Frage von EpsilonXr, 86

Was kann man tun um Menschen von ihrem Leiden zu befreien (Depressionen, Traumas, SvV)?

Viele sagen "Rede mit deinen Eltern" oder "Gehe zu einem Psychologen", "Lass dich einweisen". Aber ich denke sowas ist dann doch eher unangenehm und hilft einem nicht wirklich weiter. Ich suche nach einer Lösung, um ganz friedlich ohne jeglichen Streit oder Medikamente die Psyche der Menschen vom "Bösen" zu befreien. Gemeinschaftstreffen und so was vielleicht. Ich finde es einfach traurig mit an zu sehen wie Leute weinen und sich ritzen und Depressionen haben und unbedingt einen Ausweg finden wollen. Ich will dass sich das in der Welt ändert, dass sobald man verzweifelt ist, sich an jemanden wenden kann, nicht an eine Selbstmordhotline oder einen Psychologen, sondern an einen ganz normalen Menschen mit dem man über alles reden kann, persönlich.

Antwort
von Kitharea, 24

Das Problem an Menschen aus der Umgebung für jemanden der Hilfe braucht ist - ganz konkret - dass er aus dessen Umgebung kommt und quasi in dessen System integriert ist.
Der Vorteil an Psychologen und Psychotherapeuten ist genau das, dass er das nicht ist.
Wenn man jetzt bedenkt dass 99% aller psychischen Probleme mit dem System zu tun haben in dem man aufwächst und das man kennt - ist es logisch dass keine Familie, kein Freund, kein Bekannter - nichts und niemand im selben System helfen KANN. Das heißt nicht, dass alle in dem System Schuld sind - es geht nicht um Schuld - das heißt nur, dass er in diesem System nicht so leben kann wie er es gewohnt ist - da er aber nichts anderes kennt steht er am Rande des Abgrundes. Ein Therapeut zeigt einem andere Systeme, stellt andere Fragen, stellt jene Fragen die man sich in diesem System nicht stellen darf, die einem nicht einfallen, die nie gestellt werden - was auch immer. Er zeigt ihm einen Weg aus dem System heraus und hilft ihm sein eigenes System zu finden bzw. das vorhandene so umzubauen dass er darin gut existieren kann.
Jeder Bekannte/Verwandte/Freund wäre damit überfordert. Mitunter ist es sogar kontraproduktiv wenn man helfen will. Das Einzige was man wirklich tun KANN ist - keine Vorwürfe - keine Moraldinger bringen - den Mund halten wenn man kein Verständnis hat - die Person einfach in Ruhe lassen und wenn schon Unterstützung anbieten und akzeptieren wenn es nein heißt oder es Vorwürfe hageln sollte. Mitunter schadet man wenn man helfen will weil man nicht weiß worum es geht. Weil man selbst nicht über dieses System hinaussehen kann.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Kitharea,

da schreibt jemand der echt Ahnung hat!

Danke

Antwort
von ichweisnetwas, 47

Meine Psychologin ist ein ganz normaler mensch gewesen die zudem einfach auch sehr viel ahnung von der Menschlichen Psyche hat.

Ich bin froh das ich regelmäßig bei ihr war da ich so nach und nach wieder in die normale Spur fand.

Wenn sich leute ritzen oder anders auf sich aufmerksam machen ist das meist nochnichts wirklich schlimmes. Schlimm wird sowas erst wenn sich ein Selbsthass über viele Jahre in einem aufstaut.

Aber generell sind Psychologen Ganz genau das was du hier willst. Die menschen müssen nur ihren Stolz ablegen. Es ist nicht peinlich sich professionel helfen zu lassen.

Bei dem was ich erlebte ist sowas absolut normal da das keiner einfach wegstecken kann. Auser eventuell Psychopathen. Da diese generell keinerlei gefühl haben

Kommentar von EpsilonXr ,

Danke für deine Antwort :) Ich will nur sagen, dass ich Menschen kenne, deren Probleme nicht durch Psychologen genesen konnten. Ihnen wurde nicht weiter geholfen und sie haben sich ständig Kontakt zu anderen Leuten aus ihrem Umkreis gesucht um mit ihnen zu reden.

Kommentar von ichweisnetwas ,

Dann hatten die den falschen Psychologen. Ich war auch bei 4 verschiedenen. Bis ich dann diese Dame fand die eben einen Draht zu mir hatte und das von anfang an.

