Frage von cococlau, 45

Was kann man gegen frechen Mieter unternehmen, der nicht zahlt und der Eigentümerin Hausverbot erteilt?

Die Tochter muss den Mieter, der die Miete 7 Monate nicht gezahlt hat, verklagen. Allerdings hat nicht sie, sondern ihre Mutter den Mietvertrag unterschrieben. Wer weiß, was da zu erwarten ist? Kann sie das Wasser abdrehen?

Antwort
von peterobm, 37

Wasser darf nicht von Privatpersonen abgestellt werden, man könnte aber eine Drossel einsetzen. Die Eigentümerin kann eine Räumungsklage anstrengen. Voraussetzung ist die fristlose Kündigung wegen Nichtzahlung der Miete. 

Antwort
von ChristianLE, 28

Wer hat denn den die fristlose Kündigung gegenüber dem Mieter ausgesprochen, bzw. unterschrieben? Die Mutter oder die Tochter? Ist letzteres der Fall und es wurde der Kündigung keine entsprechende Vollmacht beigefügt, so ist diese Kündigung unwirksam (hält vor Gericht nicht stand). Am besten nochmal neu schreiben und eine Vollmacht beifügen, bzw. die Mutter unterschreiben lassen.

Selbiges gilt für eine entsprechende Klageschrift. Nur der Vermieter, also die Mutter kann klagen.

Kann sie das Wasser abdrehen?

Nein, darf sie nicht.

Was heißt eigentlich, dass der Mieter der Eigentümerin Hausverbot erteilt? Betritt die Mutter die Wohnung? Dazu hat sie nicht das Recht, auch wenn der Mieter keine Miete zahlt, bzw. das Mietverhältnis gekündigt worden ist.

Antwort
von DarthMario72, 30

der die Miete 7 Monate nicht gezahlt hat

Die Vermieterin kann aufgrund der erheblichen Mietrückstände fristlos kündigen. Nach § 543 Abs. 2 Nr. 3a BGB hätte sie das auch schon vor Monaten tun können. Diese Kündigung muss natürlich schriftlich erfolgen und mit dem Zahlungsrückstand begründet werden. Sollte der Mieter dann die rückständige Miete zahlen, wäre die fristlose Kündigung hinfällig. Deshalb erklärt man gleichzeitig hilfsweise die ordentliche Kündigung - die wäre jetzt zum 31.01.16 möglich, wenn sie spätestens am 4. November (dritter Werktag) beim Mieter eingeht. Außerdem widerspricht man der stillschweigenden Fortsetzung des Mietverhältnisses nach § 545.

Was kann man gegen frechen Mieter unternehmen, der (...) der Eigentümerin Hausverbot erteilt?

Dazu ist der Mieter berechtigt, denn der Mieter hat das Hausrecht - auch gegenüber dem Vermieter und dem Eigentümer.

Kann sie das Wasser abdrehen?

Können sicher, dürfen auf gar keinen Fall! Das wäre verbotene Eigenmacht (§ 858 BGB).

Antwort
von schelm1, 15

Zahlt ein Mieter, wie vollkommen unverständlich ohne jede Reaktion des Vermieters, über 7 Monate hinweg nicht, kann der Vermieter das Mietverhältnis fristlos , hilfsweise fristgerecht kündigen und gleichzeitig eine Räumungsklage einreichen, für den Fall dass der Mieter nicht auszieht. 

Vermieter ist der, welcher als solcher im Mietvertag erwähnt ist.

Das Abstellen der Wasserversorgung wäre ohne gerichtlichen Beschluß ein Akt verbotener Eigenmacht.

Sofern es sich bei der Mietsache um ein Haus nebst Grundstück handelt, kann der Mieter in gewissem Umfang Dritten ein Hausverbot erteilen.

Für den Vermieter wäre dies aber aufgrund dessen mietvertaglich festgelegtem Betretungsrecht nur bedingt zu beachten.

Zu erwarten sind nach der geschilderten Sachlage eine Menge an Streitkosten für Anwälte und Gericht und ggfs. auch für die Wiederherstellung des Hausinnernen!?! Wann waren Sie zuletzt da drinnen und haben sich einen Eindruck vom Zustand verschafft?

Die Zahlungsmoral läßt auf "Mietnomaden" schließen!

Da käme dann aber noch einiges Unerfreuliches auf Sie zu.

Antwort
von LiselotteHerz, 42

Wenn jemand 7 Monate lang die Miete schuldig bleibt, ist es überhaupt kein Problem, mit einer Räumungsklage durchzukommen. Das geht im allgemeinen recht flott, soweit mir bekannt ist, übernimmt das der Gerichtsvollzieher. Es ist völlig unerheblich, wer dort momentan lebt und wer den Mietvertrag unterzeichnet hat. Die Klage richtet sich in diesem Fall gegen den Vertragspartner, also die Mutter, und die Tochter muss! ausziehen. lg Lilo

Kommentar von Nirakeni ,

Wer den Mietvertrag unterschrieben hat, IST der Vertragspartner. Da widersprichst du dir. Nett, dass du dem User so viel Hoffnung machst. Fragt sich nur, ob es auch so sein wird?

Kommentar von ChristianLE ,

Es ist völlig unerheblich, wer dort momentan lebt

Nein, ist es nicht. Wird eine Räumung beantragt, muss die in der Wohnung befindliche Person genau benannt werden. Lebt dort beispielsweise noch ein Untermieter, gegen den kein Räumungsantrag vorliegt, kann dieser auch nicht geräumt werden.

Es ist völlig unerheblich, wer den Mietvertrag unterzeichnet hat.

Auch falsch! Nur der Unterzeichner des Mietvertrages/Vermieter kann die fristlose Kündigung aussprechen, bzw. eine Klage einleiten.

Antwort
von chvoyage, 11

Ich würde aber stehenden Fusses zum Rechtsanwalt gehen und eine fristlose Kündigung veranlassen.

Antwort
von Nirakeni, 45

Wer den Mietvertrag unterschrieben hat, der ist Mieter und haftet für die Mietzahlungen. Tut er das nicht, kann der Eigentümer (und kein anderer) diesen verklagen. Eigenmächtige Handlungen, wie Wasser abdrehen und andere Schikanen sind verboten. Das darf der Eigentümer nicht.

Nach dem Gesetz ist es sehr schwer den säumigen Mieter rauszubekommen. Das ist ein langer Weg.

Wünsche viel Glück!

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