Bereichen des täglichen Lebens verwendet - dabei gäbe es für viele Begriffe gute Entsprechungen im Deutschen! Was denkt ihr, woran liegt das? Warum halten "Anglizismen" bei uns immer mehr Einzug?

weil sich das so fürcherlich gebildet anhört..und manche die die Anglizismen gebrauchen wissen gar nicht, was es bedeudet...
siehe inkompetente Manager und Führungskräfte..
es tut mir leid um die deutsche Sprache, denn ich glaube keine Nation gibt freiwillig so viel ihres ureigensten Sprachgutes auf..
Wenn eine Nation Oder die Menschen die in einem Bestimmten Sprachraum leben keine eigene "Persönlichkeit" haben. Also immer schauen was andere machen und sich sozusagen "Co-Abhängig" von anderen Systemen, Strukturen Umsetzungen und so machen. Dann werden tendenziell verschiedene "systeme" und "Strukturen" aus anderen "Gesellschaften" entnommen. Die Amerikanische "Kultur" hat auf Europa einen grossen Einfluss. Sie schleppt sich nicht mit so viel Ballast ab, wie die in Europa. Hat es dadurch in vielen Ebenen einfacher "Neues" zu Entwickeln und umzusetzen. Dafür gibt es jedoch auch viele Wege, die etwas merkwürdig sind. (Beispiele gibt es viele). Vor allem aber zunächst einmal die Tatsache, dass vor allem Deutschland schon immer eine Art Identitätsproblem hatte (Also ich meine Nach der Erfahrung mit Hitlers Ausflüge in die versuchte Weltherrschaft). Man merkt, dass Deutschland sich nicht mehr richtig traut ein eigenes Gesicht zu haben.. Sei auch nur angerissen, doch das zieht sich mittlerweile durch viele bereiche des Lebens und des Systems in Detuschland hindurch. So werden z.B. immer wieder neue GEsetze gemacht, die etwas regulieren sollen. Alte, die sich als unnützen Ballast erweisen aber nicht wieder gestrichen. Die "Deutschen" oder Das Volk, oder eben diejenigen, die es "Verwalten" Wie auch immer man das ausdrückt trauen sich nicht so richtig Etwas eigenständiges zu Entwickeln. Es könnte ja schief gehen. Das ist eins der Grössten probleme von Deutschland, wenn man nach innen schaut. (Das hat seine gründe und so, das würde jetzt zu weit führen) Jedenfalls werden dinge Eher aus anderem Entnommen als dass man was eigenes macht, Amerika ist dabei (Als ehemalige Besatzungsmacht, die immer noch grossen Einfluss in Deutschland hat) sehr verbunden mit der Kultur in diesem Land. Stärker als andere. Nicht nur Manager. Auch Politiker, Intellektuelle Künstler und viele andere schauen über den Grossen Teich "Wie es denn da gemacht wird". Es werden Strukturen von dort Teilweise sogar un-Hinterfragt übernommen. Und mit diesen Strukturen eben (Aus ermangelung eines "Deutschen" Wortes) Eben auch die Bezeichnung.
Für viele ist das zunächst einfach auch "cool". Für manche Beschreibungen oder Prozesse existiert nicht einmal ein Deutsches Wort. Und manches ergibt nur in der Englischen Sprache einen Sinn, weil eben die Ursprüngliche Idee aus dem Englischsprachigen Umfeld kommt. Der Grossteil behaupte ich benutzt "Anglizismen" aus Purem Unverständnis. Es macht etwas her, wenn man einen passenden Anglizismus parat hat. Man steht damit in der Gesellschaftlichen Leiter etwas höher. Und das ist für viele eben wichtig auf den ersten Blick einen guten eindruck zu machen. Es ist ja noch etwas, was aus Amerika Importiert wird. Und das ist die "Oberflächlichkeit". Das bedeutet es geht oft gar nicht ums Verständnis, sondern nur darum "Cool Rüber zu kommen". Es macht sich auch keiner die Mühe eigene Deutsche Worte zu finden. (Im Schwedischen gibt es z.B. ein eigenes Wort für Computer = Dator, und kaum ein Schwede würde in Schwedischer Spraache Computer sagen. Dafür können aber auch die meissten Schweden Englisch, und benutzen dort natürlich das Wort Computer.) Es würde auch blöd sich anhören statt Browser , InternetErkunder zu sagen. Trotzdem gibt es natürlich viele Worte, für die ein Adäquates Equivalentes Wort im Deutschen Existiert. nur wenn man sowieso schon das Englische Wort kennen muss ist es vielen auch zu Komplex noch das Deutsche zu lernen. Vor allem, wenn das Deutsche sowieso keiner Versteht, denn alle wollen ja Cool sein, und das Englische benutzen...
Es ist vermutlich einfach so, dass es eine Tendenz gibt dazu Anglizismen zu verwenden. Eine art Trend...
Ohh man könnte daran noch ein Buch Schreiben... Es gäbe einiges zu sagen , doch das soll mal reichen :-)
Hoffe es hat weiter geholfen
DrShmurge am 11. Juli 2008 20:52 Würdest du nur all die Fehler vermeiden, dann wäre es perfekt. Ist auf keinen Fall böse gemeint. Da sieht man, dass es doch denkende Menschen gibt.
> Wenn eine Nation Oder die Menschen ...
Sehr gut beschrieben, find ich. Auch die Hintergründe.
Für Copmuter könnte man eigentlich den "Rechner" verwenden, und umgangsprachlich noch aus dem Plattdeutschen das Blechhirn (bleckbrägen) dazugesellen.
Den Brauser sollte man meiner Meinung nach zumindest ganz normal mit "au" schreiben und so dem üblichen Schriftbild anpassen.
Und unter Datenkeksen könnten sich die meisten Menschen bestimmt auch was vorstellen, oder muss es unbedingt ein Kucki (das wär auch noch ein gutes Wort) bzw. ein Cookie sein?

