Mein Mann hat einen Arbeitsvertrag mit 43 Std./ Woche, muss aber teilweise 60 Std. ableisten. Überstunden werden weder bezahlt noch gesammelt ,um sie abzufeiern. Ist das noch vertretbar, oder ist sowas laut Arbeitsrecht illegal? Was kann man tun, außer kündigen?
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Schriftlich die Auszahlung der Überstunden fordern und bei Nichtzahlung Arbeitsgericht! Den Antrag beim Arbeitsgericht kann man persönlich stellen, dafür braucht man keinen Anwalt.

Erst im Gespräch einfordern, wenn das nix hilft zum Arbeitsgericht. So etwas geht gar nicht.
Das ist die moderne Art der Sklaverei. Ich habe nichts gegen Überstunden, wenn das Gehalt dabei stimmt und die Familie nicht drunter leidet. Ansonsten sollte dein Mann langsam die daran gewöhnen, dass er weniger Arbeitet und private Termine hat, die erledigt werden müssen. Hatte ebenfalls vor längerer Zeit Überstunden gekloppt wie ein irrer!!! UMSONST!!! Das war ganz normal für meinen Chef, er hatte sich daran gewöhnt, also fing ich an weniger zu arbeiten und meine Familie als wichtig vorgeschoben! Hängt aber alles vom Beruf ab, ich selber bin Informatiker.
Unbezahlte Überstunden sind auf jeden Fall nicht legal. Der Arbeitgeber muss jede Überstunde vergelten. Allerdings ist es für den Arbeitnehmer - der vom Arbeitgeber abhängig ist - nicht einfach rechtliche schritte zu unternehmen. Frei nach dem Motto: Besser irgendein Job als gar keiner. Egal, auf jeden Fall jeden Tag Zeitaufzeichnungen machen. Mit dem Arbeitgeber freundlich aber bestimmt reden und gezielt nachfragen wie das mit der Überstundenvergeltung ausschaut. Wie gesagt, als Arbeitnehmer ist man da oft in der Abhängigkeitsolle aber spätestens wenn das Arbeitsverhältnis - aus welchen Gründen auch immer - gelöst wird, mit der akkurat geführten Arbeitszeitaufzeichnung zum Arbeitsgericht und die Überstundenbezahlung einfordern! Die MÜSSEN das zahlen, ob sie wollen oder nicht.
Danke, das war sehr hilfreich. Ich werde mal einen Fachanwalt fragen, was man tun kann. Auf den Lohnbescheinigungen stehen ja die Stunden drauf, also kann der Chef sich nicht rausreden.

Es ist definitiv illegal! Ich gehe davon aus, dass es in einer solchen "Firma" keinen Betriebsrat gibt. Also bleibt nur der Gang zum Arbeitsgericht bzw. zum Fachanwalt für Arbeitsrecht.

den chef verklagen? ich weiß, daß so was heute öfter vorkommt. manche sind ja so richtig gierig. und die "krise" ist ja denn auch noch begründung genug, da noch mehr an der schraube zu drehen. aber ich würds auf dauer nicht durchgehen lassen. irgendwo muß schon recht recht bleiben. vielleicht kann man da nen rechtsanwalt einschalten, (vllt. auch die gewerkschaften, ob wohl: die sorgen ja lieber für sich selbst als für ihre klientel) und gemeinsam überlegen, was man tun kann.
Für dich scheint das schlimmer als für deinen Mann zu sein. Solange das nicht täglich die Regel wird, sollte man sich mit sowas arrangieren. Kleine Klitschen mit acht Leuten haben es schwer in der Wirtschaft, und da mit gewerkschaftlichen Ansichten auf den Tisch zu klopfen ist Selbstmord. Ohne eine neue Stelle in der Tasche zu haben, sollte man überhaupt nichts unternehmen!

Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt sittenwidrig.Ich würde euch empfehlen,eine anwaltliche Beratung einzuholen.Versuch den ersten Schritt vielleicht hier:

