Frage von RicVirchow, 128

Was kann man in der heutigen Welt noch essen ... Ich fühle mich nicht sicher in der heutigen Welt?

Hallo,

ich bin 17 Jahre alt und lebe mit meiner Familie (insgesamt 5 Menschen und ein Kater) in einer Stadt, die abgeschnitten von der Natur ist und Industriegebiete enthält.

Ich beschäftige mich vor kurzem mit Ernährung und bin auf ein paar Videos gestoßen, wo sehr viel schlechtes über grundlegende Nahrungsmittel aus meinem Alltag gesagt wird.

Industrieller Zucker (fast überall drin) (Haushaltszucker etc.) weil sie Pilze verursachen sollen, sowie das Darmmillieu durcheinander bringen und Krebszellen sich von diesen Zuckerarten entwickeln und weil es süchtig macht soll

Gluten, weil beim Erhitzen davon gefährliche Stoffe entstehen, die schlecht für den Darm sind, z.B. einen durchlässigen Darm verursachen können

Industreilles Salz, weil zu viel davon in Industrie Nahrung ist, weil Jod und Flourid darin enthalten ist, welches auch schlecht für die Gesundheit sind, Meersalz, weil es mit Schwermetallen belastet sein kann ("Verpestung" der Meere)

Milchprodukte, weil sie den Körper verschleimen und die Genesung bei Krankheiten verlangsamen und sie nährstoffarm sind, weil sie bei der Verarbeitung so oft erhitzt werden und auch Gicht verursachen können, mit Hormonen und Antibiotikum belastet sein können

Öle und Fette, die beigefügt werden oder aus der Flasche, weil sie oft balaststoffarm gemacht worden sind (keine Vitamine, etc. enthalten), vor allem tierische Fette, die z.B. Arterienverkalkung verursachen können

Fleisch, weil das meiste aus Massentierhaltung kommt und man somit die Todesangst der Tiere sozusagen mit isst und dadurch Stimmungsschwankungen entstehen können, weil das Fleisch durch Antibiotika und Hormone belastet ist (therapeutische Antibiotika)

Fisch, weil die Meere meist mit Schwermetallen belastet sind und die Fische diese aufnehmen

Eier, weil sie sehr viele Bakterien enthalten und den Cholersterienspiegel erhöhen können

Ganz abgesehen von den Weichmachern in Kunstoff, denen wir jeden Tag ausgesetzt sind, der verdreckten Luft durch Autoabgase

Ich fühle mich sol vielen Gefahren ausgesetzt und ich fühle mich in der modernen Welt nicht mehr sicher. Ich habe Angst um meine Familie, weil wir uns ständig davon ernähren.

Gut man könnte jetzt sagen "Früchte und Gemüse essen", aber die meisten sind eh verseucht durch Pestizide und Fungizide und was es da noch gibt, was wir mit essen und nicht jeder hat einen Bioladen in der Nähe und Bioprodukte sind oft nicht so vielfältig, wie Nicht Bioproduket (weniger Auswahl)

Ich habe das Gefühl ich bin der Sache ausgesetzt und kann nichts dagegen tun, weil ich sonst quasi gar nichts mehr essen kann, zumindest da wo ich lebe.

Und wenn ich mir die älteren Menschen anschaue, wie viele meistens an den selben Krankheiten sterben (Herzinfarkt, Schlaganfall) oder Alzheimer , Demenz erleiden, fürchte ich, dass es etwas ist, dass durch unsere Lebensart verursacht wird.

Wieso tut man uns so etwas an, nur wegen Geld? Was kann man überhaupt noch konsumieren ?

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 57

Wenn du dich schon damit beschäftigst, dann solltest du über deine Wahl der Quellen nachdenken, denn von dem was du hier schreibst ist tatsächlich nicht viel so bedenklich, wie du es darstellst. Ich gehe mal das wichtigste der Reihe nach durch.

Zucker: Ist problematisch und man sollt auf die tägliche Zufuhr achten, gleiches gilt aber auch für Fructose aus Früchten. Pilze verursachen können sie schonmal nicht, wenn dann nur fördern und das geschieht auch nur, wenn auch andere begünstigende Krankheiten vorliegen. Bei Krebs das gleiche, es kann nur der Krankheitsverlauf von z.B. Dickdarmkrebs beeinflusst werden und dabei sind die Ergebnisse auch nicht eindeutig abgesichert.

Gluten: Was du dort beschreibst gilt nur für menschen mit Zöliakie.

Salz: Meist auch zu hohe Gehalte in verarbeiteten Produkten, Jod und Fluorid sind prnzipiell förderliche Stoffe, ein "zu viel" ist natürlich wie immer nicht anzustreben.