Weil Sprachen leben und sich verändern - weil alles 'globalisiert' wird.
Das geht übrigens nicht nur unserer Muttersprache so - man findet das Phänomen in allen Sprachen, dass sich 'fremdsprachliche Worte' einschleichen.
gertrude2 am 2. Mai 2008 14:19 so ist es DH
@Heeeschen
Schau dir doch mal die englische oder französische Sprache an. Wo herrscht hier die Globalisierung vor?
gertrude2 am 2. Mai 2008 14:28 das findest du in jeder sprache, aber auch in jeder sprache oder willst du uns erzählen, dass die franzosen komplett auf französisch mit dm pc arbeiten? wieso finden die engländer für oktoberfest kein englisches wort? also es bleibt bei DH
nein, nein, im Verhältnis, denke ich, sind im deutschen mehr Fremdwörter als z.b. im englischen oder französischen.
@ gertrude2: "Oktoberfest" ist ein Begriff wie z. B. "Mount Everest". Im Englischen könnte man sehr wohl "October Fair" sagen, man tut es nicht, ebenso wie wir nicht "Berg Everest" sagen. Nichts für ungut!
wie waer es dann mit Poltergeist, Zeitgeist, kaputt, Rucksack, Kindergarten, Angst, Ansatz, Eigenwert, Gesundheit, Blitzkrieg, Dachshund, Wunderkind...?
Whitefall am 2. Mai 2008 15:02 DH! Viele Wörter in der deutschen Sprache sind lateinischen oder französischen Ursprungs, daran haben wir und nur schon gewöhnt und merken es gar nicht mehr. Man muss es mit den Anglizismen nicht übertreiben, aber zu versuchen den natürlichen Wandel der Sprache aufzuhalten ist nationalistisch und unsinnig.

Es sind gerade die Provinziellen, die glauben, dadurch weltläufiger zu wirken.
Aus meiner Sicht - meine Arbeitssprache ist Englisch - ist es immer wieder lustig, wenn worte in Unkenntnis ihrer Bedeutung gebraucht werden:
Ein Bodybag ist ein Leichensack und nicht etwa eine körpernah getragene Tasche: Die heißt auf Englisch rucksack.
Ein Handy ist ein Gerät zur sexuellen Stimulation von Frauen und nicht etwa ein Mobiltelephon: Das heißt auf Englisch cellphone oder mobilephone.
tradaix am 2. Mai 2008 15:13 Handy-cap http://www.jobblog.ch/handy-cap-305 :-)

Weil viele Leute es "cool" (da ist wieder einer) finden und mit ihrem Englisch prahlen wollen. Aber auch weil die Werbe- und (Computer-)Techniksprache einfach Englisch ist und man nicht mehr drumrum kommt. Leider machen sich die ganzen Werbefritzen wenig Gedanken darüber, dass es tatsächlich eine Menge Menschen gibt, die kein Englisch sprechen und an denen geht die Werbebotschaft dann komplett vorbei...

Weil Werbung dumm macht!!
Das mit der Globalisierung ist schon richtig, aber das Fernsehen (besonders die Werbung) ist viel daran schuld die Sprachen zu verblödeln!
Von der Volksverdummungszeitung "Blöd" ganz zu schweigen!

Weil es viele Wichtigtuer gibt, die meinen sie seien damit IN
Knowledge am 2. Mai 2008 17:07 Richtig, Edgar. Und disqualifiziert sich dabei meist selbst (weil die Begriffe nicht zutreffen). Ich freue mich, dass ein Kollege genauso denkt.

