Was kennt ihr alles für Möglichkeiten, was der Ton und das Eisen, die nicht aneinander haften, in Daniels Prophezeiung, bedeuten könnten?

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7 Antworten

Aus: Weltgeschichte im Visier des Propheten Daniel von Roger Liebi:

Die Schenkel von Eisen und die Füße von Eisen und Ton

Hier wird das Römische Reich außerordentlich typisch charakterisiert. Während das zersplitterte Griechische Reich unter den Nachfolgern Alexanders immer mehr zerfiel, dehnte sich die römische Macht unaufhaltsam aus. Ein Land nach dem anderen kam unter die Herrschaft der Römer. Das Eisen symbolisiert die unwahrscheinlich auftoritäre Härte dieser Weltmacht. Wer Rom Widerstand bot wurde grausam zermalmt und zerschlagen.

Um 395 n. Chr. wurde diese Macht jedoch in zwei Teile gespalten:

In ein Ost- und ein Weströmisches Reich. Darauf weisen die beiden Schenkel hin.

In Vers 41 wird der zerbrechliche Bestandteil Ton gedeutet.

Dies ist ein Material, das sich nicht mit Eisen zu einer Einheit verbinden lässt. Es handelt sich hier um einen Hinweis auf die barbarischen Horden, die am Ende des 4. und am Anfang des 5. Jh. n. Chr. von Norden und von Osten her in das römische Territorium eindrangen. Sie schwächten das Weltreich und bildeten nach und nach getrennte Königreiche innerhalb des römischen Gebietes. Ein Zusammenhalt dieser völlig verschiedenen Bestandteile war undenkbar:

"Es wird ein geteiltes Königreich sein; ..." (Vers 41b)

Der Vers 43 zeigt, dass es zu einer Vermischung mit diesen Völkerstämmen kommen wird. Jedoch würde dies keineswegs einen Zusammenhalt herbeiführen:

"Das du das Eisen mit lehmigen Ton vermischt gesehen hast, - sie werden sich mit den Nachkommen der Menschen vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften: gleichwie sich Eisen mit Ton nicht vermischt. (Vers 43)

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Kommentar von Wilfri
01.05.2016, 06:04

Dann kann ich also daraus schließen, dass damit das vereinte Europa gemeint ist. Auf dieses treffen die genannten Fakten voll zu. Sie haben auch untereinander geheiratet und trotz der Verwandtschaft, besonders in den früheren Königshäusern, haben sie nicht aneinander halten können. Schon Kaiser Karl der Große hat versucht Europa zu einen. Aber auch Napoleon und die deutschen Kaiser waren dabei. Ebenso wollte Adolf Hitler durch Gewalt Europa zu einem Weltreich machen und bezog besonders Italien (römisches Element) in seine Pläne ein. Aber niemand hat es bisher geschafft. Und nach der betrachteten Prophetie wird es niemals vollständig erreichbar sein. Deshalb gibt es logischer Weise die Probleme in der EU. Deshalb ist es vergeblich, wenn Europa heute seine Einheit sucht. Und man sieht ja auch, dass immer wieder große Gegensätze auftreten und die unvollständige europäische Gemeinschaft an großen Interessengegensätzen zu scheitern droht. Es kann sein, dass man sich an einen Tisch setzt und es den Anschein hat, dass man eins geworden ist. Und dennoch bleibt der Zwiespalt.

Wenn ich weiter denke, dann bedeutet dies, dass der Stein oder Fels, der ohne Hände geworfen wird und das Standbild Nebukadnezars zerstört, der wiederkommende Jesus sein muss. Das würde ja bedeuten, dass die Wiederkunft Jesu in unsere Epoche fällt. Dann bleibt nicht viel Zeit für uns Menschen, uns darauf einzustellen. Denn dann wird aus dem Stein eine neue Erde, in welcher das echte Reich Gottes aufgerichtet wird. Eine sehr positive Aussicht, aber nicht für alle Menschen, denn auch viele werden von dem Stein erschlagen werden in diesem sündigen letzten gespaltenen Weltreich. Das macht natürlich traurig, weil es so viele bisher nicht bemerkt haben und sich auf dieses "Fachwissen" nicht einlassen, sondern eigene Philosophie an die Stelle der Weissagung stellen.

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Es geht um das Reich, das existiert, wenn der Menschensohn auftritt und sein Reich aufrichtet. Wir wissen aus dem NT, wer der Menschensohn ist, und damit wissen wir auch, dass es um das römische Reich im 1.
Jh. geht.

