Was könnten die Ursachen sein?

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8 Antworten

Hallo!

Interessante Frage. Das liegt mehrheitlich daran, dass das Studieren in erster Linie richtig ins Geld geht & sich viele es zweimal überlegen, ob sie nach dem Abi ins Berufsleben gehen (sprich, eine Ausbildung anstreben) ODER studieren möchten. 

Ich kenne einige, die erstmal eine Lehre absolvierten & dann erst studierten, weil sie dann finanziell eine gewisse Grundlage hatten und mehr Spielräume zur Verfügung standen. Den Gedanken begrüße ich, denn ... ich sehe es an zwei Freunden von mir (aus einfachem Hause, Vater Alleinverdiener als angestellter Kfz'ler, Mutter Hausfrau, beide Kinder studieren), die mit wirklich wenig Kohle auskommen müssen & dadurch am absoluten Rand leben: Kein Geld, diverseste parallel ausgeübte Nebenjobs von Tanke über Eiscafé bis zu Mäcces, ergo von vornerein weit weniger Zeit zum Lernen, dadurch auch schon wieder mehr Stress, Zeitnot & Druck, winziges WG-Zimmer, Unzufriedenheit, keinerlei Freiraum für Hobbys/Konzertkarten/Klamotten usw. ---------> und bevor man sich als junger Mensch DAS über Jahre hinweg antut, denken viele eben drüber nach & entscheiden sich dagegen. Ich kann jeden verstehen, der sich dagegen entscheidet. 

Wenn du aus reichem Hause bist & die Eltern entsprechend 'ne Apanage zahlen oder man nach der absolvierten Lehre und vllt. 1-2 Berufsjahren schon entsprechend eigene finanzielle Sicherheiten auf der Kante hat, man keine Nebenjobs braucht die dann fürs Lernen anzuwendende Zeit fressen & es auch vom Geld her weniger ein Kampf ums Überlegen ist, studiert es sich viel leichter. 

Liegt vllt. auch dran, dass das Leben früher noch nicht so teuer gewesen ist wie heute. Gerade die Jahre unter Kanzler G. Schröder haben die Lebenshaltungskosten stark anziehen lassen (1998-2005) was mit dem Jahr 2006 dann durchaus im Einklang zu nennen ist!

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Das liegt an den Studiengebühren und dass das Leben insgesamt teurer geworden ist. Ich habe 1989 angefangen zu studieren und konnte zuhause wohnen. Hätte ich damals teure Studiengebühren von 1000€ pro Semester zahlen müssen und noch Miete obendrauf, hätten meine Eltern sich das nicht leisten können und ich wäre nicht Diplom Mathematikerin...

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Kommentar von TUAKA
17.10.2016, 12:33

Liegt es nur an den Gebühren oder gibt es auch weiter Gründe?

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Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt und konnte studieren. Damals lagen die Gehälter auch in handwerklichen Berufen höher als heute und meine Eltern lebten nach dem Grundsatz "die Kinder sollen es mal besser haben als wir" . Beides ist wohl ein wenig "aus der Mode" gekommen.....

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Die Eltern müssen auch mitmachen. Wenn die Kinder das Gefühl haben, dass keine hoffnungsvolle Zukunft auf sie gesetzt wird, fehlt den Kindern die Motivation, sich zu bemühen. Da hilft auch Bafög nichts. Je prekärer die Situation, desto trauriger ist die Atmosphäre. Darum wäre es besser, die Kinder würden von Anfang an in eine Ganztagesschule gehen um den Frustrationen der Eltern zu entgehen.

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P.S.: Diese Entwicklung ist politisch gewollt und bewusst vollzogen wurden! Das hatten wir auch im Sozi.LK.

In anderen Ländern, ich glaube Dänemark, finanziert der Staat das Studium, die Studenten müssen nicht nebenbei arbeiten gehen.

Zitat Matheprof: "Sie können nicht nebenbei arbeiten gehen, das Studium ist ein Vollzeitjob!" Wobei hier die Arbeitszeit über 14 Stunden hinaus geht!

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Das liegt am sehr starken Zunehmen der sozialen Ungleichheit.

