Frage von PaddelDaddel, 44

Was kann man in solch einer Situation machen(Arbeitsamt, Sozialhilfe)?

Hallo ,

und zwar geht es wieder mal um das Amt. Zur Sache:

Meine Mutter. meine Schwester und ich haben bis Anfang 2014 zusammen gelebt. Meine Mutter hatte einen festen Job und es lief gut. Nach und nach gab es immer mehr Probleme mit Ihrem Arbeitgeber (Psychisch: Sie hat Trotz sehr gutem Rea Abschluss und abgeschlossener Ausbildung mit bestimmt 20-25 Jahren Berufserfahrung einen Stundenlohn von 7.50€ bekommen. Anfangs lief noch alles gut bis sie aber irgendwann 24H auf Abruf hatte arbeiten müssen- sie kam oft weinend nach Hause und meinte dass Ihr Chef Sie angeschrienen und niedergemacht hat etc). Sie hatte dann gekündigt weil sie es nicht mehr ertragen konnte.

Sie zog dann mit meiner Schwester in ein anderes Dorf, dort fand Sie dann auch einen Job und es ging wieder Berg auf....... Nach kurzer Zeit allerdings wurde Ihre linke Hand + Unterarm "gelähmt", sie konnte den Job nicht mehr ausüben, durch den Arzt hatte Sie eine Arbeitsunfähigkeisbescheinigung bekommen mit der Sie dann aufs Amt ging um ALG2 zu beantragen. Dort wurde Ihr aber nur ein Job als LKW Fahrerin angeboten den Sie aber wegen der Lähmung, die vom Arzt bescheinigt wurde, abgelehnt hat. Folge davon, die "nette" Dame vom Amt meinte nur zu Ihr "Sie wollen also nicht arbeiten, somit bekommen Sie auch kein Geld" und wurde für 3 Monate gesperrt. Meine Mutter und meine Schwester waren also nicht mehr Versichert, kein Geld für die Miete, kein Geld für nichts - sie lieh sich von einer Freundin das Geld für die 3 Monate und auch für die Versicherungen wegen der OP (Dort wurde dann auch noch festgestellt dass Sie "Morbus Sudeck" hat) und hatte in der Zeit auch die "Wiese" aus dem Erbe Ihrer Mutter verkauft. Mit dem Geld hat sie Ihre Schulden beglichen und einige Schulden aus dem Erbe so das von dem Geld nach den 3 Monaten auch nichts über blieb. Also ging sie nach den 3 Monaten wieder zu Amt - dort wurde Sie dann für 6 Monate wegen dem Erbe gesperrt....

Nun im Juli war Sie wieder beim Amt, nun klappe es wenigsten mal mit dem Antrag.... Allerdings wollten Sie dies das und jenes, welches meine Mutter auch immer direkt eingereicht hat. So, vor 6 Wochen rief sie dort nochmal an und es wurde Ihr lediglich gesagt dass der Antrag in Bearbeitung sei...Zur Zeit hält sie sich mit einem 450€ Job und Hilfe von Freunden über Wasser....

Meine Mutter ist total am Verzweifeln und weiß nicht was sie machen soll, Geld für einen Anwalt hat Sie und ich leider auch nicht und das Amt lässt sich Monate Zeit obwohl meine Mutter in einer finanziellen "Notlage" ist....

Was können wir denn nun in dieser Situation am besten machen ? Einfach abwarten bis die es mal auf die Reihe bekommen ist wohl keine weitere Option da es ja schon seit Juli so ist.

Ich bedanke mich vielmals für euren Rat und Eure Hilfe, Danke :)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, 14

Wenn sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung hatte und nach deiner Aussage sollte sie dann die Anwartschaftszeiten für das ALG - 1 von der Agentur für Arbeit erfüllt haben,ist mir nicht klar warum sie dann ALG - 2 beim Jobcenter beantragen musste,dass könnte sich dann ja nur um eine Aufstockung gehandelt haben,weil das ALG - 1 den Bedarf nicht gedeckt hat!

Außerdem ist dann von Anfang an etwas schief gelaufen,denn wenn man seine Beschäftigung nachweislich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann,dann darf hier weder eine Sperre von 12 Wochen beim ALG - 1,noch eine Sanktion von 3 Monaten beim ALG - 2 verhängt werden.

Sie hätte damals schon in Widerspruch gehen müssen.

Ich würde mir beim Amtsgericht einen Beratungsschein für einen Anwalt besorgen und mir einen Fachanwalt für Sozialrecht besorgen.

Hat sie denn diesen 450 € Job beim Amt gemeldet ?

Selbst wenn sie keinen Anspruch auf ALG - 1 gehabt hätte,dürfte bei einer Eigenkündigung ohne wichtigen Grund ( den hatte sie aber nach deiner Aussage ) keine Sanktion von 100 % über 3 Monate verhängt werden,sondern nur 30 % der maßgeblichen Regelleistung und genau so sieht es bei der ersten Ablehnung einer zumutbaren Beschäftigung aus,aber nach deinen Angaben zu folge war diese ja gar nicht zumutbar.

Bei der zweiten Ablehnung hätte sie dann noch einmal 30 % Sanktion über 3 Monate bekommen und dann hätte man ihr Lebensmittelgutscheine anbieten müssen und die Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung hätten auch weiter gezahlt werden müssen.

Antwort
von Allexandra0809, 15

Mir ist nicht ganz klar, warum Deine Mutter ALG 2 bekommt. Wenn sie gearbeitet hat, müsste sie doch erst mal ALG 1 erhalten.

Ein Anwalt ist hier sicher angebracht, selbst eine Beschwerde von Euch beim Vorgesetzten wird wahrscheinlich im Augenblick nicht weiterhelfen. Dieser wird Euch wahrscheinlich bezahlt werden

Antwort
von Nightlover70, 44

Wenn Deine Mutter kein Geld für einen Anwalt hat soll sie sich mal beim örtlichen Amtsgericht nach einem Beratungsschein erkundigen.
Damit müsste sie zumindest zunächst mal eine Beratung bei einem Anwalt bekommen.
Der kann dann prüfen in wie weit Prozesskostenhilfe bewilligt wird.

Antwort
von ArnoldBentheim, 22

Ja, ein Anwalt ist notwendig! Das Amt verhält sich nach deiner Schilderung schon von Anfang an vollkommen willkürlich und rechtswidrig. Ob man rückwirkend noch was machen kann, muss der Anwalt entscheiden. Jedenfalls ist Rechtsbeistand unbedingt notwendig, sonst wird deine Mutter durch dumme, unfähige Sachbearbeiter fertiggemacht.

Kinder, Kinder, Deutschland ist ein Rechtsstaat, da braucht man sich solche Schikanen von Ämtern nicht gefallen zu lassen!

MfG

Arnold

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten