Was können wir (mein Bruder und ich, 14 Zwillinge) gegen quälende Angst tun?

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8 Antworten

Ja – ihr könnt selbst was gegen die Angst tun !

Erst einmal Respekt ! Ihr habt euch voll (!) an ein Thema rangetraut, das andere gar nicht erst an sich ranlassen, wahrscheinlich weil sie unbewusst spüren, wie nahe es ihnen gehen könnte.

Deshalb lassen sich viele auch nur auf die eine Seite der Information ein, die alles schönredet und die Organspende auch noch im Lichte der Nächstenliebe erscheinen lässt.

Ihr beide aber habt euch auch die Kehrseite der Medaille angeschaut – und nicht weggeschaut. Und spürt jetzt die Folgen, nämlich dass die damit in Zusammenhang stehenden Infos unter die Haut gehen und auch nicht leicht  zu verkraften sind.

Das muss erstmal von Psyche und Geist verarbeitet werden. Und das kann schon ein bisschen dauern – ist aber i.d.R. vorübergehend.

Was ihr tun könnt:

1. macht euch klar, dass andere Themen wie z.B. Terrorismus, 3. Reich und andere Themen ebenso unter die Haut gehen können. Die „Medaille“ hat immer zwei Seiten und es gehört oft Mut dazu, sich beide anzusehen.

2. geh in die Rolle des Beobachters, der rational über Fakten berichtet, ohne diese emotional zu sehr an sich rankommen zu lassen. Der Journalist z.B. (Beobachter) hat eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft, weil er informiert und aufdeckt. Dazu braucht er die professionelle Einstellung des objektiven Beobachters.

3. es gehört mit zur Entwicklung vom Jugendlichen zum Mann, dass sich Wissen angeeignet und verarbeitet wird - auch schwer verkraftbares Wissen. Dadurch kann er psychisch stärker und belastbarer werden und sich sichere, feste Standpunkte aneignen.

4. macht euch klar, dass es Befürworter und Gegner der Organspende gibt und entscheidet euch für eine Seite. Wenn ihr euch dagegen entscheidet, ist es wichtig, dies zumindest den Eltern mitzuteilen und es schriftlich in einem Nicht-Spende-Ausweis oder einer Patientenverfügung zu fixieren.

5. es wäre gut für euch, zu lernen, wie man unnötige negative Gedanken abstellt und vermeidet, denn die ziehen euch nur runter und lösen Ängste aus. Wichtig ist, zu erkennen, dass man seine Gedanken selbst produziert und dafür verantwortlich ist. Stell dir vor, du bearbeitest deinen Rasen und zupfst das Unkraut aus. Mach es genau so mit den negativen Gedanken. Wenn sie kommen, kannst du STOPP! sagen und/oder sie positiv umformulieren.

6. mit solchen Gedanken wie „würdest du zulassen, dass man deinen Bruder tötet und ihm die Organe rausschneidet, gar an seine Augen geht ? Und was wenn du ihn später dann siehst ?“ usw. zieht ihr euch emotional selbst runter und ladet die Angst geradezu ein.
Man muss nicht jeden Gedanken vertiefen. Du selbst hast die Auswahl, welche Gedanken du zulässt oder abwehrst. Ein fester Standpunkt ist da hilfreich - wie z.B. würde ich an deiner Stelle die o.g. Gedanken folgendermassen umformulieren:
„ mein Bruder und ich werden es niemals zulassen, dass der andere getötet oder zur Organentnahme freigegeben wird“ usw.

7. weiter können gegen die Angst Gespräche helfen - z.B. mit der NummerGegenKummer (0800-1110333) und/oder mit der Telefonseelsorge (0800 – 1110111 bzw. hinten 222). Das geht übrigens auch anonym, also man muss nicht unbedingt seinen Namen sagen.

Alles Gute !

  • Vorab, es ist gut richtig, zu Euren Ängsten zu stehen und nach Rat zu fragen.
  • Die einfachste Maßnahme wäre doch jetzt, selbst der Organspende zu widersprechen und das auch mit Euren Eltern zu klären. Habt einfach einen Organspender-Ausweis mit negativer Aussage dabei und fertig. Wenn Eure Eltern hinter euch stehen, dann müsst ihr keinerlei Organspende mehr befürchten.
  • Auch über die anderen Themen wäre es gut, mit euren Eltern zu sprechen. Alleine darüber zu reden, baut schon Stress und Sorgen ab.

