Frage von hallihallo3211, 198

Was können wir gegen eine EIGENBEDARFSKÜNDIGUNG tun, in der steht, dass der Enkel mit seiner Freundin einziehen möchte?

Hallo liebe Leute,ich habe da ein sehr großes Problem: (Text ist lang, aber ich brauche wirklich dringend Hilfe)

Meine Familie (Eltern, (damals Schwester)) und ich wohnen seit 2002 (aktuell: Oktober 2016) in einer 3-Zimmer Wohnung eines 4-Familenhauses und haben seit 2008 auch (durch die Erlaubnis der Vermieter) zwei Katzen.Um die Geschichte kurzzufassen: Wir wohnen über einem Restaurant - und hatten bisher kein Auto. Als wir uns im Jahr 2014 ein Auto kauften, mussten wir weit weg parken, da wir keinen eigenen Parkplatz besaßen - so haben wir von anderen Nachbarn erfahren, dass zwei der Parkplätze des Restaurants der Stadt gehören - unsere Vermieter und die Besitzer des Restaurants verschwiegen dies all die Jahre - auch wenn Verwandte von uns dort parkten, wurde bei uns geklingelt und gestritten. Nun sind wir zur Stadt und haben dies gemeldet - jetzt wurden zwei Parkplätze freigestellt, weil sie tatsächlich der Stadt gehören. Doch jetzt fängt der eigentliche Teil an:

Nachdem wir dies getan hatten, landete auch schon die Eigenbedarfskündigung der Vermieter in unserem Briefkasten. Wir haben wohl bis Oktober 2016 Zeit, uns eine neue Wohnung zu suchen, da das Enkelkind (19) des Vermieters mit seiner Freundin (wahrscheinlich auch 18-20) einziehen möchte (am Telefon sagte sie z. B. auch, dass ihr Sohn die Wohnung braucht) [der Sohn hat eine Baustellenfirma und die ganzen Zäune und alles drum und dran schon in unserem Garten gelagert]. Ein plausibler Grund wurde jedoch nicht genannt, wieso genau unsere Wohnung so dringend gebraucht wird.

Wir waren beim Anwalt um nach Hilfe zu bitten - wir haben jedoch die Widerspruchsfrist versäumt und nun droht uns die Vermietern auch noch mit einer Räumungsklage am 31. Oktober 16.

Zu uns:

-- Mein Vater (46) ist arbeitslos. Da er zwar ganz okay Deutsch spricht, jedoch eine Gebehinderung hat (humpelt) und auf einem Ohr schwerhörig bzw. taub ist, fällt es ihm schwer eine Arbeit zu finden. (Hartz4-Empfänger)-- Meine Mutter (44) ist ebenfalls arbeitslos. Sie hat Blutarmut und eine Schilddrüsenunterfunktion und schafft es nicht zu arbeiten, da ihr die körperliche, wie auch geistige Motivation dazu fehlt. (Hartz4-Empfängerin)-- Ich verdiene ebenfalls nichts, da ich erst dieses Jahr (Oktober) zu studieren beginne und ebenfalls nichts zu einem Umzug leisten kann.

Gibt es irgendwelche "Härtefälle" die zutreffen und uns aushelfen könnten? Oder eine unwirksame Kündigung durch irgendeinen Grund?

Wir zahlen eine Miete von 500 Euro und wir sind finanziell wirklich nicht in der Lage, eine teurere und geeignetere Wohnung zu finden, in der sogar noch Katzen erlaubt sind und die auch so nah zur S-Bahn, Einkaufsläden, etc. liegt.

Was können wir tun? :( :(

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Antwort
von Luzie9, 39

Mir ist es vor einem Jahr genau so ergangen. Ich habe mich wiederholt gegen Rechtsbrüche, Betrugsversuche und Schikanen des Vermieters gewehrt. Letztlich gab er vor, die Wohnung für seinen Sohn zu brauchen, und hat mir gekündigt. Ich habe das ganze Gerichtsgedöns durchgemacht. Mit Katzen eine Wohnung finden ist nicht einfach. 

Derzeit ist die Eigenbedarfskündigung ein beliebtes Mittel, um unliebsame oder wirtschaftlich uninteressante Mieter loszuwerden. Besonders in Ballungsgebieten kann man schließlich wesentlich mehr Miete erzielen, wenn man die Immobilie immer wieder neu vermietet, denn Mieterhöhungen sind gesetzlich gedeckelt. 

