Frage von My177, 169

Was kann man tun, wenn der Vermieter bei Vertragsschluss behauptet, es gäbe separate Wasserzähler, man jedoch nach Einzug feststellt, dass dem nicht so ist?

Leider nimmt der Spuk kein Ende und es fängt an, wie es aufgehört hat - daher schon wieder eine Frage zum Mietrecht. Vor und bei Vertragsschluss des neuen Mietvertrages wurde uns mehrfach zugesichert, es gäbe für jede der drei Wohnungen separate Zähler (für Strom, Wasser und Gas). Vor kurzem war nun ein Handwerker vor Ort (defekte Toilettenspülung), der den separaten Wasserzähler einfach nicht finden konnte. Es stellte sich heraus, dass es den zugesicherten separaten Wasserzähler überhaupt nicht gibt. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir die Wohnung überhaupt nicht genommen, deswegen haben wir extra mehrfach nachgefragt! Die Vermieterin möchte auch unter keinen Umständen einen Wasserzähler einbauen lassen, was sie ja auch nicht muss. Kann man denn trotzdem irgendwie dagegen vorgehen? Wir fühlen uns einfach mal wieder total über den Tisch gezogen. Danke!

Antwort
von BigLittle, 35

Leider kommt es auf das Bundesland an, ob die Vermieter zum Einbau eines Wasserzählers verpfllichtet sind. In den meisten Bundesländern ist ein Wasserzähler für jede Wohnung Pflicht, aaaaaber nicht wenn es unverhältnismäßig ist. Hier kannst Du nach lesen und Dich schlau machen: http://www.molline.de/fileadmin/content/produkte_wasser/Infothek_Wasserzaehler/I...

Nun weis ich nicht, inwie weit die mündlichen Zusagen eines Vermieters für ihn verpflichtend sind. Da solltest Du vielleicht einmal den Rat eines Fachanwaltes in Anspruch nehmen. Wenn Du finanziell nicht so gut bestückt bist, dann kannst Du Dir bei Deinem zuständigen Amtsgericht einen Beratungsschein holen, mit dem Du Dir einen Fachanwalt Deines Vertrauens suchen kannst und er wird Dich damit kostenlos beraten und wenn erforderlich auch vor Gericht vertreten.

Die Abrechnung muß sie nun nach den Quadratmetern der einzelnen Wohnungen machen. Das ist nicht ganz so fair, da nicht Jeder den gleichen Verbrauch hat. Aber zulässig, wenn der Einbau der Wasseruhren nur mit unverhältnismäßigem Mehraufwand ausgeführt werden kann. Aber was ist schon unverhältnismäßig?

Auf alle Fälle ist das eine Bodenlose Frechheit von der Vermieterin! Das kann ja dann noch heiter werden! Viel Glück und Erfolg!

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 19

Bei fehlendem Wasserzähler für eine oder alle Wohnungen gilt nach dem BGB die Umlage nach Wohnfläche, auch nach Pers. ist möglich, müsste aber so vereinbart sein.

Wenn euch als zugesicherte Eigenschaft der Wohnung das Vorhandensein eines WZ  versprochen wurde, könntet ihr wegen Täuschung die Aufhebung des Mietvertrages verlangen. Bereits gezahlte Miete, Kaution und evtl. Provision wären an euch zu erstatten.  Die Frage ist, ob ihr die Zusicherung beweisen könnt. Wenn's nicht im MV steht, wird das schwierig sein. Der Verm. wird behaupten ihr hättet euch verhört und er habe dass niemals so zugesichert.

Antwort
von JohnHarris, 64

Was man tun kann ist sehr schwierig. Generell muss man unterscheiden ob es sich hier um eine mündliche oder schriftliche Zusage handelt. 

Auch wenn die Zusage schriftlich ist, lassen sich eure Nebenkosten nicht so einfach separat berechnen. Schlussendlich werdet ihr glaube ich auf den Nebenkosten "sitzen" bleiben.

Ihr werdet sicherlich nochmal die Vermieterin auf die Situation angesprochen haben, was hat sie dazu denn gesagt? Generell würde ich mit ihr die Abrechnung abklären, nicht dass die Nebenkosten durch die Parteien und nicht pro Kopf abgerechnet werden. Trotzdem ist es ärgerlich, besonders wenn man nicht oft zu Hause ist und nicht so viel Nebenkosten verbraucht, wie z.B. eine Familie.