Da sieht man mal wieder was ein Tarifvertrag und eine Gewerkschaft wert sein können.
Wenn man seinen Arbeitsplatz behalten möchte bleibt einem gar nichts weiter übrig als still zu halten. Leider.
Da könnte nicht einmal ein vorhandener BR was machen außer dem AG gut zureden. Denn vor Gericht muß der betroffene Arbeitnehmer. Der Betriebsrat kann das nicht.
Im Wesentlichen sind die wichtigsten Dinge gesagt, auch das mit der Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Aber wichtiger finde ich grundsätzlich und für Menschen mit wenig Geld allemal, in die Gewerkschaft (für Kraftfahrer: verdi) einzutreten. Damit hat dein Mann u.a. jederzeit die Möglichkeit, sich beraten zu lassen, erhält Arbeits- und Sozialrechtsschutz und hat Anspruch auf Einhaltung der einschlägigen Tarifverträge, wenn der Arbeitgeber gleichzeitig Mitglied des zuständigen Arbeitgeberverbandes ist. Ich habe gute Erfahrungen mit verdi gemacht
Überstunden sind bis zu 10 Stunden in der Woche arbeitsrechtlich gestattet (ausgehend von einer 40-er Woche). Wenn eine Regelmäßigkeit der Überstundenleistung zustande kommt, muss die Mehrarbeit ausgezahlt werden. Dies ist eine grundsätzlich arbeitsrechtliche Regelung und trifft auch für den Arbeitsvertrag Ihres Mannes zu. Sollte ein Vertragspassus wie "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" zu finden sein, so ist dieser rechtlich unwirksam. Nun aber die Kehrseite: wenn der Verdienst Ihres Mannes extrem überdurchschnittlich liegt, um einmal eine Zahl zu nennen > 7000 Euro brutto, dann könnte das Arbeitsgericht trotz rechtlicher Grundsatzregelung zugunsten des AGs entscheiden, sollte es zur Klage kommen. Wichtig ist zunächst einmal ein persönliches Gespräch mit dem Vorgesetzten oder Arbeitgeber bzgl. Wenigerarbeit oder Überstundenauszahlung. Grundsätzlich wichtig ist die Beweisbarkeit der gearbeiteten Stunden. Stechuhrkopie etc. sind unbedingt nötig um etwas erreichen zu können. Nehmen wir an, Ihr Mann verliert seinen Arbeitsplatz, dann könnte für die letzten zwei Jahre Überstundenleistung eine Abgeltung eingeklagt werden. Denken Sie daran, dass immer Sie in der Beweislast stecken. Lieber einmal mehr eine Kopie machen als zuwenig. Trotzdem würde ich zunächst empfehlen wollen erst einmal die Probezeit zu überstehen und erst dann das Gespräch mit dem AG zu sichen. Sie können sich ja auch vorher schon um einen anderen Arbeitsplatz bemühen, um zumindest die weiteren Perspektiven abzuklären. Sollten Sie weitere Jobangebote erhalten haben (fragen Sie diesbezüglich auch gerne bei Ihrem Arbeitsamt nach), dann haben Sie beim Erstgespräch mit dem AG schon eine sehr viel entspannteres Auftreten. Bitte drohen Sie dem AG nicht mit Aussagen Wie "dann müsste ich mich woanders umschauen". Dies kommt meist nicht gut an. Versuchen Sie in diesem Gespräch einfach und sachlich die Fakten auf den Tisch zu legen mit der Bitte um Ausgleich egal in welcher Form. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

kündigen !
Er war über ein Jahr arbeitslos und war froh mit Mitte 40 noch einen Arbeitsplatz gefunden zu haben, ohne Hilfe vom Arbeitsamt.
Dresta781 am 18. Juli 2009 01:03 aber sowas brauch dein mann sich nicht bieten zu lassen
MikeFFM am 18. Juli 2009 01:03 Zur Hölle mit dem "Arbeitsplatz"! Soll er sich etwa totarbeiten? Dem Chef wäre es wohl wurscht...
Dem könnte ich mit dem nackten Popo ins Gesicht springen!Wir haben noch einen kleinen Sohn, der nur noch dem Papa am hinterher weinen ist und er meint schon das er bald nicht mehr wieder kommt. Ist schon traurig genug, aber mein Mann geht auf dem Zahnfleisch und bald wird er krank davon.Wir suchen ja schon eine andere Arbeit. Aber so leicht ist das nicht.
Betriebsrat fragen
Es gibt keinen Betriebsrat bei 8 Mitarbeitern.

Kündigen und einen besseren Job suchen.
gartenfee am 18. Juli 2009 01:05 kann man immer so einfach sagen. man kriegt die jobs heute auch so hinterhergeschmissen, insbesondere wenn man über 40 ist.
Dein Mann sollte sich erst mal beraten lassen, bevor er irgendwas unternimmt. So ein Arbeitsvertrag scheint mir etwas unseriös zu sein. Überstunden müssen vergütet werden. Die Höchstarbeitszeit pro Tag sind 10 Stunden plus die Pause dazu, in der Woche höchstens 60 Stunden!
Es sind 60 Std. /Woche nicht mehr. Aber im Arbeitsvertrag steht was von einer 43Std./wo. und Überstunden sind mit dem Bruttogehalt von 1700€ abgegolten.
Da würd ich nicht mitmachen. Ich arbeit auch hin und wieder mal 60 Stunden, bekomm ich aber bezahlt oder frei. Dein Mann muss sich wehren, so geht das nicht! Der Chef holt sonst immer noch mehr aus seinen Angestellten raus