Milch: Verschleimung ist ein Mythos. Ob und inwieweit nun ungesund oder gesund, das ist nicht abschließend geklärt, es gibt positive wie negative Effekte.

Fette: Arterienverkalkung entsteht so oder so auf lange Sicht und die genaue Ursache ist nicht bekannt, Ernährung kann dabei ein Risikofaktor sein.

Fleisch: Du kannst keine "Angst" essen. Die anderen Punkte kannst du umgehen, indem du auf Wild und Produkte aus ökologischer Haltung zurückgreifst.

Fisch: Bei Bedenken greife auf Zuchtfisch zurück.

Eier: Bakterien findest du überall und sind nur bedenklich, wenn dein Immunsystem geschwächt ist. Cholesterin wird vom Körper selber produziert und ein negativer Einfluss durch Ernährung gilt nicht allgemein, es gibt aber Risikogruppen.

Pflanzenschutzmittel sind grundsätzlich nicht Schlimm und die Rückstände i.d.R. minimal.

ältere Menschen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zum Tode führen haben sicher auch mit Ernährung und besonders Bewegungsmangel zu tun. Insgesamt sind die Todesursachen, welche du beschreibst aber auf verbesserte Diagnostik und vor allem auf die erhöhte Lebenserwartung zurückzuführen. Je älter man wird, desto höher ist auch das Krankhitsrisiko, das ist völlig natürlich.

Achte einfach auf eine vielseitige abwechslungsreiche Ernährung. Ein "zu viel" von irgendetwas ist nie gut.

Kommentar von Ichthys1009 ,

"Pflanzenschutzmittel sind grundsätzlich nicht Schlimm und die Rückstände i.d.R. minimal."

Wie kommst du zu dem Urteil?

Kommentar von Agronom ,

Das gilt natürlich erstmal nur für Deutschland bzw. Teile der EU, in anderen Teilen der Erde sieht es oft anders aus, das sollte aber bekannt sein. Damit ist auch eine flächendeckende Einhaltung von guter fachlicher Praxis vorausgesetzt, auch hier gibt es Ausreißer, aber es ist nicht der Regelfall.

Ein entscheidender Punkt ist, dass der Großteil der Wirkstoffe in der Zeit der letzten Anwendung bis zur Ernte (Wartezeit) abgebaut ist. Zudem ist nur ein geringer Anteil, der eingesetzten Mittel gesundheitlich relevant, siehe dazu 1. Link, von 133 untersuchten Mitteln sind nur 13 Mittel (bei nur 3 Pflanzen eingesetzt) für 90% der gesundheitlichen Effekte relevant. Die Regulierungen werden zunehmend strenger und der Einsatz wird immer effizienter, sodass die Mengen reduziert werden.

www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412012001754

http://lcacenter.org/lcafood2014/papers/94.pdf

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 21

Wenn man so denken würde, dürfte man eigentlich garnichts mehr essen bzw. müsste sich von "Urkost" nach Franz Konz usw. ernähren bzw. dürfte nicht mal seine eigens angebauten Pflanzen verspeisen --------> die können ja theorethisch Giftstoffe aus der Umwelt aufnehmen^^

Nee, im Ernst: Man kann im Grunde alles essen, was angeboten wird. Solange man es in Maßen und nicht gleich in Massen zu sich nimmt, ist es unbedenklich. Soweit meine Meinung!

Antwort
von PatrickLassan, 42

Was kann man überhaupt noch konsumieren ?

So gut wie alles. 

Dass ältere Menschen an Demenz usw. leiden, kann man tatsächlich auf unsere Lebensart zurückführen. Die hat nämlich dazu geführt, dass Menschen immer älter werden. Vor hundert Jahren war die Lebenserwartung bedeutend niedriger, die Menschen wurde erst gar nicht so alt, dass sie an derartigen, in der Regel erst im Alter auftauchenden Krankheiten erkrankten,

Kommentar von Nolcon ,

Bestes Beispiel ist das Gerücht, Schokolade würde schlank machen. Die Ente hat ein Medienkonzern in die Welt gesetzt, um zu sehen, wie viele darauf anspringen.

http://www.sueddeutsche.de/medien/diaet-fake-schokolade-macht-schlank-eine-suess...