Die Bildung wurde in der BRD durch den "Sputnikschock" viel besser, dadurch konnten Kinder aus Schichten das Abitur erreichen und auch studieren, die es vorher nie hätten absolvieren können.

Durch die Einsparungen in der Bildungspolitik ist die Bildung an den staatlichen Schulen immer schlechter geworden, dies gilt vor allem für die Bundesländer NRW und andere.

Dann hat das Studium bis 2011 noch 500€ pro Semester gekostet.

Aber auch aktuell ist das Studium teuer: Semesterbeitrag, Bücher, das Leben an sich (Strom, Wasser, Krankenvers.,Essen, Miete) kostenpflichtige Klausurvorbereitungen u. ä.

Hier sind schnell im Monat 800 bis 900€ weg und es gibt nur ca. 670€ Bafög.

Beispiel:

Ich habe 2012 mit dem Mathestudium angefangen: 670€ Bafög und 600€ Kredit. Davon frießt schon die Miete ca. 375€ und die Krankenkasse 170€

Kollege aus dem Abi, Eltern sind Ärzte bekommt Miete, Essen usw. bezahlt PLUS 1000€ Taschengelt pro Monat.

Wer kann sich besser auf das Studium konzentrieren und kostenpflichtige Lehrveranstaltungen finanzieren?

Das Hauptproblem ist die Finanzierung und auch die Qualität des Studiums ist durch den Platschelor schlecht geworden, denn viele Firmen erkennen ihn nicht an. 

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Kommentar von TUAKA
17.10.2016, 12:44

Und warum ist es ab 2006 bis 2012 gleich geblieben? 🤔

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Kommentar von Joergi666
17.10.2016, 12:55

In vielen Punkte würde ich widersprechen. Deutschland ist im weltweiten Vergleich relativ günstig, was die Gesamtkosten für den einzelnen Studierenden angeht (nichts desto trotz könnte man hier einiges noch verbessern). Ich glaube auch nicht, dass die (schulische) Bildung per se schlechter geworden ist, ganz klar ist unser Schulsystem aber nicht mehr zeitgemäß, weniger Schulformen mit einem anderen Fokus, mehr sozialer Betreuung und weniger Unterrichtsausfall wären da angemessener. In anderen Ländern gibt es erheblich mehr Bildungsaufsteiger, trotz höherer Kosten fürs Studium. Ich komme auch eher aus schlechteren sozialen Verhältnissen, hab dann aber eben noch fast bis zum Abschluss des Studiums bei meinen Eltern gewohnt - war echt ätzend- aber so konnte ich eben schnell studieren. Insofern sehe ich die von dir angeführten Kosten nicht als zwingend gegeben. Und zum Thema Bachelor- je nach Studienfach ist die Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt durchaus ganz gut, auch wenn ich persönlich kein Freund dieser Reform bin.

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Welches Diagramm?

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Kommentar von Joergi666
17.10.2016, 12:44

Da müsste man sich die ganze Studie / Umfrage wohl genauer ansehen, um das beurteilen zu können.  Insgesamt ist aber natürlich das Bildungsniveau in diesem Zeitraum schon deutlich gestiegen (hier wäre auch die Definition von sozialer Herkunft noch genauer zu bestimmen). Wenn es also insgesamt deutlich weniger Familien mit niedrigem Bildungsniveau gibt, dürfte es auch anteilig weniger Studierende aus solchen Verhältnissen geben. Das dürfte aber wahrscheinlich nur ein Grund sein, grundsätzlich ist ja auch bekannt, dass es hier relativ wenig Bildungsaufsteiger gibt.

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Meine Geschichte: Hatte nach der Grundschule eine Empfehlung für das Gymnasium. Meine Eltern verweigerten es mir mit der Begründung, die Bücher wären zu teuer. Nach meinem Hauptschulabschluss hatte ich 2 Tage später eine Ausbildung als Bäcker, welche mir von meinen Eltern vermittelt wurde. Zum Glück gefiel mir die Arbeit und ich bin dabei geblieben. Vielleicht gibt´s mehr solche Geschichten.

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Ups hier ist es :D

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