Vertrag ist definitiv nicht zulässig und verstößt gegen geltendes Arbeitsrecht. Dein Mann sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, diesen Arbeitgeber aufzugeben und - auch wenn es etwas dauert - lieber einen anderen Arbeitgeber suchen. Spätestens, wenn ein Fachanwalt den Vertrag prüft, wird er rechtliche Schritte empfehlen, denn Überstunden müssen bezahlt werden. Ganz abgesehen von den übrigen illegalen Punkten. Der jetzige Arbeitgeber wird ihn dann ohnehin nicht mehr behalten wollen.
Aber solchen Seelenverkäufern muss das Handwerk gelegt werden, die versauen echt die ganze Branche. Keine seriöse Spedition arbeitet auf diesem Niveau. Es handelt sich wohl bestimmt um eine kleine Klitsche. Chef vielleicht aus dem Ostblock?
Dein Mann hat vermutlich den Arbeitsvertrag unter diesen Konditionen unterschrieben, dass Stunden nicht erfasst werden. Das ist nur bei höheren Positionen normal, weil das Gehalt auch dazu passt. Falls der Betrieb einen Betriebsrat hat, kann er dort nachfragen. Heutzutage ist es legal bis zu 2 Jahre Probezeit zu vereinbaren (neues Gesetz). Wenn ich ihn wäre würde ich systematisch versuchen weniger zu arbeiten, ein Jahr zumindest durchhalten, täglich meine Arbeitszeit für eine eventuelle spätere Klage aufschreiben und falls er jetzt etwas tun will und viele Mitarbeiter dort unter derselben Bedingung arbeiten, das Gewerbeausichtsamt kontaktieren und die Firma anzeigen.

Ich würde raten das dein Mann sich entweder an den Betriebsrat wendet, sollte es den nicht geben dann einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen und dort beraten lassen. Die Pobezeit von einem Jahr ist schon ungesetzlich, denn in Deutschland ist das Höchstmaß bei 9 Monaten. ( Empfehlungen sagen aus bis maximal 6 Monate) Auch die Wochenarbeitszeit und die Mehrarbeit ist nicht legal, ich behaupte hier einen Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz zu sehen. www.jurablogs.com/de/arbeitszeitgesetz-lange-darf-man-arbeiten
Ich hoffe das hilft weiter.
Viele Grüße und viel Erfolg
dogit am 18. Juli 2009 15:14 Es gibt sogenannte Pauschal Dienstverträge wo festgelegt ist das der Mitarbeiter mit oder ohne Überstunden jedes Monat die selbe Entlohnung bekommt. Das Problem hierbei ist das der Arbeitgeber so einen Dienstvertrag nicht aus Barmherzigkeit erstellt sonder zum Vorteil seines Unternehmens dadurch der Arbeitnehmer viel Überstunden leistet ohne "Gerechte" Bezahlung oder Zeitausgleich.
Wird man dann nicht sofort gekündigt? Mein Mann hat 1 Jahr (!) Probezeit!
Ein Jahr Probezeit ist ebenfalls illegal. Was um Himmels Willen ist das für eine Klitsche?
1 Jahr Probezeit? Ganz schön heftig....So eine lange Probezeit ist normalerweise nur bei Führungspositionen zulässig....da werden dann auch die Überstunden nicht bezahlt. Was für einen Job hat Dein Mann?
Er ist Arbeiter, bei einer Spedition. Der Arbeitsvertrag ist echt der Hammer, 10 (!) Seiten lang, und für alle Schäden muss der Mitarbeiter selber aufkommen. Aber was tut man nicht alles um nicht in Hartz 4 reinzurutschen.
Diesen Vertrag sollte sich mal ein Anwalt ansehen, ob das überhaupt zulässig ist!
Pobezeit 1 Jahr???? Wow in welchem Land ist dein Mann tätig? Mir sind bis zu neun Monate bekannt.
Wer prozessiert während eines aufrechten Dienstverhältnisses mit seinem Arbeitgeber? Da hat mans sicher lustig am Arbeitsplatz. Und leider ist es gerade in Zeiten wie diesen so, daß viele Leute froh sind überhaupt einen Job zu haben. Da sinkt die Streitlust! Besser freundlich abder bestimmt nachfragen. Auf jeden Fall eigene Aufzeichnungen führen und spätestens bei Beendigung des DV alle Geschütze auffahren!
schade majaohnewilli hättest einen daumen bekommen als Antwort ,aber als kommentar gibts nix schade
Und wenn dein früherer Arbeitgeber sagt, deine Überstunden waren nicht schriftlich angeordet, was machst du dann?
Nee Leute, ich ticke da anders! Lieber keinen Job als sich bei so etwas ins Grab zu schuften! Da hätte ich auch keinerlei Berührungsängste vor Hartz IV und sonstigem!