Eine oberflächliche Auslegung von Of 13,1ff, die nicht beachtet, dass das dort beschriebene Tier Merkmale aller vier Tiere in Dan 7 hat, hat zu einer Auslegung geführt, wonach das vierte Reich, das Daniel in Dan 2 bzw. Dan 7 beschreibt, mit dem Tier der Offenbarung identisch ist, so dass die Prophezeiung Daniels bis in die letzte Zeit "verlängert" wird, was zu der Auslegung führt, wonach es das römische Reich heute noch gibt (und das ist natürlich Unsinn).

Das schlechte Aneinander-haften von Eisen und Ton ist also ein Bild für Instabilität. Was da exakt mit gemeint ist, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall weiß ich, dass es nicht um etwas geht, das heute noch aktuell wäre.

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Kommentar von Wilfri
01.05.2016, 06:15

Es ist bekannt, dass Ton der germanische Teil der Bevölkerung Europas ist, der sich mit dem römischen Teil vermischt hat. Es sind aber auch noch religiöse Elemente von Bedeutung, die von Rom ausgegangen sind. Rom hat nach dieser Auslegung 3 Staaten/Königreiche der Germanen zerstört und an ihre Stelle trat das kleine Horn. Nach Daniel 7,25 hat es die Charakteristik, Gott den Höchsten zu lästern und die Heiligen des Höchsten zu vernichten. Und es untersteht sich, Zeit und Gesetz zu ändern. Und es ist ganz anders, als die anderen Teilreiche Europas, denn es hat im Wesentlichen religiöse Elemente. Es wird sich also über Gottes Gesetz hinwegsetzen und damit den Höchsten herabstufen. Man kann auch sagen: Es setzt sich in den Tempel Gottes und tut so, als sei es Gott (NT). Ich ziehe daraus eindeutige Schlüsse, denn es gibt in Europa nur eine Macht, die das getan hat und tut. Nach der Offenbarung soll diese Macht in einer Stadt mit sieben Hügeln wohnen und den Namen "Groß Babylon" haben.

Damit komme ich viel weiter mit dem Wissen um unsere Zeit.

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Täusche ich mich, oder wird nicht ebenfalls im Buch Daniel erwähnt, wofür diese Statue, die da beschrieben wird steht? Sollte es so sein, dass dies nicht erklärt wird, so habe ich mal gehört (oder gelesen) dass diese Statue für verschiedene Reiche, Mächte oder Imperien steht, wobei jedes Körperteil mit entsprechendem Material einen Zusammenhang mit dem entsprechenden Reich oder Imperium hatte.

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Kommentar von maleiner
07.02.2016, 23:27

Ok ich kopier mal vom Link den Text von Daniel 2 auch hier hin :-)

Hier das zweite Kapitel des Daniel (Daniel Kapitel 2 / Daniel 2):

 

Traum - Verse 29 bis 35

Traumauslegung - Verse 36 - 45

 

(Dan 2:1) Und im zweiten Jahre der Regierung

Nebukadnezars hatte Nebukadnezar Träume, also daß sein Geist sich beunruhigte und der Schlaf ihn floh.

(Dan 2:2) Da befahl der König, man solle die

Schriftkundigen und die Wahrsager, die Zauberer und die Chaldäer zusammenrufen, damit sie dem Könige seine Träume kundtäten. Also kamen sie und traten vor den König.

(Dan 2:3) Da sprach der König zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ist beunruhigt, bis ich den Traum verstehe.

(Dan 2:4) Hierauf gaben die Chaldäer dem König auf

aramäisch zur Antwort: O König, lebe ewig! Erzähle deinen Knechten den Traum, so wollen wir die Auslegung sagen.

(Dan 2:5) Der König antwortete den Chaldäern: Mein

Beschluß bleibt fest: Werdet ihr mir den Traum samt seiner Auslegung nicht kundtun, so sollt ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser in Misthaufen verwandelt werden;

(Dan 2:6) wenn ihr mir aber den Traum kundtut, dazu

seine Deutung, so sollt ihr von mir Geschenke und Gaben und große Ehre empfangen. Darum sagt mir den Traum und seine Deutung!

(Dan 2:7) Da antworteten sie wieder und sprachen: Der König möge seinen Knechten den Traum erzählen, so wollen wir ihn auslegen.

