Frage von Chiarastck, 57

Was kann man tun wenn jemand unter falschem Namen schwarzgefahren ist?

Mein Freund hat heute 6 Briefe von demselben Inkassobüro bekommen. Alle mit Forderungen der Vias GmbH und in jedem Brief unterschiedliche Beträge. Anfang des Jahres hat er schonmal einen Brief bekommen und hat dort sofort angerufen. Wie er dort erfahren hat wurde innerhalb 2 Monaten einige Male schwarzgefahren. Jedoch weiß er und ich 100%ig dass er zu dieser Zeit nicht mit der Bahn gefahren ist, da er zu der Zeit erst neu seinen Führerschein und Auto hatte.

Als er aber dort angerufen hat und die Sache klären wollte, wurde ihm nur gesagt, dass sie nichts machen könnten und der Betrag gezahlt werden muss. Mein Freund hat jetzt eine Woche Frist um 6 Mahnungen mit jeweils um die 130 Euro zu zahlen. Ansonsten werden auf ihn pro Brief erneute 57 Euro zukommen.

Kann man irgendwas machen oder hat er jetzt sozusagen Pech gehabt und muss die Beträge zahlen?

Antwort
von mepeisen, 57

Inkassobüros sind keine Behörden. Was die schreiben, kann man getrost auch in den Mülleimer werfen.

Ganz grundsätzlich würde Ich Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Identitätsmissbrauchs und Betrugs erstatten. Das zielt auf denjenigen ab, der dort falsche Daten angibt.

Daneben würde ich das Inkasso anzeigen wegen Nötigung. Man hat bereits deutlich reklamiert, dass man nicht mit der Bahn gefahren ist. Die müssen auch wissen, dass der Schwarzfahrer sich nicht mit Perso o.ä. ausgewiesen hat. Trotzdem schreiben sie, dass man zahlen soll. Was aber viel wichtiger ist: Sie drohen mit "57 €" weiteren Kosten pro Einzelfall. Das ist grober Unfug.

Wichtig sind ansonsten nur Schreiben, die von einem Gericht kommen. Nur auf diese muss man reagieren. Geh mit deinem Freund zur Polizei, wo du denen bestätigst, dass er wegen Führerschein und Auto in dem Zeitraum deinem Wissen nach gar keine Bahn mehr gefahren ist.

Kommentar von Chiarastck ,

Ja, diese weiteren Kosten sind, wenn keine Zahlung erfolgt, für Gerichtskosten, die dann anfallen würden...

Geht das mit der Anzeige auch noch, wenn der Zeitpunkt des Schwarzfahrens schon fast 2 Jahre her ist? Keine Ahnung warum er dann so spät erst Post bekommt, aber es wäre Anfang 2014 schon gewesen dass diese Person mit falschem Namen unterwegs war.

Kommentar von mepeisen ,

Ja, diese weiteren Kosten sind, wenn keine Zahlung erfolgt, für Gerichtskosten, die dann anfallen würden...

Das sind derzeit für den Mahnbescheid 32€, keine 57€. Vermutlich hat das Inkasso noch seine 25€ gebühr dazu getan. Nett, aber uninteressant. Wenn die Hauptforderung nicht berechtigt ist, widerspricht man dem Mahnbescheid und das Inkasso ist genauso schlau wie zuvor.

Mehr noch: Durch deinen qualifizierten Widerspruch ist es sowieso völliger Unfug, einen Mahnbescheid zu beantragen. Diese Kosten müssen bei genauer Betrachtung grundsätzlich nicht von dir bezahlt werden.

Kommentar von mepeisen ,

Geht das mit der Anzeige auch noch, wenn der Zeitpunkt des Schwarzfahrens schon fast 2 Jahre her ist?