Kommentar von My177 ,

Also die Situation ist folgende: unsere vertragliche Vermieterin ist eine 94-jährige Dame, unsere Ansprech-Vermieterin ist deren Schwiegertochter. Beide gaben mehrfach an, es gäbe separate Wasserzähler. Nachdem wir beide dann darauf angesprochen haben, meine die vertragliche Vermieterin, sie würde das sofort nachrüsten lassen. Zwei Tage später meint die Schwiegertochter jedoch, ihre Schwiegermutter hätte sich da "vertan" und das wäre zu teuer. 
Ich glaube, dass die Stadtwerke vor Ort den Umlegeschlüssel bestimmen, weiß ich aber nicht genau, da ich mich da leider wirklich kaum auskenne.
Mein Lebensgefährte z Bsp hat eine 7-Tage-Woche und duscht auf der Arbeit, daher verbrauchen wir wesentlich weniger Wasser als zwei Personen normalerweise verbrauchen. Uns war und ist es daher enorm wichtig, dass wir wirklich nur unseren Verbrauch bezahlen und nicht das Wasser der anderen Leute im Haus noch mit. 

Kommentar von JohnHarris ,

Leider sind es zwei unterschiedliche paar Schuhe zwischen Recht haben und Recht bekommen. Da seitens der Vermieterin schon angemerkt wurde, dass keine Wasserzähler nachträglich eingebaut werden, würde ich mich nach einer anderen Wohnung umsehen. Besonders wenn man vor hat, über längere Zeit dort zu wohnen. 

Es ist natürlich eine extrem schlechte Situation, weil ihr euch nicht ohne Grund für die Wohnung entschieden habt. Deswegen muss man überlegen ob es sich lohnt eine neue Wohnung zu suchen. Mich persönlich würde sowas extrem stören, besonders wenn man eine 7 Tage Woche hat und somit schon viel weniger Nebenkosten hat.

Solltet ihr euch entscheiden eine andere Wohnung zu suchen, dann würde ich mit der Vermieterin sprechen bezüglich der Kündigungsfrist. Hierbei würde ich aber nur noch alles schriftlich machen, dann ist man immer auf der sicheren Seite.

Kommentar von My177 ,

Danke für den Tipp! Leider kommt erneut Umziehen nicht in Frage. In eine Wohnung schon gar nicht mehr - wir haben bis jetzt wirklich nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 40

Wenn ich Eure bisherigen Fragen so lese, geht es Euch wirklich um jeden einzelnen Cent, der irgendwie eingespart werden muss. Letztes Jahr habt ihr aus der Wohnung raus müssen und habt dringend eine neue gesucht und zum Jahresanfang wohl auch gefunden, trotz Eurer Haustiere. Richtig?

Und nun stört Euch die Tatsache, dass es keine separaten Wasserzähler gibt. Blöd, wenn man angelogen wurde, aber hattet ihr zu dem Zeitpunkt eine Alternative? Hättet ihr die Wohnung wirklich abgelehnt?

Der ganzen Liste an Antworten und Beiträgen entnehme ich, dass es mehrere Mietparteien im Haus gibt. Wohnt die Vermieterin auch mit im Haus?

Der Heizenergieverbrauch ist in der Betriebskostenabrechnung der größte Posten. Dieser wird bei Euch über die Röhrchen an den Heizkörpern ermittelt. Hier wird also schon korrekt aufgeteilt.

Wenn keine Wasserzähler vorhanden sind, was auch gar nicht vorgeschrieben ist, wird der Verbrauch entweder nach Personen oder nach m²-Wohnfläche aufgeteilt. Da wohl nichts separat im Mietvertrag steht, muss eigentlich nach Wohnfläche aufgeteilt werden und nun kommt es darauf an, wie groß Eure Wohnung im Vergleich zu den anderen ist. Habt ihr eher eine kleine Wohnung, seid ihr vermutlich im Vorteil. Gibt es größere Wohnungen, in denen jeweils ganze Familien mit mehreren Kindern wohnen, geratet ihr eher in Nachteil. Wieviel Differenz es am Ende wirklich ausmacht, wenn man stattdessen mit Wasserzählern misst und aufteilt, kann man natürlich nicht sagen.

Aus Erfahrung weiß ich jedoch, dass der Durchschnittswert je Wohnung, gemessen an der Zahl der Bewohner, fast immer ganz ähnlich ist. Es geht um ca. 5m³ (Das sind 5000 Liter!) hin oder her. Am Ende geht es also um rund 20 bis 30 € pro Jahr, also rund € 2,50 pro Monat. Lohnt es sich, dafür einen Aufstand zu machen, nach dem, was ihr hinter Euch habt?

Da würde ich mich schon eher um den Allgemeinstrom kümmern, wenn dieser immer noch über Euren Zähler läuft, denn das geht in einem Mehrfamilienhaus nicht, dass eine Wohnung diese Stromkosten für alle anderen trägt und die man so schwer ermitteln kann.