(Dan 2:8) Der König antwortete und sprach: Ich weiß nun

sicher, daß ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr wohl seht, daß mein

Entschluß feststeht.

(Dan 2:9) Wenn ihr mir den Traum nicht kundtut, so

trifft euch jenes eine Urteil, da ihr euch vorgenommen habt, lügenhafte und trügerische Worte vor mir zu reden, bis sich die Zeiten ändern. Sagt mir den Traum, damit ich weiß, daß ihr mir auch die Deutung kundtun

könnt!

(Dan 2:10) Die Chaldäer antworteten dem König und

sprachen: Es ist kein Mensch auf Erden, der kundtun könnte, was der König befiehlt; deshalb hat auch nie irgend ein großer und mächtiger König dergleichen von einem Schriftkundigen, Wahrsager oder Chaldäer verlangt!

(Dan 2:11) Denn die Sache, die der König verlangt, ist

schwer. Es ist auch niemand, der es dem König kundtun könnte,

ausgenommen die Götter, deren Wohnung nicht bei dem Fleische ist!

(Dan 2:12) Darob ward der König sehr aufgebracht und zornig und befahl, alle Weisen zu Babel umzubringen.

(Dan 2:13) Und der Befehl ging aus, die Weisen zu Babel

zu töten; und man suchte auch Daniel samt seinen Mitverbundenen, um sie zu töten.

(Dan 2:14) Da trat Daniel alsbald dem Arioch, dem Obersten der Scharfrichter des Königs, welcher ausgegangen war, die Weisen zu töten, mit klugen und verständigen Worten entgegen.

(Dan 2:15) Er hob an und sprach zu Arioch, dem Bevollmächtigten des Königs: Warum ist dieser strenge Befehl vom König ausgegangen? Da erklärte Arioch die Sache dem Daniel.

(Dan 2:16) Daniel aber ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, so wolle er dem Könige die Deutung sagen.

(Dan 2:17) Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte seinen Mitverbundenen Hananja, Misael und Asarja die Sache mit;

(Dan 2:18) damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen

erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Mitverbundenen samt den übrigen Weisen von Babel umkämen.

(Dan 2:19) Hierauf wurde dem Daniel in einem Gesicht des Nachts das Geheimnis geoffenbart. Da pries Daniel den Gott des Himmels.

(Dan 2:20) Daniel hob an und sprach: Gepriesen sei der

Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn sein ist beides, Weisheit und Macht.

(Dan 2:21) Er führt andere Zeiten und Stunden herbei;

er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre

Weisheit und den Verständigen ihren Verstand.

(Dan 2:22) Er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht!

(Dan 2:23) Dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und

Dank, daß du mir Weisheit und Kraft verliehen und mir jetzt kundgetan hast, was wir von dir erbeten haben; denn die Sache des Königs hast du uns kundgetan!

(Dan 2:24) Daraufhin ging Daniel zu Arioch, welchen der

König bestellt hatte, die Weisen von Babel umzubringen; er nahm ihn beiseite und sprach zu ihm: Bringe die babylonischen Weisen nicht um! Führe mich vor den König, so will ich ihm die Deutung verkündigen.

 

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Zu Daniel 2,41-43 der Kommentar der MacArthur-Studienbibel:

"Zehen. Die zehn Zehen repräsentieren die gleichen Könige wie die 10 Hörner in 7,24. Sie werden in der Endzeit über das heidnische Reich herrschen, das Christus bei seinem zweiten Kommen mit plötzlicher Gewalt zerstören wird.

Eisen und ... Ton. Das Eisen in den 10 Zehen (Könige) stellt das römische Reich in seiner wiederhergestellten Form dar, das vor dem zweiten Kommen Christi existiert und eisenähnliche Stärke zur Eroberung besitzt (vgl. Offb 13,4.5). Aber der beigemischte Ton lässt darauf schließen, dass der Zusammenschluss von Königen und Völkern schicksalsschwere Mängel von menschlicher Schwäche aufweist, so dass es von Natur aus verwundbar ist."

Sehr interessant dazu ist auch folgende Auslegung von Wilfried J. Hahn: http://endzeitzeichen.blogspot.de/2013/03/zehn-konige-die-eu-in-der-bibel.html

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Kommentar von helmutwk
05.03.2016, 12:33

Das Eisen in den 10 Zehen (Könige) stellt das römische Reich in seiner wiederhergestellten Form dar, das vor dem zweiten Kommen Christi existiert und eisenähnliche Stärke zur Eroberung besitzt (vgl. Offb 13,4.5).