Ich finde es gut das ihr euch mit dem Thema beschäftigt habt, aber anscheinend habt ihr das dann doch nicht ausreichend getan. Denn dann wüsstet ihr zum Beispiel, das man lebend nur Organe spenden kann, auf die man nicht angewiesen ist. Der Mensch hat zwei Nieren, er kann aber auch nur mit einer leben. Also kann er eine Niere spenden. In einigen Fällen kann man auch die Leber lebend spenden.

Niemand wird getötet, weil ein anderer ein Organ braucht. Andere Organe werden nur bei Patienten entnommen, die gerade gestorben und für Hirntod erklärt worden sind. Eure Angst das jemand getötet wird, um anderen ein Organ zu verschaffen ist also unbegründet und kommt nur in Horrorfilmen vor.

Außerdem Angst zu haben hat nichts damit zu tun ob man hochbegabt ist oder nicht. Ihr seid Menschen wie jeder andere auch und jeder Mensch kann und wird in seinem Leben auch Angst empfinden, denn Angst hat weder etwas mit Vernunft oder Intelligenz zu tun.

Ich denke einer der Gründe weshalb euch das ganze so beschäftigt ist, weil das Thema auch im engen Zusammenhang mit dem Tod steht. In unserer heutigen Gesellschaft beschäftigt sich jeder nur mit dem Leben, der Tod ist irgendwie Tabu und keiner denkt daran, das es irgendwann auch mal vorbei ist. Ihr seid euch also zum Teil auch bewusst geworden, das immer und jederzeit eine Situation eintreten könnte in der ihr auf so eine Organspende angewiesen seid oder das ihr jederzeit sogar sterben könntet.

Sorgenfrei leben könnt und werdet ihr nicht. Es kann und wird immer etwas passieren, das euch Sorgen bereitet. Aber niemand von uns kann in die Zukunft sehen und weiß was noch kommen und passieren wird. Es bringt also nichts, sich jetzt weiter verrückt zu machen.

Jetzt sind die Eindrücke dieses Themas noch frisch und in euren Köpfen sehr präsent, doch das lässt mit der Zeit nach. Die Träume sind auch ein Mittel und ein Weg für euren Geist diese Eindrücke zu verarbeiten. Doch das wird in nächster Zeit besser werden, denn es werden neue Eindrücke und Ereignisse kommen, die euren Geist dann beschäftigen.

Was ihr aus dieser Sache lernen könnt das ihr jeden Tag bewusst leben solltet. Ihr solltet den heutigen Donnerstag so gut es geht genießen und nicht schon daran denken das morgen Freitag ist und dann endlich Samstag. Ihr solltet vor allem die Zeit miteinander, als Brüder, so gut es geht genießen. Denn nichts ist schlimmer als ungenutzte Zeit. Wenn dieser Tag vorbei ist, dann ist er für immer verloren und kommt nie mehr wieder. Also konzentriert euch so gut es geht auf das Leben. Lebt bewusst!

Kommentar von Xboythehidden
28.01.2016, 20:34

Vor der "Lebendspende" haben wir keine Angst, sollte es mal nötig würden wir uns natürlich gegenseitig retten.

Ich würde meinem Bruder sogar lieber eine meiner Nieren oder die Hälfte meiner Leber geben, als das er das vor irgendwem bekäme und man dann für immer sein Immunsystem kaputtmachen müsste und weil außerdem dann niemand für ihn getötet werden würde

Wir haben eher Angst davor, das einer von uns einen Unfall hat und lebend für tot erklärt wird (denn hirntote leben noch) und dann die Frage nach seinen Organen kommt

Wodurch sollte ich den Gedanken aushalten, das jemand den Körper von meinem Bruder aufsägt und ihn ausschlachtet wie einen alten Computer mit Fehlfunktion ?

Zumal die Testmethoden so geschaffen sind, dass ein reiner Ausfall der niederen Hirnteile (wobei das Bewusstsein intakt bliebe) bei einem 2 Möglichen Testwegen übersehen würde.

Es gab viele Fälle, wo man das erst im letzten Moment erkannt hat und die Betroffenen wenn auch mit Lähmungen überlebt haben, der Rest ergibt sich wenn man weiterdenkt.....