Um es vorweg zu nehmen: ohne Anwalt bist du aufgeschmissen. Denn die Entscheidung liegt immer beim Richter mit viel Ermessensspielraum. Aber bei deinen Eltern und dir greift sicher das Armenrecht, so dass sie den Anwalt kostenfrei gestellt bekommen. Muss man beim Amtsgericht beantragen. ( Anwalts- und Prozesskostenhilfe).  

Je nachdem, wo du wohnst, hast du mehr oder weniger Chancen. Im Schwäbischen, wo ein Mensch ohne Eigenheim als asozial gilt, neigen die Richter dazu, dem Vermieter Recht zu gehen. In anderen Regionen wie Nordrhein-Westfalen wird oft der Mieter geschützt.

Der Verlauf: Der Vermieter reicht die Klage gegen dich ein. Du bzw. dein Anwalt beantragt, die Klage abzuweisen. Dann kommt es zur sog. Güteverhandlung, bei der ein Richter versucht, einen Vergleich herzustellen. Hier kannst du z.B. eine Beihilfe vom Vermieter aushandeln, wenn du ausziehst, oder eine Verlängerung der Kündigungsfrist. Erst wenn die Güteverhandlung scheitert, kommt es zum eigentlichen Prozess. Der bringt vor allem gewaltige Kosten mit sich.

Der Richter muss die Interessen der Parteien abwägen. Deine Eltern sind körperlich eingeschränkt, das dürfte schon etwas wiegen. Wenn dem Vermieter nachgewiesen werden kann, dass es leere Wohnungen in seinem Bestand gibt, muss der Enkel die nehmen. Allerdings pflegen viele Vermieter dabei zu tricksen, was die Richter auch gerne mal durchwinken, s.o. Kommt auch stark auf den Anwalt an.

Und wenn es nicht beim ersten Versuch klappt, klagt der Vermieter euch wegen irgendwas anderem raus. Er hat sicher noch mehr Verwandte.

Stellt sich später heraus, dass die Eigenbedarfskündigung vorgeschoben war, z.B. wenn der Enkel gar nicht einzieht und die Wohnung neu vermietet wird, dann hat der Vermieter sich strafbar gemacht. Dann muss er euch sämtliche Kosten erstatten, inklusive Prozesskosten. 

Ausziehen werdet ihr also müssen. Aber ihr könnt eure Haut teuer verkaufen. 

Wenn ihr in einem Mieterverein seid, könnt ihr da Hilfe suchen. Allerdings ist die Motivation von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich, manche Mietervereine ziehen sich komplett raus und manche springen sofort ein.

Deine Eltern sollten sich wohl bei der ARGE ( wenn das Amt noch so heißt)  erkundigen, wie es mit einer Kostenübernahme oder - Beteiligung aussieht. Und beim Amtsgericht. Sehr zügig, denn die Uhr tickt.

Leider schützt unser Rechtwesen die Bedürftigen nicht so gut wie die Reichen. Materieller Besitz wird als höchstes Gut gehandelt. So ist das eben im neoliberalen Kapitalismus. Dessen Anhänger führen gerne an, dass Leistung sich lohnen müsse und jeder für sein Schicksal selbst verantwortlich sei.

Ich wünsche euch viel Glück. 

Kommentar von Luzie9 ,

Nachtrag: was ein anderer Forist geschrieben hat, ist wahr. Eure Kündigungsfrist wurde nicht eingehalten. Damit ist die Kündigung unwirksam. Das würde ich dem Vermieter auch mitteilen. Allerdings wird der dann eine neue, formal richtige Kündigung aussprechen. Dann läuft alles von vorne. 

Kommentar von Luzie9 ,

...Sofern das eben tatsächlich zutrifft. Wenn der Vermieter euch schon vor 9 Monaten gekündigt hat, ist die Kündigung wirksam. Dadurch, dass ihr nicht widersprochen habt, habt ihr die Kündigung in der Sache akzeptiert. 

Dann könnt ihr nur noch darum kämpfen, später auszuziehen. Eben im Rahmen der Räumungsklage.

 Ihr zeigt dem Vermieter jetzt an, dass ihr zwar grundsätzlich ausziehen würdet, aber nicht in der Lage dazu seid. Dann kommt es zur Klage.

Noch zwei Tipps:

Hartz4 Empfänger kriegen die Wohnung vom Amt bezahlt. Redet mit denen. Ausserdem kriegt ihr einen Wohnberechtigungsschein, der besagt, dass ihr in einer öffentlich geförderten, verbilligten Wohnung leben könnt. Vielleicht gibt es so eine Lösung. 