Hmm, wenn ich in den Zusammenhang schaue:

Of 13,1 Und ich sah ein Tier aus dem Meer heraufsteigen, das hatte zehn Hörner

wie das vierte Tier in Dan 7.

... und sieben Köpfe. Auf jedem Horn trug es eine Krone, und auf seine Köpfe waren Herrschertitel geschrieben, die Gott beleidigten.

Also so viele Köpfe wie die vier Tiere in Dan 7 zusammen.

Das Tier, das ich sah, war wie ein Leopard

Es war also wie das dritte Tier in Dan 7.

hatte Füße wie Bärentatzen

Es hat Füße wie das zweite Tier.

und einen Rachen wie ein Löwe.

Also einen Rachen wie das erste Tier in Daniel.

Das ist also nicht das römische Reich, es ist Babylon, Medo-Persien, Diadochenreiche und Rom zusammen.

Wer nur auf Rom deutet, der deutet falsch.

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Guter tip bei Youtube kannst du beim entzeitreporter sehen sehr sehr gut

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Kommentar von Sinto87
09.02.2016, 22:29

An "maleiner" was hält's du von Conrad Gille ?

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Hier noch ein interessanter Vortrag:

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Die Mischung von Eisen und Ton in den Zehen des großen Bildes veranschaulicht treffend den durch die letzte Ausdrucksform der politischen Weltherrschaft herbeigeführten Zustand. Ton wird anderswo in der Bibel als Sinnbild für den aus dem Staub der Erde gemachten Menschen gebraucht (Hi 10:9; Jes 29:16; Rö 9:20, 21). Daniel setzte daher bei seiner Deutung des Traumes den „Ton“ mit „der Nachkommenschaft der Menschen“ gleich, deren Vermischung mit dem „Eisen“ bei dem durch die zehn Zehen des Bildes versinnbildlichten „Königreich“ Brüchigkeit hervorruft. Das weist auf einen Mangel an Zusammenhalt in der letzten Form der Weltbeherrschung durch irdische Königreiche hin und auf eine Schwächung ihrer mit Eisen verglichenen Stärke (Da 2:41-43).

Einsichten Band 1, S. 413

Und jetzt in Kurzform die Bedeutung des gesamten Bildes:

Der Prophet Daniel beschrieb ein „riesenhaftes Bild“, das der babylonische König Nebukadnezar in einer Vision gesehen hatte (Daniel 2:28, 31-43). Wie Daniel dem Herrscher erklärte, stammte die Vision von Gott. Die verschiedenen Körperteile des Bildes standen für die Abfolge mächtiger Reiche — beginnend mit Babylon, der damaligen Weltmacht. Die Geschichte bestätigt Folgendes:

Das Haupt aus Gold stellte das Babylonische Reich dar.

Brust und Arme aus Silber standen für Medo-Persien.

Bauch und Oberschenkel aus Kupfer wiesen auf das alte Griechenland hin.

Die Beine aus Eisen stellten das Römische Reich dar.

Die Füße, ein Gemisch aus Eisen und Ton, deuten an, wie instabil die politisch-gesellschaftliche Situation zur Zeit der angloamerikanischen Weltmacht sein würde.

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Kommentar von helmutwk
05.03.2016, 12:04

deuten an, wie instabil die politisch-gesellschaftliche Situation zur Zeit der angloamerikanischen Weltmacht sein würde.

Da Daniel wie den anderen Propheten des ATs die Zeit der Gemeinde verborgen geblieben ist (Eph 3,5-6), hat er auch nicht für diese zeit prophezeit und somit auch nichts über ein anglo-amerikanisches Weltreich.

Die vier Reiche bei Daniel reichen bis zum Kommen Jesu, wobei Daniel wie auch andere Propheten nicht zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesus unterscheidet.

Das Tier in Of 13, das Merkmale aller vier Tiere in Dan 7 in sich vereinigt (und so viele Köpfe hat wie die vier zusammen), könnte das anglo-amerikanische Weltreich sein. Nur das hat mit Daniel direkt nichts zu tun.

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Kommentar von stine2412
29.01.2017, 15:44

alwaysserios, deine Antwort ist jetzt ein Jahr her. Wenn ich den letzten Absatz darin lese, kann ich nicht anders als denken: "Die Szene der Welt wechselt!" Und wie rasend schnell. Hast du vor einem Jahr an diese Entwicklung in der Welt gedacht? 

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