Frage von Downhillgirl03, 134

Was kann man gegen extreme Suizidgedanken und den Wunsch zu sterben machen?

Support

Liebe/r Downhillgirl03,

auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen.

Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule oder dem Beruf sein. Oder schau mal hier: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüße

Eva vom gutefrage.net-Support

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kadima93, 33

Du solltest unbedingt professionelle Hilfe in anspruch nehmen, falls der Sterbenswunsch ganz akut ist solltest du ins nächste Krankenhaus fahren.

Ich habe seit meinem 9.Lebensjahr selbst immer wieder Suizidgedanken da ich an einer chronischen Depression und Borderline leide. Ich habe mir ein Buch zusammengestellt mit Bildern von Menschen die ich liebe und Erinnerungen von glücklichen Momenten. Das hilft mir meistens sehr. Die Gedanken kann man leider nicht abschalten aber man kann gegen sie ankämpfen.

Antwort
von RuedigerKaarst, 46

Hallo,
Du solltest jemanden haben, mit dem Du reden kannst.

Freunde, Familien und Beratungsstellen wären die richtigen Ansprechpartner.

Anonym kannst Du dich natürlich auch unterhalten, z.B. bei der Telefonseelsorge, die rund um die Uhr besetzt ist.

0800 111 0 111
0800 111 0 222


Unter https://chat.telefonseelsorge.org/index.php kannst Du dich auch mit Mitarbeitern der Telefonseelsorge online unterhalten.

Du solltest auch über psychiologische Hilfe nachdenken, alles worüber ihr euch unterhaltet ist durch das Arztgeheimnis geschützt.

Schämen brauchst Du dich nicht, denn Du stehst bestimmt nicht alleine da.

Suizid mag zwar wie eine Lösung aussehen, aber dies ist endgültig.

Deine Familie, Freunde und Bekannten werden sich sehr oft fragen, wie es dazu kam, wie sie es hätten verhindern können und machen sich Vorwürfe.
Oft zerbrechen Familien daran.

Möchtest Du das, oder möchtest Du dir lieber helfen lassen?

Antwort
von Philipp59, 18

Hallo Downhillgirl03,

Selbstmordgedanken können ein Symptom einer schweren Depression sein. Wird diese ärztlich behandelt, dann verschwinden im Laufe der Zeit auch wieder die Suizidgedanken. Um Depressionen zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Medikamente, die sehr hilfreich sein können, werden oft als Begleitung zu einer Psychotherapie eingesetzt. In der Regel verschreibt der Arzt Antidepressiva, die stimmungsaufhellend und antriebssteigernd wirken und nicht abhängig machen. Besonders in der ersten Einnahmephase muss man mit Nebenwirkungen rechnen, die in der Regel jedoch nach 2-3 Wochen abnehmen. Viele empfinden die Einnahme eines Antidepressivums als sehr wirkungsvoll, da es außerdem dabei hilft, Konzentrationsprobleme zu überwinden.

Beachte bitte: Die medikamentöse Behandlung sollte unbedingt von einem Facharzt (Nervenarzt oder Psychiater) durchgeführt werden, da er sich am besten mit der Wirkung und Anwendung von Psychopharmaka auskennt. Es kann auch sein, dass nicht gleich das erste Medikament anschlägt und auf ein anderes gewechselt werden muss. Daher ist es es wichtig, dem Arzt immer wieder Rückmeldungen zu Wirkung und Nebenwirkungen des Medikaments zu geben. Solltest Du Dich mit einem bestimmten Medikament absolut nicht wohlfühlen, dann ist die Rücksprache beim Arzt unbedingt notwendig. Alles Weitere kann er dann entscheiden.

Da Medikamente allein nicht dazu geeignet sind, eine Depression zu heilen, könntest Du Dich auch an einen Psychotherapeuten überweisen lassen. Ein sehr gutes und bewährtes Verfahren zur Behandlung einer Depression ist die sog. "kognitive Verhaltenstherapie", bei der Du lernen kannst, negative Gedanken und Gefühle zu überwinden. Sie wird in der Regel von einem psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt. Allerdings musst Du mit einer gewissen Wartezeit rechnen, bis Du mit der Therapie beginnen kannst.

Über die eben beschriebenen fachlichen Hilfen hinaus, kannst Du selbst einiges tun, um Deine Depression zu überwinden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist, aktiv zu werden, da die Depression Deine Kräfte lähmt. Sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen erfordert enorme Kraftanstrengungen, doch Du wirst sehen, es lohnt sich! Es gehört eben zum Wesen einer Depression, das Gefühl zu haben, nicht in der Lage zu sein, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Doch höre nicht auf Dein Gefühl! Dieses Gefühl betrügt dich, da es Dich nur noch tiefer in die Depression treibt. Fang doch mit ganz kleinen Schritten an, z.B. mit einem kurzen Spaziergang.