Wenn ihr vor Gericht, bei Behörden oder mit der gegnerischen Partei sprecht, erwähnt niemals so etwas wie mangelnde Motivation zum Arbeiten . Die Anhänger der neoliberalen Denkweise gehen davon aus, dass eine persönliche Notlage immer selbst verschuldet ist. Solche Aussagen sind Wasser auf ihre Mühlen. Besser: aufzeigen, wie sehr ihr euch bemüht, Arbeit zu finden und sozial aufzusteigen. Eben ihrem Schema zu entsprechen. Mit deinem Studium habt ihr schon den ersten Pluspunkt.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 44

Auf Grund der Mietdauer kann euch der Vermieter frühestens mit einer Frist von 9 Monaten kündigen. Die derzeitige Kündigung ist deshalb unwirksam. Ein Widerspruch ist deshalb nicht erforderlich.

In der Eigenbedarfskündigung muss der Name des Enkels genannt werden und ausführlich begründet und erläutert werden, warum und zu welchem Datum er die Wohnung für diesen benötigt. Ansonsten ist die EBK unwirksam.

Sollte der V. später erneut kündigen wegen Eigenbedarf, so könntet ihr versuchen, wegen sozialer Härte diese abzuschmettern (Widerspruch einlegen). Aber das erst dann, wenn eine erneute (wirksame) EBK erfolgt ist.

Jetzt schweigen und nicht ausziehen wie gefordert.

Kommentar von imager761 ,


In der Eigenbedarfskündigung muss [...] ausführlich begründet und erläutert werden, warum und zu welchem Datum
er die Wohnung für diesen benötigt. Ansonsten ist die EBK unwirksam.


Woher nimmst du bloß wieder diesen hanebüchenden Unsinn? Ein Blick in das Gesetz vermeidet Geschwätz und dient der Rechtsfindung: § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB.

Der VM muss nichts dergleichen: "... hiermit kündige ich mit n. § 573c I 2 BGB verlängerter Frist zum 30.09.2016 das Mietverhältnis über den Wohnraum [DG links] in der [Musterstrasse 1], da ich die Wohnung für meinen (Alt. 1: einzigen) Enkel (Alt. 2: Martin) benötige" wäre völlig hinreichend, wirksam Beendigung des MV wegen Eigenbarf herbeizuführen :-O

G imager761


Kommentar von albatros ,

Du bleibst deinem hochnäsigen Charakter treu mit diesem Kommentar. Wenn du schon solche Begriffe verwendest, solltest du sie wenigstens richtig schreiben können. Außerdem ist er in diesem Zusammenhang sinnlos bzw. unangebracht.

Wenn du hier (wie immer) lediglich Gesetzestexte zitierst, ist das völlig unzureichend für die Wahrheitsfindung. Du solltest dich auch mit der Rechtsprechung von BGH, OLG und Verfassungsgericht befassen.

Dort wird klargestellt und geurteilt, was für eine wirksame EBK erforderlich ist. Und das eindeutig. Auf diese stütze ich mich. Du solltest dich besser informieren, bevor du mit deinen beleigenden Kommentaren dein Unwissen öffentlich machst.

Falls du allein nicht dazu in der Lage bist, kann ich dir gerne dabei behilflich sein

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Wohnung, 53

Wir haben wohl bis Oktober 2016 Zeit, uns eine neue Wohnung zu suchen, da das Enkelkind (19) des Vermieters mit seiner Freundin (wahrscheinlich auch 18-20) einziehen möchte (am Telefon sagte sie z. B. auch, dass ihr Sohn die Wohnung braucht) [der Sohn hat eine Baustellenfirma und die ganzen Zäune und alles drum und dran schon in unserem Garten gelagert]. 

Wenn in der Kündigung die Person benannt worden ist, dann ist das erst mal rechtens.

Wir waren beim Anwalt um nach Hilfe zu bitten - wir haben jedoch die Widerspruchsfrist versäumt und nun droht uns die Vermietern auch noch mit einer Räumungsklage am 31. Oktober 16.

Wenn Ihr nicht auszieht, der Vermieter Räumungsklage erhebt und Íhr verliert dann wird das sehr teuer.

Möglich wäre, dass Ihr eine kurze Räumfrist noch bekommt, wie lang die wäre könntet Ihr Euren Anwalt fragen.

Besser und billiger wäre es, sich mit dem Vermieter zu einigen und schnellsten eine andere Wohnung zu suchen,

auch wenn sie weiter weg ist.

