Frage von colocolo, 39

Was können einfache Bürger, also Leute wie wir, tun oder lassen, damit Leute nicht auf die Idee kommen, sich den islamistischen Terroristen anzuschließen?

Antwort
von Tasha, 12

Einige Berichte über junge Deutsche, die sich dem IS angeschlossen haben, besagen ja, dass diese Leute einerseits Sinn in ihrem Leben suchten und andererseits das Gefühl hatten, nicht so ernst genommen zu werden (vor allem oder auch in ihrem Glauben), wie sie sich das wünschten. 

Ein Bericht, den ich las, zeichnete den Verlauf der Radikalisierung aus Sicht einer betroffenen Mutter nach. Die Mutter war nicht muslimisch, der getrennt lebende Vater schon, allerdings war der nicht radikal. Der Sohn wollte dann ab dem 14. Lebensjahr den Islam immer mehr in die Mitte seines Lebens rücken, was anfangs auch beide Elternteile unterstützten, bis Klagen von Seiten des Sohnes kamen, dass die Mutter sich nicht an seine strengen Lebensvorschriften halte und der Vater in der Religionsausübung zu lasch war. Irgendwann wurden die Klagen schärfer und später war der Sohn dann weg.

Als "einfacher Bürger, ich verstehe darunter "Außenstehender" (kein Muslim), kann man sicherlich jetzt verstärkt Muslimen Respekt im eigentlichen Sinne des Wortes entgegen bringen und Unterstützung für ihre derzeit schwierige Situation. 

Respekt bedeutet, die "Lebensphilosophie" anderer Menschen im weitesten Sinne ohne Kritik anzuerkennen: Du hast Dich für eine Art zu leben entschieden, und ich kritisiere das nicht und akzeptiere auch Deine Regeln bei dir zu Hause (als Beispiel). Viele werden wohl immer dünnhäutiger, wenn mal einfache, auch interessierte Nachfragen kommen. Das ist ein Problem, das später zu lösen wäre. Jetzt geht es mMn erst mal darum, eben nicht z.B. nach den Anschlägen von Paris jeden Moslem schief anzusehen oder gleich zu verdächtigen, nur weil er seine Religion strenger auslebt, als "Gelgenheitschristen" das vielleicht tun.

Wer hier anerkannt, unterstützt, respektiert - nicht gefürchtet! - und so toleriert wird, dass er seinen Glauben ausleben und auch davon begeistert reden darf, ohne schief angesehen oder gemieden zu werden, der hat mMn weniger Grund, sich radikalen Gruppen anzuschließen.

Der andere Pfeiler, den aber nicht jeder einfache Mensch bieten kann, wäre die Sinnstiftung, die Integration im Sinne der Ermöglichung eines sinngebenden, zufriedenstellenden Lebens. Dazu gehört neben der Anerkennung durch Bekannte auch ein "guter" Lebensstandard, Arbeit, Wertschätzung durch die Gesellschaft, so viel Geld, dass man sich nicht ausgegrenzt und "klein" vorkommt. Wer das Gefühl hat, aufgrund von Arbeitslosigkeit, schlechter Wohnverhältnisse, mangelnder Kosnumkraft etc. nicht "mitmachen" zu können, ist auch eher gefährdet, sich radikaleren, "sinnstiftenden" Gruppen anzuschließen.

Man soll jetzt nicht aus Angst "Respekt" im Sinne von Unterwürfigkeit zeigen - das wäre auch wieder eine Ausgrenzung - aber es kann helfen, Muslimen (und allen anderen Menschen) das Gefühl zu geben, dass sie noch ohne Frage dazugehören, dass sie sich nicht verstecken oder verstellen müssen, dass man ihre Werte akzeptiert ohne sie insgeheim für potentielle Terroristen zu halten.