Klar geht das noch so. In Anbetracht der vergangenen Zeit würde ich als Erklärung bei der Anzeige auch abgeben, dass vielleicht das Inkasso absichtlich eine Personenverwechslung vollzieht. Es gibt Presseberichte zu lesen, wonach Kontrolleure bewusst Schwarzfahrer erfinden mit fiktiven Adressen, um die Prämien abzugreifen und dann sucht das Inkasso irgendwelche Datenbanken durch und ist froh, irgendwen gefunden zu haben, der sich dann einschüchtern lässt und, weil er kein Ärger will, einfach zahlt. Solche absichtlichen Personenverwechslungen, um dann von wildfremden Leuten Geld regelrecht zu erpressen, sind nicht in Ordnung. Zumindest würde ich diese Erklärung mal vorbringen.

Antwort
von Ladriel, 44

Nein muss er nicht, geht mal zu einem Anwalt der wir euch was in der Richtung sagen : solang es zeugen gibt die das bestätigen können das du in dieser Zeit nicht gefahren bist wird dieser Antrag storniert.

Mfg Ladriel
PS: fragt aber doch lieber einen Anwalt

Kommentar von Chiarastck ,

ja aber bei einem Anwalt kommen auch wieder Unmengen an Kosten an...
und haben da ja auch angerufen und diese Person ist Anfang 2014 mehrere Male schwarzgefahren. Fraglich, warum er dann erst jetzt Post bekommt.
Kann es dann sein, dass Zeugen nicht mehr "anerkannt" werden da es schon relativ lange her ist?

Mach mir halt schon Sorgen..

Kommentar von Ladriel ,

Nein es wird höchstwahrscheinlich anerkannt. wenn er da noch weiß mit wem er unterwegs war

Antwort
von blume455, 45

Gezahlt werden muss nichts. Er sollte einen Anwalt einschalten und dagegen vorgehen.

Antwort
von FragaAntworta, 47

Solange die Forderungen nicht begründet sind, muss auch keine Zahlung erfolgen und kann verweigert werden, in Anbetracht der Tatsache das dieses mit viel Arbeit und Zeit verbunden ist, wäre es am einfachsten und sichersten einen Anwalt einzuschalten, wie bereits in anderen Kommentaren gefordert.

Kommentar von mepeisen ,

Und du bezahlst den Anwalt dann für den TE? Solange es zu keinem Gerichtsprozess mit Klagebegründung kommt, braucht man doch kein Anwalt. Und selbst dann braucht man ihn hier nur, wenn man unsicher ist, wie man sich verteidigen will.

Kommentar von FragaAntworta ,

Ich rate dem Fragesteller dazu, sich anwaltlichen Rat zu nehmen, ich kenne nur die Aussagen des Fragestellers, ich habe weder Einblick in den Schriftwechsel, noch ob die Ausführungen stimmig sind. Also kann ich ihm wohl schlecht sagen, schmeiß es weg und kümmer Dich nicht.

z. B.

Inkasso Brief bekommen – was geschieht, wenn Sie nichts tun?

Wenn ein Kunde einen Inkasso Brief bekommen hat und nicht reagiert, wird dieser entweder nach kurzer Zeit ein zweites Schreiben mit einer Ratenzahlungsvereinbarung erhalten oder vom Inkassounternehmen per Telefoninkasso kontaktiert. Telefoninkasso ist ein weiterer Versuch vom Inkassodienstleister, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Wenn der Schuldner wiederum nicht reagiert, muss dieser mit der Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens rechnen. Da es sich beim gerichtlichen Mahnverfahren um ein Antragsverfahren handelt, muss der Gläubiger einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids stellen. Wer einen Inkasso Brief bekommen hat, sollte bereits in der Anfangsphase aktiv werden. Denn spätestens ab dem Zeitpunkt der Zustellung des Mahnbescheids kann es teuer für den Schuldner werden, da zu der Hauptforderung und den Nebenforderungen noch die gerichtlichen Verfahrenskosten hinzukommen. Auch nach Zustellung des Mahnbescheids hat der Schuldner die Möglichkeit, zu bezahlen oder innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Zugang des Mahnbescheids Widerspruch gegen diesen einzulegen.

Quelle: inkassoportal.de

Egal, nichts unternehmen und aussitzen ist falsch, vorher klären und reagieren ist richtig. Ob mit Anwalt oder ohne, dass muss der Fragesteller entscheiden.

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