Frage von grenzenfrei0, 43

Was kann man freiwillig studieren wenn man später eine Ausbildung als Pilot machen möchte, was würde am besten passen?

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Pilot, 18

Na ja, studieren kannst Du alles, was Dir Spaß macht. Religion und Musik sind allerdings - vom Verständnis des Fliegens her - nicht ganz so geeignet wie die MINT-Fächer. Aber es gibt auch Piloten mit einem Studium der Medizin oder des Wirtschaftsingenieurwesens. 

Ein Studium ist aber ja für einen Piloten keine Pflicht, weder für die Zulassung zur Ausbildung noch für den späteren Job. Nur wenn Du mal als Testpilot tätig werden solltest, ist der hervorragende Abschluss eines technisches Studiums praktisch Voraussetzung. 

Aber dieser Job ist für Dich zur Zeit ja noch weiter weg als der Mond. 

Kommentar von grenzenfrei0 ,

Warum weiter weg als der Mond?

Kommentar von ramay1418 ,

Weil es nur eine Metapher für eine große persönliche Anstrengung über eine lange Zeit ist. 

Um Testpilot zu werden, sind viele viele Flugstunden nötig, was schon mal Jahre dauert. Dazu ein abgeschlossenes Studium, um mit den Entwicklungsingenieuren auf einem Level zu sein und der Besuch einer Testpilotenschule, die Du aber nur auf eine Empfehlung Deines Arbeitgebers hin besuchen kannst/darfst. 

Da bedeutet, dass Du zwar, wie gesagt, studieren kannst, es aber nicht musst. Für einen "normalen" Linienpiloten ist ein Studium Zeitverschwendung - und die meisten haben ja auch nicht studiert. 

Man könnte jetzt höchstens damit argumentieren, dass Du im Falle einer Fluguntauglichkeit eine bessere Position für einen Büro- oder Managementposten hättest, aber in einem guten Unternehmen würde sich auch so ein Job für Dich finden lassen. 

Antwort
von SmartTim98, 27

Freiwillig studieren? Wenn wieder Bedarf für Piloten bestehen wird, werden weiterhin die jungen Abiturienten, die ihre Freizeit im Segelflugverein verbringen, eingestellt. Das Alter ist ohnehin sehr wichtig. Der 5 Jahre ältere Bewerber kann fünf Jahre weniger für die Lufthansa fliegen.

Kommentar von Luftkutscher ,

Stellt die Lufthansa neuerdings auch Segelflieger ein? Wozu soll das gut sein! Hat die LH neuerdings ihre Flotte aus Kostengründen mit Segelflugzeugen erweitert?

Kommentar von SmartTim98 ,

Fest steht, dass die Lufthansa dafür bekannt ist, nicht nur die Leute mit den besten Noten einzuladen, sondern auch die, die bereits echte Begeisterung fürs Fliegen zeigen, was sich in den Hobbys ausdrückt.

Kommentar von ramay1418 ,

"Fest steht, dass die Lufthansa dafür bekannt ist, nicht nur die Leute mit den besten Noten einzuladen, ..." 

Das ist mir auch nach 30 Jahren bei LH noch nicht bekannt. Fest steht nämlich nur, dass alle Bewerber eingeladen werden, welche die formalen Voraussetzungen erfüllen. 

Wenn LH "... auch die, die bereits echte Begeisterung ... zeigen", einladen würde, wären auch Hauptschüler mit Segelfluglizenz - oder Nur-Modellflieger - dabei, sind sie aber nicht. Und ich muss ja auch nicht selbst fliegen, kann mich aber trotzdem für die Luftfahrt begeistern. Deshalb ist Deine Aussage in dem Punkt unlogisch. 

Nach Aussage von Piloten - und ich kenne mittlerweile fast alle 5.000 mit Vornamen ;-) ist eine Segelfluglizenz kein "goody". Sie ist nicht verboten, bringt aber bei der BU und FQ keinerlei Vorteile. 

Und auch die EU-Ausbildungsvorschrift geht grundsätzlich von einem Fußgänger aus, der zum COP für ein Verkehrsflugzeug ausgebildet wird. 

Kommentar von ramay1418 ,

Lastensegler - die hatten wir doch schon mal. 

Kommentar von grenzenfrei0 ,

ramay1418 ist est richtig, dass jüngere Leute bei Lufthansa bevorzugt werden ?

Kommentar von ramay1418 ,

Nein! Alle Bewerber, welche die Kriterien erfüllen - und dazu gehören auch Mindest- und Höchstalter - werden eingeladen. 

Laut EU-Vorschrift kann ein Pilot bis zum 65. Lebensjahr fliegen. Das bedeutet, dass er vom, sagen wir mal realistisch, 25. Lebensjahr an, 40 Jahre fliegen darf. Dies bietet natürlich sehr viel mehr Planungssicherheit. 

LH hatte mal ein Höchstalter festgesetzt. Das ist aber aus den Voraussetzungen verschwunden; wahrscheinlich, weil die EU da keine Vorschriften macht und sich deshalb auch ein älterer Bewerber einklagen könnte. Selbst bei Ready Entries gibt es aktuell keine Altersbeschränkung. 

LH und auch das DLR betonen ja immer wieder, dass die Auswahltests so objektiv sind, wie es nach derzeitigem Stand der Wissenschaft überhaupt möglich ist. 

Auch bei der FQ entscheidet ja nicht nur eine Person, sondern ein Gremium nach Abwägung aller Tatsachen. OK, das wäre ein Punkt, wo vielleicht ein Vorbehalt gegen einen älteren Bewerber geltend gemacht werden könnte. 

Allerdings: Wie definiert man "ältere Bewerber"? Die haben immerhin mehr Lebenserfahrung als die Jungspunde - und müssen ja nicht schlechter sein. 

Mir ist noch nicht zu Ohren gekommen, dass Bewerber aufgrund ihres Alters nicht genommen wurden - aber ich sitze ja auch nicht in der Auswahlkommission. Und es bewerben sich eben mehr junge Leute (also zwischen 18 und etwa 25), während die "Älteren" ja oft schon einen Job haben und deshalb zurückhaltender sind. 

Objektiv kann ich Deine Frage also nicht beantworten, subjektiv kann ich mit meinen Kenntnissen nur sagen, nein, es gibt keine Bevorzugung oder Benachteiligung einer bestimmten Personengruppe. 

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