Respekt hat mMn auch immer etwas mit Augenhöhe zu tun: Man genießt Respekt am liebsten von "Gleichrangigen" - Untergebene geben falschen Respekt oder respektieren einen aus den falschen Gründen ("einschleimen"), und Übergordnete geben ggf. "Mitleidsrespekt". Man muss sich also erst mal auf Augenhöhe begegnen, was auch schwieriger ist, wenn der eine dem anderen misstrauisch gegenüber steht - und momentan kann das ja von beiden Seiten - Muslimen und Andersgläubigen - der Fall sein. Dieses Misstrauen muss aktiv und EHRLICH, ernsthaft, nicht nur vordergründig, als Angst, sonst "intolerant" zu wirken, abgebaut werden.

Das dürfte schwierig sein, sollte aber mMn jetzt für alle Ziel eines ggf. längeren Lernprozesses sein, an dessen Ende wieder komplettes Vertrauen gegenüber ALLEN, ohne Argwohn bestimmten Gruppen gegenüber, stehen sollte.

Antwort
von Eselspur, 12

U.a.: Moslems in deiner Umgebung zeigen, dass du sie als Menschen ernst nimmst.

Antwort
von Dragonfly555, 39

...ihnen zeigen was der IS alles anrichtet..

Antwort
von FragaAntworta, 6

Nichts, die Religionen verhindern genau das. ABER man könnte ihnen Bildung, Zukunft und Arbeit geben, dann wird aus dem Kind kein Mörder.

Antwort
von Schnoofy, 6

Nichts, gegen religiösen Fanatismus gepaart mit Dummheit gibt es keine Mittel.

Antwort
von Ontario, 2

Man sollte den jungen Menschen, die sich der IS zugewandt fühlen, klar vor Augen halten, welch Unrecht sie im Namen Allahs anrichten. Menschen ermorden, unschuldige Kinder töten. Vielleicht auch mal Bilder zeigen, in denen IS-Kämpfer vor abgeschlagenen Köpfen triumphieren. Den jungen Menschen klar machen, dass es sich bei der IS um eine Terrorgruppe handelt und nicht um eine religiöse Gemeinschaft. Oftmals sind es Jugendliche die in ihrer Perspektivlosigkeit sich ködern lassen und damit ins Verderben rennen. Hier sehe ich aber auch die Pflicht unserer Staatsorgane, IS Kämpfer die aus Syrien zurückkommen, hart zu bestrafen. Denn jeder der dort war, hat mit Sicherheit einige Leben die er ausgelöscht hat, auf demGewissen.

Antwort
von Akecheta, 21

Was sind "Leute wie wir", was sind "einfache Leute" und was hat das mit der Frage zu tun? Können "Leute wie nicht wir" oder "komplizierte Leute" nicht auch was tun?

Das erste Problem ist die Integration. Bisher waren es immer junge Leute die die Anschläge ausführten die fast immer bei "Leuten wie wir" aufgewachsen sind. Aber das ist ein Thema ohne Ende.

Religiös fehlgeleitet: da können "Leute wie wir" wenig helfen, da sind Muslime gefragt und leider bekommt man wenig mit, was diese da tun oder eben nicht.

Was ich z.Bsp. nicht verstehe, warum keine deutlichere Distanzierung aus den Gläubigen dieser Religion herauskommt. Ein paar öffentliche Briefe von Verbänden reichen da bei weitem nicht aus.

Kommentar von FragaAntworta ,

Wie sollten sie das können? Leider ist der Koran und seine Auslegung das Problem, und  glücklicherweise, wird die Bibel nicht mehr von vielen Wort für Wort befolgt, und die es tun, sind nicht die Entscheider.

Antwort
von Spuky7, 18

1. Frau Merkel abwählen. 2. Eine vernünftige Politik wählen, in der Mitte, die die Grenzen wieder sichert.

Kommentar von Tasha ,

Wie soll den Grenzsicherung verhindern, dass hier lebenden jungen Menschen vom IS begeistert werden und den Wunsch haben, sich diesem anzuschließen?

Grenzsicherung könnte doch im Gegenteil Menschen, die sich selbst ausgegrenzt fühlen, noch mehr Gründe geben, "die armen Ausgeschlossenen" zu vertreten, was sie dann mit entsprechender Argumentation der richtigen "Bauernfänger" im Namen des IS tun würden.

Kommentar von Spuky7 ,

Christen schließen sich nicht der IS an. Wer dann? Überleg mal.

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