Antwort
von imager761, 61

Tatsächlich dringt eine Eigenbedarfskündigung n. § 573 II 2 BGB durch, wenn "der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt".

Meint, das muss er nicht plausibel begründen oder gar seine Notwendigkeit, sogar Dringlichkleit darlegen, sondern lediglich nachvollziehbar angeben, dass er sie für einen konkreten Familienangehörigen benötigt, hier seinen Sohn.

Dagegen wäre Widerspruch zwecklos und hätte keinerlei aufschiebende Wirkung, da die Kündigung weder rechtsmißbräuchlich erfolgte, da dieser Eigenbedarf bei eurem Mietvertragsschluss unmöglich absehbar war noch eine Härtefall vorliegt, nur weil es hartzende Mieter mit gesundheitlichen Problemen und Katzen auf dem Wohnungsmarkt schwer haben.

Wenn man ohnehin knapp ist, sollte man die Anwalts- und Prozesskosten einer vermeidbaren Räumunsklage lieber in einen guten Makler investieren, der eine bezahlbare Wohnung für euch findet.

G imager761

Kommentar von Spot1978 ,

Genau so ist es.

Expertenantwort
von polarbaer64, Community-Experte für Katzen, 78

Blöd gelaufen ist natürlich, dass ihr nicht sofort zum Anwalt oder zum Mieterschutz gegangen seid. Denn normaler Weise greift so ein Eigenbedarf nicht, denn nur, weil der Sohn der Vermieterin eine Wohnung sucht, müsst ihr da nicht ausziehen. Ihr wohnt dort bereits 14 Jahre, da müsst ihr sowieso mindestens 9 Monate Kündigungsschutz ab Kündigungsdatum haben. Bei Verträgen vor 2001 sogar ein Jahr:

http://www.mieterbund.de/index.php?id=466

Evtl. könnt ihr damit durch kommen zu bleiben, weil du studierst und dir ein Ortswechsel nicht zuzumuten ist. Schau mal da:

http://www.mietrecht.org/eigenbedarf/eigenbedarfskuendigung-haertefall/

Ihr braucht auf jeden Fall den Anwalt, ich hoffe, ihr seid im Mieterschutzbund oder habt eine Rechtsschutzversicherung für Miete und Grundstückseigentum.

Wendet euch auch an das Sozialamt und fragt, ob es für euch vielleicht eine Sozialwohnung gibt. Das muss ja nur vorübergehend sein, aber ihr habt wenigstens Luft und könnt in der Zeit weiter suchen.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr in irgendeiner Hinsicht Erfolg habt. Auch für die Katzen. Die dürfen nicht von euch getrennt werden :o( .

Viel Glück!

Kommentar von bwhoch2 ,

Die Frist war ausreichend gewährt. Der Anwalt hat bereits abgewunken. Was also soll das jetzt noch?

Kommentar von hallihallo3211 ,

Ich bitte euch um Rat, nicht um darauf rumzuhacken... 

Kommentar von bwhoch2 ,

Rat kommt gleich. (Aber ganz ohne Rumhacken gehts nicht. Aber sieh das eher als Motivation, Eure Anstrengungen nicht in die falsche Richtung zu lenken, sondern in verschiedenen Richtungen zu erhöhen.)

Kommentar von hallihallo3211 ,

Vielen Dank für die umfrangreiche Antwort.. :/ Das Ding ist wir haben schon in den 9 Monaten nicht geschafft, eine Wohnung zu finden.. und die vorgegebene Frist wurde irgendwie überlesen/nicht gesehen... :( Aber Dankeschön..

Kommentar von imager761 ,

Denn normaler Weise greift so ein Eigenbedarf nicht, denn nur, weil der Sohn der Vermieterin eine Wohnung sucht, müsst ihr da nicht ausziehen.

Woher nimmst du diesen hanebüchenden Unsinn? Ein Blick in das Gesetz vermeidet Geschwätz und dient der Rechtsfindung: § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB.

Antwort
von TrudiMeier, 92

da das Enkelkind (19) des Vermieters mit seiner Freundin (wahrscheinlich auch 18-20) einziehen möchte

Das ist rechtens. Das Alter ist völlig unerheblich - sie sind beide volljährig.

Gibt es irgendwelche "Härtefälle" die zutreffen und uns aushelfen
könnten? Oder eine unwirksame Kündigung durch irgendeinen Grund?

Nein. Ihr habt die Widerspruchsfrist versäumt, damit ist die EK anerkannt.

Wir waren beim Anwalt um nach Hilfe zu bitten

Der Anwalt hat euch doch  auch schon nicht helfen können.

