Frage von drinkmealice101, 140

Was kann man tun, wenn nichts mehr geht?

Ich leide seit 11 Jahren an einer Angststörung mit Panikattacken, seit mehreren Jahren an einer Zwangsstörung mit magischem Denken und seit einem Jahr an einer mittelgradigen Depression. Seitdem ich depressiv bin, geht gar nichts mehr. Ich fühle mich jeden Tag krank, habe körperliche Schmerzen und Beschwerden ohne Grund, meine Gedanken werden immer verrückter und die Ängste wachsen. Die Schule konnte ich deshalb seit Juni 2015 nicht mehr besuchen und habe mich für eine stationäre Therapie entschieden, die allerdings nach 2 Wochen beendet wurde, weil man keinen Sinn mehr darin sah. Ich war trotzdem überzeugt davon, dass ich es jetzt schaffen würde, einigermaßen normal zu leben. Aber es geht nicht. Ich bin zwar letzte Woche wieder in der Schule gewesen, aber das war wie immer verbunden mit Zwangsgedanken, Angstgefühlen und psychosomatischen Beschwerden. Ich würde so gerne endlich was erreichen; einen Schulabschluss machen und Richtung Abitur gehen, aber meine Psyche lässt mich nicht. Ich habe jeden Tag Bauchschmerzen, fühle mich total widerlich und krank und trotzdem wird mein Verhalten als einfache Faulheit abgestempelt. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Ambulante Therapie ist nicht ausreichend und wenn ich zurück in die Klinik gehen würde, müsste ich erneut auf die Warteliste und praktisch wieder Zeit verschwenden. Was soll ich tun?

Antwort
von voayager, 55

Das respiratorische Biofeedback (=spezielle Atemtherapie mit einem Gerät) soll gegen Ängste und Schlafstörungen hilfreich sein. Es ist also einen Versuch wert. Hilft es, kannst du ein entsprechendes Homegerät in einem med. Fachgeschäft zu einem erschwinglichen Preis kaufen.

Also doch Depressionen, vor Kurzem bestrittest du diese!

Kommentar von drinkmealice101 ,

In den Diagnosen steht mittelgradige depressive Episode. Hab ich nicht so wahrgenommen, ist aber so.

Kommentar von voayager ,

guck mal, eine Depression muß garnicht so offenkundig in der Stimmung sich zeigen. Du hast Schlafstörungen, zuweilen bist du appetitlos, bis zu einem gewissen Grad demotiviert, wohl auch öfters lustlos und hast auch immer mal wieder einen erhöhten Schlafdrang. All das und noch einige andere Symptome, sind Indizien einer Depression.

Kommentar von drinkmealice101 ,

Ja, das stimmt wohl. Habe mich wieder in der Roseneck angemeldet.

Kommentar von voayager ,

Du treibst mich noch in den Wahnsinn hinein, (na-ja bildlich gesprochen) du widerspenstige Gesellin. (Kratzbürste)  Ich sage dazu mal lieber garnichts, du weisst ja "requiescat in pace"

Davon mal abgesehen, hab ich noch was in meinem Nikolaussack. wie wäre es mit Reit,- Musik,- u.o. Tanztherapie?

Kommentar von drinkmealice101 ,

Musiktherapie gibt's nicht, Reittherapie ausschließlich für Privatpatienten und Tanzen mag ich nicht.

Kommentar von voayager ,

Ich hatte die Reit, - und Musiktherapie ja auch auf deine Heimatgemeinde/Stadt bezogen, damit im Hier und Jetzt was Sinnvolles für dich geschieht. Dass Reiten nur für Privatpatienten in Roseneck angeboten wird, teiltest du mir ja vor Kurzem erst mit. Habe keinen Alzheimer, merke mir deine Infos, - alles ist auf meiner "Bio-Festplatte" (Kopf)  gespeichert. 

Antwort
von Shiftclick, 66

Wir leben in einem Land, in dem Menschen in der Theorie grundsätzlich geholfen wird, wenn sie irgendwelche Probleme haben. Leider funktioniert das in der Praxis nicht oft optimal. Die Ärzte, Psychologen, Psychiater, an die man geraten kann, mögen unfähig sein, die Krankenkasse sich hartleibig anstellen und etwas nicht bezahlen wollen, die Warteschlangen lang sein, etc. pp. Jeder andere Hilfsbedürftige kann davon auch ein Lied singen. Das ist mehr als bedauerlich, aber es wäre illusorisch anzunehmen, dass es jemals sehr viel besser sein könnte als im Deutschland von 2016. Was würdest du tun, wenn du in Osteuropa leben würdest, oder in Afrika, Südamerika, China? Ich denke, die Therapeuten und Ärzte, mit denen du zu tun hattest, haben es leider an Talent fehlen lassen. Aber durch diese Erkenntnis kannst du keinen Blumentopf gewinnen. Dem Universum (welches nach einer populären Ansicht eine Scheiszgegend ist [http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-universum-ist-eine-scheissgegend/...]) ist es egal, ob es dir gut geht oder nicht. Dass du hier fragst, ist schon ein Zeichen für deine Eigeninitiative, aber vermutlich wirst du hier auch keine magische Hilfe bekommen. Vielleicht wäre eine Selbsthilfegruppe etwas für dich? Ob es sowas in deiner Umgebung gibt, weiß ich nicht.