Erst dort klappte es dann wirklich

Kommentar von Kitharea ,

Man weiß nie, ob das Problem wirklich beseitigt ist auch wenn es vielleicht so aussieht. Andere Menschen sind eine sehr gute Ablenkung. Aber du kannst in keinen hineinsehen

Antwort
von Barney123, 9

Hallo Epsilon,

Wenn ich Deine Frage lese, dann habe ich den Eindruck, dass Du Dir
das sehr einfach vorstellst. So einfach ist das aber nicht. Und weil das
nicht einfach ist, muss derjenige, der helfen will ganz viel Ahnung von
der Sache haben. Er muss über die verschiedenen Problemfelder
Kenntnisse haben, welche Störungen es gibt (die sind systematisch
geordnet), welche Ursachen es gibt, welche Lösungen möglich sind. Und
ganz wichtig: Diese Menschen sind in aller Regel nicht böse, wenn man
einmal von Psychopathen und Menschen mit Antisozialer
Persönlichkeitsstörung absieht.

Ein ganz großes Problem ist, dass zwar jeder glaubt, er verstünde
etwas von Psychologie, aber die meisten Menschen überhaupt keine Ahnung haben. So nach dem Motto: "Ich habe zwar keine Ahnung, aber eine sehr detaillierte Meinung zum Thema!" Barbara Berckhan, die
Kommunikationspsychologin nennt das "die Seltsamkeiten der Menschen". 

Um da tatsächlich etwas zu ändern, ist vieles notwendig: Zum 'Einenganz selbstverständliche Dinge. Zuerst Respekt und Akzeptanz. Wenn Du einen Menschen nicht respektierst, wird er Dir wohl eher nicht zuhören und Du ihm auch nicht. Damit wirst Du das eigentliche Problem wohl nicht verstehen können. Und damit werden Deine Ratschläge nichts anderes als Schläge sein. Psychologen und Psychiater wissen das, und deshalb können sie diese Hürde schon einmal nehmen.

Einen Menschen in die Psychiatrie einzuweisen, ist zwar einerseits
eine Belastung, weil die Psychiatrie stigmatisiert ist und die Umgebung
solche Menschen dann gleich extrem abwertet. Deshalb sperren sich viele
Patienten erst einmal gegen eine Behandlung. Es gibt unterschiedliche
Medikamente, die können da erst einmal hilfreich sein. Aber sie helfen
nicht immer. Es kommt auch darauf an, dass die Menschen sehen, dass sie
ein Problem haben. Viele Psychische Probleme entstehen, durch den groben unverständigen Umgang der Umgebung mit den betroffenen Menschen. Dann kann es schon hilfreich sein, diese Menschen aus dieser Umgebung erst einmal herauszunehmen, damit sie zur Ruhe kommen und wieder Hoffnung schöpfen können. Manche Menschen müssen vor sich selbst geschützt werden (Selbstmordgefährdete und Menschen mit Selbstverletzendem Verhalten, Bei anderen muss die Umgebung geschützt werden, wenn sie eine Gefahr für die Menschen in ihrer Umgebung darstellen. Hier wäre eindeutig ein Umdenken in der Bevölkerung notwendig. Dazu müssten sich die Leute aber mit den Sozialwissenschaften beschäftigen. Das ist mit Aufwand verbunden, sie müssten geliebte Ansichten (Nicht Einsichten!) hinter sich lassen und neue Erkenntnisse in ihr Weltbild einbauen. Wenn ich mir vorstelle dass die Bild von ca 33 Millionen Menschen gelesen wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Dazu fehlt Otto Normalbürger ganz einfach die Einsicht.

Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass da ein ganz normaler
Mensch helfen kann. Ein normaler Mensch kann entlasten, indem er den
Betroffenen zeigt, dass er ihn so wie er ist, erst einmal akzeptiert.
Das kann entlastend sein und den Einstieg in ein Professionelles
Hilfsprogramm erleichtern. Dazu ist es nicht notwendig, alles gut und
richtig zu finden, was der Betroffene sagt, macht und denkt. Jeder
Mensch darf seine eigene Meinung haben. Und derjenige, der helfen will,
hat ja auch seine Fehler. Das sollte ihn von Überheblichkeit abhalten.
Ein respektvoller, freundlicher Umgang ist nie verkehrt. Aber jemand
ohne professionelle Ausbildung sollte nicht glauben, er könne ohne jegliche
spezielle Fachkenntnisse da irgendetwas gezielt ändern.

LG

Antwort
von JaniXfX, 18

Hallo!

Es gibt verschiedene Faktoren, die es unbedingt nötig machen, dass eine Person in professionelle Betreuung muss.