Kommentar von hallihallo3211 ,

Es geht nicht um das Alter, sondern darum, ob es reicht, dass das Enkelkind einfach einziehen muss (ohne Grund)? 

Kommentar von Stellwerk ,

Was heißt ohne Grund? Wenn der gute Mann daheim auszieht und eine Wohnung braucht, ist das Grund genug. Und solange von seiten der Vermieter alle Vorschriften und Fristen eingehalten wurden, ist das rechtens, ja.

Kommentar von TrudiMeier ,

Wenn der Enkel mit seiner Freundin zusammenziehen möchte, ist das kein Grund?

Kommentar von hallihallo3211 ,

Hmm, meiner Meinung nach nicht ausreichend um eine dreiköpfige Familie mit 2 Katzen, die dort schon fast 15 Jahre wohnt, rauszuschmeißen.

Kommentar von TrudiMeier ,

Nochmal! Von rausschmeißen kann überhaupt keine Rede sein. Es wurde euch fristgemäß gekündigt. Wenn ihr die Widerspruchsfrist versäumt und innerhalb von 9 Monaten nicht in der Lage seid, eine Wohnung zu finden, dann ist das nicht das Problem des Vermieters. Ob du nun meinst, dass der Einzug des Enkels mitsamt Lebensgefährtin nicht ausreichend ist, tut nichts zur Sache und ist somit völlig unerheblich.

Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass ihr innerhalb von 9 Monaten keine neue Wohnung findet. Mit der gesundheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit deiner Eltern würdest ihr Null-komma-nix einen Wohnberechtigungsschein mit Dringlichkeit bekommen. Und somit hättet ihr innerhalb der 9 Monate mit Sicherheit eine Wohnung im sozialen Wohnungsbau bekommen!

Kommentar von imager761 ,

Deine Meinung dringt nur nicht durch. Es reicht, wenn die Wohnung für den benannten Familienangehörigen benötigt wird, auf euer Einzelschicksal muss der VM keine Rücksicht nehmen.

Warum sollte der Enkel seinen Hund abschaffen oder arbeiten gehen, weil er am Markt sonst keine Wohnung findet? Könnt bzw. wollt ihr ja auch nicht.

Warum muss er sich dumm kommen lassen, nur weil ihr auch zu faul seit, ein paar Schritte entfernt zu parken? Sein Enkel ist es nicht und überlässt dankbar für eine Bleibe den Gästen den Parkraum.

Warum soll der VM ihm Unterhalt zahlen, wenn er eine kostenlose Wohnung hat und den in Naturalunterhalt leisten kann?

Wenn ihr euch mal fünf Minuten in die Schuhe des Vermieters stellt, würdet ihr genauso entscheiden.

Kommentar von imager761 ,

Ja. § 573 II 2 BGB sieht lediglich vor, dass es sich um einen Familienangehörigen handeln muss. Der Sohn bzw. Enkel, für den die Wohnung vor 9 Monaten benötigt wurde, ist von Person nachvollziehbar konkret benannt, das reicht.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 76

Ein plausibler Grund wurde jedoch nicht genannt, wieso genau unsere Wohnung so dringend gebraucht wird.

Doch: Der Sohn will einziehen.

nun droht uns die Vermietern auch noch mit einer Räumungsklage

Die könntet ihr natürlich aussitzen. Werdet ihr zwar verlieren, aber ihr gewinnt ausreichend Zeit, um eine andere Wohnung zu suchen. Die Klage ist in dem Moment hinfällig, wo ihr auszieht. Ihr müßtet nur die Kosten noch zahlen. So drei bis 5 zusätzliche Monate könnten auf diese Weise noch drin sein.

Gehbehindert und auf einem Ohr schwerhörig/taub:

Da gäbe es noch genügend geeignete Arbeitsstellen. Das zweite Ohr geht noch und z. B. im Wachdienst reichen meistens die Augen.

schafft es nicht zu arbeiten, da ihr die körperliche, wie auch geistige Motivation dazu fehlt.

Auch kein Grund. Da gibt es wohl genügend Medikamente, die ihr helfen könnten, soviel Motivation aufzubringen, dass wenigstens ein paar Stunden Arbeit pro Tag oder Woche drin sind.

Du fängst zu studieren an:

Da ihr demnächst sowieso wohnungslos seid, könntest Du es so doch so machen, dass Du Dir selbst eine Unterkunft suchst (Studentenwohnheim, WG etc.), in der Du günstig wohnen kannst. So, wie es Tausende anderer Studenten auch machen.