Kommentar von My177 ,

Ja, wir hatten eine Alternative. Der Mieterschutzbund hat ganz klar gemacht, dass wir nicht aus der alten Wohnung raus gemusst hätten, hätten wir keine neue gehabt. 
Außerdem geht es uns nicht um jeden Cent, sondern um Gerechtigkeit. Natürlich müssen wir mit nur einem Einkommen auf die Finanzen achten, aber wer muss das heutzutage nicht!? Da hat das Eine aber mit dem Anderen nichts zutun. 
Die Vermieterin wohnt nicht mit im Haus, sie wohnt in einem Seniorenheim. 
Deine Berechnung mag vielleicht stimmen, wenn zwei Leute auch regulär Wasser verbrauchen. Bei uns ist jedoch einer im 7-Tage-Vollkonti-Schichtbetrieb und duscht immer auf der Arbeit. Ob nun zwei oder eine Person(en) duschen, wird wohl einen Unterschied machen. 
Wegen 30€ pro Jahr würden wir auch keinen "Aufstand" machen, wir machen aber einen "Aufstand" weil wir a) angelogen wurden und b) mehr zahlen sollen als wir tatsächlich verbrauchen. 

Kommentar von bwhoch2 ,

wir machen aber einen "Aufstand" weil wir a) angelogen wurden und b) mehr zahlen sollen als wir tatsächlich verbrauchen. 

Und was nützt es Euch?

Selbst wenn Euch die Vermieterin oder deren Schwiegertochter angelogen hat, ihr habt keine schriftliche Zusage und könnt auch die mündliche wohl kaum beweisen.

Gerechtigkeit?

Ist weitgehend hergestellt, wenn nach m²-Wohnfläche umgelegt wird. Es ist allgemeiner Standard, da es bei weitem nicht in allen Häusern möglich ist, je Wohnung separate Zähler zu installieren.

Es könnte auch gut sein, dass das in Eurem Haus nur mit einem sehr hohen Aufwand möglich wäre, was evtl. die Schwiegertochter nicht gewußt hat. Das könnte aber der Grund für die kategorische Ablehnung sein. Es wäre im übrigen nicht ausreichend, nur in Eurer Wohnung einen Zähler zu installieren. Alle Wohnungen müßten dann einen Zähler haben.

Ihr habt keine Chance, hier die Gerechtigkeit durch zu setzen, die ihr Euch vorstellt.

Dann der Irrtum mit dem Duschen: Womit verbraucht man das meiste Wasser? Wäsche waschen, Geschirr spülen, evtl. Baden, Kochen. Wieviel vom gesamten Wasserverbrauch macht das aus? Und wieviel bleibt dann für das Duschen und am Ende für das Duschen einer Person. Wahrscheinlich sind es weit weniger als 20 €, die Eure Wasserrechnung am Ende von einer "Gerechten" abweicht.

Ihr rennt gegen Windflügel an.

Kommentar von My177 ,

Nun gut, dann werden wir das wohl so hinnehmen müssen. 

Kommentar von bwhoch2 ,

Ich denke schon, auch wenn es einen ärgert.

Aber das mit dem Allgemeinstrom, das muss geregelt werden.

Kommentar von My177 ,

Ok, das werden wir dann klären.

Antwort
von Wonnepoppen, 56

Strom u. Gaszähler habt ihr überprüft?

warum dann nicht auch den Wasserzähler, bzw. die Wasseruhr?

Erkundigt euch mal bei einer Verbraucherzentrale  deswegen, die ist billiger als ein Mieter Bund!

Kommentar von My177 ,

Wir haben gar nichts überprüft. Wir haben nachgefragt und (naiv wie wir scheinbar sind) ihren Angaben geglaubt. 

Kommentar von Wonnepoppen ,

Das war ein Fehler, aber das wißt ihr inzwischen wohl selber?

Kommentar von My177 ,

Ja, das wissen wir jetzt wohl :( können wir dennoch irgendwas dagegen tun?

Kommentar von Wonnepoppen ,

Hab ich ja schon geschrieben!

Versucht es dort!

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 13

Der Mietvertrag wird vom Vermieter gefertigt und dir zur Durchsicht und Unterschrift übergeben. Unter "Betriebskosten" wird u.a. auch Trinkwasser und Abwasser/Oberflächenwasser anteilig auf dich umgelegt. Leider hast du den Text dazu nicht als Dokument eingestellt. Üblich ist die Abrechnung dieser Kostenstelle nach Verbrauch, daher Ablesung an der Wasseruhr. Wenn diese Kostenstelle nicht nach Verbrauch abzurechnen ist, dann ist der Umlage Schlüssel hierfür geändert anzugeben. Was steht denn dazu im Mietvertrag? Bis jetzt bleibt hier dein Kommentar aus.

Kommentar von My177 ,

Mein Kommentar bleibt dazu nicht aus, ich hab extra zwei Fotos vom Mietvertrag hochgeladen.

Kommentar von Gerhart ,

Leider hast du nicht die Seite des MV gewählt, wo über BK >Wasserkosten< geschrieben wird. Ich habe deine Vertragsauszüge gelesen. Auch der Umlageschlüssel ist nicht ersichtlich. Es handelt sich bei deinem MV um einen Formularmietvertrag!

Kommentar von My177 ,

Was genau soll ich denn abfotografieren? Bzw wo finde ich diesen Abschnitt?

Kommentar von Gerhart ,

Bitte lies deinen Vertrag im Abschnitt "Aufstellung der Betriebskosten". Dort werden die BK aufgezählt, die du anteilig zu tragen hast, der Umlageschlüssel wird genannt 

(nach m² und Verbrauch) und der Zeitraum der Abrechnung der Betriebskosten vermutlich das Kalenderjahr. in dieser Aufstellung findest du auch " Kosten für die Trinkwasserversorgung/Abwasserentsorgung/Oberflächenwasser-entsorgung"  

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 59

Wurden vertraglich diese Zähler zugesichert?

Wenn nein kann man machen nix.

Außerdem stellt man so was doch schon bei Mietbeginn bzw. Einzug fest.

Gaszähler für jede Wohnung muß es nur geben wenn jede Wohnung eine eigene Heizungsanlage (Therme) hat.

Kommentar von My177 ,

Wo sollte denn eine Vereinbarung über die separaten oder nicht-separaten Wasserzähler etc im Mietvertrag zu finden sein?

Kommentar von Daumenkino ,

bei den leeren zeilen, wo man solche sondervereinbarungen einträgt

du kannst doch in dem vertrag rumschmieren, was du willst

du kannst auch passagen ganz streichen

Kommentar von anitari ,

Nirgends;-)

Entweder es sind welche vorhanden oder nicht.

Schlußentlich gilt gemietet wie gesehen.

Spätestens bei der Wohnungsübergabe hätte Euch doch auffallen müssen das es keine gibt.

Und noch mal, ein sep. Gaszähler ist nur nötig wenn die Wohnung eine eigene Therme hat.

Kommentar von My177 ,

Es geht um Wasserzähler, ab OK. 
Wieso bei der Wohnungsübergabe? Da waren wir doch nur IN der Wohnung. 

Kommentar von anitari ,

Zu einer Wohnungsübergabe gehört es auch die Zähler abzulesen. Ob die nun direkt in der Wohnung oder in einem anderen Raum des Hauses sind ist egal.

Fazit, Ihr habt gepennt und wollt jetzt die alte Dame dafür verantwortlich machen.

@Daumenkino:

Sehr dummer Rat.

Kommentar von My177 ,

Ja es wurde auch ein Zähler abgelesen, aber nur der Stromzähler! Davon abgesehen, war der Mietvertrag zu diesem Zeitpunkt schon unterschrieben. 

Kommentar von Daumenkino ,

nein, nix gemietet, wie gesehen, wenn du den bei vertragsunterzeichnung 3 mal fragst, ob da zähler sind ,er es immer zusichert, ist das ein fehlen zugesicherter eigenschaften

natürlich musst du es beweisen, aber scheint ja kein thema zu sein

Antwort
von troublemaker200, 49

ich kann jedem nur raten alles was einem wichtig erscheint, mit in den MV aufnehmen zu lassen.

Warum habt Ihr Euch die Wasserzähler nicht persönlich zeigen lassen?

Jetzt habt Ihr den Salat, dass Ihr eine mündlich getroffenen Vereinbarung beweisen müsst.

Kommentar von My177 ,

Wir sind einfach davon ausgegangen, dass die Angaben stimmen. Die Frau erschien uns vertrauenswürdig und wir haben ja auch extra mehrfach nachgefragt :( 

Kommentar von bwhoch2 ,

einfach davon ausgegangen, dass die Angaben stimmen.

Wenn man auf etwas gesteigerten Wert legt, sollte man nicht so gutgläubig sein.

Kommentar von My177 ,

Da hast du scheinbar leider Recht, die Erkenntnis hilft uns aktuell nur leider wenig.

Antwort
von My177, 17

Hier mal noch die Auszüge aus dem Mietvertrag selbst

Kommentar von albatros ,

Leider ist linksseitig nichts zu lesen, da nicht abgebildet. Bitte wiederholen. Da könnte dann geschaut werden, ob da was zur Wasserabrechnung steht oder nicht.

Kommentar von My177 ,

Danke, werde es heute Mittag nochmal hochladen.

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