Und letztendlich wird uns dieser Gedanke wohl irgendwann loslassen, was wir daraus mitgenommen haben, ist vorsichtiger zu sein, und auf keine Mutproben einzulassen und wir haben beide einen Erste Hilfe Kurs gemacht um uns (und anderen) im Notfall helfen zu können und nicht tatenlos daneben stehen zu müssen.

naja, danke für deine Umfassende Antwort und das du uns Mut machst :)

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Es is leider bei uns beiden kaum besser geworden bis jetzt.

Also meistens kommen solche Gedanken halt wenn wir im Bett sind und das Licht ausgemacht haben, tagsüber stört es uns nicht

Ich weis, wir sollten es besser wissen, aber der Gedanke ist einfach zu heftig, der andere könnte in eine Schlachtungsoperation gebraucht werden und ihm das Herz rausgeschnitten werden.

Hmmm....also retten Organspende jetzt leben oder nimmt sie Leben....wir haben irgendwie Angst davor...

Kommentar von januarbisjuli
28.01.2016, 10:20

Lenkt euch ab. Wenn ihr abends wieder von den Gedanken eingeholt werdet, entscheidet euch direkt dagegen. Es darf nicht weiter, nicht tiefer gehen. Macht ein lustiges Video an oder lest etwas unterhaltsames. Und dann unterhaltet euch darüber und spinnt die Dinge weiter. Aber eben positive, schöne Dinge. Vielleicht gibt es ja auch ein Mädchen, dass ihr toll findet. Stellt euch vor wie es wäre, sie zu küssen. Das sollte aufregend genug sein, um eure Gedanken von dem anderen Thema fernzuhalten. :D
LG
(Falls ihr schwul seit, Mädchen durch Junge tauschen. Versteht sich.)

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Ich habe Eure Fragen hier Euer Referat über Organtransplantation und Organspenden von Anfang an mitverfolgt und mich gewundert, dass man Euch in Eurem Alter in Bio ein solches Referat halten lässt.

Nun stellt sich bedauerlicherweise heraus, dass ich mit meinen Bedenken recht hatte.

Redet mit Eurem Bio-Lehrer über die Probleme, die Ihr jetzt dadurch habt. Wenn er Euch schon über dieses Thema referieren ließ, dann wird er vielleicht auch wissen, wie Ihr jetzt mit den Folgen Eurer Arbeit am besten umgehen könnt.

Kommentar von Xboythehidden
23.01.2016, 02:51

Ja, das machen wir :)

Also sind wir emotional zu jung für dieses Referat gewesen ?

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Kommentar von Herb3472
23.01.2016, 02:52

Ich vermute ja.

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Kommentar von Herb3472
23.01.2016, 03:16

Ich bin kein Psychologe und bin daher diesbezüglich überfragt. Oft hilft es schon, Ängste abzubauen, wenn man darüber reden kann. Ihr seid beide sehr intelligent, und ich bin zuversichtlich, dass es Euch gelingen wird, Euch alsbald von Euren Ängsten wieder zu befreien. Redet doch mit Euren Eltern darüber. Gerade bei pubertierenden Kindern freuen sich Eltern besonders, wenn sich ihre Kinder einmal öffnen und ihnen damit ihr Vertrauen beweisen. Das bedarf nur eines kleinen, mutigen Schritts, und Ihr werdet alle froh darüber sein.

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Kommentar von Herb3472
23.01.2016, 03:42

Alles Gute, und gute Nacht!

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also nochmal: legt schriftlich fest, was ihr wollt und was nich, das is doch für zweisteine nich sooo schwer? aufschreiben, unterschreiben, copies machen, hinterlegen, fertig. jede weitere frage dazu wird jetzt echt teuer ;-)))

Ihr solltest euch beruhigen und euch vor Augen führen, dass ihr einander habt und gesund seid.

Du hast doch die Frage nun schon 10 mal gestellt und alle denkbaren Antworten bekommen. Sucht euch nen Psychater wenn nichts hilft.

Kommentar von Xboythehidden
23.01.2016, 02:39

Nee, diese Frage mit genau dieser Fragestellung hat mein Bruder vor 1 1/2 Wochen ein mal gestellt, ich noch nie.

Aber daran siehst du ja, wie uns das quält, wir wollen diese Sorgen einfach nur wieder loswerden .

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