Antwort
von Wannabesomeone, 45

"Und wenn ich mir die älteren Menschen anschaue..."
Stimmt, denn vor der Industrialisierung hat man ja schließlich bis man alt wurde und starb (also mit 40-50 wenn man Glück hatte) glücklich gelebt und sich vollkommen gesund ernährt, gelebt. Da gab es nie Salmonellen oder fieseres Zeug im essen.
Und die Seuchen damals waren im Vergleich zu den Pestiziden heute jetzt auch nicht soooo schlimm, oder?
Es gibt strenge Lebensmittelrichtlinien. Die sind nicht ohne Grund da und man kann sehr wohl gesund alt werden, wenn man nicht nur Müll frisst. Früher kamen diese ganzen Krankheiten nicht auf, weil die Menschen nicht so alt wurden und weil es nicht die medizinischen Möglichkeiten gab, diese festzustellen.
Wenn dich deine Ernährung stört, kauf im Bioladen, verzichte auf tierisches und kauf dir ein kleines Gewächshaus. Ob das auf Dauer so toll ist ist auch infrage gestellt.

Antwort
von Andrastor, 33

Man kann alles konsumieren und muss im Grunde keine Angst vor dem Essen haben. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung und das nötige Maß an Sport um gesund zu bleiben.

Alles andere vergiss mal lieber schnell. Wir haben heutzutage eine Lebenserwartung die so hoch ist wie nie zuvor. Noch nie wurden Menschen älter als heute.

Die meisten dieser Dinge die du da aufgeschnappt hast sind Propaganda-Lügen von irgendwelchen Naturschützern und Besserwissern, die nichts besseres zu tun haben und sich wichtig machen wollen.

Am lächerlichsten ist die Aussage Fleisch wäre ungesund wegen der Todesangst-Hormone der Tiere... -.-

Ja, weil es in freier Wildbahn Tiere gibt die sich mit Freude und Elan fressen lassen und sich glücklich für den Fortbestand ihrer Art opfern, damit auch der Fressfeind von ihrem mit Glückshormonen durchtränkten Fleisch gesund leben kann...

Wer so hirnverbrannte Aussagen von sich gibt, sollte in Australien im Outback ausgesetzt werden. Die Todesängste welche Tiere in freier Wildbahn durchleben müssen sind unbergleichlich höher als das was unsere im Vergleich wohlbehüteten Massentierhaltungstiere erleben.

Und hat es der Menschheit geschadet? Ne, nicht wirklich. Uns gibt es seit mehr als 2 Millionen Jahren und erst seit etwa 10.000 Jahren betreiben wir Landwirtschaft. Wenn das mit den Hormonen tatsächlich stimmen würde, wären alle Fleischfresser und Jäger schon lange ausgestorben.

puh.... hab mich wieder beruhigt.

Natürlich ist nicht alles gänzlich unwahr, aber die Zahlen sprechen für sich. So schlimm kann unser Essen nicht sein, wenn wir damit 80-100 Jahre + werden können.

Kommentar von Pangaea ,

Das mit den Todesangst-Hormonen kannte ich noch gar nicht. Wie niedlich.

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 37

Die Nahrung  war noch nie so sicher wie heute. Warum? Weil die größte Gefahr von allen, nämlich der Verderb durch Bakterien und Pilze, weitgehend ausgeschaltet werden kann.

Wir haben Kühlschränke, und wir haben den Luxus, verschimmelte Nahrungsmittel nicht essen zu müssen, weil jederzeit Nachschub zu beschaffen ist.

Mach dich also nicht verrückt.

Wenn Fleisch, Fisch, Getreide, Milchprodukte, Obst und Gemüse alle ungesund wären, hätte die Menschheit nicht überlebt.

Iss vielseitig und ausgewogen, rauche nicht, beweg dich regelmäßig und halte ein in etwa normales Körpergewicht, dann hast du alles Wichtige getan. Nicht zuviel Salz, wenn in deiner Familie viele Menschen Bluthochdruck haben, und nicht zuviel Zucker, wenn in deiner Familie Diabetes Typ 2 vorkommt. That's it.

Ach ja: Horrorfilmchen im Internet sind keine gute Informationsquelle.

Antwort
von Rikkin, 39

Also ersteinmal ... wenn du so furchtbare angst hast Pflanz dir das essen doch einfach selbst. 

Zweitens ja es ist überall irgendwas drinnen, aber davon darfst du dich nun wirklich nicht verrückt machen lassen. 

Wenn du alles durchgemischt isst und nicht von einem immer das selbe dann gibt es da wenig Probleme - die Dosis macht das Gift.  

Wir Menschen werden immer älter denk mal so, früher musste man froh sein wenn man 50/60 wurde, heute heißt es wenn jemand mit dem Alter stirbt "aber der war noch so jung".