Vorteil für Deine Eltern: Es genügt dann eine größere Einzimmerwohnung oder eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Die Auswahl wird dadurch schon deutlich größer.

Kommentar von hallihallo3211 ,

Sorry, aber wenn man mir schon mit so einer Einstellung kommt, werde ich ebenso antworten:
Du weißt nicht, wie es meinen Eltern geht und kennst unseren sozialen Zustand ebenfalls nicht - und ich habe auch nicht gefragt, wo mein Vater arbeiten gehen kann, sondern dass er es eben gerade nicht macht und wir nach einer Lösung suchen.
Zweitens: Der Sohn will nicht einziehen, sondern das Enkelkind. 
Drittens: Habe ich dich ebenfalls nicht darum gefragt, in welches Heim ich ziehen kann - da ich sowieso mit meinen Eltern bleiben werde. Danke für deine sinnlose und zeitverschwenderische Antwort.

Kommentar von bwhoch2 ,

Zweitens: Der Sohn will nicht einziehen, sondern das Enkelkind. 

Was aber völlig egal ist.

da ich sowieso mit meinen Eltern bleiben werde.

Hotel Mama war schon immer besonders komfortabel. Verstehe ich gut. Aber in Deinem Fall wird das wohl bald eher ungemütlich.

Wenn Du darauf bestehst, dass Du bei Deinen Eltern bleibst, kann folgende Situation entstehen:

Ihr werdet zwangsgeräumt und vorübergehend in einer Pension untergebracht, die ihr natürlich bezahlen müsst. Dann wird man Euch helfen, wieder eine Wohnung zu finden, wobei es gut sein kann, dass man eine Wohnung für die Eltern sucht und eine andere Unterkunft für das Studentlein.

Das Leben ist kein Wunschkonzert. Schon gar nicht in Eurer Situation.

Eigentlich traue ich Dir als Student schon soviel Intelligenz zu, dass Du Deine/Eure Lage nüchtern genug beurteilen kannst und Du solltest Dir schon gut überlegen, was es bedeutet, wenn Du meinst, "da ich sowieso bei meinen Eltern bleiben werde".

Kommentar von Luzie9 ,

An den FS: Genau solche Einstellungen meine ich, wenn ich von neoliberaler Denkweise rede. Was zählt, ist vor allem materieller Besitz. Wer nix hat, ist nix wert und hat nichts zu fordern. Seine Befindlichkeit ist nicht der Betrachtung wert. Dient höchstens als Untermauerung der These, dass der Betroffene an seiner Misere selbst schuld ist. 

Kommentar von TrudiMeier ,

Wobei - deine Einstellung ist ja auch nicht so das Gelbe vom Ei. Du hast die Einstellung, dass das Zusammenziehen des Enkels mit seiner Lebensgefährtin in das Eigentum der Großeltern kein ausreichender Grund für eine Eigenbedarfskündigung ist. Dann unterstellst du dem Vermieter, er würde euch rauswerfen.  Was ist das für eine Einstellung?

Kommentar von imager761 ,

Ignorant ist es, hier den falschen Baum anzubellen. Wer Fristen versäumt und nach erfolglosen Selbstversuchen nicht auf die Idee kommt, einen Makler mit Wohnungssuche zu beauftragen, bevor Räumungsklage und Wohnungslosigkeit droht, sollte nicht den Vermieter und Familienvater dafür verantwortlich machen, wenn der für seine Familie zu sorgen versteht :-O

Kommentar von Luzie9 ,

Ja klar. Die Leute sollen halt auseinander ziehen, und wenn es denen nicht passt, müssen sie halt unter der Brücke hausen. Und was heißt schon eine körperliche Behinderung oder das Alter, wer Arbeit will, findet auch eine. Paar Pillen einwerfen, dann klappt das schon.

Mannomann. Soviel selbstgerechte Ignoranz und Realitätsferne. Wirklich alle Klischees bedient.

Man kann nur hoffen, dass dein Erfahrungshorizont erweitert wird. Z.B. Indem du selbst arbeitslos wirst. Eine schwere Krankheit wünschen sollte man ja keinem...

Kommentar von TrudiMeier ,

Ja, alle Vermieter sind böse Vermieter. Jeder Mieter muss nun mal mit dem Risiko leben, wegen Eigenbedarfs gekündigt zu werden, egal ob Behinderung oder nicht. Wenn man es in 9 Monaten nicht gebacken bekommt gegen die Kündigung rechtzeitig Widerspruch einzulegen geschweige denn einen WBS zu beantragen, dann ist das nicht das Problem des Vermieters. Vermieter sind nicht die Wohlfahrt!