Es ist ganz verständlich, dass Du so schnell wie möglich wieder aus Deiner Depression herauskommen willst und Du machst Dir womöglich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist wie früher. Vielleicht sagst Du Dir innerlich immer öfter: "Ich bin doch zu nichts mehr zu gebrauchen". Doch mit solchen Selbstvorwürfen raubst Du Dir nur Dein Selbstwertgefühl und Du verschlimmerst Deine Depression.

Ganz wichtig ist es gerade jetzt, dass Du nachsichtig und geduldig mit Dir selbst bist. Mach Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass eine Depression nicht ewig dauert. Du kannst sie überwinden und wieder völlig gesund werden! Vergiss das nie!

Da die Depression vorübergehend Deine Leistungsfähigkeit hemmt, solltest Du Dir nie zu viel an einem Tag vornehmen. Lerne es, immer nur kleine Aktivitäten durchzuführen und belohne Dich , wenn Du sie geschafft hast.

Wenn man eine Depression hat, dann saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf. Außerdem drehen sich Deine Gedanken wahrscheinlich ständig um Deine eigene schlimme Situation und immer wieder kommt Dir Negatives in den Sinn. Was könntest Du gegen die Negativspirale tun, in der Du gefangen bist?

Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Gibt es etwas, was Dir guttun würde, um Dich für eine gewisse Zeit von Deinen negativen Gedanken abzulenken?

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Bei der Behandlung einer Depression hat es sich sehr bewährt, sich möglichst mehrmals am Tag körperlich zu bewegen. Anfangs kann das ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es Dich anfangs große Überwindung kostet Dich in Bewegung zu setzen, wirst Du feststellen, dass sich Deine Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Wenn man depressiv ist, dann sucht man verständlicherweise Hilfe und Trost bei anderen. Leider sind in unserer hektischen Zeit viele mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und haben nicht immer die Gedanken frei, einem anderen mitfühlend und geduldig zuzuhören. Wenn Du das schon erlebt hast, dann kann das für Dich sehr verletzend sein.

Da ich in meinem Leben auch schon viele schlimme Dinge erlebt habe und nicht immer jemand da war, der mir hilfreich zur Seite stand, konnte ich dennoch erfahren, dass es jemanden gibt, der um den Schmerz des Herzens weiß und auf jeden Fall mit den Leidenden mitfühlt. Ja, ich spreche von Gott. Heutzutage haben viele den Gedanken an ihn verloren und erwarten keine Hilfe aus dieser Richtung. Wenn man sich jedoch mit seinem Wort, der Bibel, ein wenig beschäftigt, findet man dort viele sehr trostreiche Gedanken, die einem echt wieder Auftrieb geben können. Ein Text, der mir besonders gut gefällt und mir sehr zu Herzen geht ist dieser: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10).

Ich wünsche Dir, dass Du schnell die benötigte Hilfe bekommst, um aus Deinem seelischen Tief wieder herauszukommen! Denke jedoch auch daran, dass sich nicht alles von heute auf morgen ändern lässt. Du brauchst also viel Geduld und Zeit. Gib jedoch niemals auf, denn es gibt gute Gründe auf eine Besserung zu hoffen!

LG Philipp

Antwort
von monttgomery, 43

versuch dir vor augen zu halten, dass es ausserhalb von deiner jetzigen gefuehlslage noch so viel mehr gibt, ganz viele andere, gluecklichere emotionen. ich verstehe dich und ich weiss, wie ueberwaeltigend diese selbstmordgedanken sind. sie machen dich blind fuer alles gute. aber wenn du nur durchhaeltst, du musst einfach durchhalten und irgendwann fuehlst du diese positiven emotionen wieder und du wirst so froh sein, dass du noch lebst. alles gute, ich wuensche dir nur das beste. <3

Antwort
von MaxNoir, 86

Anderen helfen ist ein guter Weg sich selbst zu helfen. Klingt ein bisschen nach kryptischem Zen aber es ist tatsächlich so! Such einen Weg dich nützlich zu machen und versuche denen, denen es wirklich richtig schlecht geht mit deiner Zeit und deiner Energie zu helfen.

Du wirst dadurch Selbstbewusstsein und Positivität tanken und ganz schnell von diesem Trip runter kommen.

Antwort
von Bennet82, 52

Ich war auch mal suizidal. Ich habe mich hochgehalten, in dem ich anderen geholfen habe. Ich habe auch nach Beschäftigungen gesucht, um nicht nachdenken zu müssen. Man darf nicht zu viel darüber nachdenken, eine Lösung für das Problem zu finden. In dem Zustand macht man am besten alles, was einem einfällt, um nicht an diese Probleme zu denken. Wenn du lange genug schaffst, die Gedanken an Seite zu drängen, könntest du stark genug sein Arbeit durchzuhalten, ohne dass sie dich aussaugt.

Ach ja. Und viel raus gehen.

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für gesund, 51

Hallo! Sofort psychologische Hilfe suchen und viel mit lieben Menschen unternehmen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort
von maxmoritzsam, 62

Hey schreib mir doch mal privat möchte gerne versuchen dir zu helfen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community