Frage von Caleya, 35

Was kann man tun, wenn ein erhöhter Prolaktinwert die Ovulation verhindert?

Vor etwa einem dreiviertel Jahr habe ich meinen Hormonhaushalt mal untersuchen lassen. Dabei ist heraus gekommen, dass der Prolaktinwert leicht zu hoch war. Obwohl er nur leicht erhöht war, hat aus diesem Grund in diesem Zyklus kein Eisprung stattgefunden. Meine FA meinte, dass diese Erhöhung auf Medikamente oder Stress zurückzuführen sein könnte. Ich war noch nie Schwanger geschweige denn in der Stillzeit. Medikamente hatte ich nicht genommen, dafür befand ich mich tatsächlich in einer Phase von etwas erhöhtem Stress. Diese Phase ist nun seit einem guten Monat vorbei und ich möchte die Untersuchung wiederholen lassen, um festzustellen, ob die Anovulation eine Ausnahme war, oder nicht.

Es ist aber so, dass ich schon immer einen stark unregelmäßigen Zyklus hatte, der von 29 bis 40 Tage dauerte. Im Durchschnitt dauerte er dieses Jahr bisher 34 Tage, die Schwankungen sind aber nach wie vor stark. Dies ist schon ein Hinweis auf eine dauerhafte Sterilität durch Anovulation und ich vermute dahinter als Grund einfach weiter den erhöhten Prolaktinwert. Wodurch dieser zustande kommt, wenn nicht durch Stress, weiß ich nicht. Außerdem habe ich begonnen meine Basaltemperatur zu messen und konnte zu dem ungefähren Zeitpunkt, da ein Eisprung hätte stattfinden sollen, keinen Temperaturanstieg verzeichnen, ein weiterer deutlicher Hinweis.

Die ganze Sache nimmt mich total mit und macht mich unheimlich traurig. Im Grunde bin ich mir über das Ergebnis einer erneuten Untersuchung schon sicher und deshalb habe ich auch Angst davor. Wenn meine Ärztin es ausspricht ist es einfach erst mal richtig real. Ich kann nicht schwanger werden, kann keine Kinder bekommen. Das ist der Horror für mich! Mich quälen Gedanken, dass das Leben so einfach nicht lebenswert und sinnlos ist. Eine Familie zu gründen ist mein allergrößtes Lebensziel. Klar versuche ich mir nicht allzu großen Druck zu machen, aber das klappt einfach nicht. Es gibt keinen Tag an dem ich nicht daran denke und fast verzweifel.

Ich habe von Behandlungsmethoden gelesen, aber ich konnte nichts genaueres herausfinden. Medikamente, Bestrahlung (wenn es durch einen Tumor ausgelöst ist)? Diese Aussichten beruhigen mich kein bisschen. Hat vielleicht jemand selber Erfahrungen damit und kann mir etwas mehr zu den Behandlungsmethoden sagen? Wie lange dauert die Behandlung? Regelt sich der Hormonhaushalt danach irgendwann wieder von alleine, wird man also quasi geheilt, oder muss man andauernd Medikamente einnehmen? Wie würde z. B. eine Bestrahlung ablaufen? Und könnte das negative Auswirkungen/ Nebenwirkungen haben? Ich weiß echt nicht mehr weiter.

Antwort
von Evita88, 16

Ein erhöhter Prolaktinwert macht zwar durch die Ovulationshemmung erst mal unfruchtbar, lässt sich aber meist gut medikamentös einstellen.

Es gibt Medikamente, die den Prolaktinwert absenken, sofern keine organische Ursache gefunden werden konnte, bzw. diese nicht so einfach zu beheben ist.

Lasse den Kopf nicht hängen, du wirst bestimmt Kinder bekommen können!

Eigene Erfahrungen habe ich damit zwar nicht, ich habe aber im NFP-Forum mitbekommen, dass es da ein paar Frauen gibt, deren Prolaktinwert zu hoch ist/war. Diejenigen nahmen dagegen Medikamente und bekamen dadurch wieder normale Zyklen mit Eisprung. Einige sind inzwischen auch Mütter.

LG

Kommentar von Caleya ,

Danke fürs Lesen meines Textes und für deine Antwort. Ich werde wohl weiterhin abwarten müssen und schauen, was die nächste Blutuntersuchung zeigt und meine Ärztin dann zur Behandlung vorschlägt.

Antwort
von Ginalolofrigida, 18

Eine unregelmäßige Zyklusdauer ist kein Hinweis auf Anovulation. Vor meiner ersten Schwangerschaft hatte ich auch ziemlich alles zwischen 24 und 36 Tage, danach vieeele Jahre 28 wie der Mond ;-)

Ich möchte dich auf einige psychische Aspekte des Problems mit dem Prolaktin hinweisen, vielleicht denkst du drüber nach.

Dieses Hormon hat die Funktion des Liebe-Gebens. Es baut und öffnet die Wege für nährende Liebe.

Nicht schwanger / stillend zu sein und doch ein hohes Level von Prolaktin zu haben kann bedeuten, (wenn keine Medikamente im Spiel sind) dass es bereits jemanden in deinem Leben gibt, den (meistens kommen erwachsene Männer in den Genuß mütterlicher Liebe seitens der Frauen :-(...) du "bemutterst". Aussenstehende bezeichnen Menschen in deiner Situation mit "zu nah am Wasser gebaut", aber Prolaktin schwemmt nicht nur Milch, sondern auch Gefühle auf.

Wenn du deine Liebe und Fürsorge auf das "falsche" Pferd gesetzt hast, z. B. eine erwachsene Person oder auch ein (abstraktes) Ding, fließt ein Großteil dieser nährender Energie in die Richtung, und es kann nichts Neues entstehen.

Sich bestrahlen zu lassen finde ich krank.

Hast du schon mal dich vom Herzen umarmt, deinem Gesicht im Spiegel einen Kuss gegeben und dir selber gesagt: "Ich liebe dich,... (dein Name). Du bist wunderbar!" Wenn sich das gut anfühlt, dann könnte es auch für ein Kind reichen. Wenn nicht, bitte weiter auf dich schauen, bis du gefestigt genug bist. Und es macht Sinn, wenn vorhanden, auch beim Partner zu schauen, was er geben kann und ob er dazu bereit ist. Aber letztendlich ist es dein Wunsch und deine Entscheidung.

Kommentar von Caleya ,

Danke erst mal fürs Lesen meines Textes. Deine Ansicht ist interessant. Davon habe ich noch nie gehört. Da ich mich zumindest teilweise in deinen Worten wiederfinde, werde ich mir einmal Gedanken über diese Aspekte machen, wenngleich ich auch bezweifele, dass das alleine mir helfen wird. Schaden kann es bestimmt nicht. :)

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