Kommentar von Luzie9 ,

"Ja, alle Vermieter sind böse Vermieter" = Falsch! Ich kenne genug Gegenbeispiele.

Ein Mietvertrag ist eine geschäftliche Vereinbarung wie andere auch. Allerdings mit ein paar Besonderheiten, die u.a. mit sozialer Verantwortung zu tun haben. Da aber jeder Idiot vermieten kann, egal ob er das Wort "Gesetz" buchstabieren kann oder nicht, und da auch der Mieter nicht unbedingt eine Leuchte sein muss, gibt es immer wieder Streit und Unklarheit über die Rechtslage. Wobei der Vermieter der wirtschaftlich Stärkere ist und das Gesetz dieses Ungleichgewicht durch höheren Schutz der Mieter ausgleicht.

Kommentar von bwhoch2 ,

Wobei der Vermieter der wirtschaftlich Stärkere ist und das Gesetz dieses Ungleichgewicht durch höheren Schutz der Mieter ausgleicht.

Eine sehr gewagte Theorie, die verallgemeinert, was nicht zu verallgemeinern ist.Viele Eigentümer leerstehender Wohnungen wollen nur deswegen nicht vermieten, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich am Ende keineswegs als die wirtschaftlich stärkeren gesehen haben. Um sich vor persönlichem Ruin zu schützen, vermieten sie lieber nicht mehr.

Kommentar von bwhoch2 ,

Zumindest, was die Arbeitslosigkeit anbelangt, ist mein Erfahrungshorizont schon entsprechend geweitet. Als ich meinen Arbeitsplatz wegen anstehender Insolvenz des Arbeitgebers verlor (hatte Familie mit 2 kleinen Kindern), hätte ich mich auch sofort an das AA wenden können und um Unterstützung bitten.

Stattdessen nahm ich die Sache selbst in die Hand, prüfte die Möglichkeiten und entschied mich für die Erfolg versprechendste. Es ist gut gegangen. Ich war damals und bin jetzt nicht realitätsfern. Wenn ich ignorant wäre, ging mir das Problem des FS am A vorbei. Aufwachen ist angesagt!

Antwort
von Mrmorrigan, 85

Ihr habt den Widerspruch leider versäumt. Damit habt ihr den Eigenbedarf angenommen. Ihr wisst das jedoch nicht erst seit heute, wo morgen ja schon der erste Oktober ist... Die haben wohl alle Fristen eingehalten. Deine Familie bekommt doch sicher schnell eine Wohnung mit diesem Bedarfsschein. Müsst man jetzt nur mal suchen

Kommentar von hallihallo3211 ,

Klar, jedoch suchen wir schon seit 9 Monaten nach Wohnungen - erfolglos - wo soll ich denn suchen? Ich fange jetzt noch mein Studium frisch an und möchte auch nicht in dem Chaos versinken und meine Noten versäumen.. 

Kommentar von Stellwerk ,

Seit neun Monaten? Wann ging Euch die Kündigung denn zu? Wenn das vor neun Monaten war, dann haben die Vermieter ja die entsprechenden Fristen eingehalten. In der Zeit hättet Ihr Widerspruch einlegen können bzw. schon mal beim Amt einen Bedarfsschein oder ähnliches erfragen können.

Dem Vermieter gehört die Wohnung und wenn sein Enkel einziehen will, ist es sein gutes Recht, Euch unter Einhaltung aller Fristen wegen Eigenbedarfs zu kündigen. Ich verstehe die Härte Eurer Situation, aber aussitzen bringt gar nichts. Hart gesagt, kann der Vermieter nichts dafür, dass Ihr bisher nichts gefunden habt oder Euch nicht rechtzeitig gekümmert habt. Er ist immer noch Eigentümer der Wohnung und nicht verpflichtet, Euch weiter zu beherbergen.

Geh am Dienstag direkt zum Jobcenter, erkundigt Euch nach einem Bedarfsschein für die Wohnung und nach Möglichkeiten zur Prozesskostenbeihilfe, falls Ihr einen Anwalt braucht.

Kommentar von Mrmorrigan ,

Erstes Semester ist eh Orientierung. Geh mit deinen Eltern mal zum Amt die können euch da bestimmt auch helfen

Kommentar von hallihallo3211 ,

Ja... aber deren Anwalt hat z. B. damit argumentiert, dass in dieser Wohnung zwei gutverdienende Kinder leben und dies keine finanziellen Probleme darstellen sollte - jedoch verdiene ich keinen Cent und meine Schwester wohnt schon lange nicht mehr bei uns. 