Die Ursache ist wohl vermehrt in der Werbung zu suchen, die ja immer besonders "hip" oder "trendy" daherkommen will, und es ist den Werbefachleuten einfach nicht auszutreiben, Schindluder mit der Sprache zu treiben.
Dann kommt noch ein gut Teil Musik"kultur" dazu, wenn ich an die ganzen Gangsta-Rapper denke, wird mir schlecht, egal ob die auf Deutsch oder Englisch ihren Müll verbreiten...
butz1510 am 2. Mai 2008 15:42 DH

ich finde englisch ist zum Teil bequemer, aussagekräftiger, pragmatischer und direkter.
PEAKTOP7CEMb am 5. Mai 2008 16:01 Haben damit die anderen Sprachen ihre Daseinsberechtigung etwa verwirkt?

oft auch einfach, weil es anfangs als "cool" gilt (und schon wieder so ein Anglizismusding...aber wer sagt heutzutage schon, dass etwas "toll" oder "schön" ist?)
mcchris am 2. Mai 2008 14:24 Ich finde es zum Beispiel toll, das du so eine schöne Antwort gegeben hast.
Oskar Momo am 2. Mai 2008 14:36 und ich finde schön, dass du meine Antwort wertschätzt knicksmach :-)

Ich halte es für pure Wichtigtuerei, solche (oft falsche) Anglizismen zu gebrauchen, möglichst noch in einem Mischmasch aus Deutsch und Englisch (Beispiel: "gedownloadet" in der Übersetzung von Microsoft). Es ist einfach unhöflich gegenüber seinem Gegenüber, wenn man sich nicht mit seiner Sprache auf ihn einstellt (in England spreche ich englisch, in Frankreich französich). Dazu kommt, dass das amerikanische Englisch meist sehr viel weniger aussagekräftig ist als das deutsche Pendant (Beispiel: Der Begriff "Event" past auf alles, ob, "Aufführung, Veranstaltung, Ereignis..."). Wenn dann noch die obligatorischen Buchstaben-Abkürzungen dazu kommen, wird die "Sprache" vollkommen unverständlich und reine Angeberei. Ich bin auch Techniker in einer abkürzungslastigen Branche und komme international viel herum; und ich habe festgestellt, dass man die wenigsten Begriffe verstümmelt ausdrücken muss. Im Gegenteil. Klare, präzise Bezeichnungen in der Sprache verkürzen die Zeit zum Verständnis und bei meinen Gesprächspartnern (auch in England) kommt das hervorragend an.
Viele merken's nicht, manchen gefällt's anscheinend, siehe http://www.interkorrektor.de/sprachblog-anglizismen.html.

Die Benutzer halten sich wahrscheinlich für wahnsinnig modern. So gehe ich ins Center zum Einkaufen schaue nach dem Schild "Sale", Brot hole ich im Back-Shop, trainieren tue ich im Fitness-Center und nach Zugverbindungen informiere ich mich am Service-Point. Grauenhaft!
Oskar Momo am 2. Mai 2008 14:35 oder man kauft Brot bei Läden wie "Baking-Factory" :-D
Weil in der immer globaler werdenden Welt das Verständnis verbessert wird bzw. angeblich verbessert wird. Man muss als andersparachiger Bewohner dieser Erde nicht grundlegend andere Vokabeln lernen. Aber wir Deutschen übertreiben es damit ein wenig, finde ich. Die Franzosen halten ihre Ur-Sprache besser am Leben.
Die Werbung bzw. die Medien tragen natürlich zur Verbreitung bei, allerdings gibt es in der Beziehung auch immer eine Wechselwirkung. Die Werbung und die Medien liefern ja letzenlich immer das was der Kunde auch "konsumieren" will. Wenn also die Nachfrage nach Englischem besteht, dann wird auch Englisches geliefert. Meiner Meinung eigenen sich Anglizismen nur wenn sie etwas beschreiben für das es im Deutschen kein Wort gibt. Anglizismen die einen Begriff nur ersetzen oder sogar ungenauer beschreiben finde ich meistens unpassend und albern. Besonders wenn diese dann auch noch falsch ausgesprochen werden... Der Werbespruch von Pro Sieben z.B. soll ja "We love" heißen, wird aber mit penetrantem nachdruck jedesmal als "We laugh" (Wir lachen) ausgesprochen..
DrShmurge am 11. Juli 2008 20:58 Die Werbung und die Medien liefern nicht was der "Mensch" konsumieren will, sondern geben es ihm einfach mit der Behauptung das Besagte wirklich zu brauchen. - Zumindest meiner Ansicht nach.
Nun, ich persönlich finde NICHT, dass es sich gebildet anhört, wenn man seiner eigenen Sprache nicht mehr mächtig ist und zwei oder noch mehr Sprachen miteinander vermischt, obwohl man das Auszudrückende auch klar und deutlich in einer einzigen Sprache sagen kann.
das gebildet war ja auch ironisch gemeint..