Antwort
von AhnungvonAllem, 53

Also zunächst einmal: Informiere dich nicht nur über Dokus und Youtube... Informiere dich auch über Fachzeitschriften!
Viele verpönte "Methoden" zur Lebensmittelherstellung sind noch lange nicht so schlimm wie immer behauptet wird. Mein Lieblingsbeispiel: Gentechnik. Alle haben Angst davor, vollkommen unberechtigt.

Warum man dir das antut? Nun, stell dir vor du bist Unternehmer. Alle Kunden kaufen nur das preiswerte (oder billige) Essen. Alle Verbrauche wollen halt Geld sparen. Wenn du auf "natürlichem" Wege Essen produzierst, ist es, besonders wenn man den Standards in Deutschland entsprechen muss, viel zu teuer und die Leute kaufen es nicht mehr, also gehst du Pleite. Die einzige Lösung sehen die meisten Unternehmer halt darin mit allen möglichen (auch chemischen) Mitteln zu tricksen um den Preis zu drücken und möglichst viel und billig zu produzieren.

Wenn du also als Verbraucher nicht damit klarkommst und es nicht willst, dann kaufe die teuren Bioprodukte, welche kontrolliert werden! Mit der geringeren Auswahl musst du dich dann halt anfreunden.

Und zu deiner Aussage über alte Menschen und deren Krankheiten: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es auch daran liegen könnte, dass die Lebenserwartung heutzutage einfach enorm ist im Vergleich zu früher??
Klar, heute sind viele alte Menschen krank, aber früher haben die erst garnicht das Alter erreicht.
Ich persönlich bezweifle, dass es explizit an unserem modernen Lebensstil (inklusive Ernährung) liegt! Vielleicht ist es ein Faktor, meiner Meinung nach sollte der aber keine derart große Rolle spielen.

Wenn man alles glaubt, was einem die Medien heutzutage um die Ohren schmeißen, hätte jede Person, die über 60 Jahre alt ist, Herzprobleme, Alzheimer, Krebs oder sonst eine Krankheit!

Antwort
von TheGreatBlee, 47

Bau dir dein Essen doch selbst an und halte ein paar Tiere und die Sache ist gegessen^^

Kommentar von RicVirchow ,

Das ist unrealistisch für meine Lebensumstände. 

Kommentar von TheGreatBlee ,

Inwiefern? Teuer ist sowas nicht (zumindest das anbauen). Müssen ja nicht deine eigenen Tiere sein. Kauf bei nem Bauer Fleisch, von dem du überzeugt bist, dass es gut ist

Antwort
von Ichthys1009, 35

Wenn du in einem Bioladen einkaufst, bekommst du Lebensmittel ohne Chemie.

Wenn du Vollkornprodukte verwendest und das biologisch angebaute Obst und Gemüse mit Schale isst, lebst du auch gesünder.

Wenn du deinen Speiseplan ausgewogen und abwechslungsreich gestaltest, förderst du deine Gesundheit.

Wenn du allgemein nur wenig Fleisch isst, wenig Alkohol trinkst, wenig Fett und Zucker konsumierst, auf Tabak und Drogen verzichtest, Medikamente nur im Notfall nimmst,  tust du dir auch was Gutes.

Viel mehr kann man in der Hinsicht auch nicht tun. Ansonsten kannst du nur noch politisch aktiv werden und dich dafür einsetzen, dass mehr Lebensmittel biologisch ohne Chemie angebaut und dass Tiere artgerecht gehalten werden.

Kommentar von Ichthys1009 ,

Vielen Dank für den Link.

Leider lassen die staatlichen Richtlinien für den biologischen Anbau sehr zu wünschen übrig.

Empfehlenswert ist es daher, beim Einkauf auf weitere Qualitätssiegel wie das von "Bioland" oder "Demeter" zu achten. Diese beiden Anbauverbände garantieren derzeit die höchsten Qualitätsstandards.

Kommentar von Agronom ,

Auch diese Vereine/Verbände erlauben zumindest anorganische Pflanzenschutzmittel, welche besonders bei Kupferpräparaten nicht gerade unbedenklich für die "Bodengesundheit" sind.

Wie aber schon in meiner Antwort angemerkt, sind Pflanzenschutzmittel im Allgemeinen nicht bedenklich.

Kommentar von Agronom ,

Soweit ich das nun herausfinden konnte erlauben sie auch alle weiteren nach der BVL-Liste zugelassenen Mittel wie z.B. bt-Toxine und Pyrethrine.

http://orgprints.org/1994/1/reiners-e-2000-pyrethrum-gemuese.pdf

Antwort
von laurissa2, 13

Iss auf was du Bock hast

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community