Kommentar von Mrmorrigan ,

Der Anwalt von denen kann gar nichts... Beim Amt bekommt ihr auch Hilfe von Anwälten die können euch auch genau sagen was zu tun ist. Direkt am Dienstag hin gehen

Kommentar von SimonG30 ,

Beim Amt bekommt ihr auch Hilfe von Anwälten

von welchem "Amt" erwartest Du anwaltliche Hilfe? Jobcenter, Arbeitsagentur oder Sozialamt?  In den seltensten Fällen sitzen dort Juristen & das ist in der Regel auch nicht deren Aufgabe dort...

Antwort
von Kasumix, 56

Eigenbedarf ist Eigenbedarf.

Kommentar von hallihallo3211 ,

Danke für die hilfreiche Antwort - jedoch gibt es da auch das eine oder andere Gesetz, das dies eben etwas verändert.

Kommentar von Zumverzweifeln ,

In deinem Fall nicht , nun versuch doch einmal es zu verstehen.

Wenn der Anwalt schon abwinkt, dann glaub ihm doch einfach!

Hättest du den Vermieter nicht mit dieser sinnlosen Parkplatzaktion in Rage gebracht, wäre vielleicht alles anders gelaufen!

Antwort
von Zumverzweifeln, 84

Nichts mehr, wenn ihr die Widerspruchsfrist versäumt habt! Wenn der Enkel einzieht (darauf könntet ihr ja achten) ist alles gelaufen. 

Merke: Mit Vermietern legt man sich nicht grundlos an!

Kommentar von hallihallo3211 ,

Ich lege mich nicht grundlos an - wir sind weder finanziell in der Lage auszuziehen, noch gibt es eine geeignete Wohnung (momentan) - nur muss man meine bzw. unsere Situation auch verstehen können. :/ und dürfen die Vermieter eine 3-köpfige Familie mit 2 Katzen einfach nach 14 Jahren aus der Wohnung werfen, damit ihr Enkelkind (alleine) hier wohnen kann (die Freundin ist kein Familienmitglied, und wird somit nicht beachtet oder?) ?

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Das meine ich nicht, ich meine die Sache mit dem Parkplatz.

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Ja, das dürfen die. Außerdem weißt du ja gar nicht ob der Enkel nicht heiraten will!

Kommentar von TrudiMeier ,

und dürfen die Vermieter eine 3-köpfige Familie mit 2 Katzen einfach nach 14 Jahren aus der Wohnung werfen,

Von aus der Wohnung werfen kann überhaupt keine Rede sein. Euch wurde fristgemäß wegen Eigenbedarf gekündigt. Ihr habt die Widerspruchsfrist versäumt. Dafür kann der Vermieter aber nichts.


damit ihr Enkelkind (alleine) hier wohnen kann (die Freundin ist kein Familienmitglied, und wird somit nicht beachtet oder?) ?

Der Enkel ist Familienangehöriger. Nur weil er mit der Freundin nicht verheiratet ist, heißt das nicht dass er allein dort einzieht. Er zieht mit seiner Lebensgefährtin dort ein, das reicht aus. Dass Lebensgefährten keine Familienangehörige im verwandtschaftlichen Sinne sind, liegt in der Natur der Sache.

Eine Eigenbedarfskündigung wäre übrigens auch dann rechtens, wenn eine Pflegekraft benötigt würde und die dort einziehen sollte. Die gehört aber in den meisten Fällen dann auch nicht unbedingt zur Familie.

Kommentar von Luzie9 ,

Ulkige Einstellung. Danach darf ein Vermieter ruhig gegen geltendes Recht verstoßen, der Mieter hat es zu schlucken. So war es im 19. Jahrhundert. Ganz so schlimm ist es heute nun doch nicht mehr. 

Kommentar von TrudiMeier ,

Wo verstößt der Vermieter gegen geltendes Recht?

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Luzie9 der Vermieter verstößt definitiv nicht gegen geltendes Recht ! Das weiß sogar der FS!

Kommentar von TrudiMeier ,

Richtig. Der FS sucht nach einem Rettungsanker. Das ist in seiner Situation verständlich und legitim. Aber den kann man sich eben nicht zusammenbasteln. Er  wäre auf den guten Willen des Vermieters angewiesen. Und der hält sich offensichtlich nach der Parkplatzgeschichte ziemlich in Grenzen.

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