- Die Erkrankung ist durch die Lebensweise und das Umfeld, in welchem der Klient/ Patient lebt, entstanden. Das muss jemand von außen betrachten, um die Problematik des Umfeldes zu erkennen.

- Psychologen haben notwendiges Wissen. Alltagsweisheiten wie "einfach miteinander reden", "hab Dich nicht so" oder "unternimm einfach etwas mehr", "such Dir Hobbies" sind oftmals keine echten Hilfen, sondern schieben das ursächliche Problem auf bzw. verschieben die Symptome auf andere Bereiche. Dann hat man am Ende keinen Waschzwang mehr, sondern Schlafstörungen.

- Patienten haben gewissermaßen Gefallen an ihren Erkrankungen. Es gibt etwas, das nennt sich (sekundärer) Krankheitsgewinn. Das Depression-haben nutzt den Betroffenen auch in irgendeiner Form. Deshalb sind sie oftmals gar nicht richtig motiviert, das zu ändern. Nur wenn der Leidensdruck groß genug ist, kommt Bereitschaft zur Veränderung - dementsprechend fortgeschritten sind die Erkrankungen dann schon. Es ist folglich nichts einfach "böses", von dem man jemanden befreien kann.

Woher kommt denn Deine Abneigung gegen Psychologen?

Antwort
von FelinasDemons, 21

Deine Ansichten sind ja gut,jedoch hat nicht jeder in seinem Umfeld einen Menschen mit dem er darüber reden kann.Er ist wortwörtlich allein.Deshalb kann dann nur ein Psychologe oder/und Eltern als Gesprächspartner dienen.
Und einer Person kannst du in erster Linie durch zuhören helfen,gib ihr das Gefühl, dass du da bist und die sich auf dich verlassen kann.
Ich hoffe,die Antwort war hilfreich:)

LG

Antwort
von MLGHannes, 36

Solchen Menschen hilft vor allem eine Person, der diese Menschen wirklich bedingungslos vertrauen können. Eine Person der man wirklich alles sagen kann und von der man sich Ratschläge einholen kann. Denn das haben die meißten dieser Menschen entweder nicht oder sie wollen sich einfach nicht helfen lassen.

Und genau das ist ein riesiges Problem. Ein großer Teil von diesen Menschen möchte sich einfach nicht helfen lassen, sie möchten nicht einmal dass gesehen wird, dass es diesen Menschen so schlecht geht, wobei das bei vielen schon beinahe offensichtlich ist. Wenn sich diese Personen nicht auf Hilfe einlassen möchten dann kann man absolut nichts machen aber wenn doch, dann muss man für die Person da sein, mehr nicht.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo MLGHannes,

Eine Person der man wirklich alles sagen kann und von der man sich Ratschläge einholen kann.

Also der erste Teil ist Wichtig, Vertrauen! Ratschläge sind Schläge und die werden von den Betroffenen meist abgelehnt. Besser ist es da, dass sie die Lösung selbst finden, indem man ihnen die richtigen Fragen stellt und Zusmmenhänge zeigt, die sie selbst nicht sehen können, weil sie einfach nicht die Kenntnisse haben, diese zu sehen. Die Ursache von Psychischen Problemen kann sehr unterschiedlich sein. Da muss jemand mit Sachverstand hinsehen. Und nur mit Sachverstand kann auch eine Lösung erarbeitet werden. Lieschen Müller ist damit mit Sicherheit überfordert.

Wenn sich diese Personen nicht auf Hilfe einlassen möchten dann kann man absolut nichts machen

Das ist eine vereinfachende, falsche Sichtweise. Diese XSichtweise führt meistens dazu, dass viele Menschen Lösungen anbieten, aber das eigentliche Problem gar nicht verstehen. Die handeln dann nach dem Motto: "Schasu mal, ich habe eine super Lösung!" Leider passt die Lösung meist gar nicht zum Problem. Die Reaktion ist dann: "So ein blödes Problem!"

Eine Lösung ist immer nur mit dem Betroffenen möglich, nie gegen ihn! Und schon gar nicht, indem man jemanden vorschreibt, was er zu tun hat!

LG

Antwort
von Aylincx, 33

Der Person versuchen zuhelfen und seine/ihre Meinung vertreten jedoch so, dass es nicht zu auffällig ist.

Antwort
von LightBall, 20

Manchmal brauchen diese Menschen einfach nur jemanden der ihnen zuhört und das Gefühl gibt für ihnen da zu sein.

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