Frage von CooleVanessa, 75

Was kann meine Freundin mit ihrem depressiven Papa machen?

Ich bin ein Mädchen und habe eine liebe 18-jährige Freundin die ich echt gerne mag. Sie hat vorgestern bei mir übernachtet und wie haben uns im Bett über alles Mögliche unterhalten.

Dann hat sie mir von ihrem Papa erzählt. Er ist 44 und leidet seit seiner Kindheit an schweren Depressionen weil früher irgendetwas war was er nie verarbeitet hat. Genaue Infos hatte sie auch keine weil sie sich noch nie getraut hat nachzufragen. Ihre Mama hat das nur mal Freundinnen erzählt und meine Freundin hat das öfter mitgehört. Jedenfalls ist er sehr depressiv. Er geht in die Arbeit aber hält es dort kaum aus weil er viel Kundenkontakt hat. Er würde aber nie krankmachen oder daheim bleiben. Er quält sich durch den Tag. Daheim schläft er fast nur weil er zu erschöpft für alles ist. Außerdem lacht oder strahlt er nie. Sein Gesicht ist tot und er spricht auch nie und wenn dann nur sehr monoton und leise. Meine Freundin macht sich große Sorgen um ihn. Ich kenne ihn auch und mich hat die Geschichte auch sehr beschäftigt und deshalb schreibe ich hier. Ich habe selber einen sehr depressiven Onkel.

Jedenfalls will er keine Hilfe haben. Stattdessen geht ihre Mama zu einem Heilpraktiker und redet mit diesem darüber.

Meine Freundin möchte wissen wie sie ihrem Papa helfen kann. Was macht ein Heilpraktiker in dem Fall mit der nicjt kranken Ehefrau? Und was hilft in dem Fall (interessehalber von mir und meiner Freundin). Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie? Wie sind im Internet nur über die Wörter gestoßen. Vt soll effektiver sein aber da es von seiner Kindheit kommt vielleicht doch das andere?? Oder Psychiater mit Medikamenten? Läuft es dort wie in einer Psychotherapie ab? Meinen Freundin möchte dir Infos gerne an Mama und Papa weitergeben. Ist Tiefenpsychologie bei Kindheit echt so schmerzhaft wenn das aufgearbeitet wird?

DANKE! ICH schicke den Link mit Antworten an meine Freundin weiter. Hab ich ihr versprochen. Danke. Ach ja Ängste hat er auch.

Antwort
von TRichter1956, 24

Es ist immer schwierig, jemand anderem zu helfen, vor allem, wenn derjenige das nicht will. Ich verstehe Deine Frage aber so, was überhaupt helfen könnte. Männer tun sich oft schwer mit Psychotherapie, weil das heißt, über Gefühle zu sprechen - und das können Männer im allgemeinen schlechter als Frauen. Zu Deiner Frage, ob tiefenpsychologisch fundiert oder Verhaltenstherapie: Das lässt sich im Fall des Vaters Deiner Freundin hier nicht beantworten. Verhaltenstherapie ist in der Regel praktischer, konkreter ausgerichtet und eher auf die Gegenwart bezogen. Das ist sehr hilfreich, wenn man erstmal kleine Erfolge erreichen will. TP bezieht die Vergangenheit schneller mit ein und ist sinnvoll, wenn ich Zusammenhänge besser verstehen, Muster erkennen möchte. Zur Psychotherapie braucht es aber eine starke Bereitschaft, sich sein Leben anschauen und etwas verändern zu wollen. Wenn jemand die nicht hat, macht das wenig Sinn. Damit Du aber etwas weitergeben kannst: Meine Empfehlung wäre, ihn langsam dazu zu bewegen, erstmal zu einem Arzt zu gehen und sich Medikamente (Antidepressiva vermutlich) verschreiben zu lassen, damit er überhaupt wieder mehr Antrieb und eine bessere Stimmung bekommt. Wenn das dann noch ein Arzt wäre, der ihn längerfristig auch einer Psychotherapie gegenüber öffnen könnte, also selbst dieser aufgeschlossen ist, wäre das ideal.

Antwort
von Harald2000, 24

Vielleicht bewegt sich noch was bei dem Vater, wenn man an seine Verantwortung gegenüber der Familie appelliert: Alle müssen seinetwegen mitleiden; "wenn du schon nichts für dich selber tun willst, dann tu es für dich und begib dich endlich in Behandlung" (je nach Schweregrad mit medikamentöser Unterstützung durch Psychiater oder nur Verhaltenstherapie bzw. TfP oder PA).

Die jahrelange Erpressung der Familie mit seinem Leid sollte mal endlich ein Ende haben.

Antwort
von izzyjapra, 36

Wenn er keine Hilfe will, dann würde auch der beste psychotherapeut nichts bringen...

Kommentar von izzyjapra ,

Achso, ja, was die "nicht kranke" mutter angeht, wie du sagst... Stell dir vor, du bist jahrelang mit einem schwer depressiven Menschen zusammen, du liebst diese Person, aber du weißt, du kannst nichts machen außer zusehen, wie er immer mehr kaputt geht. Das hinterlässt auch Spuren auf der Mutter, glaub mir

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