Was kann ich gegen die agressivität meines Hubdes tun?

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4 Antworten

Du schreibst, dass dein Hund sich anderen Hunden gegenüber normal verhält, wenn du ihn nicht an der Leine hältst. Das ist ein ganz klares Zeichen dafür, dass du selbst die Ursache für sein Verhalten bist. Wie gehst du denn mit ihm hinaus? Geht dein Hund vor dir durch die Tür? Wenn das so ist, gibst du deinem Hund zu verstehen, dass er die Führung übernehmen soll. Vermutlich ist dein Hund damit jedoch überfordert. Wie hältst du die Leine, wenn ihr einen anderen Hund seht? Erwartest du dann einen Angriff deines Hundes und hältst du die Leine in diesem Moment straff? Diese straffe Leine ist wie ein "Telefonanruf" bei deinem Hund. Er spürt deine Angst und er kann die drohende Gefahr nur mit dem fremden Hund in Verbindung bringen, weil er ja sonst keine andere Gefahr wahrnehmen kann. Also macht er sich zum Kampf bereit, nur weil du die Leine straff hältst. Wenn du ihn darauf hin noch stärker an der Leine zurück ziehst, ist das für ihn das Signal, dass er alles richtig gemacht hat und er legt sich noch weiter ins Zeug. Der Angriff ist unausweichlich und der Auslöser ist einzig und allein dein Verhalten. Ohne Leine hat dein Hund keine direkte Verbindung zu dir. Der "Telefonanruf" über die Leine unterbleibt und wenn dein Hund einen kurzen Blick auf dich wirft, sieht er dass du entspannt bist. Das bedeutet für ihn, keine Gefahr, kein Angriff. 

Wenn du das Verhalten deines Hundes ändern willst, musst du zuerst dein eigenes Verhalten ändern. Du musst deinem Hund zu verstehen geben, dass es nicht seine Aufgabe ist, dich zu beschützen. Das beginnt bereits zu hause, noch bevor du ihm die Leine anlegst. Dein Hund muss vollkommen ruhig sein und darf dabei nicht aufgeregt herum springen. Wenn er aufgeregt ist, nimmst du diese Aufregung mit aus dem Haus. 

Wenn du die Tür öffnest, muss dein Hund hinter dir sein. Wenn er vor dir hinaus geht, ist er nach seinem Verständnis für dich verantwortlich. 

Wenn du unterwegs einen anderen Hund siehst, nimm ihn kurz an die Leine aber halte die Leine NICHT straff!!!! Lass sie locker und lass deinen Hund ganz dicht an deiner Seite gehen. Lass ihn nicht vor dir gehen! Beobachte deinen Hund und beobachte dich selbst. Du darfst in dieser Situation auf keinen Fall verkrampfen und die Leine straffen. Sie muss locker sein! Das ist dann der richtige "Telefonanruf" für deinen Hund. Du übermittelst ihm dann, dass keine Gefahr besteht, weil du entspannt bist.

So bald dein Hund sich strafft, den anderen Hund mit den Augen fixiert, so bald seine Ohren nach vorn gehen oder sein Fell sich sträubt, sind das alles Anzeichen, dass dein Hund beunruhigt ist. Wenn du alle diese Anzeichen ignorierst und darauf wartest, dass dein Hund zu bellen anfängt und sich in die Leine legt, ist es zu spät. Dann kannst du deinen Hund nur noch von dem anderen Hund weg zerren.

Deshalb musst du beim ERSTEN Anzeichen deines Hundes eingreifen und ihm klar machen, dass keine Gefahr besteht und dass du mit seinem Verhalten nicht einverstanden bist. 

Das ERSTE Anzeichen ist meistens der starre Blick auf den anderen Hund. Als zweites gehen oft die Ohren nach vorn. Deine Aufgabe ist es, deinen Hund zu beobachten und ihn beim ERSTEN Anzeichen aus seiner bisherigen Beschützerrolle heraus zu holen. 

Stell dir in Gedanken vor, dein Hund steht in diesem Moment jetzt neben dir und nicht wie früher, vor dir. Wenn er neben dir steht und die Leine kurz aber entspannt ist, ziehst du ihn beim ERSTEN Anzeichen mit einem KLEINEN Ruck zur Seite. Dafür musst du nur leicht anrucken und brauchst längst nicht so viel Kraft aufwenden, als wenn du ihn zurück zerrst. Dieser leichte Ruck zur Seite ist nur ein Hinweis für deinen Hund, dass er den anderen Hund nicht fixieren soll. Es ist eine wortlose Kommunikation zwischen dir und deinem Hund. Du gibst ihm damit zu verstehen, dass du nicht von ihm beschützt werden willst und dass du sehr gut auf dich selbst acht geben kannst. Wichtig ist dabei das richtige Timing! Wenn du den richtigen Moment verpasst, musst du auf den nächsten fremden Hund warten und es noch einmal probieren. Trainiere mit ihm so oft du kannst. Irgendwann wird es dir in Fleisch und Blut übergehen, deinen Hund zu beobachten und entspannt zu reagieren.    

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Möglicherweise fühlt sich der Hund durch die Leine mit seinen Menschen am anderen Ende, einfach stärker?

Ich würde einen Hundeexperten fragen.

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Einen guten gewaltfrei arbeitenden! Trainer suchen, der mit euch an der Leinenagression eures Hundes arbeitet. 

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Wenn der Hund dieses Verhalten früher nicht gezeigt hat, solltest Du Ihn einmal vom TA untersuchen lassen.

Plötzliche Verhaltensänderungen beim Hund können auch durch Schmerzen ausgelöst werden.

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