Kommentar von voayager ,

Moment mal, Russland hat kein so schlechtes Gesundheitssystem, wie du offensichtlich meinst.

Kommentar von Shiftclick ,

Nein, ich meinte jetzt nicht unbedingt Russland und wollte auch nicht über Gebühr verallgemeinern.

Antwort
von ichweisnetwas, 76

Mach einfach was aus deinem leben.

Du bist nicht der einzige der mit panikattacken oder sonstwas dennoch weiterkämpft. Ich hatte ne sehr traumatische gewaltätige kindheit und auch danach ging eigentlich oft ALLES schief. War jahrelang am boden und genau so eine phase wie du hatte ich auch. Dachte ich hab herzprobleme oder sonstwas aber da hat die psyche mir nen streich gespielt.

Die angstattacken habe ich wie gesagt nochimmer oft aber ich atme tief durch und versuch mich zusammenzureißen. Ich lass nicht zu das mein leben nur wegen einer schlechten vergangenheit weiterhin von meiner psyche negativ beeinflusst wird.

Aber letztlich kannst nur DU was ändern. DU musst kämpfen und DU musst es wollen.

Trau dich und beiß dich durch. Sich vergraben bringt nichts. Im gegenteil es schadet deiner zukunft grade weil du dir die schule so verbaust.

Kommentar von drinkmealice101 ,

Etwas ändern kann ich nur durch Therapie.

Kommentar von ichweisnetwas ,

das stimmt nicht!!

JEder Therapeut der nicht nur dein geld will kann dir bestätigen das deine psyche letztlich immer nur von DIR gelenkt werden kann.

Die weisen dir auch nur die richtung aber den weg musst du alleine beschreiten.

Wie ich sagte STEH AUF und KÄMPFE.

das herausreden und nach ausreden suchen bringt dich niemals vorwärts.

Les das oben nochmal. Ich litt und leide nochimmer unter den traumatischen erlebnissen von damals. ABER ich mach weiter und bleibe nicht stehen.

Wenn du nicht anfängst an dich zu glauben dann wirst deine psyche dich irgendwann zu boden drücken und da kann dir NIEMAND helfen auser du selbst.

Sei stark und gib nicht so leicht auf

Antwort
von AlderMoo, 75

Es klingt sehr danach, als ob Du Deine Krankheit "pflegen" würdest, anstatt selbst aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Solange dieser Status anhält, macht gar nichts Sinn, denn Du wartest offenbar, daß irgend jemand anderes was für Dich tut. Das wird aber nichts.

Du mußt schon selbst aktiv werden.

Kommentar von drinkmealice101 ,

Ich kann nur in Form einer (stationären) Therapie aktiv werden. Anders kann ich gegen meine Krankheit nicht ankommen.

Kommentar von AlderMoo ,

Warum machtst Du das nicht? Es ist allerhöchste Zeit!!!

Kommentar von drinkmealice101 ,

Hatte ich. Nach 2 Wochen wurde die Therapie beendet.

Kommentar von AlderMoo ,

Eine Therapie ist nichts, wo etwas von außen magisch auf Dich einwirkt, sondern das ist etwas, wo Du selbst etwas tun mußt und andere Dir dabei helfen!

Auf ein Neues!!!

Kommentar von voayager ,

Geh am besten zu einem Nervenarzt und besprich mit ihm all deine Probleme, oder such deinen Hausarzt auf.

Der Klinikaufenthalt wurde vorzeitig beendet, nun kann man das nicht mehr rückgängig machen, was passiert ist, ist eben passiert. Der mickrige Hauptschulabschluß ist unbedingt zu erwerben. An sich der blanke Hohn, denn du bist ein ausgesprochen intelligentes Mädchen, absurd schon von daher, dass du noch immer mit diesem Zeugnis rumkrebst. Der Abbruch von Roseneck macht m.E. nur dann einen gewissen Sinn, wenn du schulisch am Ball bleibst und stringent den Schulabschluß ansteuerst und auch meisterst. Damit meine ich natürlich nicht die schulischen Leistungen, den Unterrichtsstoff, der ist ein Klacks für dich, sondern die psychosozialen Umstände und Gegebenheiten, die es zu bewältigen gilt.

Kommentar von drinkmealice101 ,

Auf ein Neues? Wieder stationär? Keine Schule?

Kommentar von AlderMoo ,

Wie Du diesen Mist in Dir in den Griff bekommst, muß Dein Arzt entscheiden. Er wird das aber nur dann mit dem nötigen Nachdruck tun, wenn er erkennt, daß Du das aktiv auch wirklich und unbedingt willst.

Kommentar von voayager ,

Stationär, lieber vorerst nicht, sonst geht das wieder daneben und die Schule mit ihrem Abschluß bleibt auf der Strecke. Nach dem Schulabschluß ist sicherlich erneut zu "justieren".

Antwort
von mayakolz33, 52

Genau, das was du erreichen willst (ganz fest) das schaffst du.

wir glauben an dich ;)

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